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Jüdische Wochenschau · 1965-10-08 · 2137 (8.10.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2137 (8.10.1965)
Date
1965-10-08
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 8 de Octobre de 1965 SEMANA ISRAELITA Afto XXVI. — N» Î13J J. (Schluss von Seite 1) angeschnitten worden ist, immer noch eine sekundäre, absolut untergeordnete Rolle, wenn auch die Diskussion über dieses Problem und die bezeichnend sein dürften von dem Ablauf der Debatte und den sländ’ge.: Kämpfen hinter den Kulissen über die Formul erung der .Juden-Erklärung“ ent täuscht und beunruhigt sein. _ Denn durch diese Auvirnii Behandlung dar Angelegen-! K , ' . “ “Ir! ma“?” für das Gesamtbild der Ent- Grunde genommen für uns Juden uninteressant, wenn nicht gleichgültig, jedenfalls aber nicht gegenwartsnah war und unbedingt ei er Lösung hätte zugeführt werden müssen Die mügi che Erklärung gegen den Antisemitismus können wir positiv werten, sie genügt aber bei weitem in ihrer laschen und reichlich reutralen Formulierung nicht, um ein w rksames M'tte1 gegen Antisemiten darzustollen, besonders dann nicht, wenn das Odium des sogenannten „Gottesmordes“ in irgendeiner Form bestehen bleiben sollte. Merkwürdig irweise haben die Debatten im Konzil zu e'ner beinahe nicht erklärliwicklung dürfte. Ina Grunde genommen haben s ch die politischen und die wirtschaftlichen interna tionalen Machtkämpfe auf das Religiös-Geistige verlagert: der Glauben der Katholischen Kirche als der führenden religiösen Macht in der Welt steht dem Nicht- Glauben des Kommunismus gegenüber Neben der polit sch-wirtschaftlichen Koexistenz der Völker ringt man um e:ne religiöse Koexis'enz, zumal die Erwartungen auf ein Primat des organisierten christlichen Glaubens — schon wegen der eigenen, tiefgehe den Differenjoerungen innerhalb der Krohe. * ■ chen Verwirrung im jüdi- B. m den Fragen des moder- ■> c\. nen Lebens iEhe. Geburten- 1? ge . ,st regelung usw.) - im Verlauf . n,«rbei , ** __ °; raae diejenigen e-ine mrht des Konzils geringer gewor-/immer s)ück,?h€ ™ht spielen, die dazu berufen wären, den jüdischen Standpunkt mit der erfordert'chen Klarhe t zu vertreten. Alle Konz'lsväter sind sich dagegen über d e Distanzierung auch für den Fall im Klaren. tiefergehe"den E ntlass ausj deTvom^Ämord^oTden sind. Die Entwicklungen und Auseinandersetzungen, sowohl die politisch-wirtschaftlichen wie die geist g-religiösen. werden auch auf uns«-, das jüdische Leben und das Leben der Juden einen viel üben als die Debatte über die Jtidenfrage und den Antisemitismus, wie sie bisher geführt worden ist. Obwohl es durchaus verständlich ist, dass sich die jüdische Oeffentlichkeit in erster Linie für diese Frage interessiert, sollte man dennoch nicht die tatsächliche Proportion der Pro bl?me verkennen. Sicherlich dürfte es verfrüht sein, schon jetzt zur damit eine Quelle des Antisemitismus beseit gt worden, aber der Unterschied der Standpunkte — Christentum-Judentum — wird hierdurch nicht berührt. — Die Frage der jüdischchristlichen Annäherung hat mit diesem Problem im übrigen nchts zu tun. Es gibt keinen Juden, der hiergegen sein könnte, zumal wir in der Behandlung der Judenfrage“ j Galuî^ln lin« auf dem Konzil endgültige ' - uubuiuicu Stellung zu beziehen. Selbst die Skeptiker unter uns Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON .VJ.96 1’ izq. nachm. 18—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Speziaigeschaell CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Umweit leben. Insoweit befinden sich die Juden immer in Defensivstellung, wem sie ihr Judesein und ihr Judentum erhalten wollen. Will man jedoch nicht nur bei oberflächlichen Freundschaftsbekundungen verharren, d.e gewiss sympathisch, letzlieh aber nicht bedeutungsvoll sind, muss es sofort zu unliebsamen Kompilationen kommen. Das ergibt sich aus dem Beispiel, das der Schriftsteller und an religiösen Problemen sehr interessierte christliche (evangelisch$) Gelehrte Heinz Flügel gegen hat. der in jüdischen