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Jüdische Wochenschau · 1965-10-29 · 2140 (29.10.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2140 (29.10.1965)
Date
1965-10-29
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes 29 tie ©etubre tie 1365 SEMANA ISRAELITA AE# XXVI. N? 214« Die neue Wahrheit\msckelloMrnistra'!e” (Schluss von Seite I) dazu ausgerechnet den Römern auszuhafern. Wohlweislich wird vermieden, eine andere geschichtliche Wahrheit mitzuteilen, dass in dieser Epoche der religiösen Schwärmer viele Wanderpredigtr in Israel aufaetreten sind, die ihre Mitbürger zur Besinnung und zur Umkehr auf den rechten Weg Gottes aufforderten. Hat doch Jesus selbst gesagt, und die Evangelien berichten es noch hundert und mehr Jahre später, als man sie schrieb, dass Christus gepredigt habe, er sei gekommen, das Gesetz, daß jüdische nämlich, zu erfüllen und nicht es abzuändern! Man verschweigt die neuesten Erkenntnisse und Entdeckungen der Archäologie und der geschichtlichen Wissenschaft. Man erwähnt die Funde über die Qumram- Sekte nicht, obwohl als erwiesen gelten kann, dass die von Jesus Christus vertretenen Auffassungen und Lebensformen von dieser Sekte lange vor ihm vertreten worden sind, sodass sein Auftreten, seine Gesetzes-Deutungen, seine Dialoge, sein Wirken und seine Lebensweise in Wirklichkeit nichts Ungewöhnliches für die damalige Zeit bedeutete. Das sind unbestreitbare und schon unbestrittene Quellen zur Erkenntnis und zum Verständnis der damaligen aufgewühlten Zeit. Obwohl es bisher keine zeitgenössische historische Chronik über das Auftreten von Jasus gibt. — was auch nicht zweifelhaft sein kann, — wurden alle Begebenheiten aus dem Leben des jüdischen Rabbi Jesus von Nazareth als historische Wahrheiten mit vielen Einzelheiten zu Dogmen erhoben. Eine von diesen ist die Behauptung, dass die Juden für seinen tragischen Tod verantwortlich wären. Kein jüdischer, kein römischer, kein sonstiger Ge- Dr. FREY A B 0 6 A D 0 PUEYRREDON.tUM 1» iza. nachm. 1«—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 schkhtsschreibar dieser Zeit berichten uns von dem Leben und Wirken dieses jüdischen Rabbi, der für Juden und zu Juden predigte, dessen Anhänger wie Gegner Juden gewesen sind, dessen Apostel Juden waren, dessen Wegbereiter zu den Völkern auch ein Jude gewesen ist, Saul aus Tarsus, jener Saulus, aus dem ein Paulus wurde. Wie aber ist es möglich, dass die Zeitgenossen eine so starke Persönlichkeit verschweigen? Vielleicht werden noch einmal Papyri gefunden, die uns von ihm berichten. Aber bisher liegen sie nicht vor, und trotzdem wird aufgrund .finge nach seinem Tode abgefasster Dokumente, die noch j nicht einmal miteinander in allen Punkten iibereinstimmen, ein Volk über die Jahr-! tausende hinweg angeklagt, | am Tode eines der Ihren die; Schuld zu tragen, obwohl es | sicher ist, dass die auch heu-! te und durch den neuesten I Konzilsbeschluss angeklagte j .jüdische Obrigkeit“ nicht die Macht hatte, eine Todesstrafe zu vollziehen. Die Feststellung in der .Judenerklärung“ über das gemeinsame Erbe, über das von den Christen so bezeichnete „Alte Testament“ und den Stammvater Abraham war nur der Ausdruck einer niemals bestrittenen historischen Tatsache. Aber dieses gemeinsame Erbe hinderte die Kirche und ihre Führung nicht, Jahrtausende hindurch die Juden zu verfolgen, weil sie in einem der Ihren nicht den verheissenen Messias anerkennen konnten. Das gemeinsame Erbe war xricht stark genug, um wenigstens die These vom Gottesmord als einen Irrtum zu bekennen. Dass die Juden von Heute keine Schuld haben an dem, was damals vorgekommen sein soll, brauchte uns nicht vom Konzil bestätigt zu werden. Wir haben uns niemals als Angeklagte gefühlt. Wir haben niemals die Notwendigkeit empfunden. gegen solche, für uns absurden Vorwürfe Stellung zu nehmen. Wir wissen, dass wir und unsere Vorfahren, und nicht etwa nur die Juden des Jahres 1965. keine Schuld an der Kreuz gung Christi tragen. Was soll uns also dieser ,, Freispruch“? Bedeutet diese Formulierung nicht eher eine Herausforderung denn eine Genugtuung? In dieser Erklärung findet sich der Passus, dass auch nicht alle Juden der Zeit Christi verantwortlich gemacht werden dürften, sondern nur diejenigen, die der (irregeleiteten) jüdischen Obrigkeit dieser Epoche gefolgt seien. Sind nicht die- . ser Obrigkeit alle gefolgt, , selbst die als Jünger Jesu’ bezeichneten Juden? Ist es nicht ein göttliches Gebot, der Obrigkeit zu folgen? Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, besagen nicht diese rrtUiKttOADES FRANKENBERG S. R. L. >erät Sie kostenlos und mverbindlict oeiro Kauf odei verkauf von 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN BAEUSERN VIRREV DEL PINO «62 T. E. 13-7887 Worte des Rabbi von Nazareth, dass der Bürger seiner Obrigkeit Gehorsam schuldet. Wird aus dieser Gefolgschaft etwa in diesem Fall ein anderer Schluss gezogen, als wir ihn beim deutschen Volk ziehen wollten, das allzu willig seiner nazistischen Obrigkeit nachgelaufen ist. Wird mit zweierlei Mass gemessen? Weil eine jüdische Obrigkeit vor zweitausend Jahren einen Juden vielleicht zu Unrecht der Staatsgewalt auslieferte, die dann ihr und nicht jüdisches Recht oder Unrecht an diesem Märtyrer seines Glaubens vollzog, ist das jüdische Volk für alle Zeiten verflucht? Aber obwohl Hitler als „Führer und Reichskanzler“ sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder eines anderen Volkes dahinmetzelte, haben wir niemals einen Fktch auf das deutsche Volk für alle Zeiten heraufbeschworen, während die Kirche zu diesem Massenmord unzweideutig geschwiegen hat. Diese Judenerklärung aes Konzils ist alles andere als e.n die Juden befriedigendes Dokument, auch wenn zusätzlich eine Verurteilung des Antisemitismus vorgenommen wird. Zweitausend Jahre hindurch war die Kirche die Trägerin eines furchtbaren Judenhasses. Kirchenväter waren es, die in der schrecklichsten Form gegen das jüdische Volk gewettert haben. Sie sind heilig gesprochen worden. Christen aller Bekenntnisse und Schattierungen, unter ihnen vor allem Luther, haben einen furchtbaren Hassgesang gegen die Juden angestimmt, sie aller Barbareien bezichtigt, die in Wirklichkeit von ihnen selbst und nicht vor. den Juden begangen worden sind. Das nazistische antijüdische Arsenal stammt aus ganz anderen als nazistischen Quellen. Es wurde aus den Folterkammern des religiösen Hasses hervorgeholt und in eine den Nazis adäquate Form übersetzt. Auf jenen Instinkten, die durch die Mär von der jüdischen Schuld an Christi Tod entfacht worden sind, bauten die braunen Mörder ihre Hassaktionen auf. Wir Juden brauchen keine KonztIserk 1 ärang. Wir können auch keine Dankbarkeit dafür empfinden dass es Menschen gibt, die ihrem Gewissen, ihren Erkenntnissen und ihrem Gefühl für Gerechtigkeit Folge leisten Wir wissen selbst unsere Werte zu schätzen und tragen die Verantwortung für die Schöpfungen und für die Fehlleistungen unseres Volkes aus eigenem Bewusstsein. Wir werfen keine Steine auf andere, wir haben bisher Andersdenkende oder Andersglaubende nicht verbrannt. Wir sind Menschen mit ihren Vorzügen und ihren Nachteilen, die wie alle JUDITH SCHENKOLEWSKl KULTUSSTICKEREIEN Scnabbosdecker rabiebeutel Käppchen Mar zot-Taschen Hand und Maschi&enstiekere) von Bett- und Hscnwäsctte Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VÏAMONTE 2037 4» B. 46-1716 and I8-2t24 Stockholm. — Zwei nordamerikanische jüdische Wissenschaftler erhielten zusammen mit einem japanischen Physiker den Nobelpreis für Physik für 1965. Es sind dies Dr. Richard P. Feinman, Professor für Theoretische Physik am Technologischen Institut von Kalifornien und Dr. Julius Schwinger, Professor für Physik an der Harvard - Universität. Beide sind in New York geboren, und beide sind 47 Jahre alt. Dr. Feinman ist Mitglied der Königlichen Gesellschaft in London und der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Er ist Träger des i Albert Einstein-Preises des | kalifornischen Instituts für ' seine 1954 in Princeton dmchgärfiihrten Studien und des Einstein-Preises der Jeschiwa - Universität. Auch Dr. Schwinger ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften, die ihn mit dem von ihr verliehenen Preis für seine Arbeiten über; die Natur des Lichtes im Jahre 1949 auszeichnete. i Einer der drei Franzosen, . die