Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2142 (12.11.1965)
- Date
- 1965-11-12
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 12 de Noviembre de 1965 SEMAN4 ISRAELITA Ereignisse der Tagung des Keren Ha jessod Der Keren Hajessod in Argentinien (Vereinigte Kampagne) hatte alle Mitarbeiter zu einer ausserordentlichen Konvention zusammengerufen, um wichtige, meist organisatorische Probleme zu besprechen. Einleitend sprach vor einem sehr zahlreichen Publikum im völlig überfüllten AMIA-Saal, — es waren etwa 600 Personen anwesend — der derzeitige Präsident, Herr Isaak J. Lewin, der auf die Bedeutung der Kampagne-Ar J^eit hinwies und forderte, ' dass niemand einen Ehrenposten in irgendeiner Organisation bekleiden dürfe, der nicht seiner eigenen Verpflichtung gegenüber seinem Volk nachgekommen sei. Der nächste Redner war Emilio Gutkin, der Präsident der Zionistischen Organisation Argentiniens, der verstärkte Arbeit von jedem argentinischen Juden verlangte. vor allem im kommenden Jahr, dem 18. der Existenz des Staates Israel. 18 heisst Ohai. In diesem Jahr Chai müssen, was schon Lewin verlangt hatte, die argentinischen Juden dieselbe Begeisterung beweisen wie in der ersten Zeit nach der Schaffung des Staates Israel. Sodann ergriff der Repräsentant des KH in Jerusalem, George Gideon Flesch, das Wort, der auf die grossen Leistungen und Opfer Israels' und seiner Bürger hinwies. Auch er forderte die Mitarbeiter und darüber hinaus die argentinische Judenheit zu verstärktem Einsatz auf, um sich der grossen Tatsuche bewusst zu zeigen, dass der Staat und das Volk Israeels lebt (ohai). — Ein besonderes Erlebnis war die Rede, die abschliessend vom neuen israelischen Botschafter in Argentinien, Herrn Moshe Alön, in spanischer Sprache gehalten wurde. Der Botschafter gab einen kurzen Ueberblick über Leistungen und Erfolge, Schwierigkeiten und Enttäuschungen, denn niemand solle glauben, dass uns, dass dem Staate Israel und dem jüdischen Volk Rückschläge und Fehlleistungen erspart bleiben würden. Besonders interessant und belehrend waren die Ausführungen des Botschafters über die Hilfeleistungen Israels für andere Völker. Mehr als 60 Völker haben den jungen Staat Israel aufgefordert, ihnen seine Erfahrungen zur Verfügung zu stellen. Da der Botschafter früher in dieser Abteilung des Aussenministeriums arbeitete, konnte er über seine zahlreichen Reisen und Eindrücke berichten. So war er in dem jungen afrikanischen Staat an der Elfenbeinküste, wo er einer Einladung des Staatspräsidenten folgend im Urwald israelische Offiziere traf, die nach dem Nahal-System die Jugend erzogen. Die gegebenen Beispiele waren beeindruckend. Ein besonders herzlicher und starker Beifall zeigte dem Botschafter die Dankbarkeit eines Publikums, das ihm ergriffen zugehört hatte. Eine Erklaerung der DAIA Zu der vom Oekumenischen Konzil angenommenen Deklaration über die Juden gab die DAIA folgende Erklärung ab: Ein wichtiger Schritt zur Ueberwindung der Vorurteile und der Verurteilung jedweder Diskriminierung Ist durch die Annahme der Deklaration über die Beziehungen mit dem jüdischen Volk getan worden. Die DAIA erachtet es als Dachorganisation der argentinischen Judenheit für ihre Pflicht auszusprechen, dass in Zukunft alle jene keinen Vorwand haben werden, die es mit dem katholischen Glauben für vereinbar hielten, Antisemiten zu sein, wie dies leider in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Der