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Jüdische Wochenschau · 1965-10-08 · 2137 (8.10.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2137 (8.10.1965)
Date
1965-10-08
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 8 de Octubre de 1965 SEMANA ISRAELITA Ano XXVI. _ N* 2137 — 3 Loesegeld an Nazimoerder (Die nachstehenden Ausführungen sind einer Schrift ‘‘Einigkeit in der Zerstreuung’’, eine Geschichte des Jüdischen Weltkongresses, New York, 1948. entnommen und beziehen sich auf ein fast unbekanntes Kapitel der jüdischen Tragödie in Europa. D. Red.) —o— Tausende jüdischer Leben hätten gerettet werden können, wenn gouvernementale und nichtgouvernementale Stellen nicht unempfindsam gewesen wären und gewisse jüdische Institutionen die Lage nicht falsch beurteilt hätten. Im Jahre 1943 war die Rettung der Juden in fast allen Teilen des von den Nazis besetzten Europas zu einer , Frage geheimer Tätigkeit geworden, ebenso wie die Kontakte mit Funktionären der Gestapo die bestochen werden konnten, um sie zu veranlassen, die Deportationen aufzuhalten oder die schon deportierten oder internierten Juden zu schützen. So konnte die Ausweisung der gesamten jüdischen Gemeinschaft der Slowakei drei Mal mit Hilfe von Geld aufgeschoben werden. Mit Geld konnte man heimlich aus Polen, der Slowakei und Ungarn Juden herausbringen, und auf die gleiche Weise war es möglich, in Rumänien viele Dinge zu regeln. Verschiedentlich forderte der Jüdische Weltkongress die jüdischen Hilfsorganisationen auf. die USA-Regierüng um die Erlaubnis zu bitten, Geld nach Europa für die Rettungstätigkeit in besetzten oder feindlichen Ländern überweisen zu dürfen, doch aus angeblich patriotischen Gründen lehnten die Institutionen dies ab. Hätten sie nicht die Lage und ihre Pflichten so tragisch eingeschätzt, so wäre es möglich gewesen, tausende Juden zu retten, als die deutschen Behörden gegen Zahlung hierzu bereit waren. Finanzminister Henry Morvon KURT KAISER BLUETH genthau jun. erwähnt in seinem Tagebuch die Form, in der dem JWK die erste Bewilligung erteilt wurde. Geld in das besetzte Europa zu schicken. Am 20.. April 1943 benachrichtigte die Kongressfiliale in Genf das Zentnalbfiro im Wege über das State Department von der Mögilchkeit, ausgedehnte Rettungsaktionen in Frankreich und Rumänien durchzuführen, wobei besonders betont wurde, dass man die Kinder aus Transnistrien retten könne wo schon zehntausende Juden umgebracht worden waren. Hierzu musste man in Feindesland 100 Millionen Lei in feindlichen Devisen erlegen. Der Kongress ersuchte hierauf das nordamerikanische Schatzamt um eine anfängliche Erlaubnis zur UeberWeisung einer bescheidenen Summe mit der Idee, dass dies einen Präzedenzfall schaffen würde, der ähnlichen, grösseren Aktionen den Weg öffnen könnte Acht Monate unaufhörlicher Verhandlungen und Gesuche verstrichen, bevor die Bewilligung erteilt wurde. Das Schatzamt sympathisierte von Anfang an mit der vorgeschlagenen Massnahme, doch “das State Department wollte nicht einmal den ersten Schritt tun und nach Bern kabeln, um nachzuforschen, ob die finanzielle Seite der Aktion zu verwirklichen sei.” Das Aussenministerium erschwerte die Sache auch noch, nachdem das Schatzamt am 15. Juli zu dem Schluss gekommen war, dass “die vorgeschlagene Regelung zur Einrichtung eines Depots verhindern würde, dass das Geld dem Feinde helfen könne.