Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2130 (20.8.1965)
- Date
- 1965-08-20
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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2 — Viernes, 20 de Agosto de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVL — N* 2130 Aufnahme der Beziehungen (Schluss von Seite 1) nicht bewältigten Vergangen heit. irr. Der Staat Israel ■ Mit der Schaffung des Staates Israel trat ein neuer Faktor in das jüdischen Leben ein. Aber nicht allein in das jüdische Leben kam mit der Entstehung Israels eine neue, dynamische Kraft, pondern auch als, internationaler Faktor müsste Israel ebenso seine Positionen 'sufhen, wie andere Mächte sich zu ihm einstellen musslen. Ehe Deutschen waren sofort bereit, dem Staat Israel Reparationen 2U bezahlen Sie auch erfüllt wurden. Sollte Israel solche Zahlungen annehmen? Die De batte über diese Frage erregte die jüdische Welt. In staatlichen Kategorien ged.-.cht, besteht hier vielleicht über haupt kein Problem. Aber Völker denken nicht nur »taatsmännisch. Menschen »agieren in erster Linie mit ihren Gefühlen. Die dem jüiischen Volk vom deutschen feschlagenen Wunden wa Jen noch zu frisch. Kein Jule war und ist von diesen Gefühlen frei. Auch .len Guiion oder Nachum Go'dmann waren es nicht, als sie sich entschlossen, diesen Weg zu beschreiten, auf dem man cunächst keine Annäherung Wünschte, auch wenn eine solche kaum vermeidbar war Bonn bot diplomatisch0 Beziehungen an. Israel lehnte sie ab. Als Israel hierzu bereit war. winkte Bonn ab Die internationale Lage batte sich geändert, die deut tche Position war stark ge worden, Beziehungen zu Israel bildeten keine Notwendigkeit mehr. Die Araber drohten mit Represihauen. Bonn wies diese Intervent io nen energisch zurück, aber War doch vorsichtig. Ersi als Nasser Beziehungen zu Ost- Dr. FREY deutschland aufnahn», ram es zum Bruch. Der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel stand nichts mehr im Wege. Wenn man so will, war dies ein grosse; Erfolg Israels gegenüber der arabischen Welt. Israels Bereitschaft zur Auf nahme der Beziehungen wurde in Israel stark debattiert und kritisiert. Die Notwendigkeiten der politischen Si tuation rechtfertigten diesen Schritt nach der Aulfassung der verantwortlichen Politiker. Ais bekannt wurde, wer der deutsche Botschafter sein werde, wurden Proteste laut, weil dieser deutsche Repräsentant Offizier in Hitlers Wehrmacht gewesen se\ Bonn erklärte, der Mann wäre einwandfrei. Israel stimm., te schliesslich zu, weil die Zugehörigkeit zur ehemali gen deutschen Armee allein noch kein (politischer, Grund zur Ablehnung sei Wo sollte man auch einen Diplomaten finden, gegen den garnichts zu sagen wäre. Mitg¿macht — mehr oder weniger — haben wonl alle. Im übrigen musste man mit solchen „kleineren Uebeln rechnen, nachdem mm seine Einwilligung zur Aufnahme der Beziehungen gegeben hatte. Das Volk denkt nicht staatsmännisch. Das Volk reagierte elementar. Demonstrationen gegen die Aufnahme der Beziehungen mit Deutschland, gegen den Botschafter, gegen die Deutschen waren die Folge Auch die „moralische Wiedergutmachung“ die der Botschafter durch seiner; sofortigen Besuch in Jad W’- schem, dem gewaltigen Mo nument für die Märtyrer leisten wollte änderte an der Haltung des Volkes nichts. Aber auch die Demonstrationen und die Gsfü) le wei tester Kreise sind nicht ge eignet, Tatsachen aus der Welt zu schaffen. Und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen Israels mit der Bundesrepublik ist eine so] che Tatsache. ABOGADO PUE VEREDON *1.90 1» faq. nachm. 