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Jüdische Wochenschau · 1965-10-22 · 2139 (22.10.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2139 (22.10.1965)
Date
1965-10-22
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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g — Viernes, 22 de Oetirhre de 19G5 8 K M A N A ISRAELITA Año XXVI. — N’ 2139 Âuf der Suche nach (Schluss von Seite 1) freien Religionsausübunggegenseitig aberkannt haben; sie versuchten stets oder häufig, hierbei die staatliche Gewalt zu ihren Zwecken einzuspannen. Sie gingen hierbei vom Primat der Wahrheit über die Freiheit aus. Für die bisherige Tradition der katholischen Lehre vermochten es nur besonders schwerwiegende Gründe im Hinblick auf das Geweinwohl zu gestatten, dass dem “Irrtum”, d. h. anderen religiösen Ueberzeugungen eine Existenz zuerkannt wurde. Das war das maximale Zugeständnis, zu dem sich die Kirche im Angesicht der eindeutigen Tatsachen bereit fand. Ueber diesen Standpunkt reichte auch die sogen. Toleranzrede des Papstes Pius XII. nicht hinaus. Wie weitgehend und absolut auch heute noch der Anspruch der Katholischen Kirche geht, kann man aus einer einfachen Gegenüberstellung ersehen. Nicht m allen Ländern ist die Majorität der Bevölkerung römisch - katholisch. Es gibt viele Staaten, in denen die Anhänger der Katholischen Kirche die Minorität bilden. In diesen Ländern aber erhebt die Katholische Kircne ihre Stimme und fordert Toleranz gegenüber ihren Gläubigen. auch wenn oder gerade wenn sie sich in der Minderheit befinden. Dieser Gegensatz in der Haltung der Kirche wird nicht bestritten. Im Lehrbuch des Kirchenrechts des Kardinals Ottaviani, das im Jahre I960 — also vor nur fünf Jahren _ erschienen ist. heisst es: ‘‘Du sagst vielleicht, die Katholische Kirche braucht also zweierlei Mass und Gewicht. Denn wo sie selbst herrscht, will sie die Rechte der Andersgläubigen einschränken, wo sie aber selbst die Minderheit der Bürger Dr. FREY A B 0 G A 0 0 PUEYRREDON SISO!♦ teq. nachm. II—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. jerät Sie kostenlos und tnverbindlicli beim Kauf oder Verkaui von 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN HA EUSEBN VIRREY DEI PINO 2262 T. E. 73-7887 bildet, verlangt sie gleiche Rechte wie die anderen. “Darauf ist zu antworten: In der Tat zweierlei Gewicht und Mass ist anzuwenden, das eine für die Wahrheit, das andere für den Irrtum”. Noch klarer kann sieh die Kirche nicht von den anderen christlichen oder gar den nichtchristlichen Bekenntnissen distanzieren. Wer aber wird — mit dem Brandmal des Irrtums gezeichnet — geduldet sein wollen. Das;st eine Grundlage für das Zusammenleben von Menschen innerhalb eines Landes oder eines Staates, ini er halb einer so klein gewordenen, so nah aneinander gerückten Welt? Man kann diese Lehrmei nung, in deren Geiste die Jugend erzogen wird, und die bisher keine Korrektur erfahren hat, und die auch vorerst nicht abgeändert werden dürfte, bejahen oder ablehnen. Eine geistige Auseinandersetzung ist aber nicht mit einem Partner möglich, der alle anderen mit dem Stigma des Irrtums öffentlich kennzeichnet und erklärt, den anderen nur dulden zu wollen, für sich aber die gleichen Rechte fordert, auch wenn er in der Minorität ist. Selbst wenn wir uns der Illusion hingeben wollten, eine echte Annäherung zwischen den Glaubensbekenntnissen sei möglich, ohne dass wir uns selbst aufgeben, so steht einem solchen Verlangen oder Versuchen jene These von der eigenen Wahrheit der Katholischen Kirche und dem Irrtum der anderen als ein unüberwindbares Hindernis irr, Wege. Dass es Akte echter Brüderlichkeit gibt, hat mit diesem Problem nichts iu tun. Es war ein trauriges, aber sehr menschliches Ereignis, als der katholiscne Priester, der anglikanische Pfarrer und der Rabbiner Arm in Arm auf einem englischen Schlachtschiff in den Tod gingen Es mag eine befriedigende Geste sein, wenn Vertreter verschiedener Bekenntnisse auf einer gemeinsamen Veranstaltung für Recht und Menschlichkeit