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Jüdische Wochenschau · 1965-09-10 · 2133 (10.9.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2133 (10.9.1965)
Date
1965-09-10
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viert»«*, 1« de Septembre L A semana ISRAELITA Año XXVI. — N* 2133 — 3 IST ES WIEDER SO WEIT? Als in den Jahren zwischen »23 und 1932 in der Weimarer Republik insgesamt 131 Schändungen jüdischer Friedhöfe registriert wurden, so geschah es gewisse rma- Bsen „am Rande der politischen Entwicklung“. Die Öffentlichkeit erfuhr so gut wie gar nichts über die schaudererregenden „Heldentaten“' jener Rechtsextremisten, die weder vor „Feme*-Morden noch vor Schändungen von Ruhestätten Toter zurückschreckten, die weder vor der Heiligkeit des Lebens noch weniger vor der Erhabenheit des Todes Ehrfurcht hatten. Veröffentlichungen wie die Schrift „Friedhofschändungen in Deutschland 1923—1932“ des Central-Vereins (Berlin) wurden, man kann es ruhig behaupten, überhaupt nicht beachtet. „Man“ wollte nicht daran glauben, dass Pogrome, wie sie im „barbarischen“ Russland stattgefunden hatten, jemals in dem hochkultierten Rechtsstaat Deutschland in Erscheinung treten könnten. Und doch waren „Feme- Vollstreckungen“ der Auftakt zu den Millionenmorden der Nazis, die Schändungen von „Fried“-Höfen der Anweg zu den Gaskammern. Es sind gerade 20 Jahre vergangen, dass die Henker der Menschheit, die sich nicht scheuten, das Volk, für das sie zu kämpfen vorgaben, mit sich ins Verderben zu reisson, entlarvt wurden; dass die Welt Kenntnis von den Folgen jener „nur“ 131 Grä_ berschändungen auf jüdischen Gottesäckern erhielt. Wiederum erscheinen in den Zeitungen „kurze Notizen“ — sozusagen „am Rande“ — über neue Frevel taten; Bamberg, Memmingen, Sickenhofen, Wiesbaden, Ingelheim — sie reihen sich aneinander; hier Hakenkreuze und Schmährufe auf die Grabsteine geschmiert; dort „nur“ 70 Grabsteine umgestürzt und beschädigt. Von den Staats- ' Anwaltschaften werden grovon EDWIN HALLE sse Belohnungen zur Ermittlung der Täter ausgesetzt. Die Polizei findet sie trotzdem nicht. Und wenn, wie in Bamberg, einer gefasst wird, dann heisst es, „er sei im Oberstübchen nicht ganz in Ordnung"; oder es heisst, Jugendliche der amerikani. sehen Besatzung hätten die Tat im Uebermut begangen. Das könnte man allenfalls hinnehmen, wenn, ja: wenn es ein einziger Fall wäre; aber — hier reiht sich Glied an Glied einer Kette, bis diese wieder jene in Fesseln schlägt, die „schamhaft“ über das Versagen der christlichen Lehre von der Nächstenliebe sich ausschweigen und nichts gesehen und gehört haben wollen! Was sind „schon* 129 Friedhofschändungen in einem Zeitraum von 19 Jahren nach 1945 gegen 131 in 9 Jahren vor 1933? Nicht wahr, die Nazimethoden sind doch stark zurückgegangen? Nun ja, so könnte es scheinen. Mit Zahlen lässt sich jonglieren. Doch ziehen wir einen Vergleich: Vor 1933 war das Dautsche Reich ein Gebiet von 470.000 qkm; die heutige Bundesrepublik ist auf 250.000 qkm zusommengeschmolzen. Nicht nur, dass das Verhältnis der Schändungen zur Grösse des Landes gleich ge_ blieben ist, was an und für sich schon bedenklich stimmt; doch viel schlimmer ist, dass nach so vielen schmerzlichen Erfahrungen überhaupt noch ein Fall geschehen konnte! Man solle nicht wieder die Schuld auf die Juden schieben ihr Betragen in Deutschland hätte Anlass zu „Protestaktionen“ gegeben. Vor 1933 gab es im Deutschen Reich 0,9 Prozent Juden; heute ist die Zahl kaum nennenswert innerhalb der Be_ völkerung der Bundesrepublik. Die grossen Gemeinden wie Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, die Vielzahl dar Kleingemeinden auf dem ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS¬ GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550,1, B — Bs. Aires, Rep. Argentina ALFREDO STERN MALERARBEITEN UNVERBINDLICHE KOSTENVORANSCHLAEGE FUER JEDE ARBEIT Neue Adresse: VIDAL 1575 fast Ecke PINO Tel.: 76-7281 Depósito: V. DE LA PLAZA 1779 Teppichhaus - M. 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Während auf der einen Seite als „Wiedergutmachung“ von dan Behörden neue, prächtige Sypagogen erbaut werden, finden zur gleichen Zeit Grabschändun. gen statt. Für Juden ist es ein Gebot, dort, wo ein Minjan vorhanden ist, ein Bethhamidrasch entstehen zu lassen zur Versammlung und Sammlung der Kehilla. Doch wem dienen die neuerbauten Kultstätten, wenn die heuti. gen Grabschänder morgen wieder ihre brennenden Fakkeln hineinwerfen in die geheiligten Stätten, aus deren Flammen sich wieder ein neuer Weltanbrand entwickelt? Dann werden diese Flammen wieder an die Wand schreiben: .Mene Tekel Upharsin“: Ehr, die Ihr mit verschränkten Armen zusaht und wartet, bis es wieder so weit war, Ihr seid gewogen und zu leicht befunden worden! Man fahndet nach den Tä_ tern; — doch man lässt die „Drahtzieher“, die wie einst die „Volksseele“ aufputsehen, ungeschoren; oder wagt man es nicht, sie unschädlich zu machen, aus Furcht, von ihnen später ausgelöscht zu werden? Sind wir wieder so weit? Oder hat sich überhaupt nichts geändert trotz Charter für die Menschenrechte, trotz grossprecheri. scher Redensarten und Versicherungen? NACHBEMERKUNG Zu dem vorstehenden Artikel t schreibt uns der Autor: „Anlässlich der Grund¬ ANZUEGE VON SCHNITT UND SCHLIFF aussen und innen das Beste (Stabiloform M. B.) wie sie der Verbraucher wünscht mit langjaehriger Garantie ★ Das ist „Die Bewaehrfe CARLTON Kleidung“ Feinste Massarbeit Fertigkleidung die ganze Linie Lohnanfertigung Ständige Passformkontrolie Kommen Sie mit allen Ihren Bekleidurigsproblemen in Iherm Kleiderberster ERNST KOPPEL Maipu 982, TE 31-7845 50 Meter von Plaza San Martin, mit vielen Verbindungs¬ und Parkmögliohkeiten. steinlegung zur neuen Syn_ agoge in Wiesbaden hatte der Magistrat Wiesbaden an alle erreichbaren ehemaligen Wiesbadener Juden, so auch mir, ein Album mit Aufnahmen von Wiesbaden zukommen lassen. Die Einweihung soll an Chanukka dieses Jahr erfolgen. Als ich mich bedankte, machte ich auf die im gleichen Augenblick gele_ sene Zeitungsnotiz („Allgemeine“ (Düsseldorf) von der Schändung der jüdischen Gräber in Wiesbaden (auch das meiner Eltern) aufmerksam und fragte, welchen Sinn es habe, neue Synagogen zu bauein, wenn es in Deutschland noch möglich sei, dass Dinge geschehen, die man schon vergessen haben sollte. Darauf erhielt ich den folgenden Brief“: Oberbürgermeister Buch der Landeshauptstadt Wiesbaden schreibt zu den jüngsten Grabschändungen in Wiesbaden: „Für uns alle war es eine traurige Nachricht, als wir erfahren mussten, dass auf unserem jüdischen Friedhof am Hellkundweg etwa 70 Grabsteine von roher Hand umgestossen worden waren. Seitens der Polizei würden sofort intensive Ermittlungen eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft hat für Hinweise, die zur Ermittlung des oder der Täter führen, eine hohe Belohnung ausgesetzt. Dennoch haben die Ermittlungen bis heute leider noch keinen Erfolg gehabt. Ungeachtet dessen hat der Magistrat der Landeshautpstadt Wiesbaden unverzüglich die Instandsetzung der umgestürzten Grabsteine beschlossen und hierfür 5.372.