Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2147 (17.12.1965)
- Date
- 1965-12-17
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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¡Viernes, 17 de Dicic—hre de 1965 SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N® 2147 — 3 Menora und Chanukka-Lichter LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE yon Dr. BARUCH LEVY i. Zu den Geräten des Stiftaeltes, des Wüstenheiligtmns, gehörte der Leuchter. Auf einem Fusse erhob sich ein Schaft, der mit Blumen und Kelchen geschmückt war. Aus dem Schaft zweigten Sich auf jeder Seite drei Rohren ab, die ebenfalls geschmückt waren. So entstand ein siebenarmigcr Leuchter. Sämtliche Arme endeten in mandelförmigen Kelchen Die Abbildung des Leuchters auf dem Titusbogen in Rom dürfte dem Leuchter des Herodianischen Tempels entsprechen. Bezüglich aer Zahl der Leuchter ist die Ueberlieferung nicht einheitlich. In den Büchern der Chronik ist an einer Stelle von zehn Leuchtern die Rede, an einer anderen nur von einem. Nach I. Chron. 28,15 gab es im Tempel auch einen silbernen Leuchter. In der Stiftshütte und im II. Tempel gab es nur einen Leuchter. Nach der Eroberung Jerusalems und der Zerstörung des Tempels durch Nebukadnezar 1586 v.) wurden die Leuchter nach Babylon gebracht, und bei der Rück-, Wanderung siebzig Jahve später kam unter Serubabal zumindest einer wieder nach Jerusalem. Dieser wurde von Antiochus IV. mit anderen Goldgeräten geraubt. Im Talmud wird erzählt, dass die Makkabäer bei der Restaurierung des Tempels einen primitiven Leuchter angefertigt haben. Erst Herodes liess beim Neubau des Tempels einen prachtvollen Leuchter hersteilen. Dieser wurde im Jahre 70 nach Rom gebracht. Nach einem Bericht des Theophanes von Nicäa brachten die Vandalen bei der Plünderung Roms. (455) die heiligen Geräte nach Karthago. Beiisar, Feldherr des oströmischen Kaisers Justinian holte sie bei der Zerstörung des Vandalenreiches (534) hach Byzanz. Von da an verlor sich jede Spur. Warum musste es ein siebenarmiger Leuchter sein? Josephus schreibt: „Der aus siebzig Teilen bestehende Leuchter bedeutet die Zeichen, durch welche die Planeten gehen und seine sieben Lampen die Planeten selbst.“ Die Kabbala sieht in der Menora ein Symbol der Sepiiira Malchut (Königtum). Diese Sephira ist eine Zusammenfassung der sieben unteren Sephirot, auf die die sieben Arme des Leuchters hinweisen sollen. Die Menora ist in die jüdische Mystik eingedrungen und zu einem Symbol des jüdischen Volkes geworden. In den Ruinen galiläischer Synagogen finden wir sie als Relief in Stein gehauen, ebenso an den Wänden der Katakomben in Rom, auf Synagogen-Malereien, Goldgläsern, Grabinschriften in alten Machsor-Handschriften des 13. Jahrhunderts, Bibelhandschriften und Thoravorhängen. Der wieder errichtete israelische Staat machte die Menora zu seinem Wappen. Die Zahl „sieben“ als hei. lige Zahl ist babylonischen Ursprungs, sie wird aber auch in der Bibel häufig verwendet: In sieben Tagen hat Gott die Welt geschaffen. Noa wurden sieben Gesetze gegeben, die die Grundlage der menschlichen Gesittung bilden, Naaman musste siebenmal im Jordan baden, um von seinem Aussatz geheilt zu werden. II. Zur Erinnerung an das Wunder des Oelkrügleins zünden wir am Chanukkafest acht Tage Lichter an. Nun ist es aber merkwürdig, dass von diesem Oelwunder ausser im Talmud und in der Megilla Antiochus nirgends die Rede ist. Im I. Buch der Makkabäer 4,59 heisst es lediglich: „Juda aber und seine Brüder und die ganze Gemeinde Israel setzten fest, dass die Tage der Altarweihe Jahr für Jahr zu ihrer Zeit vom 25. des Monats Kislew acht Tage mit Freude und Frohlocken gefeiert werden sollen.