Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2130 (20.8.1965)
- Date
- 1965-08-20
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXVI. — S* 2130 — 5 - ■■ -- - -—— :-:-:--- Viernes, 20 de Agosto de 1965 LA SEMANA ISRAEL 1 A Ereignisse der Woche i (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) frieden in sich birgt, solange die Aggressionen mit Kon ventionalen Waffen verwirk licht werden können. Dr. Gefenjunterstrichhiach driicklich, dass Israel seinen Traum vom Frieden nicht auf geben wird, „denn es wird der Tag kommen, da er sich verwirklicht und IFriedeu herrschen wird zwischen den arabischen Ländern und dem jungen Staat des alten jüdischen Volkes auf seinem Heimatboden, von dem es mit Gewalt vertrieben worden ist und dem durch zwei. tausend Jahre seine Sehnsucht galt.“ Voelker- und Menschenrechte Als grösste Tat der Ver einten Nationen bezeichnete Dr. Gefen die Erteilung de» nationalen Unabhängigkeit an so viele Völker. Wenn an verschiedenen Orten in der Welt der Unabhängigkeit Wirren gefolgt seien, so liege dies seiner Ansicht nach nicht darin, dass die Unabhängigkeit zu früh, sondern im Gegenteil zu spät, m;t Widerwillen und ohne genügende Vorarbeit und Voraussicht gewährt wurde. Die verfassungsmässige Freiheit bedeute auch nicht das Ende der Suche nach der Wohl fahrt des Menschen, denn Tausende schmachten noch in Hunger, Analfabetentum und Krankheit. Gegen diese neue Ungleichheit I müsse man kämpfen, die sich aus dem Ueberfluss der Wenigen und der Armut der Viele» ergeben hat. Der Redner verwies auf die von Israel entfaltete Tätig keit in der vorjährigen Genfer UN-Konferenz für Handel und Entwicklung sowie innerhalb des Wirtschafts¬ und Sozialrates der Vereinten Nationen, im besonderen im Kampf gegen jede Art der Diskriminierung aus Gründen der Rasse, Religion Farbe, Sprache oder K.ass- und für die Verurteilung jedweden politischen, religiösen oder rassischen Völkermordes, wozu auch der Antisemitismus zu zählen ist Er erinnerte hier an die bei verschiedenen Anlässen vom Präsidenten und Vizepräsidenten Argentiniens bezöge ne Stellungnahme in Verteidigung der Menschenwürde und gegen jede Art von Diskrimination. Schliesslich brachte er die Besorgnis Is raels um die Rechte der jüdischen Gemeinschaft, in der Sowjetunion zum Ausdruck. Für Zusammenarbeit und Austausch Im letzten Teil seiner Rede behandelte Dr. Gefen die internationale Zusammenarbeit und den Austausch, wobei er auch auf die engen Beziehungen zwischen Ar gentinien und Israel verwies. Er erwähnte die sieben |Punk te des von der israelischen Delegation in der letzten Generalversammlung der UN gemachten Vorschlags, „um die Hoffnungen derer zu beleben, die ihre Augen auf dieses höchste Tribunal des friedlichen Zusammenlebens“ richten. Dr. Aba Gefen schloss mit dem Wunsch für das Gedei hem und die Wohlfahrt des argentinischen Volkes, damit dessen Beitrag zur interna tionalen Zusammenarbeit der Welt die Freiheit, den Frieden und die Gerechtigkeit bescheren möge, die die Propheten Israels verkündet haben. Freunde der Jugendalija Auf Initiative der Abteilung für Kinder- und Jugerdalija der Zionistischen Weltorganisation (Büro für Lateinamerika) und unter den Auspizien der Zionistischen ILandesorganisation trafen sich Ende Juni in den Räumen der OSA Vertreter verschiedener zionistischer Gruppen und jüdischer Erziehungsinstitutioneil der Bundeshauptstadt. Zweck des Treffens war die Gründung einer Bewegung “Freunde der Kinder, und Jugendalija in Argentinien.