Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2140 (29.10.1965)
- Date
- 1965-10-29
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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VîtflMtf 29 4c OciuWf 4c 1965 SEMANA ISRAELITA Año XXVL — N* 214« — * on«n '■•'ter. Dernburg und Derenbourg “t*hn halten fft’fS dav°n, di. '.ft«* 7 «»eh dif and ein*(' n jü, V"WS SSSÄ 22»«? ^ung de, lunmehr Z ^8 werden dlestr Auf.’ «es emten js!rn m Ne» 8° her ha her Pöderah mit der »h die frei, kfräge in r neue und mgen ver sollen. taaten (% 8 Gemein, für ältere nen sich über 65 Ihre Zah] fösser. Es ie und in die staatbekom- Jedenfalls ehen. dass itersheime ¡u errich. 10 im Ale an der hen Ger hintersehr anje drei iigte te- ■ tragenid wrdrlers und rtschaft igend; discher ver für Gütern i schütte Stif- Konfes- ¡ungsma- 38.000 fl. Lönigliche folgt) ipi. :chesch*an rchesch*«1 [32 rchesch»afl rcheschwan rcheschwa» rChesch»an ard;l!esch«an Am 16. November 1007 richtete Walther Rathenau •n den Staatssekretär Dr. Bernhard Dernburg in Berlin ein sachliches, aber lieundsöhaftlich gehaltenes Schreiben, in dem es u. a. hiess: "In der Aufzeichnung, 4ie ich Ihnen heute überreiche, habe ich versucht, die Ergebnisse unserer ostafrikanischen Studien zusammenzufassen. Ich habe darauf verzichtet, die niedergelegten Ansichten zu beweisen und entgegenstehende zu widerlegen. Das Material an Tatsachen und Zahlen, Beobachtungen und Berechnungen, das uns als Rohstoff diente, ist jederzeit zur Hand, und der wahre Beweis, das, was einer Uefcerzeugung Leben und Gewissheit verschafft, liegt nicht im Dialektischen, son. dern in der Anschauung.” j Als Staatssekretär im i Reichskolonialamt, zu dem der Kolonialsekretär des Jahres 1906 aüfgerückt war, | hatte Dernburg, um sich für j seine Politik an Ort und j Stelle Einblicke und Infor-1 mationen zu verschaffen, j zusammen mit dem etwas j älteren Rathenau Teile von Afrika bereist. | Bernhard Dernburg war ursprünglich für die kaufmännische Laufbahn bestimmt. Er arbeitete im Bankfach (Berliner Handelsgesellschaft, Deutsche Bank, Deutsche Treuhandgesellschaft, Penn in ersehe Hypothekenbank), eine Zeit, lang auch in Amerika in der von Dr. E. 6. Lowentbal Firma Ladenburg, Thalmann & Co. 1901 war er Vorstandsmitglied der damaligen Darmstädter Bank. So lag seine Stärke mehr im Wirtschaftlichen als im Politischen. Wenn damals ein Bankdirektor für die Kolonialverwaltung gewonnen wurde, so kam das der Anerkennung der Notwendigkeit gleich, kaufmännischwirtschaftliche Gesichtspunkte in der Verwaltung stärker zur Geltung zu bringen und die bürokratische Schablone zurücktreten zu lassen. Dernburg räumte schnell mit gewissen Missständen einiger Unternehmungen auf Aber schon 1910 trat er von seinem Kolonialamtsposten zurück. In seinen Erinnerungen schreibt Theodor Heuss: “Bernhard Dernburg war 1906 aus der Leitung einer Grossbank an die spitze des Reichskolonialamtes berufen worden — ein damals in der Vergebung hoher Beamtenstallen völlig unerwarteter Vorgang —, er sollte die Verwaltung aus der behördlichen Versteifung befreien. Er war wohl die im sachlichen Vermögen eindrucksvollste Erscheinung dieser Gruppe.” Im Jahre 1912 wurde Dernburg, dessen Vater schon der jüdischen Religionsgemeinschaft nicht mehr angehörte, Mitglied des Preussischen Herrenhauses. Nach Kriegsende gehörte er der Weimarer Berichte aus Russland ¡London. — Jüdische Touristen, die aus der Sowjetunion zurückkehren, berichten, dass in letzter Zeit ein Druck auf sie ausgeübt wird, damit sie die Eindrücke bei ihren Besuchen in einem günstigen Licht darstellen. Sowjetische Journalisten interviewen die Touristen und versuchen, von ihnen für Presse und Rundfunk geeignete Erklärungen zu erhalten, die