“ Das II. Buch der Makkabäer beginnt mit zwei Briefen der Juden im Heiligen Lande an die Juden Aegyptens mit der Aufforderung, die Tage der Tempe:- weihe nach Art des Laubhüttenfestes im Monat Kislew zu feiern. Sie schreiben <18ff) „Weil wir nun am 25. des Monats Kislew die Reinigung des Tempels zu feiern gedenken, haben wir nicht versäumen wollen, Euch davon Kunde zu geben, damit auch ihr die Tage der Laubhütten und des Feuers feiert (das gegeben wurde) als Nehemia den Tempel samt dem Altar gebaut hatte und wieder ein Opfer darbrachte.“ Es wird dann weiter erzählt, dass als die Juden nach Babylon verschleppt wurden, die Priester Feuer vom Altar nahmen und in einem Brunnen versteckten. Nehemia befahl den Priestern, von diesem Feuer zu holen. Sie fanden aber nur dickes Wasser. Man schöpfte davon und goss es auf das Opfer. Als die Sonne erschien, entzündete sich auf wunderbarer Welse ein grosses Feuer. Nehemia nannte das Wasser Nephtar oder Nephta.“ Später wird noch einmal vom Fest der Tempelweihe erzählt. Merkwürdig ist oei all diesen Erwähnungen der Vergleich mit dem Laubhüttenfest. Eine Erklärung dafür gibt vielleicht die folgende Stelle aus dem ü. Buch der Makkabäer: „Und voller Freude hielten sie eine achttägige Feier gleich einem Laubhüttenfeste, dessen eingedenk, wie sie noch vor kurzem während des Laubhüttenfestes auf den Bergen und in Höhlen gleich wilden Tieren ihr Leben fristeten.“ Der Schluss liegt nahe, dass die Juden das Laubhüttenfest, das s;e zur richtigen Zeit nicht feiern konnten, mit der Feier der Tempelweihe verbanden, daher die acht Tage. Moses bei der Einweihung des Stiftszeltes und König Salomo bei der Einweihung seines Tempels feierten nur sieben Tage. Berücksichtigt man, dass das I. Buch der Makkabäer als besonders wertvolle Quelle von allen Forschem anerkannt ist und die geschilderten Ereignisse detailliert berichtet, so ist es nicht zu verstehen, dass ein solch einmaliges Ereignis, wie das Wunder des Oelkruges nicht erwähnt wird. Es ist zu beachten, dass das Makkabäerbuch etwa um 100 v. d. g. Z. verfasst worden ist, also nidht lange nach den geschilderten Ereignissen. Der Talmud aber ist erst um 450 n. abgeschlossen worden, die Megilla An - tiochus aber erst im 8. Jahrhundert n. d. g. Z., also mehr als 600 Jahre später. Ferner ist zu beachten, ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloform M. B.) wie sie der Verbraucher wünscht mit langjaehriger Garantie ★ Das ist „Die Bewaehrte CARLTON Kleidung“ Feinste Massarbeit Fertigkleidung die ganze Linie Lohnanfertigung Ständige Passformkontrolle Kommen Sie mit allen Ihren Bekleidungsproblemen zu Iherm Kleiderbenter ERNST KOPPEL Maipu 982, TE 31 7845 50 Meter von Plaza San Mar tin, mit vielen Verbindung«- und Parkmögiichkeiten. UNVERBINDLICHE KOSTKNVORANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT VORHER 24 JAHRE V. DEL PINO 2639 Neue Adresse: VIDAL 1575 fast Ecke PINO Tel: 76—9088 Deposifo: V. DE LA PLAZA 1779 MALERARBEITEN Teppichhaus - M. 