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Jüdische Wochenschau · 1965-08-13 · 2129 (13.8.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2129 (13.8.1965)
Date
1965-08-13
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 13 de Ag«n4e de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI, — N* ZiX» — * Das grosse Ringen um Waffen LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 219«. 1? izq. — T. E. 83-2613 13. August 1965 15. Aw 5725 DER ÂTÏENTAETER VON BAMBERG Der Sondergesandte des Präsidenten Johnson Averell Harriman erkannte bei seinen kürzäichen Gesprächen mit den Männern der Regierung Israels, dass Washington seine niittelöstliche Waffen-Politik einer Jeberprüfung unterziehen müsse. Diese Politik gellt noch auf die Tage des Präsidenten Bisenhower zurück, als Israel i.n Jahre 1955 die damalige republikanische Administration um Waffenhilfe -'¡gesichts der verstärkten ägyptischen Aufrüstung gebeten hatte. ~ as israelische Gesuch wurde längere Zeit in den verschiedenen unteren Instanzen der zuständigen amerikanischen Ministerien behandelt und immer wieder „zurückgestellt“. Als die Beamten angesichts der immer dringlicher werdenden israelischen Bitten nicht mehr ausweichen konnten, verwiesen sie die Entscheidung an die höchste Instanz, fn einem Gespräch zwischen dem Präsidenten Eisenhower und Aussenminister Dulles wurde die Ablehnung des israelischen Gesuches beschlossen und zugleich festgelegt, dass die Vereinigten Staaten sich nicht „als grösserer Waffenlieferant“ im Mittleren Osten betätigen sollten. Hinsichtlich Israels erklärten die USA i'”'en Verb ndeten, sie hätten nichts dagegen, wenn diese sich mit Waffensendungen an Israel „die Hände schmutzig machen würden“. Die USA wollten sich jedenfalls von diesem Geschäft fernhalten. Sie lieferten nur an einige arabische Staaten kleinere Mengen Waffen, und bei Israel machte Präsident Kennedy die berühmte Ausnahme bei der Zuweisung der Hawk-Abwehr-Raketen. Nun liegen den Vereinigten Staaten wieder Gesuche von drei arabischen Ländern vor, die Washington in eine schwierige, ja sogar delikate Situation bringen können. Libanon, Transjordanien und Saudi Arabien haben Washington um Waffen verschiedener Kategorien -beten. Diese drei Staaten kommen fast allein noch in der arabischen Welt als „Einflusszonen“ der USA und des Westens in Frage. Aegypten neigt mehr und mehr nach Osten, und die gleiche Tendenz zeigen Syrien und der mit Aegypten politisch verbundene Irak. Die beiden letzteren Staaten haben schon Waffenlieferungen vom Ostblock erhalten und sind dazu übergegangen, ihre Heere mit östlichem Inventar auszurüsten. An westlicher Bewaffnung halten nur die drei genannten Staaten fest, u die USA möchten eigentlich den Wünschen der Länder entgegenkommend Saudi Arabien hat um Lieferung amerikanischer Flugzeuge gebeten, und lie \merikaner müssen berücksichtigen, dass König Feisal und seine Regierung heute die wichtigsten Gegenspieler Nassers sind. Saudi Arabien hat seine Armee mit Hilfe britioher Waffensendungen gestärkt. Dieses Land tritt heute Nasser sowohl im Jemen als auch Südarabien als Gegner gegenüber. Kreise des amerikanischen Aussenministeriums fürchten, dass sie Saudi Arabien erneut 1 die Arme Nässers treiben wenn sie die Waffengesuche der Regierung von Riadh ablehnen. Aehnüchie Erwägungen spielen bei den Waffen^ .suchen des Libanon und Transjordaniers eine Roll-. Als die arabischen Spitzenkon. ferenzen alle arabischen Staaten