“ E Gutkin, Vorsitzender der O.S.A., eröffnete die Sitzung mit einem kurzen Ue). erblick über die Jugend-Alija und ihr Werk »und versprach seine persönliche Mitarbeit und die Mitaroeit der Organisation der er vorsteht. Der Beauftragte der Ju- A1 Herr M. Feldstein, beschrieb die besonderen Aufgaben der Jugendalija und legte die notwendigen Schrit. te zur Verwirklichung dieser Aufgaben dar. Herr Dr. T. Kaminzsein sprach über die grosse Bedeutung welche die Bewegung der “Freunde” in Argentinien verdiene, die bereits in Europa und den Vereinigten Staaten, sowie un Rahmen der Vereinten Nationen in jüdisch“-! wie in nichtjü di sehen Kreisen seit langem bekannt ist und Anerkennung geniesst, und deren Institutionen in Israel au ich sie grosszügigerweise geh rdert werden. Frl. Ester Jasper, Vizedi; ektorin der Bialik-Schule und Mitglied des Erziehungsausschusses der Jüdischen Gemeinde (Vaad Hachinuch), berichtete über die Institutionen der Jugend-Alija, die sie bei ihrem jüngsten Besuch in Israel besichtigen durfte, und die sich ihrer Ueberzeugung nach als das gelungenste pädagogische Experiment unseres Zeitalters erwiesen hätten. Frau Helena Kosiner, Vorsitzende der Organisation der Frauenpioniere, schlug vor, den Bericht über diese Zusammenkunft auch all jenen Organisationen zu kommen zu lassen, die aus dem einen oder andern Grund keine Vertreter zu diesem Abend entsandt hatten. Auf Antrag des Vorsitzenden erklärte sich die Versammlung als Initiativcomite der Bewegung “Freunde der Kinder- und Jugenda ¿ja in Argentinien“ und beschloss die nächste Zusammenkunft in aller Kürze einzuberufen. DIE DIESJÄHRIGE R05CH HASCHANA- AUSGABE der Jüdischen Wochenschau erscheint am Freitag, den 24. September — -- _ . ■ Bestellen Sie Ihre GLUECKWUNSCH ANZEIGE auch telefonisch: 83 2613! J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of, 550 I T.E.: 30-1474 CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires! T. E. 68 -1017/18 y 1264 i SUAVANDAR | el calzado legítimo de espuma de goma i¡ STAMPS CENTER 94 Aüenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 Von Juden in Indien Die einst lebensfähigen jüdischen Gemeinden Indiens sind im Schwinden begriffen, und hieran trägt ihr Eifer die Schuld, mit dem sie ihre religiöse und kulturelle Eigenart zu wahren bestrebt sind. Zu dieser Ironie gesellt sich eine zweite, wenn man bedenkt, dass Indien eines der wenigen Länder der Welt ist, wo ein organisierter Antisemitismus - völlig unbekannt ist. Und doch verlassen die indischen Juden in wachsender Zanl ihr Land, um nach Amerika, Kanada, England und Australien zu wandern vor allem aber nach Israel, wohin rund die Hälfte von ihnen geht. Es muss eingangs erwähnt werden, dass Juden und Judentum niemals ein wirklich bedeutender Faktor im indischen Leben gewesen sind Zu keiner Zeit haben wahrscheinlich mehr als 30.000 Juden in dem ganzen engbe völkerten Lande gelebt. Obwohl es auch heute noch Faktoren von besonderem jüdischen Interesse gibt, wie z. B. die legendäre jüdische Gemeinde von Ccchin und die umstrittenen Bne Israel, so hat Indien doch seine Rolle ohne den besonderen Beitrag von Juden in wirtschaftlicher, kultureller oder politischer Sicht auf der Weltbühne gespielt Zwar liegt kein sichtbarer Grund vor, warum Indiens Juden nicht auf einzelnen Gebieten in das Rampenlicht getreten sind, wie sie dies in anderen Ländern getan haben, in denen sie eine kleine Minder, heit bilden. In Indien geschah es nicht. Heute ist ihre geschichtliche Höchstz^hl um schätzungsweise die Hälfte gesunken, und die meisten der noch in Indien ansässigen Juden leben in der Gegend von Bombay und Kalkutta. Und hier liegt die zweite