besagen, dass keine Diskrimination gegen die Juden in der USSR vorhanden ist. Häufig wird dieser Kontakt durch irgendeinen am Ort lebenden Verwandten des betreffenden Touristen bewerkstelligt, der natürlich dem Wunsch, den Besucher zu beeinflussen, bereitwillig nachkommt. Die ausländischen Gäste, welche den Rosch Hasch ana- Gottesdiensten in der Grossen Synagoge in Moskau beiwohnten, berichten, dass die Atmosphäre festlich war. In der Synagoge und auf dem davor liegenden Platz hatten sich 6.000 Menschen, darunter viele Jugendliche, zum Gebet eingefunden. Die Beobachtung, dass einige Leute aus der Gemeinde Fotoaufnahmen von den in ihre Gebetmäntel gehüllten Juden machten rief bei zahlreichen Betern Furcht und Unruhe hervor. Die aus Moskau heimkehrenden Touristen erzählen auch, dass die Bedingungen, unter denen die jüdischen Begräbnisse vor sich gahen, immer schwieriger werden. Die jüdischen Familien trachten, ihre Toten in den jüdischen Friedhöfen, die es noch in kleinen Städten in der Nähe Moskaus gibt, zu bestatten, doch nur jene, die Verbindungen haben, erhalten die hierfür notwendigen Bewilligungen. In vielem Fällen werden die Familien, welche der Beisetzung beiwohnen, informiert, dass der Tote auf dem gemischten Teil des Friedhofes beerdigt werden muss, manchmal zwischen Gräbern mit Kreuzen. Dies rutf bei vielen Juden tiefe Bestürzung hervor. JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE I:rael-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER M Allenby Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Nationalversammlung und mehreren Reichstagen als demokratischer Abgeordneter an. 1919 war er Reichsfinanzminister, aber weil er Gegner des Versailler Vertrages war, nur für kurze Zeit. Später war er der Leiter des zur Untersuchung der Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Zweigen der deutschen Wirtschaft eingesetzten Enquéte-Ausschusses des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats. Nachdem er sich 1930 vollends von der politischen Arbeit zurückgezogen hatte, blieb er weiter wirtschaftlich und wirtschaftsschriftstelle, risch tätig. Seine Kenntnis von der Wirtschaft fremder Länder kam ihm sehr zustatten. 1931 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der neugegründeten Akzept- und Garantiebank. Kürzlich wäre er 100 Jahre alt geworden. Er war in Darmstadt als Sohn des nationalliberalen Redakteurs und Abgeordneten Friedrich Dernburg (1833-1911) zur Welt gekommen und ist am 14. Oktober 1937 in Berlin gestorben. Seine letzten Lebensjahre hat er in völliger Zurückgezogenheit in seinem \ Heim im Grunewald ver- I bracht. I Bernhards Onkel war der j in Mainz geborene, bekann- : te Rechtslehrer Heinrich Dernburg (1929-1907), Professor für römisches und deutsches bürgerliches Recht in Heidelberg, Zürich, Halle und Berlin, dem Hugo Sinzheimer in seinen (1953 von Professor Franz Böhm neuherausgegebenen) “Jüdischen Klassikern der deutschen Rechtswissenschaft'’ ein schönes Denkmal gesetzt i hat. 1873 war er zum lebensj länglichen Mitglied des ] Preussischen Herrenhauses, ernannt worden. Schon der zum Christentum übergetretene Grossvater Jacob Hartwig Dernburg! war Professor an der Uní-1 versität Giessen. j Aus der Mainzer Familie j Dernburg sind auch die Pa- ¡ riser Derenbourgs hervorge- I gangen. Zu ihnen gehören; vor allem der Orientalist , Joseph (Naftali) Derenbourg I (Mainz 1811 — Bad Ems1 1895), der seit 1843 französij scher Staatsbürger, von! 1877 an als Professor für hebräische Philosophie an der Ecole Practique des Hautes Etudes in Paris wirkte. Er war eine Zeitlang Vizepräsident der Alliance Israelite Universelle und Mitglied des Pariser israelitischen Konsistoriums. Mit Abraham Geiger (Breslau, Frankfurt