Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2144 (26.11.1965)
- Date
- 1965-11-26
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Tientes, 2$ de Noviembre de 1965 SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — No 2144 — 9 Deutsche Bundeswehr auf Abwegen Westdeutschlands Bundeswehr. während Jahren das Stiefkind im Wiederaufbau Deutschlands, ständig darauf bedacht, ihren Charakter als Bestandteil der NATO zu unterstreichen und eigene Aspirationen klein zu schreiben, steht, wenn nicht alle Anzeichen trüben, am Ende der Zeit des Bescheidenseins. Im Laufe der letzten Jahre hat es die deutsche Armee verstanden, etappenweise Verständnis und Unterstützungin politischen Kreisen, nicht nur in Bonn, sondern auch in Washington, zu finden und reflektiert jetzt (wenn auch noch leise) wieder auf eine Vorrangstellung im Staat, was unlängst bei zwei Gelegenheiten klar zum Ausdruck kam. Kürzlich setzte Bundeskanzler Erhard, von den Argumenten seines Verteidigungsministers von Hassel überzeugt, zum ersten Mal seit Zusammenbruch des Hitler-Regimes wieder einen Berufsoffizier, General Haag, zum Leiter der Personalabteilung des Heeres ein... Der bisherige Kommandant der 6. Division der Panzergrenadiere wurde somit auf einen Posten berufen, den der Bundestag im Jahre 1956 als eine „zivile Verwaltungsaufgabe“ definiert hatte, eine vorsichtige Haltung, die man damals in Bonn durch die bösen Erinnerungen an die Weimarer Republik glaubte rechtfertigen zu können. Verteidigungsminister von Hassel hatte sich im Kabinett schon seit längerer Zeit mit. Erfolg zum warmen Verteidiger der militärischen Belange gemacht, und konnte die Vorwahl-Periode in Deutschland ausnützen, um seinen Ansichten über eine Verminderung der zivilen Verwaltung und Kontrolle über das Heer Gehör zu verschaffen. Bei der Umwerbung der Bundeswehr stand auch die SPD nicht zurück, und der Verteidigungs-Spezialist der Oppositionspartei, Helmut Schmidt, setzte sich bei einem Treffen mit den Aus¬ Die Forderung, eine neue Form des Generalstabs für die Bundeswehr zu schaffen, wird auch immer heftiger in den führenden Armeekreisen aufgestellt. Nicht nur die SPD, sondern auch die CDU kann diesem Druck auf lange Sicht kaum standhalten. DAS PROBLEM DER FLÜCHTLINGE Vereinte Nationen. — Grossbritannien erklärte in der Politischen Sonderkommission der UN, die seit vier Wochen über das Problem der arabischen Flüchtlinge diskutiert, dass es sich der Ansicht widersetzt, UN-Hilfe für die Unterstützung „politischer oder militärischer Aktivitäten“ bereit zu stellen. Ohne Erwähnung der Organisation für die Befreiung Palästinas, die für das von den arabischen Staaten aufgestellte Heer zum Krieg gegen Israel Rekruten aus den Reihen der arabischen Flüchtlinge anwerben will erklärte der britische Repräsentant in dieser Kommission, C. Peter Hope, dass seine Regierung Jahre hindurch Gelder für das durch die UN unternommene Werk der Hilfe für die Flüchtlinge und ihre Rehabili. tierung gegeben habe, die einem rein „humanitären Zweck“ dienen sollten. Die Fonds der UNRWA, so betonte er, „dürfen nur für die echten Flüchtlinge, die eine Unterstützung wirklich nötig haben, verwendet werden“. Inzwischen gelangte der von den USA eingebrach, te Resolutionsvorschlag über die arabischen Flüchtlinge in der Politischen Kommission mit 48 zu 31 Stimmen bei 16 Stimmenthaltungen zur Annahme. Die Vereinigten Staaten stimmten gegen ihr eigenes Projekt, weil es durch verschiedene Zusätze „unannehmbar“ geworden war. Israel und England, ebenso wie fast alle Länder der Commonwealth schlossen sich dieser Haitung an. (ITA) landskorrespondenten sogar für die Neuetablierung des grossen deutschen Generalstabs wieder ein. „Es ist Unsinn, eine Armee zu haben, die der Kontrolle von Zivilisten untersteht“, erklärte der Mann, der im Falle eines Wahlsieges von Willy Brandt und der SPD im nächsten deutschen Kabinett das Verteidigungsministerium erhalten haben würde. Soeben erschienen; 14. 9. 1963.. — OrigmahJximdt 4er vollständigen Veröffentlichung aus dem Bundesgesetzblatt Nr. 52. I. nebst VERGLEICHSTAßELLE und FRISTENTAFEt von Dr. Guillermo Schwarz. 46 Seiten.Preis $ 120.— mon. arg. EDITORIAL COSMOPOLITA — Buenos Aires Corrientes 424 Hoflokal 5 Tucumán 413 Belgrano: Sucre 239« VERSAND ins Innere des Landes gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich $ 30.— für Porto. TM AUSLAND bei deutsch jüdischen Gemeinden und Verbänden oder direkt beim Verlag COSMOPOLITA per Luftpost gegen Voreinsendung eines Schecks in Höhe von US$ 1.