Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2143 (19.11.1965)
- Date
- 1965-11-19
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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R — Viernes, IS de Noviembre de 1!H>S SEMANA ISRAELITA Año XXVL — N? 2143 Um Verstaendigung bemüht I (Schluss von Seite 1) ausserordentliche Wende- und Wandlungsiähigkeit bewiesen, sodaßs nicht mit Un. recht viele Beobachter zu der Feststellung gelangten, dass die Katholische Kirche „mit der Zeit geht“. Wenn man die kirchlichen Prinzipien des I. Vatikanischen Konzils i mit denen de$ Zweiten verj gleicht, wird man diesen, geradezu erstaunlichen Wandlungsprozess unschwer erkennen obwohl weniger als hundert Jahre zwischen beiden Vatikanischen Konzilien liegen. Nicht zufällig hat die ..Judenfrage“ in diesem Zusammenhang das Konzil in einem Umfang beschäftigt, der manche in Erstaunen gesetzt hat. Gewiss -wurde auch eine Stellungnahme zu anderen Religionsbekenntnissen, zum Islam, zum Buddhismus usw, fixiert, aber die Judenfrage stand zeitweilig im Mittel, punkt einer Diskussion, die weit über die Konzilienberatungen hinausreichte. Hierfür gibt es eine Reihe von Gründen, die jenes ,Interespe' der Kirche an der Judenfrage verständlicher machen. Gewiss spielt dabei eine wichtige Rolle, dass das Christentum weitgehend seinen Ursprung aus dem Judentum nicht bestreiten kann und nicht verleugnet, dass Christus und die Apostel Juden gewesen sind, dass wesentliche Teile der christlichen Lehre aus dem „Alten Testament“ abgeleitet werden, usw. Es gibt aber noch einen anderen Grund für dieses besondere Augenmerk, das man der Judenfrage geschenkt hat, von vielen theologischen Froblemen und Einzelfragen abgesehen. Wenn die Katholische Kirche eine Verkürzung ihrer Front im Kampf gegen die mächtigen kommunistischen Angriffe, gegen Islam und Buddhismus dadurch erstrebt, dass man Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON .TIM 1* iKf, nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezi algeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 eu einer Annäherung mit den vielen christlichen Kirchen gelangt, so kann das Judentum nicht einfach ausgelassen werden, das durch seine Existenz allein im Grunde genommen eine lebendige Widerlegung christlicher Glaubenslehren darstellt. Um in dieser immer latenten Auseinandersetzung zwischen Kirche und Synagoge zu einer Art Burgfrieden zu gelangen, musste auch die Haltung der Kirche gegenüber dem Judentum revidiert werden. Denn nach der kirchlichen Auffassung, die zu einem guten Teil berechtigt ist, gehört das Judentum in einer eigenartigen, unglücklichen Verquickung historischer Entwicklungen zur abendländischen Welt, jedenfalls in tatsächlicher, wenn auch nicht in ideengeschichtlicher Hinsicht. Wenn! die christlich-abendländische! Welt in der schwierigen Sii luation, in der sie sich jetzt I befindet, mit Aussicht auf; Erfolg verteidigt werden soll,; muss man auch in der Judeni frage zu einer tragbaren Regelung gelangen. Dies gej schieht oder soll zunächst ] einseitig durch eine Revision! des katholischen Standpunktes geschehen. In diesem Zusammenhang sei festgestellt, dass die Kirche nur ihren eigenen Standpunkt niedergelegt hat, ohne auch nur die anderen Religionen, welcher Art immer sie seien, um ihre Stellungnahme zu bitten. Die meisten wissen nicht, dass sich die Katholische Kirche an vielen Punkten in eine Abwehrstellung gedrängt hat. Nehmen wir als Beispiel den schwarzen Kontinent, der seit kurzen Jahrzehnten zu einem Eigenleben erwacht ist, und dessen Völker ihren Weg zu einem selbständigen geistigen, nationalen und wirtschaftlichen Leben suchen. Keineswegs stossen nur die Kommunisten, die Russen und Chinesen mit der demokratischen Welt in Afrika aufeinander, um diesen neuen Staaten ihre Hilfe zu bringen, sie wirtschaftlich und politisch in ihren Bannkreis zu ziehen und sie auf eine neue Art trotz nationaler Autonomie oder Unabhängigkeit zu beherrschen. Gleichzeitig kann man ein Ringen um die Seelen dieser Völker beobachten das nicht weniger heftig ist, und von dessen Ausmassen wir uns nur durch gelegentliche