Antisemitismus, ein Schimpf für das Gewissen der Menschheit, ist völlig unvereinbar mit den Lehren J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 30-1474 (ATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARUSSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Año XXVI. No 2112 Die Juden in Los Ameles und Weisungen der Kirche. Zugleich mit dem Hinweis auf die Bedeutung, die dem kürzlichen vatikanischen Beschluss in diesem Sinne gebührt und dem Vorbehalt ihrer Meinung über den endgültigen Text der Deklaration, der unter dem starken Druck zur Abschwächung seiner Formulierungen angenommen worden ist. ernebt die DAIA ihre dringliche Mahnung zur vollen Anwendung und Gültigkeit dieser Prinzipien der vom Konzil proklamierten menschlichen Brüderlichkeit. Wenn dieser Beschluss uneingeschränkt von den Geistlichen und all denen, die der Katholischen Kirche folgen, anerkannt und durchgeführt wird, so kann er als wirksamer Wall für alle dienen, die bei uns und anderswo ihr Katholikentum verleugnen, indem sie Rassenhass verbreiten oder Uneinigkeit säen. Die jetzt öffentlich ausgesprochene Verurteilung wird ihnen dies überall dort, wo der Einfluss der katholischen Kirche herrscht, unmöglich machen, nachdem deren höchste Autorität sich mit dieser Klarheit und Entschiedenheit zu diesem Thema geäussert hat. Veranstaltung in Montevideo Ende Oktober beging der! Jüdische iWeltkongress in \ Uruguay festlich den Tag der ¡ Vereinten Nationen. Der Verj anßtaltung wohnten etwa 400 ' Personen bei. Zu den Rednern gehörten der uruguayische Staatsrat Alejandro Zorilla de San Martin, der frühere Finanzminister Daniel Hugo Martins, die Deputierten Jacobo Guelman und Juan Castiglioni Alonso, j sowie der Delegierte der Vereinten Nationen Alfonso Ca- | maoho. Im Namen des JWK sprach Dr. Elias Serrousi. j Minister, Parlamentarier und I Diplomaten, sowie zahlreiche | Persönlichkeiten des öffent- ¡ liehen Lebens in der Nachbarrepublik waren anwesend Alle Redner unterstrichen die Bedeutung des Staates Israel und verwiesen auf die in der UN-Charter verankerten Menschenrechte. Asado in San Miguel C. W.: — Der am vergangenen Sonntag in San Miguel durchgeführte alljährliche grosse „Asado“ stand diesmal im Zeichen des 25jährigen Bestehens des Elternheimes und der Fertigstellung des Pflegeheimes, welches zu den grossartigsten Schöpfungen auf diesem Kontinent gehört. Ein noch kühler Morgen, in dessen Verlauf die Sonne durchbrach, um dann das schönste Frühlingswetter werden zu lassen, lockte eine bisher noch nie erreiente Besucherzahl auf das herrliche Gelände des Hogar Adolfo Hirsch. Man ste'Üe 1300 Mitglieder und Freunde fest, aller Altersklassen and aller sozialen Schichten. Es herrschte eine echte Fröhjirhkeit, eine wahrhaft gute Stimmung, die auch im Interesse an der Tombola und : am Ankauf von Gegenständen, im Heim hergestelt, ihren Ausdruck fanden. Wieder einmal gab es die so begriissenswerte Gelegenheit, Menschen wiederzusehen — und zu sprechen, die im allgemeinen selten auf unseren jzdischen Veranstaltungen erscheinen. Hier war „das“ gesellschaftliche Ereignis des Jahres, dem edlen Zweck gewidmet, der „Asociación Filantrópica Israelita'* zu helfen, auch in schweren Zeiten ihr grosses humanes Werk fortzuführen mit jeder neuen Situation fertigzuwerden. So darf erwartet werden, dass dieses schon zur Tradition gewordene Fest aucn Der Negeraufstand in Los Angeles zeigt kaum eine Komponente des Hasses