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Jüdische Wochenschau · 1965-11-05 · 2141 (5.11.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2141 (5.11.1965)
Date
1965-11-05
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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It — Viem««, B «le Noviembre de 1965 SEMANA ISRAELITA Gotteslaesterer am Werk (Schluss von Seite 1) Die dabei waren, sehen noch immer den Feuerschein vor ihren Augen, die züngelnden Flammen, die düsteren Rauchwolken, die aus den Gotteshäusern emporstiegen, die teilnahmslos dabei stehenden Feuerwehrleute und Polizisten, die nur darauf zu achten hatten, dass die Flammen nicht auf andere Wohnhäuser überschlagen. Viele dieser einfachen Leute Wickten selbst erstarrt und erschrocken auf dieses ruchlose, lästerliche Werk. Die Aufregung des Auslands war gross. Roosevelt rief seinen Botschafter ab. Jedoch folgte keine weitere, ernst zu nehmende Reaktion der damaligen Grossmächte. Nur zweifelte niemand mehr daran, dass ein Mann eine Regierung, ein Volk, die solches taten, vor keinem Verbrechen zurücksehrecken werden. Selbst der viel gescholtene Chamberlain liess den amerikanischen Präsidenten durch seinen Aussenminister Lord Halifax warnen, als er einsehen musste. das6 sein Land selbst bedroht ist: „Schon seit November 1938 gibt es immer deutlicher werdende Anzeichen, dass Hitler für das Frühjahr 1939 ein weiteres ausländisches Abenteuer plant... Bericht« lassen darauf schliessen, dass Hitler, von Rdbtoentrop Himmler und anderen ermutigt einen Angriff auf die Westmächte als Vorspiel ei ner späteren Aktion im Osten erwägt.“ Chamberlain war gewiss kein Prophet. Er war sogar ein Mann, der sich Illusionen hingab, sonst wäre wohl kaum das berüchtigte Münchner Abkommen abgeschlossen worden, das nicht mir die damals noch starke CSR zer schlug, sondern den Alliierten eine Niederlage beibrach te, die zur entscheidenden Schwächung ihrer militärischen Kraft geführt nat. Chamberlain wollte daran glauben, dass Hitlers Versicherung, das Sudetenland sei die letzte territoriale Forderung in Europa, die er zu stellen habe, wirklich wahr sei. Und doch war er der erste, der seine amerikanischen Verbündeten deutlich gewarnt hat. Man muss hieraus schliessen, dass Chamberlain seine eigenen Informationen über die weiteren Pläne der Nazis gehabt hat. Schliesslich gab es einen englischen Geheimdienst, der auf Jahrhunderte alte Erfahrungen zurückblicken konnte. Es war nicht der einzige Geheimdienst, der in Deutschland arbeitete. Es erhebt, sich nunmehr die wohl nicht ganz unberechtigte Frage aus welchen Gründen nichts weiter über die von den Nazis geplante Aktion gegen die Juden bekannt war. Dass dieser Pogrom von langer Hand vorbereitet gewesen ist, kann nicht in Zweifel gezogen werden. Die Pläne hierfür sind lange vor der Durchführung dieser Aktion ausgearbeitet worden. Die Nazis verfügten über sämtliches Material, das für dieses Verbrechen notwendig war, Statistiken. Baupläne, Adressen- und Namensverzeichnisse usw. Aber kein Geheimdienst hatte von diesen Absichten der totalen Vernichtung Kenntnis erhalten. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON ,TMM> 1’ izq. nachm. IC—19 Uhr Telefon: 80-6930 Añ* XXVI. — N« 2141 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezi algeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Auch die Juden waren hierauf völlig unvorbereitet. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, wie diese erst in der Nazizeit geschaffene Dachorganisation des deutschen Judentums hiess, wurde genau so überrascht wie der einzelne Jude im letzten Dorf. Sonst wäre es der Gestapo nicht möglich gewesen, die leitenden Persönlichkeiten festzunehmen und in die KZ zu weifen. Die wenigen, die sich verstecken konnten, wurden erst gewarnt, als die ersten Verhaftungen bereits durchgeführt waren'. Gewiss hat man in den leitenden jüdischen Kreisen gewusst, dass irgendetwas geschehen werde. Als die sogenannte Polen - Aktion verklungen war, mit der alle polnischen Juden aus Deutschland mit einem überraschend geführten Schlag abgeschoben werden sollten, — der grösste Teil wurde tatsächlich innerhalb weniger Stunden ohne jede Möglichkeit der Vorbereitung über die Grenze geschoben —, sagte der von den Nazis in Theresienstadt umgebrachte Paul Eppstein: „Die nächsten, die an die Reihe kommen, sind wir.“ Aber was das bedeuten konnte, „an die Reihe kommen“ wusste auch er nicht. Nach der Polen - Aktion wurden die Anstrengungen zur Auswanderung verstärkt. Die sich hierfür bietenden Möglichkeiten deckten bei weitem nicht die bestehenden Notwendigkeiten. Trotz aller Schrecken und Verfolgungen, denen die Juden auegesetzt waren, öffnete kein Land die Tore für die Einwanderung der rechtlos gewordenen J uden aus Deutschland. Selbst die Mandatsmacht England verschärfte die Bedingungen für eine Einwanderung nach Palästina. Obwohl alle Völker gesehen hatten, zu welchen ruchlosen Taten die Nazis fähig sind, wurden Affidavits. Llamadas. Zertifikate oder sonstige Papiere verlangt, die man nur unter immer schwiej riger werdenden Vorausset- ' zungen erhalten konnte. Wären nicht einige Konsuln weniger Länder gegen entsprechende Geldleistungen bereit gewesen, Visen zu erteilen, die Zahl der später dahingemordeten deutschen Juden wäre noch viel grösser gewesen. Viele Länder erschwerten sogar den nur zeitweisen Aufenthalt. Die Einstempelung des Buchstabens „J" in den deutschen Pas6 war eine schweizerische Erfindung. Dass viele Zoll- und Passbeamte mancher Länder den Inhabern der J-Pässe Erleichterungen von sich aus gewährten, gehört zum Lied vom braven Mann, den es überall gegeben hat. Aber die Brasilianer liessen diese Passinhaber auch nicht mit Fahrkarten erste Klasse und einem Visum für ein andere« Land von Bord gehen, selbst nicht für wenige Stunden. Es gab keinen jüdischen Geheimdienst, der die Juden in Deutschland gewarnt hätte. Gewiss gab es viele mahnende Stimmen, die voraussagten, was alles geschehen werde. Dass die meisten Ju den nicht auf diese Warnungen hörten, ist eine Tatsache. Aber wer hört jemals auf solche Warnungen? Selbst die mächtige deutsche KPD mit ihren gewaltigen nternationalen Beziehungen ist überrascht, überrannt und zerrieben worden, ohne auch nur den Widerstand zu leisten, der von den Juden organisiert worden ist. Die Juden im Ausland waren die einzigen, die gegen die Kristallnacht protestierten. Nur Roosevelt zog sei- Botschafter zurück. Dar „"ff hlnaus aber unternahm auch er nichts. Alle anderen waren indigniert. Aber die meisten sagten es nicht. Hiter zog auch hieraus seine Konsequenzen. Er erkannte me Schwäche, die Feigheit die Gleichgültigkeit def anderen Völker, die stete bereit waren, von ihren hehren de mokratischen idealen zu sprechen, aber die nichts da len t£ífn’ dieee m ccrteidigen. Dass er sich hierdurch Televisitn in Israel Jerusalem. — Der Vorschlag, mit dem Erziehungs-Bildfunk in Israel im kommenden Sommer zu beginnen und die allgemeine Television bis Ende 1967 aufzuschieben, wurde Premierminister Levi Eshkol von einem interministeriellen Comité unterbreitet Das Comité schlug ferner vor, dass es in der Israel - Televisior keine kommerziellen Ankündigungen .geben solle, und es angezeigt wäre, ausser den hebräischen Sendungen mehrere Stunden in arabischer Sprache Programme zu übertragen. (ITA) PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. >erät Sie kostenlos und tnverbindlich beim Kauf oder Verkauf von 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN BAEOSEBN VIRREV OE1 PINO 2262 T. 