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Man könnte vermuten, dass alljährlich zu Ehren der Makkabäerfürste n Fackelzüge stattfanden, die dann später, nachdem Hemdes das Haus der Makkabäer vernichtet hatte, von diesem verboten wurden. Als Ersatz dafür führten die Weisen das Anzünden der Lichter ein und erklärten dies mit der Agada vom Oelkrug. Welches war aber das Wunder, von dem das „Al han'ssim“-Gebet spricht'5: „Du liefertest die Starken in die Hand der Schwachen, Viele in die Hand weniger, Unreine in die Hand Reiner, Frevler in die Hand Gerechter und Uebermütige in die Hand derer, die in Deinem Gesetze lebten.“ Das ist das Wunder, zu dessen Erinnerung wir das Chanukka fest feiern. Nun zur Frage des achtarmigen Leuchters: Im Talmud heisst es: „Man darf nicht ein Haus in der Form des Tempels bauen, eine Vorhalle nicht in der Form des Tempelhofes, einen Leuchter nur fünf-, sechs, oder achtarmig machen, nicht aber siebenarmig, such nicht aus anderem Metall. Es w:rd hier das Verbot (Ex. 30, 31. 37) dass man für profane Zwecke Salböl und Räucherwerk nicht nachahmen dürfe auf alles, was mit dem Tempel im Zusammenhang steht, erweitert. Der achtarmige Leuchter, wie wir ihn heute zu Chanukka benutzen, ist erst seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Geht man durch die Strassen von Jerusalem, so findet man häufig in den Fenstern der Häuser oder neben den Türen Glaskästen stehen, in denen sich kleine Behälter mit Oe! befinden. Dies war wohl die Art, wie man in früheren Zeiten Chanukkalichter entzündet hat. London: — Der Bau der neuen Synagoge in Finchley ist durch die Grundsteinlegung begonnen wor en. Sie wird 1300 Sitze umfassen und 350.000 Pfund kosten. Ferner wird sie einen grossen Saal mit 900 Plätzen haben, in dem auch Gottesdienste zu den Hohen Feiertagen stattfinden sollen. Die bisherige Synagoge der 1450 Mitglieder umfassenden Gemeinde an der Kinloss Gardens bleibt bes’ehen; sie hat 800 Plätze. Die Hendon Reform-Synagoge ist ebenfalls im Bau. Sie umfasst 400 bis 500 Plätze. und die Baukosten betragen 75.000 Pfund. Die jetzige Synagoge wird als Versammlungssaal ausgestattet und erhält auch neue Klassenzimmer. In Manchester besteht ein Projekt zum Bau eines Ge- „Babi Jar“ auf Esperanto Warschau. — Die Zeitung „Folkst:me“ berichtet, dass das Gedicht „Babi Jar“ von Ewgeni Ewtuschenko über das Massengrab, in dem 8.000 Juden aus Kiew ruhen, die von den Nazis ermordet und auf dem Hügel von Babi Jar verscharrt wurden, in die Weltsprache Esperanto übersetzt worden ist. Der Uebersetzer ist Julius Baibin, ein nordamerikanischer Professor für Esperanto. (ITA) nveindezentrums, das auf 200.000 bis 250.000 Pfund zu stehen kommt Dr>rt sollen dann die philanthropisch >n Verbände ihren Sitz haben. Vorgesehen sind Versammlungszämmer, ein Betsaal, ein Restaurant und eine Anzahl Zimmer und Säle für dia Jugendvereine. Beabsichtigt ist der Bau eines weiteren Altersheimes in London mit einem ' >- stenaufwand von 50.000 Pfund. Es soll zum Andenken von Ike Morris, dem früheren Präsidenten der Sportsmann - Hilfsgesellschaft, entstehen und dem Jewish Welfare Board zur Verwaltung übergeben werden. MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Gescbäi te mit der grössten Answahl. SARNLENTO 1147 T. E 35 »033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten ZahlungserleiehteruneeB Zuvorkommende facb männisehe Bedienung ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS¬ GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550,1, B — Bs. Aires, Rep. Argentina ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH and FREITAG von 16—18 Uhr T. 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