gegen jüdische Geschäftsleute, wie dies für Harlem behauptet wird. Los Angeles ist die “zweitgrösste jüdische Stadt der Welt” und sie erhält immer weiteren Zufluss. New York hat am meisten Juden. Nur wenn man zu Tel Aviv noch Ramat-Gan und die weitere Umgebung zählen würde, wäre der zwei, j te Rang von Los Angeles 1 gefährdet. Es gibt Leute in \ Amerika, die glauben, dass j Los Angeles einmal New! York in diesem Punkte überflügeln werde. Es handelt sich um ein riesiges Gebiet, und wenn die Juden hier die jüdische Identität auf geben wollen, so können sie dies mit Leichtigkeit tun. Es war lange schwer, hier philanthro pische Aktionen durchzuführen, weil jeder behauptete, er zahle seine Beiträge an seine frühere Gemeinde Diese Situation ist aber zum grossen Teil überwunden Reform, Konservative und Orthodoxe haben ihre Zweigstellen eingerichtet, und es gibt bedeutende Seminare aller drei Richtungen. Dazu kommen die lokalen Kulturinstitutionen, wie die Gesellschaft für jüdische Kultur, der Buchklub und die Historische Gesellschaft. Die Synagogen sind gut besucht und ziehen immer grössere Kreise an. wobei Jugendpro. gramme durchgeführt werden. Insbesondere gelang es Rabbiner Dr. Max Nussbaum, von der Hollywood-Synagoge, die Gemeinde zu zionisieren und für Israel grosse Leistungen zu erzielen. Der Bezirk von Los Angeles hat eine Bevölkerung von sieben Millionen, wovon eine halbe Million Juden sind. Dem Rat der jüdischen Föderation sind 450 jüdische Verbände und Organisationen angeschlossen. Die Föderation unterhält 29 in diesem Jahre die daran geknüpften Erwartungen rechtfertigt. Und die Besucher haben das angenehme Gefühl, einen Tag der Erholung verl’bt und einer sehr guten Sache gedient zu haben. Hoehere jüdische Integralschule Auf einer Pressekonferenz I gab die Congregación Israe- , lita de la República Argen- | tina bekannt, dass sie im , kommenden März eine neue | jüdische Integralschule eröffnen wird, deren Lehrgang dem ihres Instituts „Machón” angeglichen ist und nach dessen Absolvierung die Schüler das vom argentinischen Ministerium für Erziehung anerkannte „Bachillerato” erwerben. Die Anmeldurigen für diese höhere Schule können im Sekretariat des „Machon”, Tucumán 3177, wo auch der Unterricht erteil ¿ werden wird, schon jetzt vorgenommen werden. Eine pädagogische Kommission, der die Erzieherin Frau Victoria Celtman, Prof. Isaías Lerner, Dr. Juan Peitsch, Grossrabbiner Schlesinger und Rabbiner Dr. Istvan Veghazi angehören, befasst sich mit den vorbereitenden Arbeiten. Unerlässlich zur Aufnahme in diese Schule sind folgende Bedingungen: Nur Schüler des „Machon” werden aufgenommen. Das weltliche und jüdische Studium basieren auf einem Einheitsprogramm und sind untrennbar. Dar Lehrgang beträgt fünf Jahre. Der Unterricht in den weltlichen Lächern zur Erlangung des „Bachillerato” findet am Vormittag statt. Nach der ersten Stunde wird ein Morgengottesdienst abgahalten. i Der Unterricht in jüdischen 1 Fächern ist am Nachmittag I und entspricht dem Programm des „Machon“. Zur Anmeldung berechtigt sind Schüler, die den ,„sexto grado” einer staatlichen Grundschule und auch einer jüdischen Primarschule besitzen oder gleichwertige hebräische Kenntnisse haben. Die Auswahl der Anwärter geschieht durch ein Aufnaiimeexamen. Wegen der grossen Zahl der täglichen Unterrichtsstunden wird der Unterricht in zwei Turnussen erteilt, zwischen denen eine Mittags¬ und Ruhepause eingeschaltet ist. Ein