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Jüdische Wochenschau · 1965-11-26 · 2144 (26.11.1965) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2144 (26.11.1965)
Date
1965-11-26
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes. 26 de Noviembre de 1965 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXVI. — N» 2144 DLER-RL DEL (Jerusalem ) : BARON MORITZ VON HIRSCH Ein grosser jüdischer Philanthrop und sein Werk «5. Fortsetzung) £>ie inzwischen aus eigener Initiative wandernden Flüchtlinge hatten auf ihrem Weg über die europäischen Länder grosse Schwierigkeiten zu überwinden. Ihre erste Hilfe fanden sie bei den Juden Deutschlands, denen die drohende Ueberflutung durch mittellose Wanderer grosse Sorge bereitete. Auch die etwa 250.000 Juden, die zu jener Zeit in den Vereinigten Staaten lebten, sahen den einströmenden armen Juden mit gemischten Gefühlen entgegen. Aufnahme, Unterbringung und Verteilung der Flüchtlinge auf die riesigen Gebiete Amerikas erforderten Mittel, die von ihnen nur mit grössten Anstrengungen aufgebracht werden konnten. Unter den Einwanderern, die zu einem neuen Leben In der Freiheit Amerikas strebten, befanden sich kleine Gruppen junger Idealisten. Sie hatten sich bereits in Russland als ,.Am Olam-Bewegung“ zusammengefunden unn träumten vom Uebergang zu landwirtschaftlicher Arbeit auf kollektiver Grundlage. Nun versuchten sie. ihre Ideale in den USA zu verwirklichen. Sie gewannen unter den führenden Juden Amerikas eine Anzahl Freunde, die ihnen bei der Gründung landwirtschaftlicher Kolonien behilflich waren. Unter den reichen amerikanischen Juden die sich mit Einwandererfürsorge befassten und die wie Jacob H. Schiff, Jesse .Seligmann, Oscar S. Strauss, Mayer Sulzberger u. a. meist aus Deutschland stammten, befand sich auch Michael Heiiprin, ein unbemittelter Gelehrter und Schriftsteller. aber ein charaktervoller Mann. Als in einer Besprechung der reichen deutschen Juden Amerikas abfällig von den „Polacken“ gesprochen wurde erklärte er ruhig- „Ich bin ein polnischer Jude. Ich gehöre dieser verachteten Rasse an.“ Die Hilfslosigkeit der Immigranten, ihre Armut und Not, erschütterten ihn so tief, dass er sich mit all seinen Kräften der Hilfstätigkeit für die neuen Ein. Wanderer zur Verfügung stellte. Michael Heiiprin hielt nichts von der Verteilung blosser Almosen. Er war ein Mann mit starkem sozialen Empfinden und überzeugt, dass soziale Hilfe produktiv sein müsse und nur dann Sinn habe, wenn sie den Bedürftigen dazu bringt, sich selbst zu erhalten. Da die Mittel für eine grosszügige produktive Hilfsaktion nicht vorhanden waren, wandte er sich auf Veranlassung von Oscar S. Straus, der seit 1887 Gesandter der USA in der Türkei war und zu Hirsch in freundschaftlicher Verbindung stand, an den Baron und trug ihm seine Ideen produktiver Hilfe durch Schaffung von landwirtschaftlichen und Industrie-Kolonien in einem ausführlichen Brief vor. In dem im Januar 1886 abgegangenen Schreiben bat er Hirsch, seine philanthropische Tätigkeit auf Amerika auszudehnen und ihr den von ihm vorgeschlagenen produktiven Charakter zu geben. Heiiprin starb einige Wochen, nachdem Hirsch diesen Brief durch Vermittlung von Oscar S. Straus erhalten hatte. Dieses grosse menschliche Dokument verfehlte jedoch seine Wirkung nicht. Der mittellose Schriftsteller und der reiche Jude hegten die gleichen Ideen und begegneten sich In der Erkenntnis der Notwendigkeit einer produktiven Form