a. M.) stand er in brieflichem Gedankenaustausch. Sein Sohn Hartwig Derenbourg (Paris 1844- 1908), gleichfalls Orientalist, war zunächst als Kustos an der Nationalbibliothek m Paris tätig und hat sich dort mit der Bearbeitung arabischer Handschriften befasst. Später wurde er Professor an der Hochschule für orientalische Sprachen und am Rabbinerseminar in Paris. Er war Ritter der Ehrenlegion. Ereignisse der Woche FRANG0ISE GIL0T: Leben mit PICASSO Soeben erschienen Verlegt bei KINDLER Tagung in Santiago de Chile In der chilenischen Hauptstadt tagte die Jahreskonferenz der südamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, an der 50 Delegierte aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern tedlnahmen. Die Konferenz begann ihre Beratungen am vergangenen Sonnabend und fand ihren Höhepunkt in einer Veranstaltung, auf der u. a. der chilenische Innenminister Bernardo Leighton und Dr. Uri Naor. Israel- Botschafter in Chile, das Wort ergriffen. Zu den wichtigsten Themen der Tagesordnung "dieser Konferenz gehörten die allgemeine Lage der Juden in Lateinamerika und die Arbeit des Jüdischen Weltkongresses unter der jüdischen Jugend auf diesem Kontinent. Dr. Isaac Goldenberg, Präsident der argentinischen DAIA, berichtete über die allgemeine Lage, und Manuel Tenembaum aus Uruguay erstattete den Bericht über die Jugend. Ausser den schon genannten Ländern waren Mexiko, Panama, Brasilien, Bolivien und Peru vertreten. 20. Jahrestag der Vereinten Nationen Die DAIA hat ihren Anschluss an den Tag erklärt, an dem vor 20 Jahren die Vereinten Nationen gegründet wurden, die wenige Monate nach dem Weltkrieg entstanden, der von den Nazis entfesselt wurde und mit ihrer Niederlage endete. Damals begann die Welt, sich auf neuen Grundlagen zu organisieren, die in der UN- Charter und in der Deklaration der Menschenrechte niedergelegt wurden. Ein grosser Idealismus trug die Bemühungen aller Länder und Völker, allen Menschen auf der Erde, ohne Unterschied der Farbe, Rasse oder Religion, den Frieden und ein Leben in Freiheit zu sichern. Die UN-Charter, die Deklaration der Menschenrechte und die Konvention gegen den Völkermord sind wichtige Errungenschaften auf dem schwierigen Weg, auf dem die Menschheit noch heute weiterschreitet, und sie stellen entscheidende Etappen dar, um Rückschläge zu vermeiden, wie es die nazistischen Verbrechen waren. Als Vertreterin der Judenheit Argentiniens und aufgrund ihrer Bande, die sie im Geiste und nach der Herkunft mit Israel verbinden, fühlt sich die DAIA gehalten, auf diese Errungenschaften hinzuweisen, die für das schöpferische und richtungweisende Werk dieses Völkertribunals Zeugnis ablegen. Sie erwähnt in ihrer Erklärung jedoch auch die schwierigen Aufgaben, die die Vereinten Nationen auch heute noch zu bewältigen haben, und auf die selbst der Papst bei seinem kiirzlichen Erscheinen vor diesem Forum aufmerksam machte. So sei dieser Jahrestag ein Anlass, der gemeinsamen Verantwortung zu gedenken, um der Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe zum Sieg zu verhelfen, denn allein diese Ideale seien fähig, den Krieg zu bannen und den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Die DAIA, die dem Comité für die Vereinten Nationen der nichtgouvernementalen argentinischen Organisationen angehört, fordert dazu auf, unermüdlich zugunsten des gegenseitigen Verständnisses zwischen allen Menschen und Völkern zu wirken damit der Mensch sein hehr«) Schicksal erfüllen könne, so wie die Propheten der Bibel es voraussagten, deren Prophezeiungen das geistige Ziel für die gesamte zivilisierte Welt bilden. Generalversammlung der DAIA Für Montag, den 15. November, ist die Generalversammlung der Delegierten der DAIA einberufen wor-! den. Bei dieser Gelegenheit wird ein Bericht über die! von dieser Instanz zwischen November 1963 und Oktober! 