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Jüdische Wochenschau · 1965-09-24 · 2135 (24.9.1965) · p. [Seite 15]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2135 (24.9.1965)
Date
1965-09-24
Page
[Seite 15] (sequence 15)
Language
German, Spanish
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Sw.: — Ein Prinzip dieser Zeitung ist es imim» gewesen, sich nicht in die innenpolitischen Verhältnisse eines Landes einzumischen zu den Prägen der Innen- und In den letzten Jahren ist der Anblick von Beduinen, die sich mit einem festlich geschmückten Kamel in voller Stammestraoht, samt Schwert und Gewehr, an den Tankstellen der Landstrassen Israels einfinden, alltäglich geworden. ES handelt sich um jung«, geschäftstüchtige Nomaden, die durch die Winterdü.-.e von Ihren heimat'ichen Gefilden in der Wüste n-ich dem regei reicheren Norden vertrieoen, am ‘hisse des judäischen Berglandes ihre Schafherden weiden kamen und bei dieser Ge'igenheit zwar nicht Amerika abe: die amerikanischen Touristen entdeckten, die ja eine angeborenene 1 Teigung haben, die Karl-May-P mantik des Orients zu verehren. Wrs kann schon ein grösserer Trumpf sein, als, nach Hause mrückgekehr , »räohtige Farbfotos vorzuweisen, in denen sie, An den Schah von Persien Genf: — Dr. Nachum Goldmann sandte im Namen des Jüdischen Weltkongresses eine Botschaft an den Schah von Persien, um ihn zu seinem 25jährigen Regierungs-Jubliäum zu beglückwünschen. Dr. Goldmann betont die warmen Gefühle der Bewunderung und Freundschaft, die das jüdische Volk seit “unvordenklichen Zeiten” für den Herrscher des Iran, hegt, “In aufrichtigster Wertschätzung der menschlichen und verständnisvollen Sympathie, die Eure Majestät stets für die Probleme unserer Gemeinschaft bewiesen hat, wünsche ich E- M. noch eine lange und ruhmreiche Herrschaft in Frieden Und Glückseligkeit”, so kabelt« Dr Goldmann. (ITA) von HAIM MASS hoch zu Kamel, neben einem waschechten Beduinen abgebildet sind? FATALISMUS VERSUS INITIATIVE Zuweilen weckt ein so schmuck in farbenprächtige Wüstentracht gekleideter Beduine aber selbst die Phantasie eines Einheimischen, zumal, wenn da: Kamel an seiner Seite besonders eindr jcksvoll gesattelt und zurechtgemacht ist. Auch wir zücKten umängst auf der Durchfahrt von Jerusalem nach Tel Aviv an der Strassenkreuzung Nachschon, von wo die Landstrasse gen Süden bzweigl, die Kamera, um Las lieblich-biblische Bild zu verewi geu. Schliesslich ist es üb lieh, nur für die Besteigung des Kamels und das sich daraus ergeben Foto Tantiemen an den Kameiin naher zu zahlen. Doch diesmal hatte ich die Recnnung ohne den Beduinenwirt gemacht. Wk von einer Natter gestochen, sprang er auf, wehte in dynamischem Protest mit den Armen und bedeutete mir, aus dem Wagen zu steigen und auf sei-n Wüstenschiff zu klettern, in Erwartung, dass ich mich auf diese Weise der üblichen Zahlung eines israelischen Pfundes nicht entziehen würde. „Das ist kein richtiger Beduine“, bemerkte plötzlich die bessere Ehehälfte, die mich begleitete. „Ein Beduine wäre fatalistisch sitzen geblieben und nicht behende aufgesprung r wie der, um sein Pfund zu retten.“ Ich bestritt diese Behauptung, und wir einigten uns auf eine Wette. Kaum hatte ich mich dem „Beduinen“ genähert und mit ihm versucht, auf Arabisch einige Worte zu wech- ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS. GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550, L B — Bs. Aires, Rep. Argentina ALFREDO STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTENVORANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT Neue Adresse: VIDAL 1575 fast Ecke PI NO Tel.: 76-7281 Deposito: V. 