Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1965-12-24 · 2148 (24.12.1965) · p. [Seite 2]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2148 (24.12.1965)
Date
1965-12-24
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9614788-9615300--4179-9615302
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sí — ViíriM*. M de Diciembre de lSfS SEMANA ISRAELITA Año XXVL — 2148 Es laeuten die Glocken (Schluss von Seite 1) I Erden, und den Menschen ' ein Wohlgefallen“. Und so; hat bereits Jesaja gesagtj „Die Lippen sollen Dank sprechen! Friede. Friede dem Fernen wie dem Nahen!“ (Kap. 57, Vers 191. Was haben die Mächtigen . getan, die den nach ihrer Meinung richtigen Glauben angenommen haben, was ha- 1 ben sie Jahrhundert um Jahrhundert unternommen,; um dieser Weihnachtsbot-! Schaft zur Verwirklichung zu verhelfen? Was ist in unserer Zeit geschehen, um den Frie- 1 den auf Erden zu errichten und der Menschheit ein Wohlgefallen zu schaffen? Sehen wir uns doch nur die Bilder vom Kriegsschauplatz in Vietnam an, die beinahe täglich in der Television gezeigt werden. Ehe Diskrepanz zwischen dem erkannten sittlichen Ziel und dem verkündeten Wort gegenüber einer trotslos-harten Realität ist zu gross, um einen Platz für einen Glauben einzuräumen. Verlieren wir uns aber nicht in allgemeine Betrachtungen, obwohl Meditationen immer anregend wirken. Mit grossem Pomp wurde vor kurzem das XI. Vatikanische Konzil der Katholischen Kirche in Rom abgeschlossen, das während seiner vierjährigen Dauer zahlreiche Fragen des religiösen, bürgerlichen und internationalen Lebens angeschnitten und dis. kutiert hat. Auf der Tagesordnung stand auch die .Judenfrage', ein Problem, da6 der verstorbene Papst Johannes XXIII., der Initiator dieser Kirchenversammlung, von sich aus angeschnitten hatte. Eien sachkundigen Beobachtern, auch den jüdischen Experten, war es vom Anbeginn klar, dass es sich hierbei in erster Linie, wenn nicht aussschliesslich. um eine interne kirchliche Frage handelt, cMe gewiss wegen ih- Dr. FREY A I 0 6 A D 0 PUETRREDON ,2190 1* bq. ■acfem. 1*_ 19 Uhr Ttltfon: 80-6930 rer Thematik die Juden berührt, aber keinesfalls aus pro-jüdischen Gründen behandelt werden sollte. Die Geschehnisse der Hitler-Jahre, die zweifelhafte und unentschiedene Haltung des Vatikans gegenüber den schrecklichen Verfolgungen öffentliche Beschuldigungen über ein Versagen der Kirche, ein moralischer Druck auf die kirchlichen Instanzen, einige Aenderungen in der kirchlichen Dogmatik eine Neu-Orientierung in der kirc hlichen Theorie und Praxis gegenüber den Juden, all diese und andere Umstände bildeten das Motiv, auch zur Judenfrage im Konzil Stellung zu nehmen. Man kann diese Einstellung ebenso wenig wie die Beweggründe, die Anlass zur Behandlung die ses Themas gaben, verstehen ■ wen man nicht tiefer forscht. I Papst Johannes XXIII. hatte mit einer beeindruckenden Vision die grossen Gefahren erkannt, die der Kirche als i Glaubensmacht und als In-; stitution drohen. Eier totale; Krieg der Ungläubigen, die i kommunistische Front, gab diesem Papst Veranlassung, : Wege zur Vereinheitlichung . der christlichen Front und i zur Annäherung zu anderen Glaubensgemeinschaften zu I suchen, da er alle gleicher, i massen gefährdet sah und I deswegen in dieser schwieri-! gen Glaubenssituation zu- | sammenfassen wollte.! Hier kann nicht im einzel- nen darauf eingegangen wer-! den, aus welchen Gründen das Konzil einen anderen! Weg einschlug, der mit den , ursprünglichen Absichten j und Zielen des Papstes Jo- I hannes XXIII. nicht in vol- | lern Einklang gestanden hat. j Aber die gleichen Gründe ob-; walteten ,als es zu wiederhol- 1 ten Aenderungen der Juden. | Erklärung kam, die zuletzt in einer völlig abgewandelten, ausserordentlich abge- I schwächten Form nach heftigsten Auseinandersetzungen angenommen worden ist. Dass die vorliegende Form j von früheren Konzilien bereits mit ähnlichen oder 90gar klareren Formulierungen angenommen worden