jüdischer Phlanthropie. Beide waren sie davon überzeugt, dass nur eine tiefgreifende Umgestaltung der Lebensgrundlagen der jüdischen Massen zu einer Lösung der Judenfrage führen künne Im Max 1889 teilte Isidore Loeb, der Sekretär der Alliance Israélite Universelle dem amerikanisch-jüdischen Hilfscomité mit, dass Baron Hirsch bereit sei, einen Fonds zugunsten der russischen und rumänischen jüdischen Einwanderer in Amerika zu schaffen, wenn ein entsprechender Plan vorgelegt werde, und die Verwaltung des Fonds gesichert sei. Die Verhandlungen über das Programm des Fonds zogen sich allerdings lange hin, da es nicht leicht war, Hirschs neue Ideen einer produktiven und produktivierenden Hilfe mit den bisherigen Methoden des Hilfscomités zu vereinbaren. Ausserdem hegte ein Teil der amerikanischen Juden die ausgesprochene Befürchtung, dass eine grosse und finanziell leistungsfähige Hilfsorganisation noch grössere Massen mittelloser Einwanderer aus Europa anziehen würde. Hirsch hingegen verlangte eine bewusste Förderung der Einwanderung und war überzeugt, dass ei“ »e vernünftige Lenkung und Organisierung derselben Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN; Nr 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rech tsfall .e _ Nr. 57/58/59: GERALD RKITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUTS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. Nr. 61: DIE SIEBEN TODSUENDEN — Vierzehn Essays Nr. 63: et.ta KAZAN: Amerika — Amerika, Roman Nr 64/65: HORST LANGE: Schwarze Weide. Nr 66 GEORGES BERNANOS: Eän böser Traum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurter Man nerquartett. Es kosten: Einfachband DM 2.50; Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alio Buchhandlungen Kindler Verlag G.mJb.H., München nicht nur den Interessen der Einwanderer, sondern auch denen Amerikas dienen würde. 8. Biblioteca Ciencia e Historia de las Religiones dirigida por MARSHALL T. MEYER G. STEPHEN SPINKS: Introducción a la Psicología de la Religión. LEO BAECK: La esencia del Judaismo (Wesen des Judentums) Grandes Epocas é Ideas del Pueblo Judío L IEJEZKEL KAUFMANN: La Epoca bíblica II. RALPH MARCUS: La Epoca Helenística III. GERSON D. COHEN: La Epoca Talmúdica IV. ABRAHAH S. HALKIN: La Epoca Judeo- Islámica .V. CECIL ROTH; La Epoca Europea VI. SALO W. BARON: La Epoca Moderna Editorial Paidos Buenos Aires Bücher-Umschau Schliesslich erfolgte eine Verständigung und am 9. Februar 1891 wurde der „Baron de Hirsch Fund“ gegründet, dessen Aufgaben wie folgt formuliert wurden: 1. Anleihen für Einwanderer aus Russland und Rumänien, Landwirte, die sich in den Vereinigter. Staaten ansiedeln, gegen Wechsel, bzw. Mobilien-Garantien. 2. Weiterbeförderung von Einwanderern (nach Ankunft in einem amerikanischen Hafen) an Orte, in denen Aussicht auf Arbeit und die Begründung einer unabhängigen Existenz besteht. 3. Berufsausbildung für Einwanderer sowie Beihilfen zu ihrem Lebensunterhalt während der Ausbildungszeit, ausserdem Bereitstellung der für die Berufsausbildung erforderlichen Werkzeuge 4. Zusätzliche technische Ausbildung für Erwachsene und Jugendliche. 5. Unterricht in der englischen Sprache sowie in den amerikanischen Staatsbürgerpflichten. Technische und Handelsausbildung; Errichtung von Fachschulen und Werkstätten. _ 6. Ausbildung in landwirtschaftlicher Arbeit und fortschrittlichen Farmmethoden. 