Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2146 (10.12.1965)
- Date
- 1965-12-10
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 1« «fe IMewmbre de ÏS65 SEMANA SRAELITA Aáa XXVI. — X« 214^ Wettlauf mit der Zeit (Schluss von Seite 1) ehe hat eine versöhnlichere Ballung eingenommen. Das jüdische Bewusstsein ist gestärkt. Der jüdische Lebenswille ist zu einer neuen schöpferischen Kraft erwacht. Aus allen diesen Fakten, die uns zugute kommen, ist ein neues, ein anderes, ein vielleicht uns bisher nicht bekanntes Gefühl der Sicherheit erwachsen, nicht mehr hilflos, nicht mehr wehrlos, nicht mehr nur der ßpielball fremder Leidenschaften oder Zielstellungen sai sein. Mit der Entstehung des Staates Israel hat sich nicht nur ein grossartiger historischer Prozess in der Existenz unseres Volkes vollzogen. sondern ging eine Wandlung In jedem einzelnen Juden vor. in der politischen, der gesellschaftlichen und in der moralischen Position der gesamten Galutjwdenheit wie jedes einzelnen, der sich selbst zu ihr rechnet. Dennoch wäre es ein Fehler, wenn diese Gesamtheit wie ihre einzelnen Teile nun auf diesen unbestreitbaren Erfolgen und auf den Verbesserungen ihrer Lage stehen bleiben und sich im Kielwasser der Ereignisse treiben lassen würden. Ein Gefühl der Sicherheit bietet die Verlockung, sich auszuruhen. zu verharren, das, was heute ist. nun für alle Zeiten festhalten. zu wollen.. Gefühle allein genügen in dieser harten Welt der Realitäten nie. Gefühlen sich hinzugeben und zu meinen. 60 müsse es ständig ble;ben, ist gefährlicher als die Gefahr selbst. Sich in Sicherheit zu wiegen, bedeutet sich dem Zufall preiszugeben. dass alles so bleibt, wie es jetzt ist. In einer Welt, die eich ständig ändert, gibt es jedoch keine statischen Situationen. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON ,tW« 1* fe*|. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialge scha efi CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R- L. jerät Sie kostenlos und m verbindlich beim Kauf odei Verkauf von 3ESCHAJE FTEN WOHNUNGEN HAEUSEBN VIRREY DEI PINO 226? f. E- 73-7883 Eine Gesellschaft, ein Volk eine Menschheit, die dem ruhelosen Wahn einer sich ständig übersteigernden Beschäftigungstherapie frönt, darf nicht in den Irrtum verfallen, sich mit allem anderen, nur nicht mit sich selbst zu beschäftigen. IV. Ruhe suchen Kein Volk und kein Mensch kann auf seinen Lorbeeren ausruhen. Nicht allein unser kleines Leben, die Weltgeschichte lehrt uns, dass jeder Tag neue Situationen schafft. Wer sich sicher wähnt, gibt das Diktat des Handelns aus der Hand und überlässt sein Schicksal der Entscheidung Fremder. Wer sich auf sein Sicherheitsgefühl verlässt, wird untergehen. auch wenn er heute noch so stark, noch so sieghaft, noch so gesichert erscheinen mag. Der Untergang grosser Reiche ist nicht nur auf äussere Faktoren, auf wirtschaftliche Schwierigkeiten, auf politische Komplikationen zurückzuführen. Weil sie sich sicher wähnten. vernachlässigten die Sieger von gestern die Notwendigkeiten des Augenblicks. Das Versagen späterer Generationen, die auf den Leistungen ihrer Väter ausruhen wollten, war die Voraussetzung dafür, dass neue Kräfte aufstiegen und an die Stelle der alten traten. Besteht nicht auch für uns die Gefahr, dass wir uns allzu sicher wähnen? Wir verstehen, dass Stolz und Selbstzufriedenheit nicht genügen, um die Zukunft zu sichern. Leben heisst Kämpfen. Wer leben will, ipuss weiserkämpfen. Stillstand bedeutet Tod. Das gilt nicht nur für das menschliche Leben: dieses Gesetz beherrscht die Welt. Man mag es bedauern, aber damit wird es nicht abgeändert. V. Augen verschliessen Niemand wird leugnen, dass die Lage des jüdischen Volkes eine entscheidende Wendung erfahren hat. Aber das besagt noch nicht, dass wir Grund haben, ruhig