werben. Aber was haben solche Szenen mit der kirchlichen Wahrheit zu tun? Hat die Kirche oder haben andere Bekenntnisse damit sich wechselseitig anerkannt, sind sie sich näher gekommen, haben sie alte irrtümer rektifiziert? Einige Bischöfe und auch weltliche Kritiker waren der Auffassung, das Konzil hätte sich vertagen und erst nach einigen Jahren über verschiedene Problemkreise entscheiden sollen, weil die Zeit noch nicht reif sei. Wir wollen zu dieser Frage nicht Stellung nehmen, aber können uns nicht des Eindrucks erwehren, dass dieser stand- JUDITH SCHENKOLEWSKI KTILTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker TäjJisbeutel Käpochen Maz zot-Taschen Hand- und Maschj&enstickerel von Bett- und nscDwäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-**155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 7R.n9.RR 73-1049 Wahrheit-IAn ^u§en<^ a^er Laender punkt in jedem Fall beachtlich ist. Noch besser hätte man allerdings formuliert, die Menschen seien noch nicht reif, um über manche alten Fehler zu entscheiden, alte Irrtümer zu berichtigen und neue Wege echter Verständigung zu beschreiten, die absolute Wahrheiten ausschliessen. Was können Diskussionen oder Gespräche so lange bedeuten, wie Lehrmeinungen über die ‘‘Wahrheit und den Irrtum” gelten, wie sie vom Kardinal Ottaviani mit aller Offenheit und Ehrlichkeit vertrjten werden? Wir sollen uns nicht darüber täuschen, dass auch wir Juden den Standpunkt vertreten, unsere Ueberzeugung ist die Wahrheit, die anderen befinden sich in einem Irrtum, um bei dieser Terminologie zu bleiben. Das, was Kardinal Ottaviani für seine Lehre ausgesprochen hat, nehmen wir für uns auch in Anspruch. Deswegen liegt nicht hier der Ausgangspunkt möglicher Auseinandersetzungen. Wir sagen mit Schopenhauer, die Wahrheit kann warten, sie hat ein langes Leben. Für unsere Wahrheit sind jüdische Geschlechter seit Jahrtausenden eingetreten, bereit, alle Konsequenzen, auch die letzte auf sich zu nenmen. Das Echte und ernstlich Gemeinte erreicht sein Ziel, freilich fast wie durch ein Wunder. Ist nicht schon das Ueberleben der Judenheit trotz des ungeheu- Im Auschwitz-Prozess und in anderen Kriegsverbrecherprozessen ist viel von den Ermordeten, aber wenig von den Ueberlebenden der Konzentrationslager gesprochen worden. Wohl waren viele dieser Ueberlebenden als Zeugen geladen, aber es gibt heute Tausende und Hunderttausende von stummen Zeugen, die jetzt, nach mehr als 20, 25, 30 Jahren noch immer unter den Folgen ihrer Lagererlebnisse zu leiden haben. Nicht nur die überlebenden Opfer von Hiroshima und Nagasaki sind zu lebenslänglichem Leiden und frühen Tode verdammt, auch die Ueberlebenden und seit Jahrzehnten dahinsiechenden Opfer der Konzen trationslager füllen die Spitäler, die Nervenheilanstalten, die Alters- und Pflegeheime. Die Aerzte behandeln ren Drucks während vieler Jahrhunderte und erst recht das Ueberleben des Judentums, der jüdischen Geistes¬ und Gedankenwelt, allein schon ein Wunder, das eines Tages durch weitere Wunder gekrönt werden könnte? Das ist eine unheimlicne Frage, auf die wir heute noch keine Antwort zu geben vermögen. Wir aber werden unseren Weg fortsetzen, den Weg der Suche nach der Wahrheit. Wir ■wollen es im Zeichen der Freiheit und der echten Toleranz tun, die nicht duldet, sondern jedem Menschen das Recht der freien Ueberzeugung zubilligt. DEBATTE UEBER DIE FLUECHTLINGE eine grosse Zahl solcher chronischer Patienten, deren körperliche und seelische Leiden aus jener Periode der Konzentrationslager stammen und nur dürftig gelindert werden können. Wenn man uns Ueberlebende immer wieder fragt, warum wir denn nicht vergessen können, so müssen wir darauf antworten, dass wir wohl verzeihen, aber niemals vergessen' können. Gerade unsere Leidensgenossen, die noch immer in den Kerkern ihrer Krankheiten, furchtbaren Erinnerungen und nie überwundenen Leiden schmachten und dahinvegetieren, sorgen dafür, dass wir niemals vergessen können. Wir werden, wir wollen und wir dürfen nicht vergessen! Wir werden, wir wollen und wir dürfen darüber nicht schweigen Schweigen bedeutet Zustim mung zur Barbarei, sagte schon im Jahre 1934 Jack Iwo in seinem in Paris erschienenen Buche “Goebbels erobert die weit.” Wir müssen aus diesem Auschwitz-Prozess und aus allen noch folgenden Prozessen dieser Art die Lehre ziehen und die Verpflichtung fühlen, unsere Mitwelt und vor allem die heranwachsende Jugend, immer und überall über diese? Monstre-Verbrechen unseres Jahrhunderts aufzuklären und umfassend zu informie- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1"? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. ren. Aber dies ist noch nicht genug. Viele Denkmäler und Mahnmale wurden für die Toten errichtet, Schulen, Heime, Institutionen wurden nach Anne Frank und Carl von Ossietäky und anderen Märtyrern benannt, Aber den Lebenden, den überlebenden Opfern, die noch heute Märtyrer jener furchtbaren jüdischen Katastrophe sind sollten durch Taten der Nächstenliebe Denkmäler errichtet werden. Nie wieder dürfen solche Verbrechen sich wiederho len! Es wäre ein Akt der Wiedergutmachung, der Slbstläuterung, sich auch dieser masslos „Erniedrigten und Beleidigten” anzunehmen, ihnen Freude und Trost, Freundschaft und Liebe zu schenken. Dies wäre eine grosse und schöne Aufgabe für die Jugend aller Länder. Gertrud Isolani ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Vereinte Nationen. — Michael Comay, Israels ständiger Delegierter vor den UN, verlangte, dass die jungen Araber, die für die zum Kamp der Arabischen Liga gegen Israel gegründete „Organisation zur Befreiung Palästinas“ rekrutiert wurden, aus den Listen der UNRWA gestrichen werden. Diesen Vorschlag machte er in der Sitzung des Politischen Sondercomités, das in Beratungen über den Jahresbericht des UNRWA-Chefs Laurence Michelmore eintrat. Cooiay betonte, dass die Ereignisse des Jahres 1948 der Existenz Palästinas als politische Einheit ein Ende gesetzt haben und die Forderung der arabischen Flüchtlinge, in ihr Vaterland zurückzukehren, irrational ist. Er w'ies darauf hin, dass enorme Mengen jüdischen Eigentums von arabischen Funktionären in Teilen Palästinas unter dem Mandat konfisziert wurden, die unter arabischer Kontrolle blieben, und das gleiche in den arabischen Ländern geschah, aus denen die Juden c.ach Israel flüchteten, doch dass dieser Zustand niemals auf der Tagesordnung der UN erscheine. JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VTAMONTE 2U37 4» B. 46-1716 and 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 a. 76-2312 Comay hob hervor, dass Israel in den ersten Jahren rund 45.000 arabische Flüchtlinge ansiedelte und 10 Millionen Dollar zahlte, als es die eingefrorenen arabischen Konten in den Banken freigab. Er wiederholte, seine Regierung sei bereit, sich an der allgemeinen Lösung des Flüchtlingsproblems zu beteiligen und für das in Israel zurückgelassene Eigentum der Flüchtlinge unter Berücksichtigung de« von den Arabern beschlagnahmten jüdischen Eigentums Entschädigungen zu zahlen. Der transjordanische Aussen minister Hazan Museibei behauptete, Micheltnore habe keim „wahres Bild“ von der Lage der Flüchtlinge gegeben, denn die Regierungen der arabischen Länder seien diejenigen, die den grössten „Ballast“ zu tragen hätten. Transjordanien mache sich erbötig, bei der Kontrolle der UNRWA-Listen zu helfen, aber eis fordere, dass die Kinder und Enkel der Flüchtlinge, also die dritte Generation, als echte Flüchtlinge angesehen und behandelt werden müssten. Zu der Beschuldigung, dass Flüchtlinge angeworben werden .äusserte Museibei.. dass diese Leute „entschlossen seien, in ihr Vaterland zurückzukehren“. — (ITA) Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicber MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Pro4. de la Facult-id, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita.. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41*2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9483 u. 44-1542

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