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Jüdische Wochenschau · 1965-12-10 · 2146 (10.12.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2146 (10.12.1965)
Date
1965-12-10
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, lt te Diciembre <le 1965 SEMANA ISRAELITA Aña XXVI-N* 21« — * Israels UN-Delegation hat es schwer Die schönen Feiern nun Jahrestag; der UN-Oriindungdie intensive Geschäftigkeit, im New Yorker Glasgebäude, wo Delegierte aus 117 Staaten. ausgetü fei te Reden halten oder vom Manuskript »Wesen, diskutieren und in den Wandeigängen persönliche Kontakte pflegen, kann nicht über die Tatsache hinwgetäuscben, dass die entscheidenden Dinge unserer Zeit sich praktisch ausserhalb der UN abspielen: ob es sich um Indonesien oder Rhodesien handelt, um Aden, das Deutschland - Problem oder die NATO-Krise — alles bewegt sich ausserhalb der Kanäle der UN. Und in einer internationalen Organisation, wo 99 von den 117 (Staaten, die nur fünf Prozent des UN - Budgets decken, theoretisch mit einfacher Mehrheit die Titanen überstimmen können, bildete sich notgedrungen die Praxis aus, dass die UN nur dann aktionsfähig werden, wenn die USA und die USSR gemeinsam handeln. So konnte eine Feuereinstellung zwischen Indien und Pakistan erreicht werden, weil Washington und Moskau es wünschten, und so wird weiter in Vietnam geschossen und bombardiert, weil die beiden Weltmächte hier verschiedener Meinung sind. Vielleicht ist all dies nicht gut für die UN, entspricht nicht den Träumen der grossen Propheten einer internationalen Verbrüderung al. ler Völker, dient aber sicherlich den Interessen zahlreicher kleiner Länder. Um Is- Aktion Sühnezeichen Sin Gruppe von 35 Jugendlichen aus der Deutschen De- 1 mokratischen Republik weilj te kürzlich zu einem dreiwöj ohigen ,,Versöhnungsdienst‘‘ i im Rahmen der „Akiton I Sühneaek’hen“ in Auschwitz j und Majdanek. Besuch in Warschau Warschau. — Zu Ehren von Joseph Le ft wich, dem englisch - jüdischen Schriftsteiler und Ueberseteer von Schalom Asch, Salman Bchneur und anderen jüdischen Autoren, wurde von einer Gruppe jüdischer Schriftsteiler und Kulturträger ein Empfang veranstaltet, bei dem David M. Sfard, der Vorsitzende des jüdischen Kultur- und Wohlfahrtsvereins den Gast aus England begrüsste. (ITA) von ZEW BARTH rael wäre es bitter bestellt wenn sein Schicksal von den UN allein abhängig wäre. Die israelischen Delegierten können sich in dem grossen UN-Palast mit den tausenden Menschen des Gefühls der Einsamkeit und Isolierung nicht entledigen. Schliesslich stehen sie als eine einzige Delegation gleich 13 lärmenden arabischen Delegationen gegenüber, die sich der automatischen Unterstützung des sowjetischen Block und zahlreicher moslemischer Staaten erfreuen. Ausserhalb der Verhandlungssäle verfügt Israel natürlich über viele Freunde oder solche, die sich als Freunde ausgeben, aber am Verhandlungstisch und bei der Abstimmung sind es nur wenige, die den Mut aufbringen, sich der Wut der Araber und ihrer Freunde auszuset. zen. Israel spielt nur allzu oft die Geliebte, die man zwar im schwach beleuchteten Séparée der offiziell angetrauten Gattin verzieht, sich aber mit ihr nicht in der Oeffentlichkeit zeigt. Insbesondere erschwert die Blockbildung das Leben der israelischen UN-Delegation Es gibt manche afrikanische und asiatische Staaten, deren Regierungen den ausdrücklichen Befehl gaben, Israels Interessen zu unterstützen. Sie können dies aber praktisch nur dann tun, wenn diese Interessen nicht im Gegensatz zu ihrem afro-asiatischen Block stehen. Wenn z.B. der afro-asiatische Block in den UN sich darüber einigte, dass die Verurteilung des Antisemitismus nicht in die Erklärung über Rassendiskriminierung aufgenommen werden soll, konnte der Delegierte der Elfenbeinküste, der aufgrund einer An- Weisung seiner Regierung sich zuerst für die Einbeziehung des Antisemitismus als zu verurteilender Rassendiskriminierung eingesetzt hatte, nicht gegen den Block stimmen, dem sein Land angehört und auf den er mor. gen angewiesen sein kann. Schliesslich blieb dem Delegierten der Elfenbeinküste nichts anderes übrig, als sich der Stimme zu enthalten. Und solcher Beispiele gibt es Dutzende. Andere Staaten sehen sich trotz ihrer Neutralität im israelisch-arabischen Konflikt gezwungen, auf die Tatsache Rücksicht zu nehmen, dass den 13 arabischen Delegatjo- ALFREDO STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTKNVüRANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT VORHER 24 JAHRE V. DEL PINO 2639 Nah« Adresse: VIOAL 1575 fast Ecke PINO Tel: 76—9088 Deposito: V. 