“ Da wandte sich Dr. Stephen S. Wise an den Präsidenten Roosevelt, der, wie Morgenthau berichtet, “tief-, bewegt von der Situation, nicht empfänglicher hätte sein können. Am folgenden ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEÜAUS. GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550» L B — Bs. Aires, Rep. Argentina ALFREDO STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTKNVORANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT Neue Adresse: VIDAL 1575 fast Ecke PINO Tel.: 76-7281 Deposito; V. 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Ende September 1943. nachdem das State Department weitere Informationen von Dr. Gerhart Riegner (dem damaligen Direktor des Büros des JWK in Genf) durch Vermittlung der USA-Legation in Bern erbeten und empfangen hatte, wurde schliesslich dem Ersuchen stattgegeben. Doch zu dieser Zeit erhob das britische Ministerium für Wirtschaftskrieg definitiven Einspruch. Wir zitieren Morgenthau: “Die Bewilligung wurde weiter zurückg:halten. Inzwischen waren die Nachrichten aus Europa jedes Mal deprimierender. Zum Beispiel: Meldungen aus Bern enthüllten, dass viertausend Kinder im Alter von zwei bis vierzehn Jahren von ihren Eltern in Frankreich getrennt und in plombierten Zügen, eingepfercht in fensterlose Güterwagen, je sechzig Kinder in einem Waggon, onne Begleitung von Erwachsenen, ohne Lebensmittel, Wasser oder hygienische Vorsorge verschickt wurden. Wir knirschten mit den Zähnen und übten weiter jaden nur möglichen Druck aus. Doch das Schlimmste sollte noch kommen. Am 17. Dezember 1943 traf im State Department ein Kabel aus London ein, das die Wiedergabe eines Schreibens des Ministeriums für Wirtschaftskrieg an die Botschaft enthielt. Das Büro für auswärtige Angelegenheiten, so hiess es in dem Schreiben, ist über die Schwierigkeiten besorgt, die die Aufnahme einer erheblichen Zahl von Juden bereitet, falls man diesen das Verlassen fedndli- ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloiorm M. B.) wie sie der Verbraucher wünscht mit langjaehriger Garantie ★ Das ist „Die Bewaehrte CARLT0N Kleidung“ Feinste Massarbeit Fertigkleidung die ganze Linie Lohnanfertigung Ständige Passformkontrolle Kommen Sie mit allen Ihren Bekleidungsproblemen za Iherm Kleiderberiter ERNST KOPPEL Maipú 982, TE 31 7845 50 Meter von Plaza San Mar tin, mit vielen Verbindungs¬ und Parkmögiichkeiten chen Territoriums erlauben sollte. Daher zeigte es sich nicht einmal geneigt, den vorläufigen finanziellen Abmachungen zuzustimmen, obwohl diese für das Ministerium fiir den Wirtschaftskrieg annehmbar gewesen wären. Dieses Schreiben war eine teuflische Kombination von englischer Eiseskälte und diplomatischer Heuchelei, kalt und korrekt, und bedeutete in Wirklichkeit ein Todesurteil.” Die englischen Schritte riefen eine starke Reaktion hervor. Staatssekretär Cordell Hüll antwortete, es sei ihm “unmöglich, den dargelegten Standpunkt zu akzeptieren“, und er fuhr fort: “Diese Philosophie ist unvereinbar mit der Politik der USA-Regierung und mit der früher erklärten englischen Politik, so wie wir sie verstanden haben.“ Endlich wurde die Erlaubnis am 18. Dezember 1943 gewährt, und das Schatzamt erklärte, dass es jede zukünftige Eingabe wohlwollend berücksicht gen werde, um Gelder zu überweisen, die notwendig sein sollten, und diese Bewilligungen zu erweitern, um die Operationen zu erleichtern, welche geplant seien. Die an den JWK gerichtete Bewilligung, die die Nummer W-2115 trug, beginnt mit den folgenden Sätzen: “Zur Vorbereitung der Evakuierung an sichere Orte von Personen in Frankreich und Rumänien, deren Leben in . unmittelbarer Gefahr st:<ht, und in