Zeitungsnachrichten über die Misshandlung christlicher Missionare eine Vorstellung machen können. Tatsächlich jedoch geht ein Kampf um die .Bekehrung^ der schwarzen Völker vor sich, der den ganzen Kontinent erfasst hat, und in welchem sich zwei grosse Kräfte gegenüber stehen: die Katholische Kirche und der zu neuer religiöser Kraft erwachte Islam. Trotz der Mo- PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. >erSt Sie kostenlos und inverbindlicb beim Kauf oder Verkauf von 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN RAEOSEBN VIRREY DEI PINO 2262 T. E. 73-7887 unisierung zahlreicher Geistlicher und Missionare ver- J liert die Kirche an Einfluss. | Die Erfolge der islamischen . Priester drängen den kirch- | liehen Einfluss einfach desi wegen zurück, weil sich weit mehr Afrikaner dem Islam als der Kirche anschliessen. Whmüssen diese Tatsache! zur Kenntnis nehmen, ohne die Gründe bis ins Letzte analysieren zu können, durch welche diese Erscheinung hervorgerufen wird, weil wir nicht die hierfür notwendigen Einzelheiten kennen Dass jedoch diese Entwicklung zutrifft, braucht man schon deswegen nicht zu bezweifeln, weil sie aus christlicher Quelle stammt. Wir müssen es auch dahingestellt sein lassen, ob diese Entwicklung, die sich ausserhalb unserer Einflusssphäre abspielt, für die friedliehe Zukunftsgestaltung oder gar für uns als Juden positiv oder negativ auswirken wird. Zweifellos birgt die Erweiterung des islamischen Einflusses bei der heutigen politischen Konstellation und dem Einfluss der arabischen Nationen gew’isee Gefahren fiir das jüdische Volk. Hierdurch werden aber die tatsächlichen Gegebenheiten nicht geändert. Dass eine Notwendigkeit für die Katholische Kirche besteht, zu einer neuen, besseren Beziehung zu den Juden zu treten, findet eine weitere Erklärung darin, dass auch die jüdische Lehre und Vorstellungswelt auf viele Menschen und Völker eine grosse Anziehungskraft ausüben, was von den Juden selbst häufig übersehen wird. Gerade nach der furchtbaren Katastrophe, deren Opfer das jüdische Volk in Europa gewesen ist und nach der Errichtung des jüdischen Staates nach beinahe zweitausend Jahren der Zerstreuung ging auf viele Einzelpersönlich, keiten wie auf Gruppen eine seltsame Anziehungskraft vom Judentum aus. Denn viele nach Glauben und Erkenntnis ringende Menschen erblickten in diesem Geschehen den Ausdruck göttlichen Willens oder die starke Wirkung metaphysischer Kräfte. Es kam zu Uebertritten zum Judentum, die zur Uebersied lung ganzer Ortschaften, sogar aus Italien, dem Sitz der Katholischen Kirche, geführt haben. Ohne Mission zu treiben, fühlten sich viele Menschen auf geheimnisvollen Wegen der jüdischen Gedanken- und Glaubenswelt verbunden. In diesen, wenn auch vereinzelten Erscheinungen erblickten manche kirchlichen Kreise eine ihnen drohende Gefahr. Welche Motive obwalten, ist nicht leicht zu beantworten Sicher ist, dass es Zeiten gegeben hat, in denen das Judentum eine umfangreiche und sehr erfolgreiche missio Kirche und Voelkermord Rom. — Der vollständi. ge Text des Schemas über „die Kirche in der modernen Welt“, über das noch in dieser Woche abgestimmt werden soll, unterstützt ausdrücklich das Recht der Christen, „bösartigen“ Befehlen, im be. sonderen zum Völkermord, den Gehorsam zu verweigern. In dem Projekt heisst es, dass der Völkermord „gesetztlich und tatsächlich wegen seiner Abscheulichkeit“ streng verdammt werden muss. — (ITA) JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker Tadisbeutel Käppchen Mai zot-Taschen Hand- und Maschkienstickerei von Bett- und ITschwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de cutegorui SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohal NEUE ADRESSE VTAMONTE 2037 4* B, 46-1716 and 48 -2124 narische Tätigkeit entfaltet hat. Waren doch die ersten Apostel selbst jüdische Mis. sionare, die ausgezogen waren, um die Völker des römischen Reiches für ihre Gedanken und Vorstellungen zu gewinnen, die sich erst allmählich von den Lehren des Judentums durch Auflockerung der strengen jüdischen Gesetze entfernten und damit eine Entwicklung einleiteten, die dann zur Schaffung