— DM überplanmässig genehmigt. Eine Fachfirma wurde beauftragt, die Wiederherstellung beschleunigt vorzunehmen. Damit ist gewährleistet, dass in Kürze wenigstens äusserlich der alte Zustand und die feierliche Ordnung an der letzten Ruhestätte vieler jüdischer Mitbürger wieder hergestellt ist. Als ein Mann, der selbst in den Konzentrationslagern des LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 2190, I» izq. — T. E. 83-2613 10. September 1965 14. Bild 5725 VON JUDEN IN VIETNAM Saigon. — Rund 500 jüdische Soldaten sind mit den USA-Truppen in Südvietnam eingetroffen, und man rechnet damit, dass sich ihre Zahl noch erheblich vergrössern dürfte. Ein einziger jüdischer Armee - Geistlicher sorgt für ihre religiösen Bedürfnisse und die der ungefähr 150 dort lebenden Juden. Die christlichen Kapellane übernehmen oft die Pflichten ihres jüdischen Kollegen Richard Dryer, der ebenso wie die anderen Geistlichen häufig vorgeschobene Posten besuchen muss, um den persönlichen Kontakt mit dan jüdischen Soldaten zu pflegen. Selten ist er an Wochentagan in seinem Büro in Saigon anzutreffen, denn seine sealsorgerische Tätigkeit erstreckt sich von Da Nang im Norden bis nach Kien Binh im Süden. Unter den in Südvietnam lebenden jüdischen Zivilisten sind 41 Kaufleute oder Vertreter von Industrien, 27 Korrespondenten und Beamte der USA-Botsohaft. Der Besitzer der grössten Apotheke von Vietnam ist Jude, ebenso wie der Ohef der bedeutendsten Autoagentur. Seit vierzig Jahren wohnen hier 12 französische Familien, doch niemand fragt nach der Religion seiner Bekannten. Eine jüdische Gemeinde gibt es nicht, und keiner der ansässigen Juden ist bereit, freiwillig gemeindliche Arbeit Naziregimes drangsaliert wurde, bin ich mit der ganzen Wiesbadener Bevölkerung der Hoffnung, dass der oder die Täter bald ausfindig gemacht werden. Ich hoffe. Ihnen mit diesen Ausführungen genügend Aufklärung über diese traurige Affäre gemacht zu haben. Mit vorzüglicher Hochach_ tung gez. Buch zu leisten. Der Grund hierfür ist, dass die meisten „zu beschäftigt“ sind. Einem der letzthin abgehaltenen Gottesdienste am Schabbat wohnten 27 Soldaten und drei Ortsansässige bei. Bemerkenswert ist der Mangel an Lektüre über jüdisohe Themen. Die Gebetbücher werden vom National Welfare Board geliefert. (ITA) Lateinamerikas Joden Jerusalem. — Jizchak Arkavi, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency und Leiter ihrer Abteilung für Erziehung und Kultur in der Diaspora, erstattete bei seiner Rückkehr nach Israel Be_ rieht über seinen Besuch bei den Juden in Argentinien, Uruguay und Brasilien. Arkavi teilte mit, dass im nächsten Jahr 2.000 Einwanderer aus Südamerika in Israel erwartet werden. Obwohl im letzten Jahr 5.000 südamerikanisohe Juden in das Land kamen, so wird die Zahl von 2.000 Immigranten immer noch grösser sein als in früheren Jahren. (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäf te mit der grössten Auswahl. SARMENTO 1147 T, E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. 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