Ironie. Die indischen Juden waren nicht wie ihre Brüder in den meisten westlichen Ländern von dem Problem der Assimilation bedrängt. Obzwar viele von ihnen, zumindest jene aus dem alten Cochin und vom stamme der Bne Israel, sich kaum von typischen Indem unterscheiden, so waren Mischehen äusserst selten und selbst die soziale und kulturelle Ver mischung war niemals wirklich sehr rege. Die indischen Juden haben als Ganzes ihre Verbundenheit mit ihrer Re- Antisemitischer Film Jerusalem : — Eine der ,,Jüdischen Rundschau“ aus Basel entnommene Nachricht besagt, dass in Kairo ein Film gedreht wird, der die ^Kollektivschuld“ des jüdischen Volkes am Tode Christi beweisen und das „jüchsohe Dokument“ des Kirche nkonzils widerlegen soll. Der Film soll „Der Prozess gegen Jesus“ heissen. (QJI) ligion bewahrt. Der Schreiber dieses Berichtes kann aus eigenem Augenschein bezeu gen, dass der jüdische Gottesdienst in einer der ortho doxen Synagogen, von denen es rund ein halbes Dutzend in Bombay gibt (obwohl eine hiervon sich .liberal“ nennt), gut besucht und voll von Inbrunst, ja Würde, war. Meist sieht man auch eine überraschend grosse Anzahl junger Menschen. Die Frage drängt sich auf ob das Schwinden der jüdischen Gemeinden mit einem Gefühl unter den Juden zu erklären ist, dass die Regierung Indiens, dessen Staatsreligion der dem jüdischen religiösen Empfinden so fremde Hinduismus ist, um nicht von der starken mos lemischen Bevölkerung zu sprechen, sich unvermeidlich an die Seite der Araber stellen muss und die Juden daher klug daran täten, das Land zu verlassen, bevor man sie hierzu zwingt. Dem ist nicht so, versi cherte ein führender indischer Verleger und Schriftsteller, der zufällig Jude und ein höchst angesehener Beobachter der jüdischen Gegenwart ist. Zwar waren Indiens Führer von Ghandl über Nahru bis zu Lala Bahadur Shastri, dem heutigen Ministerpräsidenten, dem Zionismus und Israel nicht gerade freundlich gesinnt, aber obwohl Indien meist mit dem arabischen Block in den UN seine Stimmt abgibt, so zeigte die Zentralregierung ebenso wie die Regierungen der einzelnen Staaten durch Tat und Wort, dass sie Freunde dpr indischen Juden sind. Selbst Indiens zionistische Bewegung, h t sich entfaltet, ohne dass die Politiker des Landes, Schwierigkeiten bereitet haben. Die Antwort liegt, wie dieser Beobachter behauptet, in der irrigen Haltung der meisten indischen Juden, die „alles oder gar nichts habe« wollen und meinen, dass sie zur Wahrung ihres Judentums einer politischen und kulturellen Atmosphäre bedürfen, die nicht nur tolerant sondern von aktive/ Sympathie durchtränkt ist. Dies gibt es nur, wie sie versichern, in Israel oder in den fortgeschrittenen Ländern des Westens. Sie sind der Ansicht, wie der erwähnte Gewährsmann aussagt, dass das Judentum in Indien zum Verschwinden verurteilt ist, und anstatt zu versuchen es zu bewahren .tragen sie noch zu seinem Aussterben bei Diase Juden begreifen nicht, sagte dieser Mann, dass „wir Juden ein wenig von unse« rer eigenen Atmosphäre überall dorthin mitnehmen, wohin wir gehen. Wenn wir Israel wollen, so können wir hier in Indien ein Stück Israel finden oder, es schaffen*. Er selbst ist glühender Zionist, und doch ist er über, zeugt, dass die indischen' Juden gute Juden, gute Zionisten und auch gute Inder sein können: „Zu Hause und in der Synagoge sollen wir unsere Jüdischkeit pflegen, aber sonst dürfen wir überall mit Stolz Index sein.“ INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas ANDONAEGUI 1270 Buenos Aire* T. 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