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Jüdische Wochenschau · 1965-08-27 · 2131 (27.8.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2131 (27.8.1965)
Date
1965-08-27
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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i — Viernes, 27 de Agosto de 1965 LA semana israelita Afio XXVL — N» 213J Um Antwort wird gebeten (Schluss von Seite 1) wurden in wiederholten Fällen aus ihrer führenden Position als Chefs von Landespolizeiämtem u. dgl. direkt ins Gefängnis geworfen weil eie ,damals* an hunderten oder tausenden Morden mitgewirkt haben. Viele von ihnen sind inzwischen auch verurteilt worden. Vor wenigen Wochen wurde ein Polizeiober Wachtmeister inhaftiert, der die Polizei in einer mittelgrossen Stadt leitete weil er im Verdacht steht, bei der Besetzung von Ortschaften in der Sowjetunion Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben, was mit einfacheren Woiten nichts anderes heissen soll, dass er Juden ermordet oder bei ihrer Vernichtung mitgewirkt hat. Wir wissen, dass sich weite deutsche Kreise darum bemü hen, von diesen Schandtaten und deren Tätern abzurükken. Wir wissen, dass sie auch moralisch wiedergutmachen wollen, um den überlebenden Opfern der Verfolgungen das Gefühl oder gar die Sicherheit zu geben, das neue, oas demokratische Deutschland habe mit all diesen Vorgängen, die bedauert werden, nichts zu tun. Man kann mitunter beobachten, dass Menschen in ehrlicher Gesinnung sogar eine Sympathie für die Juden an den Tag legen, die nicht dem anderen Menschen, sondern dom Juden gelten, der hierdurch vergessen soll, dass Deutsche früher in dem gleichen Menschen den Juden treffen wollten. Diese überbetonten Freundschafts - Bezeugungen, die gewiss gut gemeint sind, müssen aber ebenso aufhorchen lassen. Wir können keinen Gesundungsprozess in dem Verhältnis zwischen Menschen oder zwischen Gruppen und Völkern darin erblicken, dass an die stelle Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON MM 1? IZQ. aaebm. 1C—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeit CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 eines rüden Antisemitismus nunmehr eine Art Philasemitismus treten solle. Schon Pinsker hat gesagt: „Als Jude geplündert oder als Jude beschützt zu werden, ist gleich beschämend, gleich peinlich für das Gefühl der Juden“. — Erst dann, wenn an die Stelle einer philosemitischen «der einer antisemitischen Haltung ein unbelastetes Verhältnis treten wird, wie es sonst unter Menschen der Fall zu sein pflegt, erst dann wird man von einer Normalisierung der deutsch - jüdischen Beziehungen sprechen können, ob es sich nur um einzelne oder Gruppen dabei handelt. Mit gutem Willen abein geht es übrigens nicht. Die äusseren Bedingungen müssen geschaffen werden, um die Voraussetzungen einer gewiss erstrebenswerten Beziehung zu erreichen. Hierbei gibt es gewaltige, objektive Schwierigkeiten, die bereits darin bestehen, dass der Kreis der Mitwirkenden und Mitläufer des NS-Regimes aus bekannten Gründen so über aus gross ist. Nur Illus onisten können behaupten, dass es viele wirklich Unbelastete geben würde. Gerade in den letzten Wochen wurde wieder einmal umfassendes Material über schwer belastete Mitarbeiter des NS-Systems in deutschen Zeitungen veröffentlicht. Weil wir nicht beurteilen können, ob die dort gemachten Anga ben zutreffend sind, bitten wir um entsprechende Information. Zunächst einma linden wir einen kurzen Bericht vom SS-Kav.-Reg. Nr. 2 vom 12. 8. 1941 über Einsatz Prypjet-Sümpfe, wo es lau et: Jüdische Plünderer wurden erschossen. Nur wenige Handwerker, welche in Reparatur Werkstätten der Wehrmacht beschäftigt waren, wurden zurückgelassen. — Weiber und Kinder in sümpfe zu treiben, hatte nicht den Erfolg, den er haben so'lte, denn die Sümpfe waren n oht so tief, dass Einsinken erfolgen konnte. — Die Gesamt' zahl der von der Abt. erschossenen Plünderer usw. beträgt 6.526. An Gefangenen wurden etwa 10 eingebracht, Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Aktion als gelungen zu bezeichnen ist. Ich halte jedoch eine Nachkontrolle für notwendig, schon um dar Bevölkerung zu zeigen, dass