Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2149 (31.12.1965)
- Date
- 1965-12-31
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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I 8 — VferM*, 51 St IHckvnfcre St 1ÎH55 SEMANA ISRAELITA AA* XXVI. — tjf 214f Eine kurze Rückschau ■(Schluss von Seit« 11 Heran, die bereit« im Staat geboren wurde, also die anormale Schicksalslage des jüdischen Volkes niemals gekannt hat. Der grosse Verfichmelzungsproaess der von den vier Enden der Erde gekommenen Neueinwanderer die nicht nur aus verschiedenen Erdteilen stammten, sondern verschiedenen Jahrhunderten anzugehören schienen, geht langsam vorwärts. Unter- «chiede der Bildung, der Kultur, der Zivilisationen werden mit dem Heranwachsen einer anderen Jugend geringer. Aber gerade hierfür wird Zeit gebraucht viel Zeit. Die wirtschaftliche Konsolidierung des Staates Israel machte im letzten Jahr erhebliche Fortschritt«. Die relative politische Ruh« gestattete den weiteten Ausbau der Ökonomischen Positionen. Gewisse Krisenerscheinungen auf dem Weltmarkt warfen a»cb ihre Schatten nach Israel. Das Problem des Gemeinsamen Europäischen Marktes und die damit verbundene Frage des Absatzes der israelischen Zitrusproduktion ha* noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden. Die hiermit autgetauchten Sorgen dürften dazu Anlass geben, die israeliw?he Wirtschaft, und vor allem Landwirtschaft, nicht einseitig oder ausschliesslich auf einen Produktionszweig au konzentrieren. Aussenpolit issh konnte Israel eine relative Ruhe veraeichnen, was bereit« hervorgehoben wurue. Dennoch musste Israel in höchster Alarmbereitschaft bleiben, zumal die Araberstaaten vor einigen Monaten ihren Angriff gegen Israel laut verkündeten. falls die Wasserleitung in der. Negew in Betrieb gesetzt werden sollte. Hasser verteilte bereits die Rollen und schob dem Libanon die Initiative zu. Israel liess sich nicht beirren. Es ging ruhig seinen Weg. Die Wasserleitung ist in Betrieb. Der vorausgesagte arabische Angriff erfolgte nicht. Statt dessen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb des arabischen Lagers. Die Syrer und Libanesen warfen Nasser Feigheit und Verrat vor. Die antiisraeliecbe Spitze übernahm der iransjordanische König, dessen weitgehende Abhängigkeit von England bekannt ist. Ausser einigen betrüblichen Grenzzwischenfällen waren keine grösseren Zusammenstösse zu verzeichnen. Jedoch muss man wissen. dass die permanente Notwendigkeit ständiger Bereitschaft grosse Energien und erhebliche Mittel absorbiert. Dr. FREY ABOGADO PüEYRREDON 2190 1’ izq. VERREIST vom 1.—20. Januar Bei einem solchen kurzen 1 Rückblick muss auch die j Aufnahme diplomatischer Bej Ziehungen zur westdeutschen Republik bemerkt werden. Aussenpolitisch muss hierin ein Erfolg Israels erblickt werden, zu welchem es allerdings durch eine Kette von Begebenheiten kam. die mit Israel unmittelbar nichts zu tun hatten. Die Problematik dieses diplomatischen Schrittes zeigte sich in den vielen Kontroversen, die in Israel über die Aufnahme dieser Beziehungen geführt wurden Die Vergangenheit ist noch zu gegenwärtig, um eine j Normalisierung schweigend! vorzunehmen. Israels Demokratie bewähr- : te sich in den Wahlen zur I Knesset. Die Welt wusste dass Lsrael eines der wenigen Länder ist. in denen demokratische Grundsätze im Volksleben verankert sind.. Der ..grosse alte Mann“ Israels. David Ben Gurion. versuchte mit jugendlichem Elan, ganz neue Wege zu gehen. Ohne zu werten, ohne beendete Diskussionen zu öffnen. ohne zu Problemen Stellung zu nehmen, die von der Wählerschaft in Israel legitim beantwortet wurden bleibt nur die politische Reife des jungen Landes bemerkenswert. das die innere Krise