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Eine gutgebaute, schwarzäugige junge Schönheit aus dem Orient Sara, hatte ihm den laben den Trank verabreicht den, er sich, wie Erzvate' Jakob bei dessen Begegnung mit Rachel am Brunnen Labans erbeten hatte. Wie im Falle Jakobs war es Liebe auf den ersten Blick. Doch ungleich dem biblischen Beispiel bedingte sich Saras Vater, der in einem Mosch? w in der Nähe der Tankstelle lebt nicht aus. dass der junge Exsoldat für seine Tochter sieben Jahre lang arbeiten müsse. Die Hochzeit zwischen Tommi aus Budapest und Sara aus Marakesch wurde n:ch wenigen Wochen mit typisch orientalischer Ueberschwenglichkeit begangen. Tommi war von Beruf Autofahrer, verdiente jedoch nicht soviel, dass er auf Sarahs Erwerbstätigkeit im Nachschon-Buffet verzichten konnte. Das brachte Probleme mit sich, besonders wo Tommi seine Sara so heiss liebte, dass er ständig befürchtete, ihre auffallende Schönheit könne auch die Herzen anderer Gäste der Raststätte an der Landstrasse entzünden. Er musste also eine Lösung finden, die seine stän dige Gegenwart in unmittelbarer Nähe seiner Angetrau- ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloiorm M. B.) wie sie der Verbraucher wünscht mit langjaehriger Garantie ★ Das isf „Die Bewaehrte CARLTON Kleidung“ Feinste Massarbeit Fertigkleidung die ganze Linie Lohnanfertigung Ständige Passformkontrolle Kommen Sie mit allen Ihren Bekleidungsproblemen zu Hierin Kleiderberater ERNST KOPPEL Maipu 982, TE 31-7845 50 Meter von Plaza San Martin, mit vielen Verbindungs¬ und Parkmöglichkeiten. TEL.: 52 2983 ten gewährleistete. So verfiel er auf den Gedanken, sich ein Kamel zu kaufen und den waschechten Beduinen zu vertreten der im vo rigen Winter, während der Dürre in der Umgebung von Beer Schewa, mit seinen Herden zur Tankstelle Nachschon wanderte, aber unterdessen ins he'matliche Zeltlager zurückgekehrt war Der Inhaber des Buffets hatte gegen den Vorschlag nichts einzuwenden. Tommi investierte seine letzten tausend Pfund und kaufte sich am Beduinenmarkt von Eeer Schewa ein schmuckes, junges Kamel. , ,Es war teurer als ein guterhaltener Jeep gekostet hätte*, bemerkt der 22jährige budapester Kameltreiber mit einem tiefer Seufzer. Alles weitere war ein Kinderspiel. Tommi erwarb sich originelle Beduinentracht, mietete sich einen unverfälschten Kameltreiber, um sich von ihm unterweisen zu lassen, wie man mit einem Kamel umgeht, und „schlug sein Zelt“ neben der Tankstelle auf. Den Lehrer konnte er schon nach zwei Wochen entlassen. Das Kamel bekundet seither Tommi gegenüber ein hündisches Anhänglichkeitsgefühl wenn ihm Tommi auch keinen Namen verlieh, wie es bei Haustieren üblich ist. Tommi Stein, der sich ne. ben seiner bildschönen Sara nun glücklich dünkt, und sie zwischen eintreffenden Touristenbussen umwerben kann, soweit dies ihre Tätigkeit am Ausschank nicht beeinträchtigt, hat sich mit dem Kamel-Gedanken allein noch nicht zufriedengestellt. Er hat, mit der Zustimmung des Buffetbesitzers, einen kleinen privaten Tiergarten im Hoi der Raststätte errichtet. Vorläufig sind es nur Kaninchen, buntgefiederte Singvögel, siamesische Katzen und Wolfshunde, die hier die Kinder der einkehrenden Ausflügler ergötzen. Aber in absehbarer Zukunft werden sich denen auch echte Affen aus Afrika hinzugesellen. „Wenn ich - nur jemanden finden könnte, der genügend Parteipolitik keine Stellung zu beziehen und sich mit Feststellungen oder mit allgemeinen Kritiken zu genügen. Wir haben deswegen niemals für eine bestimmte Partei in irgendoinem Lande oder gegen eine andere Position