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So fä 11t es Israel nicht schwer, sich mit den Amerikanern zu arrangieren... solange die Amerikaner als einziger Verhandlungspartner den Israelis gegenüberstehen. Anders sieht die Sache aus wenn nun die Araber oder andere Staaten dazwischenfunken. Denn die Amerikaner können nicht umhin, auf ihre Interessen in den arabischen Staaten ebenso Rücksicht zu nehmen wie auf ihre Interessen in Israel Aber während die Amerikaner Israel durch eine zusätzliche Wirtschaft liehe oder sonstige Hilfe für die mangelnde Unterstützung in gewissen. politischen Fragen entschädigen können, steht es um die Beziehungen zwischen Israel und den Afrikanern anders. Hier haben die afrikanischen Staaten gerade auf der politischen Fbene in den UN und in ihrem Block die einzige Gelegen, heit, sich für die ihnen von Israel gewährte Hilfe und Freundschaft zu revanchieren. Beruhigende Freundsehaftsversicherungen einzelner afrikanischen Staaten nützen Israel sehr wenig, wenn die Hände ihrer UN- Delegierten sich in Abstimmungen gegen Israel erheben. Es ergeben sich manchmal aber merkwürdige Situationen; der Delegierte eines Staates, dessen Präsident erst kürzlich bei einer Staatsvisite in Israel herzliche Freundschafts - Versicherunrungen abgab, hält in den UN eine Rede, in der er ebenfalls freundliche Worte über Israel spricht und sich für eine Beilegung des israe. lisch-arabischen Konfliktes im Sinne der Bestrebungen Israels einsetzt. Derselbe De- ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloform M. 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Nicht unfreundliche Gefühle Israel und dem Judentum gegenüber haben die skandinavischen Delegierten zu einer derartigen Handlung veranlasst, sondern einfach die Notwendigkeit, sich die Feindschaft von Staaten zu ersparen, deren Freundschaft ihre Regierungen suchen. Unter diesen Umständen ist es nicht nur für Israel, sondern für zahlreiche Völker der Welt ein Glück, dass die UN in ihrer gegenwärtigen Form ein machtloses Superinstrument sind. Denn die UN von heute lassen sich keineswegs von den hehren Prinzipien des Rechts, der Gerechtigkeit und Moral leiten, wie es einst die Initiatoren erträumt haben, sondern vielmehr von Machtinteressen, politischen Spekulationen und Tricks. Ohne die UN allzu abschätzig zu bewerten — schliesslich bleibt dies noch das einzige Forum, wo Israelis und Araber alljährlich miteinander. bzw. gegeneinander diskutieren —, sind deshalb Abstimmungsergebnisse in den UN nicht übertrieben emphatisch oder tragisch zu nehmen. Unter den gegebenen Umständen bleibt der israelischen Delegation nur ein Weg offen: die UN-Bühne zu nützen, um von dieser aus den Standpunkt Israels zu den verschiedensten Fragen darzulegen und darauf zu achten, dass es den Arabern und ihren Freunden nicht gelingt, solche Beschlüsse durchzufechten deren Nichtbefolgung Sanktionen zur Folge haben könnten. LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* izq. - T.E. 83-2613 16. Kisi-ew 5726 19- Desember 1965 ISRAEL UND WESTDEUTSCHLAND Bonn. — Asher Ben Nathan, Israels erster Botschafter in Westdeutschland erklärte, dass die Wirtschaftshilfe, welche Isi ael von der Bundesrepublik erwartet, von der Art sein werde, wie sie ein in der Entwicklung befindliches Land braucht, und nichts mit Entschädigung oder Wiedergutmachung zu tun habe. Dies äusserte er in einem Interview mit der Presseagentur der sozialdemokratischen Partei. Er fügte noch hinzu, dass die Hilfe Bonns für Israel in verschiedenen Formen geleistet werden könne. Ein Abkommen über derartige Hilfe wurde in die Dokumente eingeschlossen durch die beide Länder im vergangenen Monat Mai die Auf. nähme diplomatischer Beziehungen ankündigten. Der Botschafter betonte auch, dass einige dieser Verpflichtungen jetzt eingelöst werden müssten. Hierbei erläuterte er, dass die Verzögerung des Beginnes der Verhandlungen über die wirtschaftliche Hilfe auf techni. sehe und nicht auf politische Gründe zurückgehe. Im weiteren erklärte Ben Nathan, Israel würde im Prinzip die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Westdeutschland und den arabischen Staaten begriissen, von denen viele ihre Beziehungen mit der Deutschen Bundesrepublik eingeschränkt oder ganz abgebrochen haben. als Bonn Israel anerkannt hat, da dies seiner Ansicht nach eine „Beruhigung'1 der Lage bedeuten würde Br unterstrich hierbei, dass Israel keine Einmischung in die Beziehungen zwischen Westdeutschland und den Araberstaaten beabsichtigt, denn „wir wünschen nicht, dass die Araber sich in unsere Beziehungen mit der Bundesrepublik einmischen, weil sie kein Recht hierzu haben." Auf die Frage, ob eine Begegnung zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten. Levi Eshkol und Bundeskanzler Ludwig Erhard geplant sei, antwortete der Botschafter, es seien „konkrete Absichten“ hierzu vorhanden, doch noch sei kein Datum festgesetzt worden. (ITA) M0EBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschä» te mit der grössten Aaswahl. 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