zu sein. Wir sind auch heute noch von grossen äusseren Gefahren umgeben. Man mag an die Gesetzmässigkeit der Geschichte glauben oder nicht, niemals kann bestritten werden, dass der Wissende, der Erfahrene, der Klarblickende aus der Geschichte lernen kann. Man braucht jedoch kein Weiser au sein, um die uns drohenden Angriffe vorauszusehen- Befinden wir ubs doch an manchen Fronten bereits wieder in Defensivstellungen. Unsere Sorge um das Schicksal der russischen Juden ist nicht kleiner geworiUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSST1CKEREIEN Schabbosdeeker - rabiebeutel Käppchen Mar zot-Tascben Handand Maschkienstickerel von Bett- und Tiscnwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73 *»155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 den. Um die sowjetische Regierung zu einer Aenderung ihrer antijüdischen Positio zu veianlassen, genügen Deklarationen gewiss nicht, auch keine Protestversammlungen. Jede politische Aktion gegenüber einem Machtfaktor, wie es Russland ist. bietet nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sie von einer anderen Kraft getrage 1 wird, über die das jüdische Volk verfügen könnte, wenn es als eine Einheit autritt. Es wäre ein Irrtum zu meinen, dass in dieser Auseinandersetzung nur politische oder wirtschatliche Mnchtentfaltung zum gewünschten Ziel führen kann. Es gibt in der Welt auch eine moralische Kraft, die immer imstande war, „Berge zu bewegen“. ist es uns aber gelungen bisher diese moralische Kraft zu entfalten? — Die Feind« unseres Volkes regen sich. Ob man diese Gegner als alte oder neue Nazis, als Antisemiten oder Judenhetzer bezeichnet, ist nicht wesentlich. Versuchen nicht aber gerade viele Juden, diese, sich wieder formierende Phalanx der Judengegner zu bagatellisieren? Sind es nicht wieder einmal Juden, die sich gegen die jüdischen Stimmen der Warnung erheben, vor allem wenn es sich um Westdeutschland handelt? Wer hat das Recht, sich in Sicherheit zu wiegen, wenn immer wieder „Symptome” eines aktiven Antisemitismus mit den aus der nazistischen Vorratskiste geholten Hassargumenten in Erscheinung treten? Sind di« vielen Friedhofsschändungen. nazistischen Publikationen. sind SS-Treffen und Bücherverbrennungen wirklich nur vereinzelte Symptome? Sich in Sicherheit wiegen, seine Augen vor Tatsachen verschliessen, nur weil sie bedauerlich und. unglaublich sind, bedeutet sich noch einmal Gefahren auszusetzen. die heute noch zu bannen wären. VI. Ansteckende Krankheit Den Antisemitismus medizinisch zu analysieren, diesen Versuch hat bereits Leon Pinsker in seinem grossartigen Büchlein „Auto, emanzapation“ unternommen. Er begnügte sich hiermit nicht, sondern zeigte, dass auch die Lage des jüdischen Volkes eine ungesunde, eine krankhafte ist. Wenn Antisemitismus eine Krankheit ist, und wenn er nur eine seelische Erkrankung wäre, so dürfte es auch gewiss sein, dass es sich hierbei um eine ansteckende Krankheit handelt. Dies hat z. B. die grosse Hakenkreuz- Schmieraktion bewiesen, die vor einigen Jahren wie eine MQHEL N. PLAKSIN Superi 2719 r E. 76-6784 a. 76-2317 JACOB LAPIDUS dipt. Möbel NEUE ADRESSE YÏAMONTE ít»37 4* S Handel mit Nordamerika Washington. — Israel hat mit den USA Verhandlungen über die Wiederaufnahme der Verkäufe an Israel im Wert von rund 40 bis 50 Millionen Dollar Waren eingeleitet. Der israelische Botschafter Abraham Harman unterhielt sich vor einigen Tagen mit Ackerbauminister Orville Freeman. doch bisher wurden keine Einzelheiten über die Produkte, welche zur Ausfuhr gelangen sollen bekannt gegeben. Das nordamerikanische Handelsministerium hat angekündigt, dass es beschlossen hat, sich an der internationalen Handelsmesse in Tel Aviv im Jahre 1966 zu beteiligen und einen Pavillon zu errichten. Auf der Messe gelangen Handels- und Industrieprodukte