mit konstitutionellen Mitteln überwand. IV. Südamerika Der idyllisch-verträumte Kontinent strahlte Ruhe und Frieden aus. während unter •den Schlägen des Dritten Reiches Eu’.opa erzitterte. Südamerika war ein Zauberwort. Unberührt vom vehementen Geschehen der Zeit REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 führte es sein eigene« Dasein. Man konnte noch neutral sein und jede Stellungnahme zu den grossen, bewegenden Fragen des Jahrhundert« ablehnen. Der alte, längst untergegangene Feudalismus, hier lebte er noch. Die Vormachtstellung der Kirche die anderwärts längst verschwunden war, hier hielt sie sich. Soziale Bewegungen, deren Forderungen längst Gemeingut aller Parteien geworden waren, hier waren sie noch u nbek annt. In wenigen Jahrzehnten trat hier eine fundamentale Wandlung ein. Ruhe und Frieden sind geschwunden. Mit elementarer Wucht naht stürmisch eine neue Zeit, die sich mit einem tiefen, dumpfen Grollen wie ein vernichtende« Beben ankündigt. Kein Land, kein Ort., kein Plate bleibt verschont. Rebellionen, Revolutionen, Unruhen. Strassenkämple. Streiks. Repressalien. Terror und Bandenkrieg kennzeichnen die Lage. Ein so ruhiges, glückliches, sichere«, demokratisches Land wie Uruguay hat sieh in den Schauplatz wilder Leidenschaften verwandelt. Mitteiamerika ist zum Experimentierleid politischer Systeme geworden. In den stillen, verlorenen, vergessenen Bergen der Kordillere sollen Kleinkriegstruppen operieren, denen die Aufgabe zugedacht ist, die grosse Revolution in die Hauptstädte zu transponieren. Welchen -ismen und Weltbewegungen diese unbekannten Sturmtruppen dienen, ist nicht mit Sicherheit festzu stellen. Stehen sie im faschistischen Sold? Sind sie die Wegbereiter einer geplanten kommunistischen Weltrevolution? Werden sie von den Russen oder gar von den Chinesen finanziert und kommandiert? Man weies es nicht. Die Tnforraataonensind spärlich, unklar* offensichtlich nicht immer zuverlässig. Die Amerikaner machen grosse Anstrengungen, die mittel- und süöamerikanischen Länder vor dem kommunistischen Zugriff zu bewahren. Sie stossen auf Widerstand. keinesfalls nur bei denen, die etwa mit dem Kommunismus sympathisieren. wobei es sogar zweifelhaft erscheinen muss., dass es überhaupt eine nennenswerte Anhängerschaft für kommunistische Ideen hier gibt. Denn auch dort, wo die Ueberzeugung vorherrscht, dass entscheidende Massnahmen zur Ueberwmdung der krassen sozialen Gegensätze unternommen werden sollten, «Wisst der Kommunismus als Lösung des Problems auf entschiedene Ablehnung. — Niemand wird Voraussagen können, wohin diese Welle treibt. Die Unsicherheit wächst. Die Unzufriedenheit — nicht nur der breiten Mas sen — nimmt zu. Die wirt- PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L >erät Sie kostenlos und mverbindlich beim Kauf oder Verkauf von BESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAECJSERN VIRREY OEI PINO 2242 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIJEN Schabbosdecke«? raJ.debeutel Käppchen Mar zot-Tascüen Hand und MascUkjenstiekerej von Bett und risen wasche Dt P. t RIVERA 258b tfr Bebedero» T. 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Der Verkauf englischer und nordamerikanischer Waffen an diese Regierungen ..belastet Israel mit einer noch grösseren Verantwortung". Selbst wenn das Riistungsgleiehgev'ietot im Mittelosten bishe’’ nicht erschüttert worden ist. ,.muss Israel sich unverzüglich auf die Lag« vorbereiten, die innerhalb weniger Jahre eintreten wird, sobald die verstärkt* arabische Streitmacht einsatzbereit r«t‘. UTAi LA SEMANA ISRAELITA Semanario — «.parece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swwrsetiskj Pueyrredón 2199, 1? izq. T.E. 83-2813 