— einschliesslich Porta, ALFREDO STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTKNVORANSCHLAEGE FUER IEDE ARBEIT VORHER 24 JAHRE V. DEL PINO 2639 Neue Adresse: VIDAL 1575 fast Eeke PINO Tel: 76—9088 Depósito: V. DE LA PLAZA 1779 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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Viel hat sich im Laufe der vergangenen Jahre in der deutschen Armee geändert. Vergessen sind die Nachkriegsjahre, die Zeit der Parole „ohne mich“, als es ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloform M. B.) wie sie der Verbraucher wünscht mit langjaehriger Garantie ★ Das ist „Dia Bewaehrte CARLTON Kleidung“ Feinste Massarbeit Fertigkleidung die ganze Linie 9 Lohnanfertigung Ständige Passformkontrolle Kommen Sie mit allen Ihren Bekleidungsproblemen zu Iherm Kleiderberater ERNST KOPPEL Maipü 982, TE 31-7845 50 Meter von Plaza San Mar. tin, mit vielen Verbindungs- und Parkmögiiohkeiten. schwer war, Rekruten, geschweige denn Nachwuchsoffiziere, für die Bundeswehr zu engagieren. Das deutsche Volk hatte sich beim Spiel mit dem Feuer die Hände verbrannt und wollte vorübergehend von Armeen, Aufrüstung und tutti quanti nichts mehr wissen. Langsam wurde aber diese Nachkriegsetappe überwunden. Die Bundeswehr entstand, wuchs, und wurde langsam wieder zur grössten Militärmacht Westeuropas, was man der OeffentlichkeH in etwas verschleierter Form mitteilte, in dem man nur erklärte, dass Deutschland den grössten Beitrag aller NATO-Streitkräfte stelle. Im Heer selber setzte sich zugleich auch ein gewisser Kampf- und Revapche-Geist durch, der hier und da sogar Platz für Erklärungen über die Notwendigkeit liess, eine Wiedervereinigung Deutschlands „unter allen Umständen“ zu erzwingen. Seebohm- Reden über die „Zugehörigkeit der Sudetengebiete in Deutschland“, Kriegsübungen, in denen ein Feind von Osten mit allen, sogar Atomwaffen „bekämpft“ wurde, Hessen langsam einen Geist und eine Situation entstehen, die für die Zukunft nichts Gutes verheissen. Das letzte Glied in der Kette des Ausbaus der Bundeswehr ist nun die Etablierung einer deutschen Militärbasis ausserhalb des Gebietes der Bundesrepublik, in dem sicherlich nicht als Musterbeispiel der Demokratie geltenden Portugal. Schon vor ca. zwei Jahren hatte Bonn, bzw. die Führung des Heeres und das Verteidigungs - Ministerium unter Franz Josef Strauss mit dem Gedanken geliebäugelt, eine deutsche Militärbasis in Spanien zu etablieren. Der Plan war jedoch an öffentlicher Kritik in Deutschland und der Welt, gescheitert. Die Zeit war noch nicht reif, aber der Spanien-Plan führte zumindest dazu, das Terrain vorzubereiten, politisch zu sondieren, sodass die Mitteilung über die deutsche Basis in Beja, 150 km von Lissabon entfernt, niemanden mehr erschütterte und eher bedauerliches Kopfschütteln als ernstlich Kritik auslöste. Bonn rechtfertigte die Eta¬ LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1? izq. - T.E. 83-2613 2. Kislew 5726 26. November 1965 blierung eines Ausbildungs- . Zentrums der Luftwaffe in Portugal mit der Unmöglichkeit, ein solches Training' in den dichtbesiedelten Ge- ¡ bieten der Bundesrepublik vorzunehmen, sowie mit der ¡ Enge der deutschen Gren- ¡ zen. Gerade aber in Israel,; | wo man auch Düsenpiloten; über dichtbesiedelten Gebieten, in noch engeren Grenzen, ausbildet, dürften solche Argumente kaum stichhaltig klingen. Mit der Trainingsbasis allein ist es, so glaubt man in Bonn, ohnehin nicht getan. Jetzt spricht man schon davon, unweit von Beja bei Alver- Sa eine Flugzeug-Bau- und Reparaturwerkstatt zu erj richten, bzw, die dortige! portugiesische Flugzeug- Í werft für deutsche Bedarf-! nisse auszubauen. Weiterhin erscheint es logisch, dass die Spanien-Pläne der Bundeswehr nach dem Erfolg des „Unternehmens Portugal' auch demnächst wieder aus der Schublade geholt, aufge. frischt und aufgetischt werden dürften. Deutschland will wieder eine, oder sogar die Militärmacht Europas werden. Dafür zeugt nicht nur der Stützpunkt von Beja mit 1500 Bundeswehrangehörigen, sondern noch mehr vielleicht die immer nachdrücklicheren Forderungen, der Bundesrepublik nicht die Möglichkeit einer Atomaufrüstung zu nehmen. Selbst Männer wie der ehemalige Bundeskanzler Adenauei hahatoen den Versuch Nordamerikas verworfen, eine Ausbreitung der Atomwaffen zu unterbinden, da. sie glauben, Westdeutschland würde früher oder später (wahrscheinlich sogar früher als geglaubt) seine Aufrüstung mit Atomwaffen vornehmen müssen. Auch hierfür gibt es logisch klingende Argumente („ohne Atomwaffen wäre Deutschland einer russischen Aggression ausgeliefert”), die aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Bundesrepublik sich auf eine Militärpolitik einzulassen beginnt, die zwangsmä“ ssig eines Tages auch Auswirkungen auf die politische Haltung Bonns haben muss. Erst 30 Jahre sind vergangen, seitdem der Wiederaufbau der Wehrmacht, die sich jeder zivilen Kontrolle zu entledigen verstand, die Welt in Flammen gesetzt hat. MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschät te mit der grösste« Auswahl. SARMENTO 1147 T. E. 35 ■ 1033 CABILD0 26I4 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. 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