Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2131 (27.8.1965)
- Date
- 1965-08-27
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 27 de Agosto öe 19** NA ISRAELITA Nasser und 99seia** Irak Kürzlich hielt sich der irakische Staatschef Marschall Aref zusammen mit fühlenden Ministern seines Landes In Kairo auf. Sein Besuch diente einer erneuten Demonetration für die Idee pararabisscher Einheit, und Sitzungen des „gemeinsamen poetischen Kommandos“ wurden abgehalten, bei denen der irakische Gast dieses Mal den Vorsitz führte. Man muss sich erinnern- Kurze Zeit, nachdem Marschall Aref die BaatL-Rtgierung unter al Saadi verjagt und sich selbst an die Spitze des Staates gestellt hatte, strebte er nach Vereinigung des Irak mit Aegypten, um seine eigene — sehr schwache — Position mit Hilfe des Prestiges Nassers retten zu können. Der ägyptische Präsident Nasser, der im Jemen mit einem „Einheits-Experiment“ schlechte Erfahrungen gemacht hatte, trat dem irakischen Unicvs-Plan nur zögernd näher Ganz konnte er seine eigene panarabische Ideenwelt nicht verraten, und so wurde nach einigen Verhandlungen die Vereinigung mit dem Irak für die Zukunft „prinzipiell“ beschlossen. Aref und seinen Mitarbeitern genügte jedoch diese prinzipielle Zusage nicht und bei weiteren Besprechungen in Kairo wurde vereinbart, dass für eine Uebergangvszeit ein „gemeinsames politisches Kommando“ geschaffen werden solle. Dieses solle abwechselnd in Kairo und in Bagdad tagen, und die Chefs der beiden Staaten sollten bei den Sitzungen im Vorsitz wechseln. Obwohl Nasser versprochen hatte, zu Tagungen des gemeinsamen Kommandos nach Bagdad zu kommen, hatte er bis jetzt im letzten Moment immer wieder abgesagt, und die Sitzungen mussten in Kairo stattfinden. Nasser fand immer wieder Ausfl lichte, die ihm eine Reise unmöglich machten, und jetzt war die Krise in den Beziehungen zu Bonn und die Auseinandersetzung mit Bourguiba Grund genug, um vom Verlassen Aegyptens A K<=tand zu nehmen. NASSERS TRUPPEN I IM IRAK Bisher hat sich die „Union“ Aegypten—Irak auf die gemeinsamen Sitzungen beschränkt, nur in einer Geste; nahm sie konkreten Ausdruck an: Die Aegypter schickten nämlich Truppen nach dem Irak. Diese Truppen-Entsendung gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen des Mittleren Ostens, und bis heute ist nichts Genaues über die Stärke des ägyptischen Kontingents im Zweistromland bekannt. Zuerst hiess es, es handele sich nur um kleine Uebungs-Formationen, die vorübergehend zu gemeinsamen Manövern mit irakischen Soldaten nach Bagdad gekommen seien Die ägyptischen Truppen blieben jedoch im Zweistromland, sie erhielten dann Verstärkung, und sie sollen heute schon ungefähr 10.000 Mann erreichen. Die Soldaten Nassers erfüllen im Irak zwei Aufgaben: Sie helfen bei der Ausbildung des irakischen Militärs, und sie sind zum Schutz des Regimes Aref im Zentrum des Landes bereit. Nach den arabischen Spitzenkonferer.zen musste nämlich die irakische Regierung ein Pauzen egiment in die Wüste in die Nähe der syrischen Grenze als Beitrag zu den Aktionen des „gemeinsamen Militärstabes““ der Arabischen Liga entsenden. Aref wollte seine Hauptstadt nicht entblösst sehen und so dienen die Aegypter als schweigende, wohl getarnte Schutztruppe für sein Regime. AREFS REGIME ERSCHUETTERT Das Regime Aref kann diesen Schutz gut gebrauchen, denn nach allen vorliegenden Nachrichten kann von einer Konsolidierung dieses Regimes keine Rede sein. Di© ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEÜAUS. GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VTAMONTE 550,1, B — Bs. Aires, Rep. 