Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2133 (10.9.1965)
- Date
- 1965-09-10
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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I — Viernes» 10 de Septiembre de 1965 LA SEMAN 4 ISRAELITA Año XXVI. — N° 2133 Ereignisse der Woche Von der Congregación israelita Mit dem Präsidenten der Congregación Israelita de la República Argentina, Herrn Dr. Israel Etlis, fand eine Unterhaltung über die Tätigkeit und Aufgaben der Congregación statt, über die Wir nachstehend berichten: Frage: Seit wann sind Sie in der CIRA tätig? Antwort: Seit 1949 in verschiedenen Aemtern im Vorstand und im besonderen als Präsident der Religionskurse, als Präsident der Kommissian für Erziehung, Repräsentant der Institution vor dem Vaad Hachinuch als Vizepräsident. Schliesslich bin ich seit Ende 1962 bis heute ¡Präsident der Institution, ein Amt, für das ich im vergangenen Jahr wiedergewählt wurde und das 1966 endet. F.: Verfügen Sie über ei- Oen Stab geeigneter Mitarbeiter, um eine gute Leitung der Institution durchzuführen? A.: Die Aufgaben der Congregación sind derart vielfältig, dass es ohne die Mitarbeit eines solchen Stabes un_ möglich wäre, überhaupt irgendeine Arbeit durchzuführen. Es ist überflüssig zu betonen, dass ich allen Mitgliedern des Ausschusses für ih_ re hingebende Arbeit dankbar sein muss, die in den letzten drei Jahren eine weitverzweigte Aktivität sicherte, und es erübrigt sich, Namen zu nennen, denn der ge. samte Ausschuss hat ein offensichtlich konstruktives Werk vollbracht. F.: Wie ist die ökonomische und finanzielle Lage der Institution? A.: Es ist öffentlich bekannt, dass keine religiöse, wohltätige und erzieherische Institution, die eine so bemerkenswerte Arbeit wie die Congregación leistet, mit Leichtigkeit die nötigen Mit. tel zur Verfügung hat. Trotzdem konnte unsere Institution in den letzten drei Jahren ein vollkommenes Gleichgewicht in ihren Budgets er. reichen, obwohl viele Millionen Pesos von Schulden abgetragen wurden, die durch Kauf und Umbau unseres Gemeindehauses und des „Ramah“-Ferienlagers . entstanden sind; ferner wurde eine Hypothek von über 5 Millionen Pesos bezahlt, die das Gemeindehaus belastete; nur für Pensionen sind über zweieinhalb Millionen ver. ausgabt worden ebenso wie andere bedeutende Summen zum Wohl aller Mitglieder der Gemeinde. Auf geistigem Gebiet entwickeln die Jugendverbände weiter ihre Tätigkeit, und die Zahl der Kinder und Jugend, liehen, die den Gottesdiensten beiwohnen, wächst ständig. Wir freuen uns, dass wir jeden Sonnabend zum Morgengottesdienst über 200 Kinder, Jungens und Mädchen in der Synagoge sehen, die auch an anderen religiösen Veranstaltungen teilneh. men, und dies ausser an den Kabbalat Schabbat, Seudat Schlischot und natürlich bei allen jüdischen Feiertagen. Die kulturellen Aktivitäten rechnen mit stets wachsender Teilnahme der jungen Generation, besonders der jungen Ehepaare, die dem Judentum näher geführt werden konnten. F.: Unterhalten Sie Verbindungen mit anderen jüdischen Institutionen? A.: Selbstverständlich. Die Congregación folgt ihrer traditionellen Linie und steht Nazitreffen in England London. — Die Mitglieder verschiedener Verbände der englischen Nazis und anderer rechtsextremistischer Bewegungen trafen sich heimlich in einem Sommerlager „irgendwo“ in Essex. Die Versammlung wurde in einem Rundschreiben der Veranstalter als „ein ent. scheidender Schritt zur Zusammenfassung der politischen Kräfte der patriotischen Rechten“ bezeichnet. Einige der Teilnehmer an dieser Versammlung wurden vom Ort ihres Zusammentreffens, in Bethnay Green 60 Kilometer weit von Antifaschisten verfolgt, doch gelang es ihnen, ihre Verfolger abzuschütteln. Ein Sprecher der englischen National-Partei leugnete, dass die Versammlung mit der Unterstützung der Exekutive seiner Organisation gezählt habe. (ITA) in herzlichen Beziehungen mit den verschiedenen jüdi. sehen Institutionen des Landes, besonders mit der AMIA, DAIA, unseren Hospitälern und Altersheimen usw. Auch helfen wir auf verschiedene Art und Weise allen anderen Institutionen unseres Jischuw bei der Verwirklichung ihrer Ziele. Dies hat stets die Congregación gekennzeichnet, ebenso wie selbstverständlich auch die Mitarbeit an den Zielen der Medinat Israel. F.: Wer leitet die religiösen