wir da sind. — Unterschrift: Sturmbannführer Magill. — Das war die Atmosphäre der SS und ihrer Scnandtaten, das ist das Gesicht .1er Verbrechen, die man gegen Frauen und gegen Kinder begangen hatte: eine Milhon siehenhunderttausend Kin der... Der Direktor des Fliegermedizinischen Instituts der für Luftfahrt E. V. zu Berlin PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. jerät Sie kostenlos ond inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GSESCHAEFTEN WOHNUNGEN BAEUSERN VIRREY DEL PINO 22« T. E. 73-7887 soll der Dr. med. Siegfried Ruff gewesen sein, der an Experimenten im KZ Dachau teilgenommen hat. Hierüber schrieb der angesehene Schriftsteller, Universbäts lehrer und Kämpfer fürs Recht Professor Kogon, n ilitanter Katholik und ehemaliger KZ - Häftling bereits 1946: „... Die Versuche verfolgten den Zweck, die Reaktions- und Lebensfähigkeit des Menschen in grossen Höhen bei raschem Aufstieg in solche Höhen... fastzustellen. Eine entsprechende Unterdruckkammer der deutschen Luftwaffe wurde nach Dachau gebracht. Der tödliche Ausgang bei den Versuchspersonen war von vorneherein, wie aus erhaltenen Berichtsschreiben ersichtlich ist bewusst in Rechnung gestellt. .." Im Protokoll des Nürnberger Aerzteprozesses gegen die grössten Verbrecher am menschlichen Leben hiess es: ,. Nach einer Besprechung in München zwischen Ruff, Romberg, We.tz und Rascher fuhren alle Beteiligten mit dem Abjutanten des Reichsführers SS in das KZ Dachau, um mit dem Lagerleiter die Fragen der praktischen Durchführung zu besprechen ..." Laut Protokoll des Nürnberger Prozesses S. 6748 antwortete der einstige „Wissenschaftler“ Ruff dem Ankla gevertreter: „Juriistische Bedenken hatte ich keine, denn ich wusste, dass der Mann, der die Genehmigung zu diesen Versuchen von Staats Seite gegeben hatte, Himmler war Himmler war damals im Innenministerium, er war Jhef der deutschen Polizei und das höchste Executivorgan des Staates.. Diese Antwort eines akademisch gebildeten Mannes zeugt vom moralischen Tiefstand dieser Klasse von „Aerzten“, die durch ihre skrupellosen, verbrecherischen Experimente am schwersten gegen die Menschlichkeit und gegen die Grundgesetze der Menschheit verstossen halen. Die damals vorgebrachte „Entschuldigung“ beweist die Verworfenheit eines Systems, das jedem die Möglichkeit bot, ungeheuerliches Unrecht und dazu noch unter dem Vorwand „wichtiger l-orschungsarbeit“ zu begehen. Auf der belgischen Kriegsverbrecherliste figurierte ein Dr. med. Siegfried Ruff unter der Nummer A-16/122. Derselbe Siegfried Ruff, der diese Experimente durohg«_ führt haben soll und auf der belgischen Kriegs verbrecherliste steht, wurde zum Professor für Luftfahrtmedizin und Luftfahrt-Psychologie an der Universität zu Bonn er nannt, soll Leiter des Instituts für Flugmedizin in der Mehr Touristen I960 London. — Hier veröffentlichten Ziffern zufolge zählte Israel in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 82.500 Touristen, d. h 9% mehr als in der gleichen Zeitspanne de6 Vorjahres. (ITA) deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt sowie Vorstandsmitglied der Deutscnen Forschungs anstatt für Luftfahrt sein, so steht es in einer in Deutschland erscheinenden Zeitung. Au.serdem soll dieser selbe Mann in München den Weltkongress der Luft- und Raumfahrtmedizin eröffnen oder eröffnet haben. Weltkongress in München..., also vor den Toren jenes Schreckenslagers Dachau, das ihn offensichtlich „berühmt“ gemacht hat. Wenn dies..zutreffen sollte, kann man die Losung der „unbewältigten Vergangenheit“ nur als eine irreführende Redensart betrachten, da doch evident ist, dass jeder Willen zur Bewältigung Her Schreckenszeit fehlt, wenn Männer, die solches taten, in Amt und Würden sind und zu Universitätsprofessoren avanzieren konnten. Im übrigen dürfte es sich nicht um einen vereinzelten, wenn auch besonders krassen Fall handeln, der nach unserer Meinung einer Aufklärung bedarf. Denn eme Notwendigkeit, Leute, die sich bei Experimenten an Gefangenen in Konzentrationslagern ausgezeichnet haben oder die hieran nur betrügt gewesen sind, als Universitätslehrer zu beschäftigen, auch wenn sie noch so grosse Gelehrte sein sollten, dürfte in keiner Weise bestehen. schritt fttr die Freiheit des Bürgertums zu kämpfen. Diese Begeisterung für demokratische Prinzipien machte dann reaktionären Tendenzen Platz. Die Burschenschaften, die inzwischen auch antisemitische Parolen angenommen hatten, wurden zu treuen Dienern des Dritten Reiches. 