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Jüdische Wochenschau · 1965-11-19 · 2143 (19.11.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2143 (19.11.1965)
Date
1965-11-19
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 19 de Kovienkre de 1965 SEMANA ISRAELITA Aft» XXVI. — No 2145 — * Wiedersehen mit Pressburg Den Israeli, besonders dem in der Tschechoslowakei gebürtigen, mutet ein Besuch in diesem bis vor kurzem verschlossenen Lande wie ein Ausflug in eine andere Welt an. Eindrücke wechseln einander ab. angenehme Ueberrsaschungen und Enttäuschungen halten sich das Güuichge wicht. Doch ist «nichts befriedigender als das alles überragende Gefühl, dass trotz der Verschiedenheiten der pohtiseben und .wirtschaftlichen Strukturen) dies- und jenseits des „Vorhangs“ im wesentlichen die Menschen da und dort von den gleichen Bestrebungen, menschlichen Bedürfnissen •»nd Wünschen nach Friede and Wohlstand geleitet sind. Schon an der Grenze bei Bratislava konnte ich oioht mmhiu, die eolwakfeohem Vertreter der Obrighedt mit Sabras zu vergleichen. Hinter ■ihrer borstigen, stacheligen äusseren Hülle verbarg «ich die den slawischen Völkern eigene Gutherzigkeit. Der Grenzübergang vollzog sich reibungslos, mit freundlicher Zuvorkommenheit und ■ohne übermässige Bürokratie. Kurz danach fuhr unser Wagen mit dem israelischen ■Nummernschild über die Donaubrüoke mitten ins Zen- ■trum der Stadt. Bratislawa, das österreiehlUngarische Pressburg, hat Sich nicht verändert, bis auf die Wolkenkratzer, die unwet der renovierten Maria- Theresa-Ruine hochgeschosiSen sind. Im offiziellen Geidok-Büro fragte man mich, ab ich im Hotel Car lion, dem vornehmsten und «hrwiirdigisten der Stadt, absteigen '■naechte. Ich war vor den IKopf gestossen, denn mein Budget war bemessen. Da von HAIM MASS steifte es sich heraus, dass mich ein Doppelzimmer mit Bad die Hälfte dessen kosten sollte, was ich in Wien in eiaacn zweitrangigen Hotel bezahlt hatte. EIN TOURISTEN¬ PARADIES Der Tourist aus dem westlichen Ausland ist verpflichtet, schon an der Grenze pro Tag des Varweilens 4 Dollar zum offiziellen Kurs einzu wechseln. Dieser beträgt 7 tschechische Krceen pro Dollar, aber der Staat gewährt sofort einen lOOprozentigsn Bonus, so dass man praktisch 14 Kronen einlöst. Tauscht man darüber hinaus weitere Devisen ein, so zahlt die Staatsbank das Dreifache —: 21 Kronen. Die Behörden tun das, um den inoffiziellen DaHarkuis zu unterbinden, der trotz Verbot und Kontrollen insgeheim auf 35 Kronen steht. Bald entdeckt der Besucher, dass er, selbst wenn er sich von heiklen Geschäften fennhält, inmitten eines Wirtseihaftsregimes von Warenknappheit und Auiterität den bemittelten Kapitalisten spielen kann, auch wenn er ansonsten gar nicht mit irdischen Gütern gesegnet ist Eine ausgiebige Mahlzeit mit mehreren Gängen in einem Selbstbedienungs-Restaurant kostet ihn den Gegenwert von 2,50 DM. Er muss nicht einmal auf Lieblingsschokolade oder gewohnte Zigarettensorte verzichten, denn für Tussex-Bons kann er in ape- Ztellen Touristenläden aBas erwerben, was sein Herz begehrt, seihet preiswerte ausgeswkshnefee Stoffe and Stefauhaeug, die der einheimi- Saeben erschienen: Entsdiaedingungs-hhiuugeiek vom 14. 9. 1965. — Original;!bdruck der vollständigen VwiiffenttwfaBng aus dem BundeagesetaWaft Nr. 52. I. nebst VERGLEICHSTABELLE und FRISTENTAFEL w» Dr. GnRtermo Schwarz. 48 Seiten.Preis $ 129.— mon. arg. EDITORIAL COSMOPOLITA — Buenos Aires Corrientes 484 Hoflokal 5 Tucumán 413 »elgrano: Sucre 2390 VERSAND ins Innere des Landes gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich $ 30.— für Porto. IM AUSLAND bei deutschjüdisohen Gemeinden und Verbänden oder direkt beim Verlag COSMOPOLITA per Luftpost gegen Voreinsendung eines Schecks in Höhe von US$ 1.— einschliesslich Porto. ALFREDO STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTENVORANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT VORHER 24 JAHRE V. 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Trotz der Massendeportationen während der Schreckensherrschaft Hitlers sind in den beiden Friedhöfen der Orthodoxen- und Neologen-Gemeinde der Vorkriegszeit Zehntausende von Gräbern intakt geblieben.! Die Friedhöfe sind gut erhal- ■ ten und werden ran Angej stellten der jetzt vereinheit- ' lichten Kultusgemeinde bej treut. Friedhofsschändungen J von der Art wie sie von Zeit zu Zeit in der Bundesrepublik Deutschland Vorkommen, sind undenkbar. Die jüdische Gemeinde von Bratislawa zählt heute etwa 500 Mitglieder. Ihre Büros befinden sich in einem zerfallenen Gebäude. In einem der beiden Zimmer sind zahl reiche Thorakronen, Pokale und Leuchter aus Silber in einer Vitrine ausgestellt. Sie legen Zeugnis ab von der Zeit, da es in Bnatislawa eine blühende jüdische Gemeinschaft gab, die Zehn