Anbetracht ihrer möglichen Evakuierung, und für den Unterhalt lind den Schutz des Lebens dieser Menschen, wird Ihrer Vertretung in der Schweiz (einschliesslich den von Ihnen bezeichneten Agenten) die Erlaubnis erteilt, entgegen der Allgemeinen Verfügung Nr. 11, mit Leuten in Frankreich und Rumänien in der von ihnen als notwendig oder geeignet betrachteten Weise in Verbindung zu treten und alle die anderen angezeigten Massnahmen zu ergreifen einschliesslch die Zahlung in französischen Franken an Personen in Frankreich und die Zahlung an Personen in Rumänien in LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1? izq. - T.E. 83-2613 8. Oktober 1965 12. Tischri 5726 Juden in Indonesien London. — In Surabaya gab es vor Beginn des Zweiten Weltkrieges über 1.000 Juden. Nunmehr leben dort noch 13 Familien mit zusammen 60 Personen. Die Synagoge wird nur an den Hohen Feiertagen beniitzt; für Freitag und Sonnabend steht das Heim des 46jährigen Präsidenten Charles Mussry. irakischer Abstammung, zur Verfügung. Früher kam hie und da der Rabbiner von Singapore. um religiöse Funktionen zu leiten. Seit zwei Jahren besteht aber zwischen Indonesien und Malaysia eine Art Kriegszustand, so dass der Verkehr unterbrochen wurde. Die Juden in Surabaya berumänischen Lei für Waren und Dienste.” Im Schatzamt und besonders von Menschen, die später durch ihr Wirken im Rat für Kr.'egsflüchtlinge (War Refugee Board) berühmt wurden, wurde die vorerwähnte Bewilligung als höchst wichtige Errungonschaft angesehen. Sie war die erste ihrer Art und wurde niemals zur Zeit dos Krieges einer anderen privaten Institution erteilt. Dies 3 Erlaubnis diente als Präzedenzfall für alle späteren Bewilligungen an das Joint Distribution Committee und andere Hilfsorganisationen, die grössere Mittel zu ihrer Verfügung hatten, sowie für ähnliche Operationen des Rates für die Kriegsflüchtlinge. Sie eröffnete den Weg für eine neue Art von Rettungsarbeit. Diese Resultate konnten dank der Bemühungen von Mr. John Pehle, Chef der Abteilung für Kontrolle ausländischer Fonds, erzielt werden. Der fünf Monate währende Kampf, den das USA- Schatzamt selbst für die Erreichung der Bewilligung austrug, führte zur Gründung des “War Refugee Board“ genannten Ausschuss. klagen sich nicht darüber, dass sie religiösen Beschränkungen ausgesetzt seien. Die Gemeinde ist offiziell anerkannt. Jedoch ist es fiir die Juden schwierig, in einer asiatischen Gesellschaft zu leben, die den westlichen Einfluss schroff zurück weist. Dazu kommen die Schwierigkeiten der jüdischen Erziehung der Kinder. Nach Ende des Krieges hatten die meisten Mitglieder dar Gemeinde Surabaya verlassen. Etwa die Hälfte ging noch Israel, ein anderer Teil nach Nordamerika, England und Australien. Grabsteine umgeworfen Bamberg: — Die Polizei fahndete nach unbekannten Tätern, die den jüdischen Friedhof Erpfting bei Lands, berg geschändet und fünf Grabsteine umgeworfen haben. In Erpfting am Stadtrand von Landsberg liegt einer der sechs in der Umgebung der Stadt angelegten Friedhöfen, auf denen mehrere tausend Opfer des KZ Dachau begrab sn wurden. MOEBELHAUS WATERMANN Da» Haus der 3 Geschät te mit der grösstep Auswahl. SARMENTO II47 T. E 35 <033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichteruneer Zuvorkommende fach männische Bedienung ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Er. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHÄEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. 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