7. Zusammenarbeit mit den in den Vereinigten Staaten bestehenden Institutionen zum Zwecke der sozialen Hilfe und Ei-ziehung. Andere Arten sozialer Hilfe und Erziehung, über die die Treuhänder des Fonds von Mal zu Mal beschliessen werden. Der Fonds erhielt voix Hirsch zunächst $ 2.400.000 und wurde später von ihm auf $ 4 Millionen erhöht. Die ersten Treuhänder waren: Dr. Julius Goldman, James H Hoffmann, Henry Rice, Myers S. isaacs, Jacob H. schiff. Jesse Seligmann, Oscar S. Straus aus New York sowie William B. Hackenburg und Maver Sulzberger aus Philadelphia Der Baron de Hirsch Fund verfolgte in den Jahren der Massen - Einwanderung ein weitverzweigtes Fiirsoi ^Programm für die immer zahlreicher werdenden Einwanderer, seine Tätigkeit erstreckte sich über das ganze Gebiet der Vereinigten Staaten. Neben der als vordringlich anerkannten Aufgabe der Amerikanisierung der derer durch Einrichtung von Kursen, Sprach- und Beiuisschulen für Jugendliche und Erwachsene, widmete der Fonds seine besondere Aufmerksamkeit der landwirtschaftlichen Ausbildung und der Schaffung von landwirtschaftlichen Kolonien, in denen auch bestimmte Industrien entwickelt wurden. Er versuchte, die Ansammlung de Einwanderer in den Grosstädten zu verhindern und die Übervölkerung in bestimmten Wohngegenden zu vermeiden. Der Fonds wirkte weniger durch eigene Institutionen als durch Förderung der Initiative der Einwanderer, er regte zur Selbsthilfe an und unterstützte die grosse Zahl der Einrichtungen, die von lokalen Komitees für die Einwan. derer geschaffen worden waren. VI Während Hirsch für seine Kolonisationspläne noch geeignete Länder in Nord- und Südamerika suchte, erreichte ihn im Jahre 1889 ein Brief von Dr. Wilhelm Loewenthal aus Argentinien. Dieser befand sich auf Einladung der Regierung zu Forschungszwecken in Argentinien. Auf seinen Reisen durch das Land war er auf einige hundert Juden gestossen, die aus Russland über die USA und Brasilien nach Argentinien weiter gewandert waren wo sie sich als Bauern niederlassen wollten. Sie fanden auch in dem argentinischen Landbesitzer Pedro Palacios einen Mann, der sie wohl bei sich arbeiten liess, sie aber den landesüblichen Gepflogenheiten gemäss wie Sklaven behandelte. (Fortsetzung folgt) Hermann Tietz, Geschiehte einer Familie und ihrer Warenhäuser, berichtet von Dr. Georg Tietz, erschienen bei der Deutschen Verlagsanstalt, Suttgart, herausgegeben im Rahmen des Leo Baeck Instituts. — Dieser Bericht von Georg Tietz, der von Edith J. Tietz und Edith Tietz bearbeitet worden ist, wobei Anmerkungen von Prof. Julius Hirsch benutzt wurden, ist eigentlich mehr als ein einfacher Bericht. Nüchtern und klar geschrieben, erlebt der Leser die Geschichte einer — besonders erfolgreichen — jüdischen Familie in Deutschland, einer Familie, die im Aufstieg und Wohlstand immer eine jüdische Familie geblieben ist. Das erscheint uns das Bemerkenswerteste an diesem Buch zu sein, das eanen tiefen Einblick in die Lebensbedingungen der Juden in Deutschland vermittelt und damit einen interessanten Beitrag zur Geschichte dieses Teiles unseres Volkes liefert. dern ein Journalist, der nicht nur einen Ueberblick über Werden und Entwicklung zu vermitteln trachtet, sondeni erklären will, wie dieses Land geschaffen und aufgebaut wurde, welche Phasen der Entwicklung es durchlief. Er macht uns mit Menschen bekannt, deren Namer. jeder kennt, weil sie in allen Orten des Landes als Strassennemen zu lesen sind oder weil ihre Träger uns in diesem Denkmal-freudigen Land in Stein oder Bronze anschauem. Das