Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2144 (26.11.1965)
- Date
- 1965-11-26
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9616703-9614788-9615264--4143-9615266- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
B — Viernes, 26 de Noviembre de 1965 SEMANA ISRAELITA Año XXVI — N* 2144 Die verfallene Hütte Davids (Schluss von Seite 1) ders wenn ihn gelegentlich der Rabbiner Werner gab, einer der besten Religionslehrer seiner Zeit. Dass ich mich tnit seiner zu Kompromissen fieigenden assimilatorischen Anschauung und dem Lieb, äugeln mit dem Katholizismus nicht befreunden konnte, tat dem keinen Abbruch. Gegen zu viel Respekt war ich durch... gefeit, der mir Misstrauen gegen Titel beigebracht hatte — denn Werner ¡hatte den Titel „Wirklicher Geheimer Otaerkonsistorialrat, Landesrabbiner von Bayern.. — Herzl ist gegen diese Protestrabbiner mit einer Schärfe zu Felde gezogen, die heute nicht mehr üblich ist, besonders wenn es sich um geistliche Herren handelt. Er Zerpflückt dieses Manifest, dieses Winseln um die Gunst der Gegner. Er wendet sich gegen den Versuch, den Zionismus zu einer Partei abzustempeln. Er schreibt den lapidaren Satz: „Der Zionismus ist das jüdische Volk Unterwegs“. Deswegen sei das Vorgehen der Protestrabbiner ein ungeheuerliches. „Will einer sich von der jüdischen Nation aus der er stammt wegwenden, so mag es es nur tun. Wir Zionisten werden ihn nicht aufhalten. Nur ist er ein Fremder für uns. 9eipe neuen Voiksangelegenhei. ten kümmern uns nicht näher, aber auch ihn nicht die unsrigen... Will er für seine assimilatorische Lösung der Judenfrage Genossen werben, so ist dazu das beste Mittel, dass er zeige, wie gut nun ihn aufnimmt, wie voll man ihn anerkennt, wie wohl er sich befindet.“ — „Aber dem Judentum angehören, das Judentum sozusagen berufsmässig auszuüben und es gleichzeitig zu bekämpfen, das ist etwas, wogegen sich jedes rechtliche Gefühl auflehnen muss.“ Und zum Schluss heisst es: „Damit sie fürder nicht mit Dr. FREY ABOGA00 PUEVRREDON .21.90 1* isq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 den guten Rabbinern verwechselt werden, wollen wir die Angestellten der Synagoge, die sich gegen die Erlösung ihres Volkes wehren, die Protestrabbiner nennen.“ Der Zionistenkongress fand statt. Als Herzl heimkehrte, schrieb er in sein Tagebuch die Worte: „Fasse ich den Basler Kongress in einem Wort zusammen das ich mich hüten werde, öffentlieh auszusprechen, so ist es dieses: in Basel habe ich den Judenstaat gegründet Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in fünf, jedenfalls in fünfzig Jahren wird es jeder einsehen“. — m. Nach 20 Jahren Zwanzig Jahre später, am 2. November 1917, verpflichtete sich die britische Regiej rung im Einvernehmen mit allen ihren Alliierten zur Schaffung einer nationalen j Heimstätte für das jüdische : Volk in Palästina durch die j Balfour - Deklaration, die dann später die Grundlage für das den Engländern übertragene Völkerbundsmandat geworden ist. Damit ' war Herzls Kampf für den! „Charter“ beendet. Die mach. | tigen Völker der Erde hatten j den Rechtsanspruch des jü- | dischen Volkes auf sein Land i anerkannt. Herzls Forderun- | gen erfüllten sich langsam. I Zwanzig Jahre nach dem 1! Basler Kongress bildete die ' Balfour-Deklaration den er-! sten sichtbaren Markstein j auf dem Wege der Verwirk. I lichung. j Herzl hatte auch mit dem Deutschen Kaiser Fühlung I genommen, den er für seine; politischen Pläne zu gewin- | nen hoffte. Die Zusammenkunft vor den Toren Jerusalems bildete einen Höhepunkt, als Wilhelm H. die zionistische Delegation unter Herls Führung empfing. Konkrete Ergebnisse wurden aus Gründen nicht erzielt, die hier nicht im Einzelnen aufgeführt werden können, immerhin sahen sich die deutsche und auch die ihr verbündete türkische Regierung veranlasst, nach dem Erlass der Balfour-Deklaration den zionistischen Repräsentanten in Deutschland und im neutralen Ausland eine Art deutscher „Balfour-Deklaration“ zu übergeben, in welcher u. a. die zionistischen Bestrebungen begriisst und die deutsche Hilfe hierfür versprochen wird. Der Zionismus war wirk, lieh der Judenstaat unterwegs geworden, mit dem zu verhandeln, sich die