1933 schrieben sie: „Die Deutsche Burschenschaft ist lange Zeit wegen ihrer scharfen Beschlüsse in der Judenfrage stark an gefeindet worden. Jetzt hat sie die Genugtuung, dass es eine deutsche Regierung gibt, die den Kampf gegen das Judentum auf der ganzen Linie mit Erfolg aufgenommen hat.“ Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches blieben die Burschenschaften bestehen. 1958 hiess es in den „Burschenschaftlichen Blätern“: . Unsere Korporationserziehung hat sich bewährt, und unsere Erziehungsideale bedürfen keiner Aenderung“... Wir wissen, dass heute weite Kreise der deutschen Studentenschaft anders denken, aber die Burschenschaften blieben auf ihrer Linie und dürfen ihre „bewährten“ Erziehungsideale des Hasses und des Chauvinismus weiterhin vertreten und eine neue studentische Jugend in diesem alten Ungeist fürderhin erziehen. Sieht man ein zweites Mal ruhig zu, wie die deutsche Demokratie von den gleichen Kräften unterhöhlt wird wie in der Weimarer Zeit? „Am Meeresufer U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee» los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» iiq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500,— pro Jahr Ausl. $ 800,— jährL Welten treffen sich die Kin» der...“ Die zu Männern gewordenem Kinder haben sich erneut von jenen Ufern weit entfernt, wo Welten friedlich Zusammenkommen. Und dies geschieht nicht deswegen, weil die Kinder schlecht sind, sondern weil sie jenen. Leute Folge leisten, die trotz ihrer schaurigen Vergangenheit die Lehrer der neuen Jugend sind. Oder jenen, di» wie der ehemalige Bundesmdnister Seebohm auf Versammlungen die Leidenschaften aufpeitschen und den Kindern zurufen, die Jugend solle die heilige Arbeit der älteren Generation fortsetzen! Welche Arbeit? Was sie meinen, bedarf keines Kommentars. Nicht dass einzelne Fanatiker wüten, ist das Betrübliche, sondern dass die Republik ihnen die Möglich- I keit bietet, dies ungestraft endloser und ungestört zu tun. JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREfEN Schabbosdecker Tailiebeutel Käppchen Maz zot-Taschen ■ Hand- und Maschieienstickerei von Bett- und Tis cn was che Dr. P. 1. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T, E. 73-9155 JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4* B. 46-1716 and 48-2124 Dass durch solohe E3en.cn te eine Entwicklung gefördert wird, die von vielen Deut' sehen, vor allem von Nicht- Politikern, als äusserst bedenklich angesehen wird ist ohne weiteres klar. Denn diese „Ehemaligen" sitzen in höchsten Positionen. Ihr Einfluss ist mitunter entscheidend. Viele von ihnen hat man noch nicht unter die Lupe genommen, weil es ,zu weit“ gehen würde. Ober offensichtlich ist es wahr, dass sich diese Elemente bereits wieder hervorwagen, ihre Scheu und ihre Hemmungen überwunden haben und oich zu neuen Untaten rüsten. Man braucht nur die Nummern gewisser deutscher Zeitungen verfolgen, die von Mal zu Mal eine rüdere Sprache benutzen, sich in ihren Provokationen von Woche zu Woche schärfere Dreistigkeiten herausnehmen und dort beginnen, wo man 1945 in Trümmern und Leichennaufem geendet hat. Ein anderes in Deutschland erscheinendes Blatt, das uns aus Leserkreisen zugeschickt wurde, meldet vom Treffen der Deutschem Burschenschatten, die sich in Berlin anlässlich ihres 150. Gnindungstages dort trafen. Gewiss, die Burschenschaften wurden einst geschaffen, um gegen Reaktion und Rück- Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, eeq. CONDE 76-0286 73-1049 MOHEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. E. 76-6784 o. 76-2312 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORA NMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. 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Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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