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Jüdische Wochenschau · 1965-11-12 · 2142 (12.11.1965) · p. [Seite 3]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2142 (12.11.1965)
Date
1965-11-12
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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1 Viernes, 12 de Noviembre de 1965 SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N: 2142 — Juden auf der Insel Rhodos Mitte Oktober vorigen Jahres flog die letzte EL AL- Maachine mit sieben Passagieren und acht Mann Besatzung von Rhodos nach Israel. Dieses Jahr hat EL Al die Flüge bedauerlicherweise abgesetzt. Die Insel, in eineinhalb Flugstunden von Israel erreichbar, zieht mit Ihrer Ritterzeitromantik zahlreiche Touristen an, und die Andenkenverkäuier haben sich auf internationale Sprachen umgestellt. Eine alte Sage umrahmt die Entstehung der Insel, die als Vorposten von Asien nach Europa gelagert ist: Als Zeus die Erde zwischen den Göttern verteilte, vergase er seinen Sohn, den Sonnengott Appollon. Dieser wies auf ein selten geformtes vergessenes Eiland hin, das er erbat und mit den Strahlen seiner Sonne überflutete. Seine schaumgeborene Schwester Aphrodite mit dem Zeichen der Rose verzierte die Insel mit zauberhaften Rosen — die heute im Wappen der Insel sind. So entstand die Kreuzung zwischen Nord und Süd, Ost und West, nicht mehr Europa, noch nicht Asien, eine einmalige Schöpfung — die Insel der Rosen. Hier begegnen sich Orient und Okzident. Den naturreichen Schönheiten geseilten sich in millionenfacher Geschichte von Menschen geschaffene Tempel, Monumente, gewaltige Bauwerke bei.- In der hellenistischen Epoche wurde die 32 Meter i hohe Statue, der Koloss von ] Rhodos, eines der sieben Weltwunder, errichtet, die 227 v. d. Z. von einem Erdbeben umgestürzt wurde. Im Jahre 650 soll der Kalif Moavia die Ruinen des Kolosses einem Juden verkauft haben. AUS JU EPISCHER. VERGANGENHEIT Die erste geschichtliche Ueberlieferung bringt uns Benjamin von Tudela, der; um 1170 auf der Roseninsel 400 Juden vorfand. 1280 Hessen sich hier spanische Flüchtlinge unter sarazenischer Herrschaft nieder Als die Ritter von st. John vom Johanniterorden von Jerusalem vertrieben wurden, eroberten sie 1309 die Insel Rhodos und drückten ihr in! gewaltigen Befestigungswer- : ken ihren Stempel auf. 1502 1 hatte doch der Grossmeistert von Dr. S. GOLDMANN Pierre ^busson die Taufo aller Juden verlangt, die grösstenteils nach Italien flüchteten, aber zurückkehrten, als die Türken 1523 die Insel besetzten. 1912 gelangte Rhodos unter italienische Souveränität, wurde aber 1947 mit den Inseln des Dobereits vor dem zweiten Weltkrieg eine Auswandererbewegung nach dem asiatischen Festland wie nach Palästina. Von der die Altstadt umgürtenden Festungsmauer führt eine besonders schöne Pforte, einst die Juden¬ Mp f Ml mmmmm Das Eingangstor zum jüdischen Viertel von Rhodos dekanes mit Griechenland vereinigt. Eine im Jahre 1840 aufgetauchte Blutlegende, eine Ausstrahlung der Rltualmordaffüre in Damaskus, konnte durch Einmischung des Chacham Baschi von Konstantinopel sowie des londoner Bankhauses Rothschild beschwichtigt werden. Im Jahre 1947 wurde hier der Waffenstillstand zwischen Arabern und Israelis, in dem freier Zugang zur Klagemauer bedingt, aber bis heute nicht durchgesetzt wurde, unterzeichnet. Trotz der durch die Italiener gewährten Privilegien bestand ALFREDO STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTKNVORANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT VORHER 24 JAHRE V. DEL PINO 2639 Neue Adresse: VIDAL I5T5 fast Ecke PINO Tel: 76—9088 Depdsito: V. DE LA PLAZA 1779 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für iedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNfiSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL: 52-2993 4 Quader von Station Urquisa pforte genannt, in das alte jüdische Viertel hinein. Der geräumige Platz, auf dem griechische Krämer und Handwerker ihrem Tagewerk nachgingen, war vordem Mittelpunkt einer Gemeinschaft von 4000 jüdischen Seelen. Dort blinkten Schabbatlichter auf die Strassen hinaus, fanden Purim, und Simchat-Thora- Peiern ihren öffentlichen ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloform M. B.) wie sie der Verbraucher wünscht mit langjaehriger Garantie ★ Das ist »Die Bewaehrte CARLT0N Kleidung“ Feinste Massarbeit Fertigkleidung die ganze Linie Lohnanfertigung Ständige Passformkontrolle Kommen Sie mit allen Ihre« Bekleidnngsproblemen zu Iherm Kleiderberater ERNST KOPPEL Maipu 982, TE 31 7845 50 Meter von Plaza San Mar tin, mit vielen Verbindungs¬ und Parkmögiiohkeiten Ausdruck. Ein Vierteljahrhundert genügte, um alles Gedenken daran auszulöschen. Wie ein stummes Kaddiseh wirkte die an die Mauer geheftete Plakette mit der Aufschrift “Placia Martyron Evreon.” Die halbverfallenen Mauern des Rabbinerseminars, unter der Aera Mussolinis errichtet, das Haus, in dem der letzte Rabbiner Baruch Cohen 40 Jahre gewohnt hatte, riefen trübe Erinnerungen hervor. Am entgegengesetzten Ende füllte eine bildschöne Griechin ihj ren Tonkrug aus einem Brunnen, während in den kreisförmigen Unterbau quadratische Keramiksymbole eingearbeitet sind. Wollte der Tribut griechischer Christen im Angedenken der jüdischen Gemeinde — wie man erklärte — die Einheit der drei Religionen betonen? In einer der Seitenstrassen ziehen Davidschilder (Magen David) auf einer in der Wand angebrachten Holztür die Aufmerksamkeit auf die älteste, wieder renovierte Synagoge an. Durch einen geräumigen Vorhof — mit Vorrichtungen für Waschbecken und Suitka — gelangt man in den unglaubhaft grossen und schär erhaltenen Synagogenraum mit neu errichteter Frauenempore und mosaikverziertem Boden. Eine der verschiedenen Inschriften sagt in Hebräisch: “Dieses Heiligtum, verwüstet und er tweiht durch Naziterroristen, wurde auf Anordnung der britischen Militärbehörde mit Hilfe von Soldaten aus Israel (Jüdische Brigade) wiederhergestellt.’’ Unser Reiseführer, Sr. Salem, dem Nationalsozialisten entronnen, verrichtet hier täglich das Minchagebet, um der verwaisten Stätte, an der sich kein Minjan mehr findet, den Bann der Vereinsamung zu nehmen, und eine jüdische Frau zündet allabendlich die Schabbatlichter an. Ueber die differenzierteren Angaben bezüglich des Alters der Synagoge nennt die vom griechischen Sekretär, ■ Staragos Monikasios, übergebene Karte das Jahr 1731. Der Sekretär war ehemals auch LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aire* - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 17. Marcheschwan 5726 12. November 1965 der “Schabbat-Goi”, aber | der Schabbat ist von der Insei verschwunden und die, die ihn heiligten, schlummern im Staube der Erde: j DAS HAUS DES LEBENS | Der fast 100jährige Elija-; hu Soriano ist der Präses der 37 Seelen der Gemeinde, j die grösstenteils im alten Viertel wohnen, während er j und die Familie seines Seines Maurice ein wohlhabender Geschäftsmann, irv der Neustadt ihre Häuser haben. Abkömmlinge spanischer Flüchtlinge, sind sie seit über zehn Generationen auf der Insel beheimatet. Elijahu Soriano hat noch Erinnerungen an eine Begegnung mit Mosche Sharett und dem Gouverneur der Insel, aber sein hauptsächliches Sinnen gilt dem Friedhof, dem “Haus des Lebens”, worüber sein Sohn, der die Amtsgeschäfte führt, Einzelheiten berichten muss.' Unzählbar ist die Anzahl der in Kubenform, alle in gleicher Höhe angeordneten Gräber, die teils vier oäa fünf Jahrhunderte alt sein mögen, deren Inschrift aber verwittert ist. Kein Historiker meldet ihre Geschieht«. Eine eigenartige Tragik liegt jedoch über dem höher geformten Stein der 20jährigen Lea Frank, die am Abend ihrer Hochzeit plötzlich eine Beute des Todes wurde. Nicht weit vom Eingang ist ein Teil für die geistigen Führer der Gemeindereserviert. in denen Chajim Algazi, Moses Israel, Verfasser von “Massat Moshe’’, R. Esra Mialki, Verfasser von drei Kommentaren zum Choschen Miscb- Investierungen Jerusalem. — Die Regierung bestätigte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 98 Finanzierungsprojekte in neuen und bestehenden Unternehmungen im Gesamtbetrag von 152 Millionen IL. pat, Pri Hadasch und R. Jedidja Tarika, gehörten. Gegenüber dem jüdischen Friedhof, auf dem Friedhof der westlichen Alliierten, befinden sich zwei Gräber jüdischer Soldaten, die auf der Wacht im Jahre 1943 im Kampf mit den Besatzungsmächten gefallen sind. Bin noch älterer jüdischer f riedhof im Innern der Stadt, du roll die Italiener liquidiert, wurde in einen Rosengarten verwandelt. Das Hans der ¿ Gesciüti te mit der grössten Auswahl. SARGENTO 1147 T. E 35 <«33 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserieichterungen Zuvorkommende fach männische Bedienung ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS¬ GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550. L B — Bs. Aires. Rep. Argentina ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Br. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEI» DIENSTAG» MITTWOCH und FREITA# 16—18 Uhr T. 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