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Die Baath-Polttiker haben in aller Stille Kontakte zu den Kommunisten aufgenommen, die früher die Baath-Regierung als reaktionär heftig angegriffen hatten. Die örtlichen Kommunisten sind heute der Meinung, dass eine Koalition mit der Baath-Partei immer noch besser sei als das Regime Aref, wenn auch Moskau in den letzten Monaten seine Haltung zu Aref (mit Rücksicht auf Nasser!) gemildert hatte. DAS KURDEN-PROBLEM Die gesamte irakische Politik wird weiter von der Frage der Kurden überschattet. Für Bagdad war es ein grosser Elrfolg, als das Blutvergiessem in den Bergen des „wilden Kurdistan“ durch eine Waffenruhe beendet werden konnte. Bagdad und der Führer der Kurden, Barazani, versuchten, im Verhandlungswege zu einem Ausgleich zu kommen. Aber nach einiger Zeit ergab sich, dass die irakischen Politiker nicht bereit waren, den Kuraen wirklich entgegenzukommen. Die Kurden forderten eine Autonomie, die diesen Namen verdient und verlangter für sich eine eigene Regionalregierung. Davon wollten die Männer in Bagdad nichts wissen, die vom „arabisenen Vaterland“ nichts abstreichen wollten und immer wieder betonten, ein „kurdischer Staat würde ein zweites Israel werden“. Dieses Argument trugen sie auch gegenüber Nasser vor, der längere Zeit hindurch wegen seiner bitteren Erfahrungen im Jemen die irakischen Politiker vor einem Militär-Abenteuer mit den Kurden gewarnt hatte. In der irakischen Regien: ng selbst gab es schwere Dilferenzen, und unlängst beschloss das Kabinett von ANZUEGE VON SCHNITT UNO SCHLIFF aussen und innen das Beste (Sfabiloform M. B.) wie sie der Verbraucher wünscht mit langjaehriger Garantie ★ Das ist „Die Bewaehrte CARLT0N Kleidang“ Feinste Massarbeit Fertigkleidung die ganze Linie Lohnanfertigung Ständige Passformkontrolle Kommen Sie mit allen Ihren Bekleidiingsproblemea zu Hierin Kleiderberater ERNST KOPPEL Maipú 982, TE 31-7845 50 Meter von Plaza San Martin, mit vielen Verbindungs¬ und Parkmöglichkeiten. Bagdad, erneut Nasseium Rat zu fragen. Seine Antwort ist nicht bekannt, aber man weiss, dass die irakische itegierung Versuche zur Einleitung einer neuen grossen Offensive gegen die Kurden unternahm. Die Führer der Kurden versuchten die ganze Zeit über, internationale Unterstützung zu erhalten. Russland nahm eine zwielichtige Stellung ein. Offiziell stellte Moskau sich mit Aref gut, zugleich warnte jedoch die Sowjet-Presse den Irak vor Unterdrückung des kurdischen Volkes. Erst letztens veröffentlichte die „Prawda“ wieder einen Artikel zugunsten der Kurden. Andererseits wurde eine Delegation, die im nordamerikanischen Aussenministerium vorsprechen wollte, dort nicht einmal empfangen, denn das State Department sieht in Aref immer noch eine antikommunistische Kraft und will das Verhältnis zu ihm nicht gefährden. Die Stellungnahme der Aegypter blieb schwankend. Zeitweise kamen aus Kairo Nachrichten, dass Nasser den Irakern unter der Hand Verständigung mit den Kurden angeraten habe. Jetzt teonte Kairo dagegen die Forderungen der Kurden ab, und gestützt darauf schrieb die offizielle bagdader Zeitung „Al Gumhuria“, dass Barazani nur ein Räuber sei, — und „die Kurden mit ihren Forderungen dem Imperialismus und Zionismus in die Hände arbeiten“. Der irakische Marschall