Aufgaben der Congregación? A.: An erster Stelle unser hochverehrter Herr Grossrabbiner Dr. Guillermo Schlesinger, dem Rabbiner Istvon Veghazi zur Seite steht. Plaene für die Zukunft F.: Welche Pläne hat die Congregaci6n für die Zukunft? A.: Wir richten unser besonderes Augenmerk auf die Möglichkeit, in unserer Hochschule für jüdische religiöse Studien, „Majon“. ein wirklich gutes Vollgymnasium einzurichten, d. h. es handelt sich nicht darum, den Schülern des Majón ausser dem ihnen heute erteilten Unterricht die offiziellen Fächer zu verantteln, sondern ein richtiges Gymnasium zu schaffen, in dem der offizielle und religiöse Un. terricht auf dem gleichen Niveau stehen und sich gegenseitig ergänzen. Auf diese Weise wollen wir erreichen, dass die Schüler, die dieses Gymnasium besuchen, für die Universität vorbereitet werden und gleichzeitig Lehrer und Führer unserer Gemeinschaft sein können. Wir bemühen uns auch, die jungen Ehepaare zu er. fassen, damit sie Unseren Gottesdienst und unsere Veranstaltungen besuchen und die jungen Eheleute darauf vorzubreeiten, ihren Kindern eine jüdische Erziehung zu geben, damit der Geist unserer Religion erhalten bleibt. F.: Herr Dr. Etlis, haben Sie noch etwas hinzuzufügen? A.: Ichdanke der Jüdischem Wochenschau für die mir ge. botene Gelegenheit, mich an einen wichtige Sektor unserer Gemeinschaft durch ihre Vermittlung wenden zu können. Ich hoffe, dass im Laufe des einen Jahres, das noch bis zum Ablauf des mir übertragenen Amtes bleibt, alle von mir erwähnten Plä. ne verwirklicht werden können, ebenso wie noch andere Projekte, welche ich nicht erwähnt habe, weil sie noch nicht reif sind. Ich bin überzeugt, dass uns dies möglich sein wird, denn wir zählen mit der entschlossenen Mitarbeit der Mitglieder unseres heutigen Ausschusses und aller unserer Gemeindemitglieder. Ich gestatte mir, die Liebenswürdigkeit der Sema- (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Die Einheitskampagne teilt mit: Aus Israel schreibt uns unser Generalsekretaer, Herr Erich Neuberger „Wir erleben hier sehr viel und fühlen uns wie zu Hause. Sei es, dass ich schon mit dem Vorgefühl gekommen bin, dass es mir hier gefallen wird, sei es, dass hier Wirklich vial geleistet wird, — die Tatsache ist, dass es jnir täglich mehre gefällt. Um über alles im Detail zu belichten, müsste ich viele Seiten füllen. Aber ich will doch Versuchen, in grossen Zügen einen Ueberblick zu geben Und besonders unsere Arbeit oder besser gesagt, ihre Aus. Wirkung hier zu behandeln. Bis jetzt haben wir schon ziemlich viel gesehen, sodass Ich es wagen kann, ein bescheidenes Urteil abzugeben. Wir »ind z. Zt. in Tel Aviv, das eine richtige Metropole ist. Obwohl Jerusalem die Hauptstadt ist, ist hier das Wirtschafts- Zentrum. Ausser Freitag Nachmittag und Samstag, wo alles ruht und die Strassen still liegen, herrscht hier eine fieberhafte Tätigkeit. Die Strassen sind verstopft mit Fahrzeugen (viele Auto-Marken Israeli-Produktion) und Jleissigen Menschen. Nachdem bis vor kurzer Zeit nur dreistöckige Wohnhäuser gestattet waren und diese Form dem Bedarf nicht mehr entspricht, schiessen nun langsam Wolkenkratzer zum Himmel. Das ist in ganz Israel charakteristisch. Es wird enorm gebaut! Wir waren in Jerusalem, in Elat, Neg&w, Arad, Ash_ dot, noch fehlt uns das Galil. Zum Beispiel Ashdot: Vor fünf Jahren war dort nur Wüstenland, und man beschloss, dort den Handelshafen zu bauen. Heute wohnen dort 37.000 Einwohner. Es arbeitet bereits der erste Dique, von dreien die weiter gebaut werden. Lagerhäuser, Elektrizitätswerk, Fabriken, stehen bereits in Aktivität, natürlich Schulen Und das Geschäftszentrum. Die Zufahrtsstrassen sind im Bau, jede Richtung für 2—3 Fahrzeuge, nebeneinander. Es Ist schwer, den Eindruck, der einen hinreisst, aufs Papier zu bringen. Aber man stellte sich vor, dass aus dem Sandboden eine Stadt herausschiesst, nobel, alles planmässig vorgeht, es wird nicht improvisiert. Trotz aller natürlichen Schwierigkeiten: Wasserversorgung, Zufahrtsstrassen, Si_ eherheit und Bodengestaltung. Mit argentinischen Augen betrachtet, wo alle diese Faktoren nicht existieren, kann man nur den Mut und vor allem die Energie und Willenskraft der Israelis bewundern, für die es kein-Hindernis gibt, das nicht bewältigt wird. — Im Süden des Landes Wir sind in Elat, am