Buch ist nicht nur interessant, es ist nützlich. Es fehlte ein solches, relativ kurzes, aber belehrendes und doch unterhaltendes Buch, für das man dem Autor Dank und Anerkennung schuldet, selbstverständlich auch dem Verleger, zumal Mut dazu gehört, hier ein deutschgeschriebenes Buch herauszubringen. —:o:— —:o:- Peter Bussemeyer: Argentinien, 1810 bis zur Gegen, wart, Geburt und Werden eines Staates, erschienen bei Editorial Cosmopolita, Buenos Aires. Ein Kenner wie der bekannte Schriftsteller und erfahrene Journalist Peter Bussemeyer schildert hier — in deutscher Spiache — das Entstehen und Wachsen des Landes, in dem wir leben. Er schreibt eine Art Geschichte auf seine ihm eigene, kritische Art. Bussemeyer begnügt sich keinesfalls damit, den äusseren Ablauf historischer Ereignisse wiederzugeben, denn er ist kein Historiker, son- Diccionario Ideográfico, Castellano—Hebreo, Editorial Yehuda, Buenos Aires 1965. Die Zusammenstellung dieses Buches haben Prof. Enrique Badoff für den hebräischen Teil und Abraham Rosenblum für den spanischen vorgenommen. Das Vorwort schrieb Prof. Moisés Shenderey, der auf die Entwicklung und die Wiedergeburt der hebräischen Sprache hinweist. Dieses .Lexikon', daa eigentlich kein Lexikon in unserem Sinne ist, benutzt die visuelle Lernmethode. Auch für den Nichtexperte« stellt dieses Werk ein nützliches, interessantes Hilfsmittel zum Erlernen der Sprache dar. Dem Verlag muss man für diese Pioniertat zur weiteren Verbreitung des Hebräischen danken. — Die BAR MIZWA unseres Sohnes ALFREDO HERIBERTO findet s.G.w. am Sonnabend, den 4. Dezember, um 9 Uhr in der Synagoge Lamroth Hakol, Caseros 1450, Florida, statt. Empfang anschliessend im Salon der Synagoge. BERND und TRAUDE MAY geb. SCHARFF B. F. Melo 2389, Florida. STATT KARTEN UANA AISINSCHARF ALFREDO ROSENTHAL grüssen als VERLOBTE. j Lavalle 2574 2? E ( Buenos Aires Canelones 1336 Montevideo (Uruguay) Für die Glückwünsche und überaus zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten anlässlich unserer GOLDENEN HOCHZEIT danken wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten und besonders dem ehrwürdigen Rabbiner, Herrn Dr. Oppenheimer. S'iegmund Jakob und Frau Therese geb. Schwab LUACH — (KALENDER) Freitag, don 26. November 2. Kislew Sonnabend, den 27. November 3. Kislew Parschat TOLDOT 1. B. M. XXV 19 — XXVHI 9 Haftara Maleachi I 14 — n 7 Sonntag, den 28. November 4. Kislew Montag, den 29. November 6. Kislew Dienstag, den 30. November 6. Kislew Mittwoch, den I. Dezember?, Kislew Donnerstag, den 2. Dezember 0. Kislew Freitag, den 8. Dezember 9. Kislew Sonnabend, den 4. Dezember IK Kislew Perschat WAYEfZE 1. B. M. XXVH 10 — XX3H 8 Haftara Hoechea XU 13 — ÂÏV 3$ 50 jara*L ® Abge°r<in< x»1 *ar v^1 «rjte ve^T L Bekam -Ls's"*“ h<ü*r' a Bemerk trod«^ to ersl Knesset ^terschied SS!^ glatte* ygandldato tieren seine Wan israelischen einer neuen sten Versuch der die Knesset gh>c ist theoretisch Paria, in Wirkt doaeinePraktic yon der Mapai hat, und die Mel Deputierten sass ¿er scheidenden Eine Analyse c satze erweist W israelische Wähle «erst konservati nlt sowohl für sten wie für da die" hager und ¡en. innerhalb Grupp« gibt es Schiebung. Doc Verschiebungen und betragen wei prwent der gtsi men zahl. Die Stabilität wird i wenn man die miert, die jede Gruppen in 4«' set haben wird der vorigen I gleicht. Die „ßoziaiiste Mapai, Achdut ptun und Komm' ft dein } deine

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