einer neuen, anderen, abgeänderten, aber in ihren Grundthesen immer noch jüdischen Religion hinüberleiteten, bis die Kirche sich endgültig vom Judentum trennte und einen Kampf aufnahm, der zur Unterdrückung der ,alten* Vor- Stellungen führte. Jahrhunderte währende Verfolgungen, Degradierungen und Verunglimpfungen drängten die Juden in eine Verteidigungsstellung, die ihnen die Möglichkeiten nahm durch Mission für ihren Glauben zu werben, ihre Gedanken anderen Völkern näherzubringen und Proselyten zu machen. Etymologisch interessant ist der ursprüngliche Sinn des Wortes und des Begriffes ,Proselyt‘; denn hierunter verstand man ursprünglich einen zum Judentum übergetretenen Heiden (!). Das schwere Galutschicksal unseres Volkes liess den Willen zur Bekehrung Andersgläubiger erlahmen, denn die Juden mussten in solchen Fällen damit rechnen, dass sich die sie umgebenden Majoritäten durch Gewaltmassnahmen gegen diese Bekehrungen wenden werden. Unter den afrikanischen Völkern, um deren Seelen die anderen politischen wie geistigen Mächtegruppierungen ringen, machte sich in den letzten Jahren eine durchaus spürbare Tendenz bemerkbar, nicht nur Techniker und sonstige Experten aus Israel den Sachverständigen anderer Länder vorzuziehen, sondern auch in eine engere geistige Verbindung mit Is. rael und seiner Ideenwelt zu treten. So formiert sich Israel und das von ihm vertretene Judentum ungewollt in die „Dritte Kraft** bei den geistig-kulturellen Auseinandersetzungen neben den beiden anderen grossen Strömungen, die bewusst den Versuch unternehmen diese junge« Nationen 1« ihre« Bannkreis zu ziehen. Das Galutjudentuan ist daran gewöhnt, durch eine kaum vermeidbare Assimilation an die Um weit Menschen und Substanz zu ver. lieren. Es hat im wesentlichen seinen Glauben an seine missionarischen Möglichkeiten unter den Völkern verloren. Sicherlich spielen dabei auch Tendenzen eine Rolle, die wir bei vielen inneren Strömungen reformatoriseh-liberalisierenden Charakters beobachten müssen, insbesondere bei denen, die eigentlich dazu berufen wären, das jüdische Gesetz zu verteidigen und nicht an die Umwelt auszugleichen. Wie stark aber die Kraft unserer Gedankenwelt ist, zeigt sieb in ihrer Wirkung auf Aussenstehende. Unter diesem Aspekt sollte man ebenfalls die Bemühungen der Katholischen Kirche betrachten, die auf eine Neuorientierung gegenüber dem Judentum zielen. Durch den gewaltigen Druck, den man zweitausend Jahre hindurch auf die Juden als die Träger einer bestimmten Gedankenwelt ausgeübt hat, sind echte und überzeugende Erfolge nicht durchgesetzt worden. Jetzt geht man einen neuen Weg, zumal manche Doktrinen gegen uns nicht aufrecht zu erhalten sind, weil die Gläubigen sie nicht mehr akzeptieren. Unzweifelhaft werden wir jede echte Bemühung um Verständigung begriissen, wenn sie auf der Eibene U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Di rector: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1*? iz%. T-E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Entwicklungsplan Athen. — Auf Wunsch der griechischen Regierung haben israelische landwirtschaftliche Sachverständige einen umfangreichen Pia* für die Entwicklung von Kreta ausgearbeitet, nach dem. im Laufe von 10 Jahren das Einkommen der Einwohner der Insel verdoppelt werde» soll. Gleichberechtigter erfolgen. Irgendwelche Klauseln, aus denen sich die Inferiorität unserer Gedankenwelt einer anderen gegenüber ergibt» sind in keinem Fall annehmbar. Frau ULU WILDE wird gebeten, sich in der Adm. der Ji'id. Wochenschau (T. E. 83-2613) au melden. l 76 0286 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 a. 76-2312 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X - PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Proi. de la F acal Lid, Jefe del Servicia de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. i. 73-8782 a. 73-8817 Consultas: wochentags ron 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3118 T. E. 87-1352 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG »ER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 78-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542