Golf von Akaba gelegen, die sud- Hchste Stadt des Landes. Dort wurde diaser lebenswichtige Hafen geschaffen, der Israel auf dem Seeweg über den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet, d. h. Israel den Schiffsverkehr gestattet, der durch die Unmöglichkeit der Verwendung des Suezkaals grosse Schwierigkeiten der Versorgung und des Exportes brachte. Drei grosse Schwierigkeiten sind zu uberwinden: Was- «er - Zufahrt - Sicherheit.. Das wichtigste Problem ist hier Wasser. Verschiedene Arten der Entsalzung sind hier in Verwendung. — Zufahrt: Eine herrliche Autobahn wurde durch die Wüste gebaut, weitere Strassen «ndm beit. — Sicherheit: Die Armee muss ständig auf der H «ein. Denn dort in der Nähe von Elat stossen die Von Israel mit denen von Transjordamen, Saudi Arabien und Aegypten zusammen. 1iriri Eine andere neue Stadt ist Arad, jete ei 600 m «leben Monate alt. Arad liegt mitten in der Wüste 6^ m hcch. Dort will man ein Industrie- und Erholungraentru schaffen Auch dort herrscht eine fieberhafte Tätigkeit es wird gebaut, gepflanzt, vorbereitet. Man kann gewiss sein. <iie Entwicklung ist unaufhaltsam. Nun zu unserer spezifischen Aufgabe: der Keren Ha. jessod hat uns diese Fahrt nach Arad ermöglicht. Vergesst nicht, dass der Keren Hajessod in allen diesen neuen Zentren die Wohnungen für die Olim (Neueinwanderer) baut und ihnen die Möglichkeit gibt anzufangen. Keren Hajessod und Einwanderung Der andere Teil, den uns der Keren Hajessod gezeigt hat, war die Ankunft und Unterbringung der Olim. Nun, ich war „enttäuscht“. Ich hatte mir vorg«stellt, dass ich Szenen erleben werde. Durcheinander und den typischen Wirbel, den man bei solchen Gelegenheiten erwarten kann. Nichts dergleichen: eine derartig perfekte Organisation, die fast unvorstellbar erscheint. Wir fuhren um 6 Uhr von Tel Aviv nach Haifa und stiegen um 7 Uhr 30 aufs Schiff. Es kamen 87 Olim aus verschiedenen Ländern Europas! Jeder von ihnen hatte einen grossen Briefumschlag mit seinen Dokumenten und seiner Nummer. Wir konnten mit ihnen ungezwungen sprechen und erfuhren, dass sie nach den Schwierigkeiten, die ihnen in ihren Ursprungsländern gemacht wurden, in Ruhe und Ordnung, gut vorbereitet losfuhren. Einige waren nicht mitteilsam. Sie hatten noch die Furcht in den Knochen. Langsam wurden sie von den Immigrationsbehörden aufgerufen, deren Beamte sie wirklich mit aller Liebe und Einsicht abfertigten. Schon auf festem Boden bekam jeder 20 Israel-Pfund und eine Schachtel mi^ Lebensmitteln für die ersten Tage. Unser Auto nahm eine junge Frau mit ihrem Kind mit; wir brachten sie nach Natania (30 km von Tel Aviv). Das ist ein Ausnahmefall, da die meisten in die Entwicklungszonen kommen, die im Innern des Landes liegen. Unsere Immigrantin erzählte uns, wieviel Bürokratie erledigt werden muss, um ausreisen zu können. In Natania angekommen, brachte man sie in eine provisorische Unterkunft, 2 Zimmer und Bad. Es erwartete uns schon der verantwortliche Angestellte, der sofort Betten, Matratzen, Tisch und Stühle bringen Hess. Wir waren sofort von; Nachbarn umringt, die ihre Hilfe anboten. Die restlichen Gebrauchsartikel, wie Eisschrank, Bettwäsche, usw. kann die Frau sich mit einem Spaeialkredit sofort beschaffen, für den sie einen Gutscheinblock hat. Im ersten Jahr haben die Olim das Privileg, alles zu kaufen, ohne Steuern zahlen zu müssen, d. h. sie bekommen die Sachen viel billiger und zahlen sie langsam ab. Der Fall unseres Neuankömmlings ist nun so, dass sie sich bald eine neue Wohnung in den Neubauten aussuchen und sie mit ihrer Arbeit bezahlen kann. Das Kuriose ist, dass die Leute, die in den provisorischen Wohnungen (Typ „prefabricado“) wohnen, dann gar nicht wegwollen, da sie hier gar nichts zahlen, keine Miete, kein Licht, keine Wassersteuer. Ich muss mich wieder an unsere Emigration erinnern. Wir wussten nicht wohin, und wenn wir schon wo ankamen, wer erwartete uns schon mit einem Dach über dem Kopf, Möbeln, Nahrung, Orientation? Ein Bravo für diese Arbeit! Wir können wirklich stolz darauf sein, ein kleines, sehr kleines Körnchen durch unsere Arbeit zu diesem Werk bedzutragen. Zu Rösch Haschanah erfülle Deine Ehrenpflicht durch grosszügige Zahlung für die EINHEITSKAMPAGNE COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren H*|esso6> Sarmiento 2376» Hl. — T. I. 47-3620