Gemeinden und Organisationen Vorträge hält, die sich mit dem Problem der | christlich-jüdischen Posit'on zu beschäftigen pflegen, j Vor kurzem erschien aus j seiner Feder und von ihm gezeichnet ein Artikel in der deutscbgeschriebenen bonaere ser Zeitung „Freie Presse“ 1 mit dem auffallenden Titel j „Kollege Pilatus“. Selbst i wenn man an dem guten PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. >erät Sie kostenlos tmd mverbindlicls beim Kauf oder Verkauf von lESfHAEFTEN WOHNUNGEN BAEOSEKN VIRREV DE1 PINO 22« T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KITLTUSSTICKEREIEN Scüabbosdackec radiebeutel Kännchen Ma* zot-Tascbeu Hand and Maschioenstickerei von Bett- und riscnwäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoria SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 Wteit Willen des Herrn Flügel nicht zweifelt, ist die Behandlung des von ihm gestellten Themas — jedenfalls vom jüdischen Standpunkt aus — tief bedauerlich völlig verfehlt ur.d abstossend. Was sagt Flügel? Er wirft die Flage auf, ob er, Flügel anders als Pontius Fülatus, der röm sehe Statthalter in Palästina zur damaligen Zeit, gehandelt haben würde, wenn er an dessen Stelle gestanden und selbst einige Fehler des Pilatus nicht gemacht hätte. Ei vermeidet jede klare Stellungnahme ob es damals wirklich die Juden gewesen sind die Christus getötet haben, obwohl sich aus se ner Darstellung, wenn auch n.cht eindeutig ergibt, dass sie garnicht die .weltliche Gerichtsbarkeit“ in ihrem .besetzten“ Lande ausübem konnten. Flügel versucht die Haltung des Pilatus mit dessen menschlicher: Schwächen wie Rücksichtnahme auf se ne politische Karriere zu entschuldigen oder unserem Verständnis näherzubringen. Auch habe Pilatus, so schreibt Flügel, der .geistlichen Behörde“ willfahren müssen, um einen neuen Konflikt mit den Juden zu vermeiden. Die geistliche Behörde war aber, wie allgemein bekannt eine jüdische! — Als ob die Römer jemals so zimperlich gewesan wären, auf solche Eventualitäten Riickscht zu nehmen. Hatten sie doch gerade erst kurz zuvor Aufstände und Rebellionen der Juden mit der ihnen e genen Grausamkeit niedergeschlagen und damit bewiesen wozu sie wirklich imstande gewesen sind. — Zu welchen Entgleisung«! aber derartige, vielle'cht gut gemeinte Bemühungen führen können, die früheren Ereignisse auf solche Weise .verständlicher“ zu machen beweist der geradezu ungeheuerliche Vergleich des Pontius Pilatus mit dem nazistischen Generalgouverneur im b'setzten Polen unserer Tage. „Ich masse mir jedenfalls für meine Person nicht an, so schreibt Flügel, dass ich als Generalgouverneur von Judäa in dem jüdischen Wanderprediger, der ihm da eines Tages vorgeführt wurde. den Sohn Gottes erkannt hätte. Versuchen wir einmal ganz sachlich zu sein! Stellen Sie sich bitte vor, wie Sie. als Oberkriegsverwaltungsrat sagen wir in Polen mit einem Juden verfahren wären. Mein Gott, Sie hätten sich persönlich mit ihm überhaupt nicht abgegeben..— Und dann etwas später: „ES hätte Gott ja auch gefallen können, zweitausend Jahre später etwa im Ghetto von Warschau oder Lublin Jesus erneut in Erscheinung treten zu lassen Aber Flügels Darstellungen werden immer verworre- JAC0P LAPIDUS dipt. Mtliel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2«37 4* B 46-1716 and 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T E. 76-6784 a. 76-2312 Synagoge in Brand gesteckt London. — Im britischen Protekorat Aden am Roten Meer wurde laut glaubwürdigen Nachrichten eine Synagoge in Brand gesteckt. Die Meldungen besagen, dass der arabische Mob als Protest gegen die englischen Pläne, dem Protektorat eine neue Verfassung zu geben, in eir.em der Stadtviertel brennende F'ackeln in die Synagoge schleuderten, um die Torarollen zu verbrennen. Auch mehrere jüdische Bäckereien wurden überfallen. Aden, das einst eine jüdische Bevölkerung von 700 Saelen und 7 Synagogen hatte, zählt heute noch 450 Juden, da die me sten Juden nach Israel und auch in andere Länder gewandert sind. Zu Beginn dieses Jahres fanden noch in drei Synagogen