zur Ausstellung. (ITA) Pest die westlichen Völker befallen hat. wie wehren wir uns hiergegen? Ein Jude hat der Medizin und der allgemeinen mensch liehen Erkenntnis durch seine bahnbrechenden Lehren neue Einsichten in das Seelenleben der Menschen ermöglicht. Bin andrer Jude hat eine schreckliche Geissel der Menschheit, die Kinderlähmung. durch seine Erfindungen entscheidend reduziert (von 40.000 Rillen jährlich in den USA auf 121 im letzten Jahr). Wo bleibt der Jude, der es versteht. die Menschheit von der Plage des Judenhasses zu befreien? Solange es hiergegen noch kein Heilmittel gibt, müssen die erforderlichen Prä entivmassnahmen getroffen werden. Oder sind wir etwa schutzlos solchen neu auftretenden Gefahren ausgeliefert. Was können wir von anderen erwarten, solange wir selbst nichts unternehmen? VII. Der richtige Augenblick Nicht das erste Mal ist ein Wettlauf mit der Zeit im Gange. Wir haben in unserer eigenen Geschichte den entscheidenden Zeitpunkt versäumt. Wenn es eine jüdische Schuld beim Untergang des europäischen Judentums gibt, dann ist es diese; nicht die Notwendigkeiten der Stunde und nicht die drohenden Gefahren erkannt zu haben. Man hat Herlzs Warnungen in den Wind geschlagen und über ihn gefächelt. Jene, die ihre Stimme einst gegen ihn erhoben hatten, würden beschämt schweigen, wenn sie sehen könnten, was aus ihren Illusionen geworden ist; sechs Mülionen Gräber, unübersehbare Trümmerhaufen, vollständiger Untergang, Tod. Man hat Weizmann als Mehr Wasser in Israel Jerusalem. —Eine Zuwendung von 2 Millionen IL hat das Büro für Kolonisation der Landwirtschafts - Abteilung der Jewish Agency zur Anlage von fünf neuen Pumpstationen in verschiedenen Teilen Israels beschlossen. Das Wasser, das der Landeswasserleitung entnommen werden soll, wird verschiedenen Entwicklungsgebieten, u. a. Adulam und Lachisch, zugute kommen. (ITA) Dr. 6. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ansführnng saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Bittsteller durch alle Kontinente gejagt und jene grosse Chancen nicht wahrgenommen, die sich damals für das zionistische Werk geboten hatten. Mit Blut und Tränen musste erkämpft werden, was nur zwei Jahrzehnte vorher mit ganz anderen Mitteln von Juden hätte übernommen werden können. Man hat die Intervention Stephen Wise' zurückgewiesen, als er die Hilfe der amerikanischen Juden seinen Brüdern in Deutschland kurz vor der Machtübernahme angeboten hatte. Juden wollten die Gefahren nicht sehen. So mussten sie den Wettlauf gegen die Zeit beginnen, als es schm spät, meist zu spät war. Denken wir doch einen Augenblick nach. Sollen wir wieder alte Fehler beginnen, wo es noch Zeit wäre? U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director; Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800— jährl. Manoever Tel Aviv. — Den Abschluss der diesjährigen Herbst ma, növer der Israel-Armee bildete ein Angriff der mit Einsatz von Artillerie und Flugzeugen gegen Befestigungen nach ägyptischem Muster in der Negew-W üste durchgeführt wurde. (ITA) Budget der Wize Tel Aviv. — Die Wizo hat ihre Welt-Exekutive zu einer Notsitzung im Januar einberufen, um über das empfindliche Defizit der Organisation zu beraten, das zu einer drastischen Einschrän. kung der Wizo-Arbeit in Israel führen würde. Das Defiziet iist durch die Gehaltserhöhungen entstanden, di« 1.400 Angestellten der Wizo in Israel gewährt worden sind. (ITA) ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Prof. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a }. E. URIBURU 285 T. E 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 n. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. FOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SP RECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542