tausende von Mitgliedern umfasste und der Stadt ihren Charakter aufprägte. Die Innenstad ft sieht heute genau so aus wie vor 30 Jahren. Die gleichen Häuser, Strassen, Plätze und Parks_ nur die Namen haben sich zuweilen geändert. Der zentrale Rathausplatz wurde seinerzeit von Masaryk-Platz auf Hitlerplatz umgenannt. Als die Rote Armee dann am 4. April 1945 die Stadt eroberte, nannte man ihn Platz des 4. April. Nicht nur die Häuser sind die gleichen geblieben, sondern auch der Doraukai, das Motorboot, welches den Verkehr zum gegenüberliegenden Donauufer unterhält, ja selbst die Geschäfte, die sich vor dem Kriege zu mehr als 70 Prozent in jüdischen Besitz befanden. Viele bieten auch heute die gleiche Art von Waren feil, aber die ursprünglichen Inhaber und dere.i Erben leben nicht mehr die Läden sind samtlieh verstaatlicht und die Verkäuferinnen Staatsbeamtinnen. Auch Hotels, Restaurants, Friseurläden, Taxen, selbst der Obst- und Gemüsemarkt gehören dem Staat und werden von Staatsbeamten »a Betrieb gehalten. Die Preise sind einheitlich und vom Staat festgesetzt. Hier wenigstens muss man nicht befürchten, übers Ohr gehauen zu werden. AUSWANDERUNGSDRANG Die ältere Generation der Juden in Bratislawa und den naheliegenden slowakischen Provinzstädten besteht grösstenteils aus ehemaligen Kaufleuten, die sich den neuen Verhältnissen angepasst haben. Einige halten sogar wichtige Direktorenposten inne, aber ihr Einkommen ist mit dem der Vorkriegsjahre nicht zu vergleichen. Es reicht gerade für die notwendigsten Bedürfnisse des Alltags. Die bestbesoldeten dieser Angestellten verdienen in einem Monat das, was ein Tourist mit beschränkten Mitteln in drei oder vier Tagen dort ausgibt. Sie erinnern sich mit Sehnsucht an die gute alte Zeit, als sie für einen Anzug nicht monatelang zu arbeiten brauchten. Hie und da leisten säe es sich, einen angenehmen Abend auf der Gartenterrasse eines mondänen Kaffeehauses, das für Touristen bestimmt ist, zu verbringe«, aber das bildet die Ausnahme der Regel Andererseits sind Kulturdarbietungen — Theater. Ballett usw. — billig und erschwinglich. Auch die Schulausbildung ist, wie in allen sozialistischen Staaten, kostenlos ebenso die ärztliche Behandlung. In meinen Gesprächen mit Juden betonten diese, nicht unter Antisemitismus zu leiden. Sie schreiben es auch dem Regime gut, dass es die Gemeinde unterhält und alle damit verbundenen Kosten auf sich nimmt. Dem*, och LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 24. Marcheschwan 5726 18. November 1965 Australiens jüdische Gemeinde Melbourne: — Die jüdische Gemeinde Australiens, die im Jahre 1947 noch 32.000 Seelen zählte, hat heute 67.000 Mitglieder. Die Mehrzahl der neuen Einwanderer kam aus den nazi, stischen KZ-Lagern. Sie sind Kaufleute und wirtschaftlich gut situiert. Einige von ihnen gelangten sogar zu Reichtum. (ITA) sind Hunderte von Juden aus der Gemeinde ausgetreten, zum Teil als Folge von Mischehen, die sie während oder unmittelbar vor dem Kriege eingingen. Die Assimilation und die Auswanderung dezimieren die gezählten Juden, die noch in der Slowakei übrig geblieben sind. Auch die Jahre der antijüdischen Hetze während des Slansky-Prozesses und nachher haben die Tendenz der Zersetzung weiter beschleunigt. Jetzt kommen die Juden, die in. der Assimilation ihr ’ Heil suchten, aus ihrer künstlichen Verschanzung vorsichtig heraus, wagen es, den Kontakt mit ihren Verwandten und Freunden im Ausland brieflich aufzu ehmen, und ersuchen sie, die Kosten eines Besuches jenseits der Grenze in Devisen zu tragen. Es ist auch der Traum vieler. Israel zu besuchen wofür sie die Ueberfahrt von Athen nach Haifa oder Lodd in ausländischer Währung von ihren Angehörigen begleichen lassen müssen. | Konferenz in i Rio de Janeiro I New York. — Eine Delega-. , tion führender Persönlichkeiten des Jüdischen Welt. I kongresses nimmt an der ge-; genwärtig in Rio de Janeiro! tagenden Zweiten Ausseror- 1 dentlichen OEA-Konfereni! teil. Die Delegierten, die den Status von Beobachtern ha- 1 ben, sind Dr. Samuel Mala. ‘ mud, Generalsekretär der i dem JWK angeschlossenen ] Konfödration der brasiliani- I sehen Judenheit, Jules R Sauer, Schatzmeister der Konföderation, Tofie Negro, Präsident der Jüdischen Föderation von Rio de Janeiro, und Dr. V. Winterstein, ständiger Repräsentant des Weltkongresses in Brasilien. — (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Haas der 3 Geschä* te mit 4er grösste» Aaswafcl. SARftUENTO 1147 T. K. SS 10S3 CAbFlD0 26 14 pmüp/Tmtg fast Ecke Triaavirate Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS¬ GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550,1, B — Bs. Aires, Rep. Argentina ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Siabiloform M. 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