1965 entwickelten Aktivitäten I vorgelegt werden. Gleichzei tig wird die Generalversammlung ihren Statuten I gemäss den Beratenden Aus- I schuss wählen, der nach seiner hierauf erfolgenden Integration den Leitenden Ausschuss durch Wahl ernennen wird, welcher die Geschicke der DAIA in den nächst 211 zwei Jahren bestimmen soll. An der Versammlung im Festsaal der AMI A werden Delegierte der der DAIA angeschlossenen Institutionen, die Mitglieder des jetzigen Beratenden Ausschusses und Repräsentanten der DAIA- Filialen aus dem Landesinnern teilnehmen. Rückkehr aus Israel Anfang dieser Woche nahm Staatssekretär Dr. José Noguerol Armengol seine Funktionen im argentinischen Aussenministerium wieder auf, j nachdem er kürzlich von ei- 1 ner Auslandsreise zuriiek- | kehrte, die er auf besondere Einladung der Regierungen I von Israel und Ungarn un- : ternommen hatte. Konferenz in Montevideo Ein Vorschlag zur Einberufung einer Konferenz aller lateinamerikanischen jüdischen Gemeinden in Montevideo für den kommenden März wurde auf der Schlusssitzung der 11. Jahreskonferenz der südamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses angenommen. Ebenso wurde eine Resolution gefasst, die den kiirzlichen Versuch der Sowjetunion verurteilt, in einem zum Projekt der Konvention über Menschenrechte beantragten Zusatz den Zionismus mit dem Nazismus in Verbindung zu stellen. In einer anderen Resolution forderten die Delegierten die sowjetischen Behörden auf, den Juden in Russland die gleichen Rechte wie den übrigen Minoritäten zu gewähren. Kongress der jüdischen Jugend Vom 11. bis 14. November ist ein Kongress der jüdischen Jugend angekündigt worden, der von allen Jugendorganisationen Argentiniens gemeinsam einberufen worden ist. Schon seit Jahren bestehen Bestrebungen, die jüdische Jugend in einem zentralen Jugendverband zusammenzuschliessen, die jetzt verwirklicht werden konnten. So haben vor einigen Tagen die beiden schon bestehenden zentralen Vereinigungen, die. Confederación Juvenil Sionista und der Consejo Juvenil Judeo Argentino, auf ihren Generalversammlungen ihre Fusion beschlossen, um mit vereinten Kräften für ihre gemeinsamen Ziele zu arbeiten. Dieser Kongress beweist, dass die jüdische Jugend Argentiniens sich ihrer Aufgabe bewusst ist, für die Zukunft der Judenheit in Argentinien ebenso wie für die Stärkung ihrer Bande mit dem jungen Staat Israel zu wirken, die Kreise nichtorganisiorter jüdischer Jugendlicher zu erfassen, alle noch nicht ausgenutzten Kräfte zu mobilisieren, vereint die allen jungen Juden gemeinsamen Ideale zu verwirklichen und angesichts der heutigen Problemstellungen eine Arbeit der Aufklärung und Orientierung zu leisten. Eine Statistik London: — Die Zahl der israelischen Studenten an europäischen Universitäten übersteigt nicht 2,000, während die der arabischen Studenten fast 25.000 beträgt, wie aus staatlichen Statistiken ersichtlich ist. Dieses Missverhältnis ist Grund zur Besorgnis in Kreisen der israelischen In. telljg:-nz. Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002, ISRAEL Dr. E. J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit. — Kart. $ 5.—. Prof. Dt. HARRY ZOHN (Waltham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT EUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 8 50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20,—, nach Erscheinen $ 35— IN VORBEREITUNG: „HISTORV OF THE JEWS IN AUSTRIA" Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Er scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien. — II. Band Slowakei und Karpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CHAJES-INSTITUTS