den Nobelpreis für Me- | dizin erhielten, Prof. Fran-! cois Jacob, bestätgte, dass er j Jude ist und einer seiner Brüder dem Jüdischen Konsistorium seiner Vaterstadt | Nancy angehört. Prof. Jacob kämpfte in der Armee der 1 Freien Franzosen des Gene- ] Menschen gute und schlechte i Eigenschaften besitzen. Aber wir haben uns bisher stets an I jenes jüdische Wort des j Christus gehalten: „Wer un- ' ter euch ohne Fehl, der wer-; fe den ersten Stein auf sie". Die anderen haben mehr ge- I tan als nuc Steine zu werfen, obwohl für sie dieses Wort die Kündung ihres Gottes ist. Kein Jude braucht daran i zu zweifeln, dass der Vor-; schlag und die Idee des Karj dinals Bea, die Juden von I dem Stigma des Gottesmor- : des zu befreien, edlen Moti- I ven entsprang. Dass aber ei- | ne verwässerte Erklärung I beschlossen worden ist, verschlechtert im Grunde ge- I nommen unsere jüdische Poj sition. Denn der Widerstand der Kreise, die diesen .Freispruch" vermeiden wollten, beweist den dominierenden Einfluss der reaktionären Kräfte, die — aus welchen Motiven immer — vermeiden wollen, einen alten Irrtum einzugestehen. Hätte die Wahrheit triumphiert, so hätte die Kirche damit eingestanden, zweitausend Jahre hindurch einen falschen Weg in einer der wesentlichen Fragen ihrer Dogmatik, ihrer Glaubenslehre, ihrer Geschichtsschreibung und ihrer Erziehung beschritten zu haben. Ohne Zweifel gehört zu solchem Bekenntnis eine gewaltige moralische Kraft. Vielleicht ist die Zeit noch nicht gekommen, wo diese Umkehr die Bahn zu wirklicher Brüderlichkeit und zur Verwirklichung der Lehre von der Liebe zum Nächsten freilegt, die allein zum Frieden und zum Fortschritt für die Menschheit führt. rals de Gaulle im Zweiten Weltkrieg und wurde schwer verwundet. Er besitzt das Kreuz der Ehrengelion und wurde vier Mal im Heeresbericht für Tapferkeit vor dem Feind erwähnt. Prof. André Lwoff, der zweite der drei Mediziner, die den Nobelpreis teilen, ist Sohn eines jüdischen Vaters. Obwohl er selbst als Kind schon getauft wurde, spricht er mit Stolz von seiner jüdischen Herkunft. Alle drei Nobelpreisträger bemerkten, dass ihre’ Assistenten, die Doctores F. Gros, EX Wollman und M. Cohen, Juden siçd. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes, Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. ti T.E. 83-2613 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 MOHEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. E 76-6784 o. 76-2312 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG Austausch von Gefangenen Tel Aviv. — Israel und Libanon tauschten Gefangene aus, die in beiden Ländern zu kurzen Freiheitsstrafen verurteilt waren, weil sie illsgal die Grenzen überschritten hatten. Israel gab an Libanon drei Soldaten zurück, die kürzlich beim Grenzübertritt verhaftet wurden, und Libanon gab Mosche Mordecbai, einen 20jährigen Israeli zurück, welcher unlängst im Libanon festgenommen wurde, als er in der Nähe der Grenze auf libanesischem Territorium angetroffen wurde. (ITA) Abono-Preise Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Zum ersten Mal Kopenhagen: — Erstmals im Laufe der 150jährigen Geschichte der jüdischen Organisationen in Dänemark fiel ein jüdischer Friedhof einem Anschlag von Rowdies zum Opfer. Es wurden 68 Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhof in der kopenhagener Molegade umgeworfen. Auf dem Friedhof fanden seit etwa 30 Jahren keine Beerdigungen mehr statt. Es handelt sich um einen stillen und nahezu vergessenen Platz. Die Steine wurden teilweise nicht nur umgeworfen, sondern auch mit Absicht beschädigt. Einzelne der Steine sind bis zu dreihundert Jahre alt. Der Schaden wird auf etwa 20.000 Kronen geschätzt. Die Polizei forschte unverzüglich nach den Tätern. ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Proí. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3UT T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTKAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. TX. 76-8673 u. 73-0500 ¿RNARDQ STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch o. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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