Grossmächte veranlasst sahen. Heute wissen wir, dass die grosse historische Chance die unserem Volk durch die Balfour-Deklaration geboten worden ist, nicht hinreichend ausgenutzt wurde. Der Erste Weltkrieg hatte unser Volk weit mehr geschwächt, als PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. >erät Sie kostenlos und mverbindlicb beim Kauf oder Verkauf von 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSEBN VIRRE* DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 viele es wahrhaben wollten. Man verliess sich allzu willig nach all den Opfern und Entbehrungen auf die bessere Welt, die kommen würde. Völkerbund und Mandat sicherten die rechtliche Position. Als man erkannte, dass die feierlichen Versprechungen der anderen und die eigenen guten Absichten allein nicht ausreienen, um eine bessere Zukunft zu sichern, war es wieder einmal zu spät geworden. Freiheit und Recht gingen in dem Sturm unter, der vom nazistischen Unrechtsstaat entfesselt worden war. Alte, mächtige Judenheiten in Europa waren grausam vernichtet worden und untergegangen. Eine Geschichte, die sich über Jahrtausende hinzog, fand ihr Ende. Nur die wenigen Hunderttausende Juden im Mandatsland Palästina, die wieder Wurzeln in ihrer altneuen Heimat geschlagen hatten, überlebten — wie durch ein Wunder. — TV. Nach 50 Jahren Am 29. November 1947 fand in den Vereinten Nationen eine Abstimmung statt, die für unser jüdisches Volk von einer transzendentalen, historischen Bedeutung war: Mit 33 gegen 13 Stimmen bei 10 Stimmenthaltungen erklärten sich die UN für eine Teilung Palästinas und die Schaffung eines jüdischen Staates, der nach dem damaligen Status der Bevölkerung mit 650.000 Einwohnern rechnen konnte. Ein ungeheurer Jubel durchtoste die jüdische Welt. Nach beinahe zweitausend Jahren der Zerstreuung und der Staatenlosigkeit sollte der Traum in Erfüllung gehen, den unzählige jüdische Ge schlechter geträumt, für dessen Verwirklichung Juden zu allen Zeilen gebetet und für dessen Entstehung ungeheure Opfer dargebracht worden waren. Dies geschah 50 Jah re nach jener prophetischen Eintragung Herzls in sein Tagebuch: In Basel habe ich den Judenstaat gegründet.. Vielleicht in fünf, jedenfalls in 50 Jahren wird es jeder einsehen. Nun sind 18 Jahre vergan. gen, seit dieser Beschluss in den UN mit einer reichlichen Dreiviertelmehrheit gefasst worden ist. Hier die 33 Länder, die ihre Stimme für den Judenstaat abgaben: Australien, Belgien, Bolivien. Brasilien, Canada, Costa Rica; Dänemark, Dominikanische Republik Ecuador, Frankreich, Guatemala, Haiti, Irland, Liberia, Luxemburg Neuseeland, Niederlande, Nicaragua, Norwegen, Panama Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Schweden, Sowjetrussland, Südafrikanische Union, Tschechoslowakei, Vereinigte Staaten von Nordamerika, Ukraine, Uruguay, Venezuela und Weissrussland. JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker TaUißbeutel Käppchen Maz zot-Ta sehen Hand- und Maschfcienstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RTVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de cutegorui SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 ' 731049 Bürgermeister von Tel Aviv Tel Aviv. — Mordechai Namir wurde in seinem Amt als Bürgermeister von Tel Aviv bestätigt, nachdem „Rafi“, Mapam und die Unabhängigen Liberalen beschlossen, sich seiner Koalition anzuschliessen. Hierdurch er. hält Namir eine Mehrheit von 16 Sitzen der 31 Sitze im telaviver Stadtrat. Sollten die religiösen Parteien auch noch zum Anschluss bereit sein, so wird die Mehrheit Namirs auf 19 Sitze steigen. — (ITA) JACOB LAPIDUS di pl.