18—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 IV Und die Juden E>as jüdische Volk in der Welt identifiziert sich mit Is rael, aber ist trotzdem ai Volk, als Gemeinschaft nicht mit Israel identisch. De Staat bezieht seine pr,lit;sche oder diplomatische Position Et hat Rücksichten auf inter nationaler politischer Ebene zu nehmen. Das jüdische Volk befindet sich weder ge genüber dieser Notwendig keit noch stesht es in der gleichen politischen Situation. Das jüdische Volk hat sei ne Beziehungen zum deut sehen noch nicht aufgenom men. Die Grundstimmung ist die gleiche, die in den Demonstrationen in Israe; PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. ierät Sie kostenlos und mverbindlicb beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSEBN VTRREV DEL PINO 2262 .T. E. 73-7887 7. MAKKABIADE zum Ausdruck kam. Die Notwendigkeiten eines Staates, selbst des Staates Israel, dekken sich in dieser Hinsicht nicht mit denen die für unser über die Erde zerstreutes Volk gelten. Diies trifft für die ehemals deutschen Ju den genau so wie für alle anderen zu Es gibt keinen nationalen Unterschied zwischen den Juden der Galut. jedenfalls nicht für diejenigen, die sich zum jüdischen Volk bekennen. Nur für Juden, die sich als deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens betrachten, kann die geistige Situation eine andere sein Die meisten Juden aber, die im nichtdeutschen Ausland leben fühlen sich nicht — auch wenn sie einen deutschen Pass wieder bekommen haben, — als Deutsche Im übrigen sind alle Juden gleich welchen Ursprungs und gleich welchen Passes, Mitglieder einer grösseren Gemeinschaft. Eine organisierte Judenheit, eine organisierte Vereinigung gleich welchen Charakters, kann keine Einzelschritte unternehmen. ohne den Kontakt und die Haltung mit der grösseren Gemeinschaft zu berücksichtigen Politik auf ei gene Faust, wie man sie häu fig beobachten kann bringe keine fruchtbaren Resultate Die Einheit und Gemeinsam keit reicht über Einzelfragei hinaus, denen niemasl die auch politisch in jeder Be Ziehung so wichtige Ge schlossenheit der jüdischen Gemeinschaft zum Opfer dargebracht werden darf Voreilige Entscheidungei über „private Aufnahme von Beziehungen“ z. B zu deut sehen Auslandsvertretungen sind unter solchen Umstän den nicht angebracht Sie sind weder für die Haltung des jüdischen Volkes typisch noch verbindlich. Man schafft hierdurch nur unnütze An griffsflächein. Gedient is hiermit niemandem, und das wissen die Deutschen im Ausland am besten. Eine andere Frage jedoch ist diejenige, ob nicht die verschiedenen Judenheite' einzeln oder gemeinsam sich über dieses Problem ausein andersetzen sollten. Aber das wiederum ist ausschliesslic eine innerjüdische Angele genheit. V. Rechte des Individuums Mensch New York. — 197 nordamerikanische jüdische Sportler nehmen an der diesjährigen Makkabiade in Israel teil und bi. den die bisher grösste Mann Schaft aus den USA. di? zu diesem Ereignis entsandt worden ist. Ihr gehören verschiedene Ge winner olympischer Medaillen an. Die Nordamerikaner werden sich an 17 der vorgesehenen 20 Sportspiele be teiligen und sich mit jüdischen Sportlern aus 30 Ländern im Wettkampf messen. (ITA) zen, wie jedes andere Recht auch, wo sie mit den Rechten der Gesamtneit kollidieren. Sonst würde an die iteleines normalen, geordne ten gesellschaftlichen Lenene das Chaos treten. Hierhin unterscheiden sich unsere gesellschaftlichen Grundsätze in nichts gegenüber denen anderer Gesellschaften oder Gemeinschaften stimmt. Hiernach haben sieh alle anderen Gemeinschaften zu richten. Innerhalb der Gesellschaft stehen ihnen die vollen Rectjte der Meinungsäusserung zu; sie können für eine Abänderung einer bestimmten gesellschaftlichen Maxime Eintreten uni um die Durchsetzung ihrer Gedanken kämpfen. Aber sie können nicht eigene -Wege gehen, solange sie Mitglied einer grösseren Gemeinschaft sind. Würde jede Gruppe oder Institution tun, was sie wollte, so würde dies zur Auflösung der Gesellschaft führen. Die Rolle des einzelnen ist klar. Es gibt keine Zwangs Organisation im jüdischen Leben. Der einzelne kann eigene Wege beschreiten. Dies ist gewiss meist bedauert ch, aber nichts Ungewöhnliches Nur ein Recht kann der einzelne nicht haben: durch seine eigene Haltung die der Gemeinschaft festzulegen Hiergegen kann sich die Ge meinschaft zur Wehr jetzen Sie muss es tun, wenn sie nicht von innen her unterhöhlt werden will. VI. Drei Ebenen U SEMANA ISRAELITA Semanario — apareo« ios Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1» tzq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Unser