Gottesdienste statt. (ITA) rer. Et fragt: „Was ist Wahrheit? Halten Sie mich bitte, wenn ich so frage, nicht für einen Zyniker. Ich bemühe mich nur aufrichtig zu sein, ich leugne nicht mein kollegiales Mitgefühl mit einem Mann wie Pilatus der ohne zuständig und für so einen Prozess qualifiziert zu sein, in die Heüsgeschichte hineingeraten ist. Aber wer von uns wäre denn zuständig und qualifiziert? Immerhin, wir haben seit etwa 2.000 Jahren eine christliche Kirche und sind der Sache Christi noch längst nicht gewachsen. Mein Gott, wenn ich nur an Auschwitz und Ma.danek, an Bargen-Belsen und Treblinka denke! Dann muss ich doch um Nachsicht für meinen Kollegen Pilatus b’tten“. Soweit Herr Heinz Flügel. Geht es bei der Debatte wirklich um die Haltung oder die Schuld des Pontius Pilatus? Oder geht es um die Frage, ob der von der Kirche seit beinahe zweitausend Jahren immer wiederholte Vorwurf berechtigt ist, das „verfluchte Volk der Juden“ sei des Gottesmordes schuldig? Fällt diese Anklage des Goitesmordes nach der mit abwegigen Vergleichen und banalen Argumenten geführten Verteid gung des .Generalgouverneurs“ Pilatus nicht doppelt gewichtig auf die Juden, auf die „geistliche Behörde“? — Nichts anderes sagen doch diejenigen, die im Konzil mit aller Macht zu verh ndern suchen, dass man dieses Odium vom jüdischen Volk damals wie heute nimmt! Völlig unverständlich bleibt der Vergleich mit dem Generalgouverneur im nazibesetz’ten Polen, der wenigstens so viel Zivilcourage besessen hat, seine urgeheuerliche Schuld zu gestehen und die Konsequenzen hieraus zu ziehen. Aber war denn Judäa wirklich ein nözibesetztes Polen, oder lebte dort ein freies Volk, das zeitweise von den Römern beherrscht wurde? Haben die Römer Gasöfen gebaut? Haben sie Juden verfolgt, weil sie Juden waren? Haben sie Millionen ermordet? Haben sie Flauen und Kinder vernichtet? Liegt hier nicht ein abstossend er Zynismus des Herrn Flügel, der als Anräherungsverkiinder in jüd sehen Gotteshäusern sprechen durfte? Und ist dieser Zynismus nicht umso abstossender als Flügel sich selbst dessen bewusst ist und deshalb zu- Dr. 6. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58*4052 nächst einmal seinen Zynismus bestreitet?! Diese Ausführungen zeigen, mit welcher Vorsicht wir derartige .Annäherungsversuche“ oder .Freundschaftsbezeugungen“ betrachten sollten. Wir sind ein Volk mit einer langen Erfahrung. Wir sind Juden und wollen nur Juden sein. Wir sind nicht darauf angewiesen, dass andere uns unsere anständige Gesinnung bestätigen. Denn wir und niemand anders haben der Welt das Gesetz gegeben, nach dem sie leben sollte. Und auch der Rabbi von Nazareth war ein Jude, der erklärte, er sei nicht gekommen, dieses Gesetz zu ändern, sondern es zu erfüllen. Das betrachtete er als seine Aufgabe. Das war und ist die Aufgabe jedes Juden geblieben, auch heute. U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B, Swarsenaky Pueyrredón 2190, 1? izq T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien:? 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Moscheen in Israel Akko. — Die israelische Regierung hat in den letzten Jahren 10 Moscheen in arabischen Dörfern gebaut und 66 000 Dollar zum Bau der grossen Friedens - Moschee, die jetzt in Nazaret errichtet wird, beigetragen. Dies berichtete Religionsminister Zorach Wahrhaftig in einer israelisch - mohammedanischen Konferenz, welche in Akko stattfand. Er fügte hinzu, die Regierung sei gewillt, den mohammedanischen Bürgern, die nach Mekka pilgern wollen, dies zu erleichtern, aber sie könne nicht viel tun, wenn die arabischen Nachbarländer israelischen Mohammedanern den Grenzübertritt verweigern. (ITA) ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Prod. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. L T3-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87*1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-6500 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. £. 44 5493 u. 44-1542

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