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Hitlers Leibarzt gab ihm eine Injektion. Hacha erholte sich. Die tschechische Regierung ' verpflichtete sich, den deutschen Truppen keinen Widerstand zu leisten. Hitler erklärte seinen Leuten, er werde als grösster Deutscher in die Geschichte eingehen... Die Alliierten schwiegen auch dazu. Es geschah immer noch nichts. Die Deutschen schwiegen zu allem, auch zur Kristallnacht. Die Reaktion des Auslandes war schwach. Und die Kirche? Was sagte sie dazu, dass mehr als 20.000 Männer in die KZ verschleppt, dass alle jüdischen Geschäfte zertrümmert waren? Was sagte sie zu den Mordtaten? Was sagte sie dazu, dass 191 Synagogen in Brand gesteckt und weitere 76 völlig zerstört waren. Das sind die offiziellen Ziffern, die Heydrich in seinem Bericht an Göring vom 11. November 1938 gegeben hat. Auch die Kirche schwieg, alle Kirchen schwiegen. Zwar soll der Kardinal Faulhaber dem Oberrabbiner Münchens einen Lastwagen zur Verfügung gestellt haben, damit er „einige geweihte Gegenstände aus der Synagoge in Sicherheit bringen“ könne, bevor diese völlig zerstört* wurde. Diese Behauptung ist nicht erwiesen, zumal mit Sicherheit angenommen werden muss, dass die Gestapo dies verhindert hätte, da sie niemanden mehr in die Synagogen eintreten liess. In Essen hat der jetzt in New York lebende Rabbiner Dr. Hahn unter Lebensgefahr einige Torarollen gerettet, er wohnte aber im gleichen Gebäude, sodass die Information über den Lastwegen des Münchner Kardinale wohl unzutreffend ist. Auch Prof. Lewy bezweifelt diese Behauptung in seinem grundlegenden Werk „Die katholische Kirche und das Dritte Reich“. Nur ein einziger katholischer Geistlicher hatte den Mut, gegen die Niederbrennung der Synagogen au protestieren: der Dompropst Bernhard Lichtenberg in Berlin. Am Morgen nach der Kristallnacht betete er öffentlich für die verfolgten nicht-arischen Christen und für die Juden und sagte: „Was gestern war, wissen wir. Was morgen ist, wissen wir nicht. Aber was heute geschehen ist, das haben wir erlebt: Draussen brennt der Tempel — das ist auch ein Gotteshaus“. Daas ein einziger katholischer, dass ein einziger christlicher Geistlicher diese Worte gesprochen hat, und dass man diese Tat als etwas Besonderes hervaeheben muss, das allein dürfte ein vernichtendes Urteil über die Haltung der« sein, die hätten sprechen müssen, aber schwiegen. Dem Domprobst Lichtenberg werden wir stets ein ehrendes Andenken bewahren. Er hat später seine lautere Gesinnung mit seinem Leben bezahlen müssen. Auch dazu schwiegen diejenigen, die hätten sprechen sollen. Lewy stellt fest: „Ehe Bischöfe Dlie- U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece lo* Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Svantwk; Pueyrredón 2190, 1? izq, T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: 3 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— j&hrl. Neu« Fabrik Tel Aviv. — Mit der grossen amerikanischen elektronischen Fabrik „Zenitti" wurde ein Vertrag geschlossen, wonach da« amerikanische Unternehmen in Israel eine Fabrik für elektronische Geräte, ln erster Linie für Television, errichten wird. il Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE i*elef VORANMELDUNG BERNARDO STERN A u gf Uhr on g saemtlicker MALERARBEITEN HELGUERA 19(5 T. E. 58-4062 ben stumm, angesichts der brennenden Tempel und auch, als die ersten Juden zusammengetrieben wurden.“ Sich jener Schreckenstage zu erinnern, in welchem das einmal so stolze und Erfolg gekrönte deutsche Judentum unterging, ist Aufgabe und Vermächtnis zugleich. Es ist eine furchtbare Lehre, die allen Juden «teilt worden ist, gestern, heute und morgen. — ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Proi. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 n. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. IOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN’ Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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