üfoliel NEUE ADRESSE VIAMÜNTE 2037 4» B. 46-1716 and 48-2124 Dagegen stimmten: Aegypten, Afghanistan, Cuba, Griechenland, Indien, Iran, Irak, Libanon, Pakistan, Saudi Arabien, Syrien, Türkei und Temen. Der Stimme enthielten sich: Argentinien, Chile, China, Kolumbien, El Salvador, Aethiopien, Grossbritannien, Honduras, Mexiko und Jugoslawien. — Bis dann im Mai 1948 der jüdische Staat proklamiert wurde, überstürzten sich die Ereignisse. Die UN, die selbst die Schaffung eines jüdischen Staates beschlossen hatten, unternahmen nichts, um den feigen Ueberfall der j arabischen Länder auf die i kleine jüdische Siedlung in Palästina zu verhindern. Die traurige Rolle, die Grossbritannien spielte, ist bekannt. Aber allen Widerständen zum Trotz siegte Israel in dem Befreiungskrieg und geht nunmehr in sein 18. Lebensjahr, das Jahr Chaj, das Jahr, das Leben bedeutet. Aus der kleinen jüdischen Siedlung von nur 650.000 Seelen ist ein Staat geworden, der bald 3.000.000 Menschen umfassen wird. Viele derer, die damals gegen die Gründung eines jüdischen Staates gestimmt haben, haben nicht nur die diplomatischen Beziehungen zu Israel aufgenommen, sondern sind zu Freunden geworden, wobei man nur an die Türkei, um ein Beispiel zu nennen, zu denken braucht. Langsam sehen auch Staaten wie Indien ein, dass sie ihre ablehnende Haltung einer gründlichen Revision unterziehen müssen. Beinahe alle, die damals zauderten, haben längst eine enge und freundschaftliche Verbindung mit Israel gefunden, vor allem Argentinien, Chile, Kolumbien, Mexiko und England. Dieser historische UN-Beschluss dessen 18. Jahrestag bevorsteht, kam durch eine Kooperation zwischen den Führern der beiden „Block - mächte“ USA und Russland zustande, die nur sehr selten bei wichtigen Entscheidungen zusammenwirkten Truman und Stalin waren dann auch die ersten, die das neugeschaffene Israel im Mai 1948 anerkennen sollten. Das war der äussere Gang der Geschehnisse. Das grosse Wunder, das Israel heisst, aber ist nicht allein durch den Willen der Völkerfamilie entstanden. Die Wiedergeburt unseres Volkes ist beinahe ausschliesslich ein innerjüdischer Prozess. Die Welt hat ihm nur den internationalen Status verliehen, hat lediglich ihr Einverständnis mit Tatsachen erklärt, die von uns, die vor allem von den Juden Israels, geschaffen worden sind. Der Lebenswillen eines alten Volkes triumphierte. Ungeheure Opfer waren erforderlich, um diesen uralten Traum, dieses kühne Beginnen, diese harte Arbeit des Aufbaus zu ermöglichen. Der grosse Um- Schwung im jüdischen Schicksal trat in dem Augenblick ein, in welchem der Willen zur Selbstgestaltung erwachte, um aus einem Spielball der Völker wieder zum Träger der eigenen Verantwortung, des eigenen Schicksals, der eigenen Zukunft zu werden. Das ist die grosse Lehre, die unser Volk für alle Zeiten aus diesem Geschehen zu ziehen haben wird. Die ewige Sehnsucht unseres Volkes, die aus allen seinen Zeugnissen der Lohre und der Wahrheit erklingt, hat Gestalt angenommen. Die Freiheit, nach der sich unzählige Geschlechter sehnten, war erkämpft worden, i Heute gilt es, sie zu verteidi- | gen, das begonnene Werk zu j untermauern, den beschnittenen Weg voranzugehen, und i dies in einer aufgewühlten | Welt, in der die äussere I Macht einmal mehr über die wirklichen Werte der Mensch, heit zu siegen sich anschickt. Diese Entwicklung ist kein leerer Zufall. Sie ist ein U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Mahnruf an die ganze Menschheit zur Besinnung: und zur Umkehr auf den Weg des Rechtes und der Gerechtigkeit, um jene bleibenden und immer währenden Ideale der Menschlichkeit zu verwirklichen, die allein die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden und damit für das Glück aller Völker und Menschen sind. So gewinnt diese historische UN-Abstimmung vor nunmehr 18 Jahren eine Bedeutung, die weit über uns selbst hinausweist, ln uns aber hat sich jene Weissagung des Propheten Amos erfüllt: „Ich werde mein Volk Israel •wiederherstellen; sie werden verödete Städte erbauen und bewohnen... ich werde sie pflanzen auf ihrem Boden, dass sie nicht wieder herausgerissen werden von ihrem Boden, den Ich ihnen gegeben, hat der Herr, dein Gott gesprochen.“ — ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Or. BLUMENFELD Proí. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a ]. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 M0HEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. EL 76-6784 u. 76-2312 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. T3-8782 u. 73-8817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TEL FTP VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. Ti. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag voc 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542