Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2148 (24.12.1965)
- Date
- 1965-12-24
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vier ne*, 24 de Diciembre de 19«$ SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N* «4M — 9 Reise durch Skandinavien Wenn man durch Stean- [ dinavien reist, ist man bej eindruckt von dem tiefen j freundschaftlichen Empfinden für Israel, das in Däne-; mark, Schweden und Nor- J Wegen vorherrscht. In Nor-; Wegen sieht man Schiffe, die j in den dortigen Werften für Israel gebaut werden. In j Schweden sieht man in den meisten Obstläden Jaffaorangen, ein Zeichen für die »egen Handelsbeziehungen! «wischen Israel und Schweden. In Dänemark hört man, dass in diesem Jahr nicht weniger als 2.000 dänische Jugendliche, keine Juden, Israel besucht haben, selbst ihr Fahrgeld bezahlten und in den Sommermonaten dort In Kibbuzim arbeiteten. Sie Waren von dem leben in Israel so begeistert, dass sie nach ihrer Rückkehr die be- Sfcen Propagandisten für den jüdischen Staat wurden. Einige von ihnen lernten ein Wenig Iwrit sprechen, und die meisten von ihnen tanaen mit Vorliebe israelische Tänze. Zusammen mit hunderten anderen nichtjüdischen Jugendlichen; die in früheren Jahren ihre Sommerferien in Israel verlebt haben, gründen sie jetzt in Kopenhagen einen Klub der ..ehemaligen Kibbuzniks“, worüber der heutige Israel- Botschafter in Dänemark, Harry Levin, höchst erfreut ist. In Kopenhagen leben auch Viele jüdische Jugendliche, die Israel im letzten Sommer oder in früheren Jahren zur Ferienzeit besucht haben. Auch sie kehrten voller Begeisterung für Israel zurück. Allerdings ist ihre Zahl klein im Vergleich mit ihren nichtjüdischen Altersgenossen, die Israel jedem anderen Land als Ferienziel vorzogen. Der Grund hierfür liegt darin, dass es unter den 1.800 jüdischen Familien in Dänemark nicht So viele Jugendliche gibt. Ferner sind die meisten jüdischen Familien in diesem Land assimiliert, und Misch, ehen sind an der Tagesordnung. Nur die jüdischen Eltern, die nicht wünschen, dass ihre Kinder einen nichtjüdischen Ehepartner Wählen sollen, senden sie zu Besuch nach Israel, weil sie hoffen, dass sie mit stärkeren jüdischen Gefühlen von dort heimkehren. Und Wirklich kommen die jungen m BORIS SM0LAR Menschen mit einem t'eferen jüdischen Empfingen zurück. DAS PROBLEM DER ALIJA Die bemerkenswerteste Erscheinung in Skandinavien, und besonders in Dänemark, ist die Tatsache, dass die Führer der jüdischen Gemeinden entschieden gegen die jüdische Auswanderung nach Israel Stellung neh- I nach Israel abfuhr, eine 1 Nachfolgerin zu finden, die aktiv genug war und das notige Interesse für Israel hat. te. Ebenso lag der Fall mit dem Korrespondenten der Jewish Telegraphie Agency (ITA) in Kopenhagen, der auch eine wichtige Rolle in jüdischen Gemeindefragen spielte. Dieser Mann, ein in Dänemark geborener Jude, entschloss sich mit seiner Familie nach Israel auszu¬ :*WtWs*s;: MUSIKLIEBENDES ISRAEL: Ehes der vielen Orchester, die man in allen Kibbuzim findet. men. Dies trifft sogar auf Dr. Marcus Melchior, den Oberrabbiner von Dänemark zu, der zwei Söhne hat, die in Israel leben. Als Argument führen sie an, dass die Auswanderung nach Israel das jüdische Leben in Skandinavien unterhöhlt, wo Assimilation und Mischehen die jüdische Gemeinde zernagen. Sie behaupten, dass jeder Jude, der so jüdisch empfindet, dass er den Wunsch hegt, nach Israel auszuwandem, eine Lücke in der jüdischen Gemeinschaft in Dänemark, Schweden oder Norwegen hinterlässt, wenn er nach Israel übersiedelt. Die Alija, so folgern sie, zapft am Mark des jüdIschen Lebens in den skandinavischen Ländern, ohne Israel irgendwelche Vorteile zu bringen. Sie erinnern daran, dass es äusserst schwierig war, als die Präsidentin einer kleinen, in der kopenhagener Wizo organierten Frauengruppe ALFREDO STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTENVORANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT VORHER 24 JAHRE V. DEL PINO 2639 Neue Adresse: YIDAL 1575 fast Ecke PINO Tel: 76—9088 Deposito: Y. DE LA PLAZA 1779 Teppichhaus - M. Höchberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUN6SERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in edlen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 4 Quader von Station Urquiza wandern, wodurch die Zahl i der im kopenhagener jüdisehen Gemeindeleben täti. gen Menschen verringert wurde. Das gleiche tat ein bekannter dänischer, jüdii scher Journalist, der gro-! ssen Einfluss auf die Leser j der Landespresse ausübte, j jedoch nach Israel ging, j weil er ein überzeugter Jude 1 war. Keiner dieser drei in j Dänemark geborenen Juden, I so betonen die dänischen j Gemeindeführer, spielen in Israel irgendeine Rolle. Sie | sind nur ganz gewöhnliche | israelische Bürger, die keinen besonderen Beitrag zur Entwicklung des Landes leisten. In Dänemark dagegen gehörten sie zu den Stützen, auf denen das Judentum ruhte, und es gibt in dieser kleinen und in jüdischem Sinne schwachen Gemeinde keine anderen Leute, die ih. ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloform M. 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Der | Oberrabbiner von Dänemark j wandte sich heftig gegen diese Auffassung und war j der erste jüdische Führer j in irgendeinem Land, der ' Ben Gurions Standpunkt | angriff. Dabei geniesst Dr.! Melchior die Unterstützung j der anderen jüdischen Ge- 1 meindeführer Skandinaviens, | die das jüdische Leben m ihren Ländern gestärkt und picht durch die Auswanderung nach Israel geschwächt sehen wollen. In Wirklichkeit möchten sie gern, dass Israel ihnen „Arbeitskräfte“ schicken soll, d. h. Rabbiner und Lehrer, de. ren sie so nötig bedürfen, anstatt ihre am tiefsten jüdisch gesinnten Männer und Frauen zu ermutigen, sich in Israel anzusiedeln. ISRAELIS IN . SKANDINAVIEN Unter der nicht jüdischen Bevölkerung in den skandinavischen Ländern herrsent viel Wärme und grosses Verständnis für Israel, jedoch j nicht für Israelis, die in diese Länder aus Israel als Arbeiter kommen. In Dänemark und Schweden macht sich ein Mangel an Arbeitern, selbst ungelernten, fühlbar, und ein jeder kann dort Beschäftigung finden. Sö kann man viele Israelis als ungelernte Arbeiter in den Strassen Kopenhagens und Stockholms sehen. Sie bieten keinen erfreulichen Anblick und zieren nicht das Bild Israels bei den Nicntjuden dieser Städte. Zerzaust und unrasiert spazieren sie durch die Hauptstrassen und erregen durch ihr nicht ganz zivilisiertes Benehmen unliebsames Aufsehen. Zumeist sind sie junge LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* ¡zq. - T.E. 88-3613 1. Tewet 5726 24. Dezember 196S Handelsvertrag Belgrad. — Hier wurde ein Handelsvertrag zwischen Israel und Jugoslawien abgeschlossen. Er sieht zunächst für das laufende Jahr israelisehe Exporte von 8 Mio Pfund und Importe aus Jugoslawien von 11 Mio vor. Juden aus nordafrikanischen Ländern, die aus Israel wegzogen, um als israelische Bürger ihr Glück in den nordischen Ländern zu suchen, aber es sind auch “Sabras” darunter, sie bringen di« Jüdische Gemeinde von Kopenhagen in grosse Verlegenheit, und die Israel. Botschaft in Kopenhagen weiss nicht, wie sie sie erfassen soll, denn sie vermeiden es, sich in der Botschaft zur Registrierung zu melden. Im Hotel Royal in Kopenhagen, wo iiyh wohnte, gab es auch einige israelische Mädchen, die dort als Zimmermädchen arbeiteten. Sie waren ,Sabras1, und eine von ihnen, die mein Zimmer aufräumte, gab zu, dass sie in Israel niemals als Zimmer, mädchen arbeiten würde. „Aber“, so sagte sie mir, , wir sind jung, wir wollen die Welt sehen, und hier in Kopenhagen ist es leicht zu arbeiten, die Löhne sind hoch, und es bietet sich die Gelegenheit, ein oder das andere Land kennen zu lernen, wenn wir genug Geld für eine solche Reise gespart haben“. Sie sprach gut Englisch, sie trug eine Kette mit einem Mögen David um den Hals, und daran erkannte ich, dass sie eine Jüdin war. Sie arbeitete schon fast zwei Jahre in dem Hotel. Wird sie nach Israel zurückkehren? Wahrscheinlich ja, denn in Kopenhagen gibt eg nicht genug junge Männer, die eine Ausländerin zu hei. raten bereit sind. Dagegen finden die jungen Lsraelis, deren Benehmen nicht gerade allzu lobenswert ist und die eine Schwa« che für die dänischen Bloni dinen hegen, genügend jun« | gt Mädchen in Kopenhagen, | die sie heiraten können, i Und, wie die hiesigen jüdi« ' sehen Führer klag«», bedeutet es für sie keinen Unter« | schied, ob diese Mädchen ' Jüdinnen oder Niehtjüdin- | nen sind, solange sie blon« | des Haar haben. Man fragt ’ sich, warum diesen israelischen jungen Leuten nicht in Israel davon abgeraten wird, ihr Glück im Ausland zu suchen, denn sie tun dies zum schaden des guten Namens Israels unter befreundeten Nationen. 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