aufforderten, ihre Armeen im Hinblick auf die zu erwartende Auseinandersetzung i.rit Israel zu stärken, antworteten Transjordanien und der Libanon, sie würden den Westen um Lieferung weiterer Waffen bitten. Nasser hatte ursprünglich gehofft, dass gerade Transjordanien östliche Waffen aus Kairo beziehen un<* sich damit in verstärkte Abhängigkeit von Aegypten egeben würde. Aber diesen W wollte Hussein nicht gehen. Er setzte seinen Ministerpräsidenten Talhouni ab, de. zu weitgehender Annäherung an Kairo bereit war, und reiste mit seinem neue- Regierungschef Wosfi el Tel nach Kairo, um Nasser seinen Wunsch nach weiterer Unabhängigkeit darzulegen. Ueber den Inhalt der Besprechungen zwischen Nacser und Hussein wurde nicl viel bekannt, aber dennoch erfuhr man, d-'s Hussein in Kairo seinen Anspruch aut Unab hängigkeit und «ein Recht auf \usriistung seines Heeres mit westlichen Waffen verfocht. Nasser gab für den Augenblick nach — in der Hoffnung, dass Transjordanien auf Ablehnung im We sten stossen und sich dann gezwungenermassen an Kairo wenden werde. Die Nordamerikaner haben inzwischen das libanesische Gesuch auf Lieferung von Kampfflugzeugen zunächst einmal abgelehnt, weil nach ihrer Meinung Beirut nicht imstande ist, die Flugnge einzusetzen. Ausserdem sina die Amerikaner darüber erbittert, dass der Libanon dem ägyptischen Drängen nachgab und sich in ein Abenteuer mit der Jordan-Abieitung einlassen will, in dem der Libanon nur der Verlierer sein kann. In Washington sieht man jetzt Amerikas Aufgabe darin, wie rian de Libanon vor einer israelischen Reaktion „schützen“ kann, und Harriman widmete diesem Beirühen viel Zeit. Das Waffengesuch der Transjordanier wollen die USA nicht gänzlich ablehnen, weil man Hussein, der sich gegen den übermächtigen Einfluss Nassers zu wehren versuchte, nicht ins ägyptische Lager drängen will. Patten Länder wie audi Arabien, Transjordani und der Libanon vor swei Jahren die Vereinigten Staaten um Waffen gebeten, so hätte Israel für die hier d. ’•gestellten amerikanischen Ueberlegungen gewisses Verständnis zeigen können. z..:- sclmti haben sich jedoch die Bedingungen 5m arabim-hen Lager sehr geändert. Die Liga schuf den gemeinsamen Generalstab, der s: h zum Kriege mit Isr e! vorbereitet. Zumindest Libanon und Transjordanien verla-gen die zusätzlichen Waffenlieferungen, um sie diai.a für Operationen im Rahmen der Aktionen des gerne, rnien Generalstrbes zu verwenden. Damit sind Waffen in den Händen der Transjordanier für Israel ebenso gefährlich geworden wie Waffen, die von Nasser für seine gyptitoen Truppen erworben werden. Aus Kairo selbst kommen immer wieder Gerüchte über ein neues Waffenabkommen Aegyptens mi> dem Ostblock. Aegypten bekam Waffen von Russland aufgrund von Ver trägen in den Jahren 1955, 1959, 1962 und 1964, und jetzt soll das fünfte Waffenabko: men abgeschlossen ' erden. Im vorigen Jahre bezifferte das britische .Institut für strategische Studien“ die -Stärke der ägyptischen Luftmacht auf 435 Flugzeuge. 