Problem muss unter diesen drei Aspekten Betrachtet werden: a) das staatliche Leben. b) das gesellschaftliche Lieben, c) Die Sphäre des einzelnen. — Fiir diese drei Schichten der gesellschaftlichen Fxi - stenz gelten nicht immer di? gleichen Prinzipien, denn hier handelt es sich um ver schiedene gessllschaftäche Phänomene oder Existenzformen. Diese beruhen auf anderen Grundlagen und be. wegen sich auf verschiedenen Ebenen. Rechte, die dem Staat zustehen, kann der einzelne Bürger nicht für sich mit de- Begründung beanspruchen, der Staat habe solche Rechte auch. Dies wäre eine sinnlose und gefährliche Umkehrung der Begriffe, die zur Anarchie führen muss. Niemandem einzelnen kann etwas nur deswegen schon erlaubt sein, weil es dem Staa auch erlaubt ist. Hierbei handelt es sich nicht um künstliche D’ffe renzierungen, sondern um normale Ordnungsersche1nungen, die sich im Lauf? langer Jahrhunderte heraus gebildet haben. VII. Mit anderen Worten: wer einen privaten Frieden schliessen will, mag es tun Aber dies verpflichtet nie manden, noch nicht einmal diesen einzelnen seihst Denn er hat sich ausserhalb seine: Gemeinschaft gestellt. Das Gleiche gilt natürlich umge. kehrt auch: der seinen privaten Krieg führen will mag dies mit denselben Konse- Schlussbemerkung Hat der einzelne keine Rechte? Wir haben als Juden stets um die Verwirklichung de mokratischer Prinzipien gekämpft; wir werden es auch weiterhin tun. Dem Individuum stehen die vollen Rechte der Denk- und Handlungsfreiheit zu Aber diese Rechte finden dort ihre natürlichen Gren- JUDITH SCHENKOLEWSKI KTTLTUSSTICKEREIEN Scüabbosdecker TaJiifibeutel Käpochen Maz zot-Taschen Hand und Maschkienstickerei von Bett- und Tiscnwäsche Dr. P. 1. RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE V1AMÖNTE 2037 4» B, 46-1716 and 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 a. 76-2312 Die staatliche Position und das Recht des einzelnen Bürgers im Staatsverband braucht nicht näher er’äutert zu werden. Der Staat bestimmt, der einzelne Bür ger hat sich zu fügen, aber er kann von allen Rechtei Gebrauch machen, die ihm die Verfassung gewährt, vom Recht der öffentlichen Meinungsäusserung, der Kritik usw. D:s Verhalten der jüdi sehen Gesellschaft wird vor. den gewählten Instanzen be SS-Führer erhaengte sich Bonn: — Der frühe SS-Führer des Einsatzkommandos 9, Guido -ohanson, hat sich in seinem Wohnort Giflitz (Kreiß Waldeck) das Leben genommen, 1 erst kürzlich bekannt wurde. Johanson stand unk dem ""'erdacht, 1942 als Komtnandoleiter einer SS-Einheit für die Erschkssung von mindestens 100 jüdischen Männern, Frauen und Kindern in der Sowjetunion verantquenzen tun. Aber was für das Individuum gilt kann nicht auf die Gesellschaft als solche übs-tragen werden. Denn deren Probleme, Möglichkeiten, Rechte und Pflichten stehen a.uf einer ande ren Ebene. — ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Prof. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY T. E. 87-1362 Sarmiento 3116 Dr. B. Sdiwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN ■ Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: MoDtag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumeldcn. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 ***# » WWW* D* Sac!1** meà A»® joio»nptschen wj!W, sUr Au pallidi ù»* ** itic*, * rue*, — ¿¿bersch» sdien U** sdien *»- Abteilung baHtn. Ene S»1 Gründen ¡bgerting i nie K »tur die Ableit und sch* störten die scion in worden * nun? »on auch Mangel »i ibereittingi schliesslich Baufirmen j;« man fill die man fin hersngezogen sollen Tagn leitungs-Rate che des Stal Ah Amr und kittärs der Hassoune °u £ der g?n Wenn atu sehen Schwie ders heraus! äea, so wisse Melbourne sehe Schrittst Konrat hatte ber der Z wegen Belek Gericht in klagt. Die Z schrieben, nazistischer eher und lien unerwiin Das Genci dass der beara kel beleidigend wesen ist und der Oeffentl: Wohl diente AN WIED! GAE A6 VIAMONT depart/ flnnrbindl NEUE ad ifepc Tepp« Unerreich Pichen £ïgen Al|F WUN Maschineo Ausl vkRkaip VOfl CALLE 32 29 * r c. + 6516