Speisesaal für die Schüler ist im Gebäude vorhanden. Das Fehlen eines Schülers bei einem dieser Turnusse oder bei den religiösen Morgen- und Nachmittagsandachten wird als Fehlen während dieses ganzen Tages angerechnet. Der Absolvent der weltlichen Lehrfächer erhält das Abiturientenzsugnis (bachillerato). Das Diplom als Student jüdischer Fächer wird nach einer besonderen Prüfung erteilt. Kermesse der Chaluza Die Argentinische Zionistische Frauen-Organisation bereitet sich vor. die Kermesse der Chaluza zu veranstalten, wie dies zu dieser Jahreszeit traditionell ist. Diese Kermesse hat eine tiefe Bedeutung, denn sie bildet einen Ausdruck der engen gefühlsmäsisgen Bande, die die argentinischen Mitarbeiterinnen mit den Chaluzot Israelis verbinden. Die Ausstellung der Handarbeiten und verschiedenen kunsthandwe; fliehen Artikel in den einzelnen Ständen, die mit ihrer künstlerischen Ausstattung die Räume der Kermesse schmükken werden, wird von der geistigen Wesenseinheit der argentinischen jüdischen Spitäler und Heime. Der Vereinigte Wohilfahrtsfondf verfügt über 5000 freiwillige Mitarbeiter aus allen Schichten. Seit 1939 wurden hier 115 Millionen Dollar gesammelt, wovon die Hälfte nach Israel, Nordafrika und Europa ging. Die Juden beteiligen sich auch am allgemeinen Fonds für die Philanthropie und erhalten von dort auch einen Anteil für ihre Tätigkeit. Ferner besteht eine Gemeindestiftung mit einem Anfangsvermögen von 5 Millionen Dollar, die sich insbesondere mit Vermächtnissen befasst. Von den 100 Synagogen gehören 36 zu den Konservativen, 29 zur Reform und 14 zur Orthodoxie. Nach einer Erhebung leben 13 Prozent der dortigen Juden streng koscher, 22 Prozent teilweise, zwei Drittel der Gemeinde halten Seder abende und zünden Chanukakerzen an. 90 Prozent der jüdischen Kinder gehen an Jom Kipur nicht zur Schule. 75 Prozent der schulpflichtigen Kinder erhalten eine jüdische Erziehung. Wirtschaftlich gesehen gehören 90 Prozent zum Mittelstand und in höhere Schichten. Dem Erziehungsamt unterstehen 80 Schulen mit 27.000 Kindern. Los Angeles hat zwei jüdische Wochenblätter und einige andere kleinere Zeitungen. Es gibt zwei jüdische Programme wöchentlich im Fernsehen; zwei Radiosender strahlen jüdische Programme aus Zahlreiche Juden haben sich freiwillig für die Durchführung des Regierungsprogramms gegen die Armut zur Verfügung gestellt. Zu be merken ist, dass im allgemeinen Kulturprogramm der Stadt die jüdischen Einwohner eine grosse Rolle spielen. Im vielfältigen Bild von Los Angeles gibt es sogar eine ‘‘Gesellschaft christlicher Juden”, die 2000 Mitglieder hat und sowohl die jüdischen wie die christlichen Feiertage hält, Weihnachten uni Chanukka. — Nur etwa 40 Prozent der Haushaltvorsteher gehören einer jüdischen Gemeinde an, auch die andern wollen aber, dass ihie Kinder dem Judentum treu bleiben. Dies geschieht gewöhnlich durch den An Schluss an eine jüdische Jugendbewegung. In Los An geies gibt es auch eine Gruppe Israelis, von denen einige als Lehrer arbeiten. Frau mit ihren Schwestern in Israel zeugen. Die Argentinische Zionistische Frauen-Organisation fordert ihre Mitglieder und Freunde auf, en der Kermesse der Chaluza teilzunehmen und mit ihrer Anwesenheit zu dieser traditionellen Veranstaltung beizstragen. ^niin>mnimmii»iiniiiiiitn»tmniimnnnimiiiiiiimiiiiniinmniinimninifniiimiiiiniiii»^ HffiHiiifiiiiiiiimiiiHHiiNiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiimiiimm»