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Jüdische Wochenschau · 1965-11-05 · 2141 (5.11.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2141 (5.11.1965)
Date
1965-11-05
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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ftemw, S de Finnin de 1M6 SEMANA ISRAELITA Año XX VL — N* 2141 — S Jüdische Eindrücke aus Berlin Jeder zweite Mensch in Berlin spricht Hebräisch. Ich weiss nicht, ob diese Behauptung' statistisch haltbar ist. aber sie entspricht meinen persönlichen Erfahrungen. Als ich kürzlich sehr spät abends in Berlin ankam ur.d vor dem Hotel Windsor vorfuhr, kam mir der Hotelpage entgegen, um meinen Koffer in Empfang zu nehmen. Er fragte mich: “Sind Sie Herr Ben-Chorin?” Als ich dies bejahte, fuhr er fort: ‘ Schalom uwracha! Erew tow!” loh war gerührt und meinte, der junge Mann habe diese Worte zu meiner Begrüssung auswendig gelernt, aber es stellte sich heraus, dass er als Kind in Israel zur Schule gegangen war, dann über Uruguay schliesslich nach West-Berlin gelangte und nun hier “zeitweilig” <wie alle Juden in Berlin und der Bundesrepublik) sich niedergelassen hat. En langes Nachtgespräch mit dem Hotelpagen, teils hebräisch, teils deutsch geführt, zeigte mir die Problematik einer jungen jüdischen Generation in Deutschland, die an einer Krankheit leidet, welche j „Entschlusslosigkeit“ heisst, j Anderen Tages bestellte! ich ein Taxi und fuhr mit I einem Herrn aus Berlin nach dem Grunewald. Unterwegs erklärte mir der Berliner einige Sehenswürdigkeiten seiner Stadt. Da wandte sich der Chauffeur um und fragte mich: “Sind Sie aus Amerika?” Ich antwortete ihm wahrheitegemäss, dass ich I nicht aus Amerika, sondern aus Israel komme, woraufhin mich der Taxi-Chauffeur mit einem herzlichen “Schalom” begrüsste und eine Konversation in fliessende m Hebräisch begann. Ich fragte den Chauffeur, ob er aus Israel kenn me, aber er verneinte das und meinte lakonisch: “Aus Auschwitz.” j von SCHALOM BEN CHORIN Zum Beweise dessen zeigte er die Nummer vor, die auf seinem rechten Arm eingebrannt war. Und dann erzählte mir der Mann, dass er nach seiner Befreiung aus Auschwitz sich in einem Hachschara-Lager auf seine Alija nach Israel vorbereitet habe, wobei er fleissig und offenbar mit Erfolg hebräisch lernte. Die grossen Schwierigkeiten, die bis zur Staatsgründung, von 1945— 1948, mit der Einwanderung nach Erez Israel verbunden waren, schreckten diesen Mann offenbar ab, und so blieb er eben wie viele andere auch in Berlin hängen, aber er pflegte das Hebräische — — nur die hebräischen Monate machen ihm ausserordentliche Schwierigkeiten, und er bat mich, sie ihm herzusagen. In Berlin traf ich eine Kunststudentin, die dort an der Akademie Malerei und Graphik studiert, eine junge Deutsche aus Hamburg, die völlig mühelos und geläufig Hebräisch spricht. Des Rätsels Lösung; sie hat ein Jahr an der Bezalel- Kunstsdhule in Jerusalem studiert und war ein halbes Jahr in einem Kibbuz. Derartige Erscheinungen sind heute in Deutschland keine absolute Seltenheit mehr. Mit dieser jungen Dame fuhr ich an einem Nachmittag zu dem bewährten Israel-Freund Propst Griiber. Der Zufall wollte es, dass ich wieder den hebräischen Taxi-Chauffeur bekam, offenbar hatte er seinen Standplatz in der Nähe des Hotels Windsor. Zunächst fiel mir das nicht j auf, aber als ich mich mit meiner Begleiterin hebräisch unterhielt, mischte sich der , Chauffeur ebenso zwanglos j ein wie ein israelischer Na-! hag und fragte die Kunst- Elevin vorwurfsvoll, warum er sie bisher nicht in derj ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS¬ GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550, L B — Bs. Aires, Rep. Argentina ALFREDQ STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTKNVORANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT VORHER 24 JAHRE V. DEL PINO 2639 Neue Adresse: VIDAL 1575 fast Ecke PINO Tal, 7R_qnoo Deposit* j V. DE LA PUZA 1179 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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In der festen Ueberzeugung, zwei Israelis hinter sich zu haben, begann der Taxi-Chauffeur hemmungslos auf alle Deutschen zu schimpfen, so dass es mir langsam peinlich und ungemütlich wurde, und ich ihn schliesslich fragte, wie er denn mit diesen Ueberzeugungen und Ansichten in Berlin verbleiben könne. Er gab mir darauf1 eine so entwaffnende Antj wort, dass' ich eigentlich ' gar nichts mehr sagen | konnte: „Ata zodek“ (Sie haben recht.) Was soll man mit einem Menschen anfangen, der einem einfach recht gibt und mit schöner Unbefangenheit: erklärt, dass er selbst unrecht habe, aber daraus keinerlei Konsequenzen zieht?! Mit einem nicht-jüdischen Begleiter war ich am Freitag Abend in der Synagoge in der Pestalozzistrasse, in welcher Oberkantor Nechama, ein Jude aus Saloniki, amtiert, Nechama ist ein! Bariton von hohen Graden, ein Sänger, der es mit den Spitzen der Berliner Opern , aufnehmen kann. Sein prachtvoller Gesang wird ( von einem geschulten Chor j begleitet, dessen Jüdischkeit j ich nicht untersuchen möchte, und Orgelklänge umrahmen die Liturgie. Nechamas Gesang erfreut sich auf Schallp’.atten weitester Verbreitung. Im Radio ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloform M. B.) wie sie der Verbraucher wünscht mit langjaehriger Garantie * Das ist „Die Bewaehrte CARLTON Kleithmg“ Feinste Massarbeit Fertigkleidung die ganze Linie Lohnanfertigung Ständige Passformkontrolle Kommen Sie mit allen Ihren Beklekfengsproblemee m Iherm Kleiderberater ist seine Stimme oft zu hören, und in einem Fernsehfilm über die Feste des jüdischen Jahres “In Dem wir dienen”, den Rolf Vogel in Bonn hergestellt hat, uns wohl bekannt aus seinem Israel-Film “Paradies und Peuerofen”, ertönt Nechamas erschütterndes “Kol Nidre“. Der Gottesdienst an einem Freitagabend war nicht schlecht besucht. Vor allem auf der Frauen-Empore sah man viele blonde Gretchen, wie überhaupt der Anteil, den interessierte Christen am jüdischen Gottesdienst nehmen, heut8 nicht zu unterschätzen ist- Mein Begleiter aber, der mir vom Presse- und Informa tionsamt der Bundesregierung beigegeben war, betrat zum ersten Mal in seinem Leben ein Synagoge. Als wir das Gotteshaus verliessen, stand der junge Mann tief unter dem Eindruck des Gehörten und fasste sein Erlebnis in dem Satz zusam. men: “Das nenne ich mir eine Messe gesungen!” Er hat d mit die Sache getroffen, denn Kantor Nechama zelebrierte die Liturgie im Stil eines Hochamtes. Dass er, der sefarde aus Saloniki, sich dabei der aschkenasischen Aussprache bedient, ist ein besonderes Kuriosum, das aber nur mir, nicht meinem begeisterten Begleiter, aufgerfallen sein dürfte. Man soll die Feste feiern wie sie fallen. In meinen Aufenthalt fiel das Film- Festival in Berlin, bei dem ausser Konkurrenz am Sonnabend Vormittag der israelische Spitzenfilm „Salach Schabathi” mit einem sehr schleppenden deutschen Kommentar gegeben wurde; Sondervorführung für Jugendliche, die den hebräischen Schwejk Chaim Topol herzlich belachten. Auch auf dem Fest-Empfang des Film-Festivals sprachen mich mehrere Besucher hebräisch an, Journalisten und Rundfunkleute aus Israel ... man bleibt nirgends unerkannt und es gibt bekanntlich keine Entfernungen mehr. Selbst in Ost-Berlin wurde ich mit einem herzlichen LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aire* - PUEYRREDON 2190, 1* izq. - T.E. 83-2613 5. November 1965 10. Marchesrhwan 5726 ARABISCHER PROTEST IN DEN Vereinte Nationen. — Israel wurde von Syrien angeklagt, durch seine atomischen Experimiente die Gefahr des Eingangs nuklearer .Waffen im Mittelosten heraufzubeschwören. Diese Beschuldigung wurde von Bachir Sadek vor der Politischen Kommission formuliert. Mit dem Hinweis auf eine sowjetische Resolution, die einen internationalen Vertrag fordert, welcher die grössere Verbreitung von Kernwaffen verbieten soll, führte Sadek aus: „Meine Delegafon erachtet es als heilige Pflicht, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, dass in unserer Region des Mittelostens sich die Gefahr der Verbreitung von nuklearen Waffen klar am Horizont abzeichnet. Alle Informationen, die es uns trotz der Bemühungen der israelischen Behörden zur Kainouflage des Geheimnisses ihrer Atomexperimente zu sammeln gelungen ist, deuten darauf hin, dass der in Di mona gebaute Atomreaktor Plutonium zu produzieren imstande ist, das für die Herstellung von Atomwaffen dient.“ Sadek zitierte die nordamerikanische Presse und “Schalom” begrüsst. Es kam aus dem Munde eines alten Mannes, der lange Zeit unser Mitbürger in Israel war; Arnold Zweig. Als ich dem Schriftsteller, der heute hochbetagt und hochgeehrt in Ost-Berlin lebt, erzählte, dass ich hauptsächlich nach Ost-ßer. lin gekommen sei, um einmal das Wunderwerk des Pergamon-Altars zu sehen, meinte Arnold Zweig: “Schaun Sie sich diesen prachtvollen Altar nur an, aber der unsichtbare Altar, den wir in Jerusalem errichtet haben, ist noch viel bedeutsamer”. klagte Israel an, dass es weder den Vereinigten Staaten noch der Internationalen Agentur für Atomenergie gestatte, seinen Reaktor in Dimona zu inspizieren. Libyen ersuchte die UN um den Ausschluss Israels wegen „Beleidigung“ der Weltorganisation, da es sich geweigert habe, die arabischen Flüchtlinge wiederaufzunehmen, oder „2aimindest‘‘ um wirtschaftliche Sanktionen gegen Israel da dieses Land „den ausser Frage stehenden Entschluss der Flüchtlinge, in ihr Vaterland heimaukehren, nicht anerkennt“. Ein anderer Redner. Abdul Hamis Aziz aus Afghanistan, erklärte, dass seine Regierung „die Ziele der Organisation für die Befreiung Palästinas unterstützt“. Die arabischen Redner verlangten als vorläufige Aktionen die Verlängerung um 5 Jahre des Mandais der UNRWA, der Hilfsorganisation für die Flüchtlinge, und ein angemessenes Budget für dieses Büro. Das gegenwärtige Mandat der UNIR WA läuft Ende Juni 1966 ab _ (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Da* Haas der 3 Geschii te mit der grösste« Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E 35 1033 CABILDO 2614 7 PAMPA 4979 fast Ecke Trinnvtrat# Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fach männische Bedienung ERNST KOPPEL Maipti 982* TE 31 7845 50 Meter von Plaza San Mar. tin, mit vielen Verbindungs¬ und Parkmögiiohketten ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Er. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH and FREITAG van 16—18 Uhr T. 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