verlangte nun in Kairo weitere Hilfe und neue Taten, drmit er sein Regime konsolidieren und das Kurdenproblem im irakischen Sinne — nötigenfalls mit Gewalt — erledigen könne. Die Antwort Nassers auf diese Wünsche kann nicht anders als hinhaltend sein: wenn man die grossen Verpflichtungen, die er an anderen Fronten einging, bedenkt. Unter diesen Umständen kann das Re^ me Aref weiter erschüttert werden, und dann kann es wirklich zu dem Umsturzversuch kommen, den manche Grippen so hartnäckig Voraussagen. Dann wird Nassers Truppe in Bagdad viel Arbeit haben. Sie wird sich LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 219«, V> »zq. — T. E. 83-2613 27. August 1965 29. Aw 5725 Rechtsradikale Partei „Wenn Herr Eshkol erklärt, dass noch die nächste und übernächste deutsche Generation Wiedergutmachung an Israel zahlen müsse, dann ist es eine Unverschämtheit, der wir ein hartes Nein entgegensetzen müssen. Ich habe nichts gegen Israel, aber ich wehre mich gegen’ die laufenden Erpressungen dieses Staates!“ In diesen Worten gipfelte die politische Programmerklärung von Kurt Thielen Vorsitzenden der jungen „Na tionaldemokratischen Partei Deutschlands“, auf dem ersten Parteitag dieses neuen Gebildes, vor kurzem im „Haus des Handwerks“ in Bielefeld. Kurt Thielen, ein Vertreter rechtsradikaler Splittergruppen im Bremer Landtag seit 1949, gab bekannt dass er seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer wieder versucht habe, die „nationalen Kräfte“ im deut. sehen Volk zu sammeln und zusammenzuschliessen; aber das sei ihm misslungen, die grosse Zahl von Splitterparteien und Splittervereinen, die es auf der äusserster Rechten gibt, könne einfach nicht unter einem Dach vereinigt werden. So nabe er sich denn entschlossen, seine eigene Partei zu gründen in der Hoffnung, alle Geistesverwandten in ihr auffangen zu können. Nach seinen Angaben hat diese Ende 1964 gegründete Partei bereit» zehntausend Mitglieder. Sprache und Ideologie Thielens und seiner Neagründung erinnern peinlich an noch unvergessene Vorbilder der Vergangenneit & ist nicht klar, was das Wort „demokr tisch“ im Namet: dieser Partei bedeuten soll. dann entscheiden müssen, oh sie die Aufgabe übernehmen will, Aref gagen den Wil.en der irakischen Revolution an der Macht zu halten. Freilich haben andere, ähnliche, Parteigruppierungen wenn sie auch zum Teil in röckhaltender Form auftra* ten, in den letzten fünfzehn Jahren nie nennenswerte Erfolge zu erzielen vermochteine von ihnen erzielte ein mal einen Schreckerfolg bet Landtagswahlen in Niedersachsen, aber zu Dauereinfluss hat es keine von ihnen bringen können. Ob Thielens Parole .Jüan hat uns vorgeworfen, versäumt zu haben, gegen das Dritte Reich zu protestieren; viel wichtiger wäre es aber, gegen die heutigen Misstände aufzutreten“, grössere Zündkraft und Brfolgsaussichten hat, bleibt abzu~ warten; vorläufig beschwert er sich noch darüber, dasss es in Deutschland nur noch so wenig „Aufrechte“ zu geben scheine... Jewish Agency Tel Aviv. — Die Cher ui erhielt zwei Sitze in der Exekutive der Jewish Agency, der sie im nächsten Januar beitreten wird. (ITA) M0EBELHAUS Das Haas der 3 Geschäi te mit der grösste» Aaswahl. SARMENTO 1147 T. E. 35 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Br. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEH: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG vnn 16—18 Uhr T. 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