ist,, wurde bereits zu wiederholten Malen hervorgehoben. Im Grunde genommen hat sich also durch diese Juden- Erklärung nichts oder nicht viel gegenüber dem früheren Zustand geändert. Alle sind sich darüber einig, dass es nicht so sehr auf die Worte ankommen kann wie auf die nrtkftilAV» iiirikclte Tun, von ihren eigenen Juurtnoaoxe juaiscne den Verfolgungen, von der In- KotlferenZ quisition, von den Judenvarbrennungen, von den Püin- Greenfeld. — Rabbi Morris Gerungen und Vertreibungen durch die Kirche abgeriickt? REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spexialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. rerät Sie kostenlos und »verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN BAEOSEBN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker - l'ail iebeute) Käppchen Mar zot-Tascben Hand- und Maschkjenstickerel von Bett- und riscnwäscfte Dr. P. t RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 13-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE Taten, die wir nun erwarten. In den Tagen des Weihnachten interessiert uns besonders die Botschaft des Lukas vom Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Dass Lukas hierbei in erster Linie an die Juden gedacht hat. dürfte kaum zweifelhaft sein, denn er selbst war auch ein Jude. Was alGo hat das Konzil über die Juden gesagt?, wobei wir hier nur die Stelle zitieren wollen die sich unmittelbar oder indirekt mit der Geissei des Antisemitismus beschäftigt. Dort heisst es: „Die Kirche, die alle Verfolgung gegen alle Menschen überhaupt verwirft, beklagt ferner, eingedenk des ihr mit den Juden gemeinsamen Erbgutes und nicht aus politischen Gründen, sondern von religiöser, evangel;scher Lie. be dazu getrieben, den Hass, die Verfolgungen und die Aeusserungen des Antisemitismus, zu welcher Zeit und durch wen auch immer sie gegen die Juden gerichtet werden.“ Es dürfte richtig sein diesen Satz der Erklärung mehrere Mal zu lesen, da er schwer verständlich ist. Schon beim ersten Ueberfliegen dürften die verklausulierten Formulierungen in Erstaunen setzen. Das hätte man doch alles viel klarer und eindeutiger sagen können, wenn man es gewollt hätte. Aber offensichtlich wollte man nicht, wofür die enormen Widerstände gegen diese Erklärung ein beredtes Zeugnis ablegen. In der Deklaration wird zunächst das „gemeinsame Erbgut“ beteuert, das die Kirche mit den Juden teilen würde. Eine jüdische Stellungnahme zu dieser Behauptung ist noch nicht erfolgt. Dass alle Künder und Apostel Juden waren, dass deren Lehren und Spruchweisheiten auf jüdischem Gedankengut beruhen, gibt vielleicht das Recht, von einem gemeinsamen Erbgut zu sprechen, obwohl die Kirche in ihrer späteren Entwicklung aus diesem Erbgut ein Werk geformt hat, das kaum noch als .gemeinsam' angesehen werden kann, wenn man nicht das jüdische S’ttengesetz, das von der Kirche in seinen einzenen Postulaten übernommen worden ist. als solches bezeichnen möchte. Wegen dieses gemeinsamen Erbgutes und nicht aus politischen Gründen, so he;sst es, wird diese Erklärung abgegeben; hierin dürfte eine deutliche Konzession oder eine Entschuldigung für die arabischen Einwendungen zu erblicken sein, die in einer solchen Entlastungserklärung für die Juden ein für sie unerträgliches Politikum erblikken. Dass das Konzil sich zu einer solchen Konzession bereit fand, dürfte ein bedauerlicher Fehler sein. Denn je- Silver, amtierender Vizeprä sident der nordamerikanischen Agudat Israel, schlug in der Eröffnungssitzung der 43. Jahreskonvention der Orthodoxen die Einberufung einer dringlichen Konferenz aller orthodoxen Organisationen im Lande vor, um die neuen jüdischen Strömungen zu bekämpfen, die sich von der jüdischen Tradition entfernen. Er forderte die 1.000 Delegierten auf. sich an der Vorbereitung einer „totalen Unwillkürlich denkt man an das Wort Herders. Die Weltmacht Kirche wer tapfer genug, über viele Länder un<J Millionen Menschen zu herrschen, aber „sich selbst zu bezwingen“, das