20.000 Mann dient n in de»- Luftmacht, und 250 Raketen standen damals Nasser zur Verfügung. In der nächsten Zeit sollen auf Grund "och laufender Lieferungsverträge noch ca. 100 Flugzeuge hinzukom men. Nasser ist eifrig iamit beschäftigt, weitere Raketen zu bauen und chemische Kampfstoffe zu entwickeln, und er möchte seine Luftmacht und seine Tankwaffe durch einen neuen Vertrag mit Russland weiter stärken. Natürlich würde es grossen psychologischen Einfluss auf die noch zögernden arabischen Staaten haben, wenn er von Moskau weitere Waffen bekommt. Die Nordamerikaner sind jetzt in einer delikaten Situation, aber eines ist sicher: Die Zeit des Ueberlassens der Waffenlieferungen an andere ist vorüber, und wenn Washington an einem wirklichen Gleichgewicht der Kräfte im Orient interessiert ist, so mu55 es dazu durch eine eigene aktive Waffenpolitik beitragen. Bamberg. — Der 20jährige Sprössling eines verstorbenen NS - Kriegsverbrechers, der unter dem Verdacht verhaftet worden war, Urheber der antisemitischen Schmierereien in Bamberg zu sein, logte ein Geständnis ab nachdem die Polizei Beweise gefunden hatte, dass der junge Mann träumte, ein neuer Hitler zu werden. Dies gab Hauptstaatsanwalt Josef Ostheimer bekannt. Der Angeklagte, Richard Woitzik, erklärte vor Gericht, dass er Dutzende von Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof von Bamberg übermalt habe, das Denkmal für die von den Nazis zerstör Kriegsverbrecher verhaftet Rio de Janeiro: — Die brasilianische Polizei verhaftete in Santos einen angeblich langgesuchten deutschen Kriegsverbrecher, dessen Name mit Detlev Sonnenberg angegeben wird. Der Verhaftete behauptet jedoch, er heisse Alfred Trenker. In seinem Besitz befand sich ein argentinischer Pass auf den Namen Carlos Rodrigues. Die Interpol hat inzwischen den Fall übernommen. Wie verlautet, soll ein Detlev Sonnenberg in der Bundesrepublik wegen Kriegsverbrechen in Abwesenheit abgeurteilt worden sein. (AWZ) Appell an die Sowjetunion Strassburg. — Die Erratende Versammlung das Europarates appellierte an die Sowjetunion, den 2,3 Milliosen Juden in der UdSSR kulturelle Autonomie zuzugestehen. In einer entsprechenden En tsdhliessung heisst es, angesichts der leiden C s Judentums während des 2. Weltkrieges trage ganz Europa Verantwortung für das Schicksal der Juden. (AWZ) te Synagoge beschmierte und andere Untaten verübte, die Bundeskanzler Erhard, als er Bamberg besuchte, als nationale Schande bezeichnete. Die Polizei teilte mit. dass Woitzik, ein Zahntechnikergehilfe, aus seiner Stellung entlassen worden war, weil er bei einem Examen durchfiel, und geglauot hatte, sein Brotgeber sei Jude. Dar Mann hatte seine Büros irt einem Synagogengebäude, ist aber kein Jude. Das Zimmer des Attentäters glich einem Hitler-Mu seum und diente als Sitz der von Woitzik geleiteten Neonazipartei, deren einziges Mitglied er selbst war. Ah den Wänden hingen Hitlerbilder, er besass Schallplatten mit Hitlerreden und den Reden anderer Nazibonzen sowie mehrere Grammophonplatten mit Ansprachen, die er allein ausgearbeitet hat te und eines Tages zu halten hoffte. Auch ein Tagebuch wurde gefunden, das Woitzik nach dem Vorbild von „Mein Kampf“ verfasst hatte. In seinem Geständnis erklärte Woitzik, die Juden zu hassen. (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Gesehäf te mit der grösstes Auswahl. SARMiENTO 1147 T. E. 35 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS¬ GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL ANZUEGE VIAMONTE 550. I, B — Bs. Aires, Rep. Argentina ALFREDO STERN MALERARBEITEN DEPARTAMENTOS — BUEROS — HAEUSER Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit NEUE ADRESSE: VIDAL 1575 fast Ecke PINO T«L: 76-7281 y 76-9088 Depósito: V. DEL PINO 2639 und V. DE LA PLAZA 1779 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Top* pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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