schaftlichen Schwierigkeiten , nehmen trotz de« beinahe unbegrenzten Reichtums vieler södamerikaniseber Länder einen bedrohlichen Umfang an. Es fehlt weitsichtige Planung, die durch die Uebersehneidung der an Weltmächte gebundenen Interessen unendlich erschwert, vielleicht sogar unmöglich gemacht wird. In dieser Situation der allgemeinen Unsicherheit leben Juden als kleine Minoritäten. Ihr Sonderschicksal spiegelt im Kleinen die Entwicklung des Kontinents wider. Wer fragte sehon vor 25 oder 30 Jahren nach Minoritäten, nach Rassen- oder Glaubenszugehörigkeiten? Mit dem Umsichgreifen der meist aus Europa importierten wirtschaftlichen und politischen Problematik konnten sich auch Gruppen und Grüppchen etablieren, die den Hass als bewegendes Motiv im Völker leben predigen. Antisemitische Kundgebungen, Teerbomben gegen Synagogen und jüdische Schulen, Hakenkreuz - Schmierereien und ähnliche Störungen der öffentlichen Ordnung waren zu verzeichnen. Diese, meist von den Amtsstellen verurteilten Exzesse verfolgten den Zweck, die Aufmerksamkeit auf einen .^Schuldigen" zu lenken, wobei man nur altbewährte Rezepte der internationalen Demagogie anzuwenden brauchte. Die energische Reaktion der zuständigen jüdischen Stellen verhinderte Weiterungen. Die noch vor Jahresfrist vorhandene Gefahr eines aggressiven Antisemitismus wurde zurüekgedrängt. Aber sie ist damit durchaus nicht verschwunden. In un- Die Administration der Jüdischen Wochenschau bittet die Herren Manfredo Wingst früher Juneal 2573 und Carlas Samuel früher Republiqueta« 2441 um Angabe ihrer neuen Adresse unter Tel. 83-2613 zwecks Weiterlieferung der Zeitung. Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicber MALERARBEITEN ruhigen Zeiten werden häufig zweifelhaft* Personen und Gruppen an die Oberfläche gespült, die in der Verdächtigung anderer die Möglichkeit des eigenen Aufstieges wittern. Im Sumpf gebiet politischer. sozialer und wirtschaftlicher Kämpfe gedeiht Hass und Antisemitismus, was uns alle Erfahrungen lehren. Deswegen ist höchste Aufmerksamkeit geboten. In der Abwehr solcher Angriffe gegen die jüdischen Gemeinschaften in Südamerika könnte der Kirche eine besondere Rolle zufallen, da ihr Einfluss gross ist, Nach oesn Beschlüssen des II. Vatikanischen Konzils werden antisemitische Tendenzen be- Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. S 1.0«)»,— jährl. Audienz abgelehnt Jerusalem. — Israels Grossrabbiner Jiachak N issim lehnte es ah, t*en westdeutschen Botschafter Rolf Pauls eu empfangen, der kürzlich um die protokollarische Audienz ersucht hatte. Pauls wurde vor einiger Zeit von Obarrabbiner Iseex Unterm an empfangen, der ihn in einer einstündigen Unterhaltung über Fragen der jüdischen Religion aufklärte. <ita dauert. Wenn die kirchlichen Würdenträger diesen Standpunkt aUerooU mit Nachdruck hervorheben würden, dürfte dies von grosser Bedeutung sein, auch für den inneren Frieden Ser südamerikanischen Völker, die hoch seltast nichts arideres wollen «ls ihre Freiheit und ihren Fortschritt. ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLÜMENFELD Pref. de la Facultad, Jefe del Servicie de Ortopedia y Traumatología del Hespí tal Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATÓ CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8182 u. 73-6817 Consultas: wochentags ron 15—14 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiefttc 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN L1PNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend na eh vorheriger Verein barung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roenfgen-Untersiiclmngen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch ansutnelden- T. E. 44-9493 u. 44-1542 SANTA FE 1391