hat sie nicht vermocht, selbst nicht mit einem erlösenden Wort auf dem letzten Vatikanischen Konzil. Auffallend ist, dass selbst gegen die nazistischen Grau- IA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Offensive“ gegen die nicht I kein.vWfort orthodoxen Tendenzen zu be-! vnrd^Man erwähnt S1e nicht. . „ (rr„ i Die Kirche wäre hier sich teiligen. (ITA) j sioh selbst ejn offeiles " " j kenntnis schuldig gewesen de Einschränkung, auch im; So bleiben die Schatten dienegativen Sinne, führt zu ei- I ser Vergangenheit auf der ner Abschwächung der an I Kirche liegen, auch wenn sie sich lauen Erklärung. j noch so laut gegen einzelne Einleitend stellt das Konj auftritt. deren Werke auf zil fest, dass die Kirche jede , dem Index erscheinen; aber Art von Verfolgung gegen j die nazistische Literatur fi- Menschen ablehnt. Damit ist j guriert dort nicht, bereits eine Entschuldigung j Bisher haben die JudeM gegenüber den Gegnern diej den Antisemtiismus der Kirser Erklärung vorweggenom-; che bedauern müssen, wie men. dass man überhaupt! die Kirche jetzt sich dazu auch von den Verfolgungen entschloss, die antisemitische gegen die Juden spricht. , Haltung anderer „zu welcher Dann heisst es wörtlich: , Zeit und durch wen auch „Die Kirche, . beklagt | immer“ zu beklagen Warten ferner, ... die Verfolgungen wir also ab wl6he konkreten Massnahmen von der Kirche Abono-Preise Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Aktive Bilanz Tel Aviv. — Die Handelsbeziehungen mit dem Fernen Osten weisen eine aktive Bilanz zu Gunsten Israels auf. Einem israelischen Export von über 8 36 Millionen stehen Importe aus diesen Ländern in Höhe von $ 12,6 Millionen gegenüber. und die Aeusserungen des Antisemitismus...“ Diese Formulierung hat Verwunderung und Ablehnung hervorgerufen. Was soll das bedeuten: „Die Kirche beklagt“? Hätte man nicht zumindest erwarten dürfen, dass die Kirche den Antisemitismus verurteilt? Dass sie sich gegen jede Form des! Rassen- und Religionshasses! wendet, aber nicht mit allge- 1 meinen Redensarten, sondern mit kristallklaren Worten, die jeder verstehen muss. Schon wieder wird jongliert wüe in den Zeiten des Konkordats mit dem Dritten Reich, als die Beauftragten des Vatikans die ersten Diplomaten waren, die mit dem braunen Gewaltregiment einen Vertrag geschlossen ha-; ben, obwohl alle Beteiligten, j und nicht nur sie. genau i wussten, dass sich Hitler nie-; mals an die Vereinbarungen | halten ■würde. Um eigene Be- . rechtigungen zu verteidigen! oder zu wahren, wurden die! Gesetze der Menschheit und I Menschlichkeit im Stich gelassen. Das dürfte wohl das wenig-! ste sein, was von der Kirche heute zu erwarten ist, dass sie den Antisemitismus „bedauert". Warum ist die Kirche nicht von ihrem eigenen ergriffen werden, um dem auch heute noch lebendigen Antisemitismus Einhalt zu gebieten. Nicht zuletzt liegt es in den Händen der christlichen Welt, ob Frieden auf Er. den herrscht und den Menschen ein Wohlgefallen. Ueberall werden die Glocken ihre Geläute anstimmen. Der Mensch wird in diesen Tagen den guten Vorsätzen aufgeschlossener sein. Werden die Regierungen der christlichen Länder, die so gern von ihrer heutigen Aufgabe der Verteidigung der westlichen Kultur sprechen, den Ruf der Glocken verstehen, den Ruf zum Frieden für alle Menschen. — ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Or. BLUMENFELD Prot. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a ]. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 JACOB LAPIDUS dipt. Mokel NEUE ADRESSE VIAMÖNTE 2U37 4» ß. 46-1716 and 48 2124 76 0286 73-1049 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Die Administration der Jüdischen Wochenschau bittet die Herren Manfredo Pfingst früher Juncal 2573 und Carlos Samuel früher Republiquetas 2441 um Angabe ihrer neuen Adresse unter Tel. 83-2613 zwecks Weiterlieferung der Zeitung. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. IOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.