bezogen Wir sind überall für die Fre heit des Menschen, den Denkens, des Rechtes, der Presse und des jüdischen Volkes eingetreten, wo sie gefährdet war. Selbst zur Zeit der Diktatur haben wir unsere Linie nicht verlassen, wenn wir auch nicht nach dc-m Sturz Perons in das Geheul der Meute eingestimmt haben, in der sich allzu viele verbargen, die noch Tage zuvor ihre Vorteile von jenem System oder seinen Helfershelfern erwartet und erbeten haben. Schliesslich war die Jüdische Wochenschau, die alle Konsequenzen dieser Haltung auf sich genommen hatte und die als einzige jüdische Zeitung in Argentinien nicht ein einziges Mal einer Einladung des jüdisoh-peronistischen Comités gefolgt ist. Ist es ein Anderes, etwas Abweichendes, wenn wir unter den bedauerlichen, zur Zeit obwaltenden Umständen parteilicher Auseinandersetzungen nicht zu dem Konflikt um Ben Gurion Stellung genommen haben und auch nicht nahmen wollten. Auch hier handelt es sich um eine Frage des innenpolitischen Lebens eines Landes, an dessen Aufbau wir zwar teilnehmen, für dessen Entwicklung wir alles zu tun bereit sind, was in unseren Kräften steht, an dessen Zukunft das Schicksal des ganzen jüdischen Volkes und unser eigenes gebunden ist. Aber das gibt uns alles noch nicht das Recht, auf den Wahl- und Parteienkampf irgendeinen Einfluss zu nehmen. Dies steht ausschliesslich den Bürgern Israels zu. Meinungen kann man natürlich äussern, ein Bedauern kann man aussprechen, ein Kopfschütteln zu Vorgängen zeigen, die enttäuschend auf alle Juden der Galut wirken. Was ist geschehen? Der alte Ben Gurion zerstört ei- - nen guten Teil des gewalti- | gen Ansehens und der grossen Sympathien, die ihm vom ganzen Volk, von der Kulturwelt — darf man sagen ,— entgegengebraoht wor. den sind. Obwohl seine historischen Verdienste um die Schaffung und den Aufbau des Staates immer die gleichen bleiben werden, sind seine heutigen Aktionen nur geeignet, seinem Ruf in der Welt einen Abbruch zu tun. Bin israelischer Karikaturist hat ein gewaltiges Denkmal Ben Gurions gezeigt, an dessen Fusse ein kleiner Ben Gurion steht, der mit einer Axt sein eigene« Denkmal zu beschädigen versucht... Fast mit den gleichen Worten wie Ben Gurion hat Adenauer in ebenso ungerechter Weise über seinen Geld hat, so würde Ich einen Elefanten erwerben“, träumt Tommi. „So einen, auf dessen Kopf ein kleiner Junge reiten könnte. Das wäre ein Geschäft und würde Neugierige von weit und breit anlockend Nachfolger gesprochen, und als dritter Alter, der sich nicht von der Macht trennen kann, ist nunmehr der Grieche Papandreou „zwischen die Seile“ geklettert, um das erhoffte Comeback zu feiern» Wir können zu dieser Situation nur sagen, dass wir diese Entwicklung aus sachlichen, aus politischen und aus persönlichen Gründen bedauern; aus sachlichen, weil das Land eine ruhige Weiterentwicklung benötigt, aus politischen, weil alles geschehen musste, um die Fronten zu schliessen und nicht zu differenzieren, aus persönlichen, weil das Werk Ben Gurions, sein Namen und sein Ansehen durch ihn selbst beschädigt wird. Wir erwarten — und die« wohl nicht ohne Grund —, dass Israel gestärkt aus dieser Krise herausgehen wird. Denn schliesslich wird sich doch die Einsicht durchsetzen, das« Zukunft und Leben des Volkes allem anderen übergeordnet werden muss. — ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDENs DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANO* Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E. 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 esq. Av, LAS HERAS . V.;t-_

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