Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2129 (13.8.1965)
- Date
- 1965-08-13
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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ft — Viera«*, 13 de Agosto «fe 1963 LA SEMANA ISRAELITA Aft* XXVI. N* 3129 Wissenschaft und Wahrheit (Schluss von Seite 1) baltung zu bewahren, zumal wir auch heute noch der Auffassung sind, dass dieses Problem in erster Linie eine Präge der christlichen Weit ist, die selbst mit dieser Belastung und bedruckenden Borge fertig werden müsse. Denn es dürfte immer deutlicher werden, dass dieser gesamte Fragenkomplex einen Schatten auf die Kirche wirft, wenn wirklich gerade die Persönlichkeit versagt haben soll, die wie kein Zweiter berufen war, in einer schwarzen Stunde der Menschheit zu sprechen, in einer Stunde, in der das Antlitz des Menschen geschändet wurde. Handelt es sich doch hier nicht nur um die Frage, ob man tausende Menschen, Tausende, Hunderttausende, vielleicht Millionen hätte retten können oder nicht sondern um die Tatsache, dass das Schweigen in diesen tragischen Augenblicken ein Versagen bedeutete. Um sich ein Urteil in diesen und ähnlichen Auseinandersetzungen zu erlauben, Ist es vernünftig, die Sachlage genauestens zu studieren und alle Faktoren abzuwägen, die für die Meinungsbildung von Bedeutung sind. Ob man mit Hochhuth konform geht oder nicht, man muss zugeben, dass er die damalige Situation gründlich durchforscht hat. VVelleicnt ist sein Material einseitig, das er gemeinsam mit dem Text seines Schauspiels der ©effentlichkeit übergeben hat. Diejenigen jedoch dürften nicht gerecht sein, die gegen Hochhuth deswegen au Felde ziehen, weil er ohne Sachkenntnis sein Werk geschrieben habe. Durch eine Herabsetzung des Gegners dient man weder der Wahrheit noch der Erkenntnis. Die meisten, die in diesem Streit Stellung bezogen Dr. FREY ABOCADO PÜEÏRIKDON .UM 1» i*«. nachas. M—19 Ohr Tiiifn: 80-6930 REAL PEN FüUbaMer REPARATUREN Speziakjeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 haben, bemühten sich ehrlich darum, zu einer objjxtiven Darstellung und Meinung zu gelangen. Ob dies bei einem Thema oder Gegenstand möglich ist, der so stark in die inneren menschlichen Regungen eingreift, muss dahingestellt bleiben D.mit müsste man die weitergehende Frage analvsie ren, ob es überhaupt derartige objektive und allgemein gültige Wahrheiten geben kann die sich auf diesen Zeitraum und die menschlichen Handlungen in diesem historischen Drama oder Trauerspiel beziehen, das wir alle miterlebten und durch welches wir alle gelitten haben. Billige Polemiken waren in dieser Aussprache selten. Manche Stellungnahmen wirken nicht überzeugend, vor allem diejenige des Präsidenten des Zentralcomités der Deutschen Katholiken, des Fürsten Karl zu Löwenstein. Aber sie ist nicht etwa aggressiv, sondern nur emotionell, wo man gründliche Sachlichkeit und nüchterne Argumente erwartet hat. Die Frage kann doch nur lauten: Sind die von Hochhuth geäusserten Bedenken gegen die Haltung des Papstes berechtigt, selbst wenn er in seiner dichterischen Gestaltung des Themas Fehler begangen hat, auch wenn er die Persönlichkeit des Papstes verzerrte oder gar verunglimpfte. Es kann sich doch nicht um «ine Auseinandersetzung mit Hochhuth handeln, sondern um die Suche nach Erkenntnis historischer Wahrheiten durch Erforschung des geschichtlichen Ablaufs, der damaligen Verhältnisse, der Politik des Papstes und seiner Haltung, so wie sie wirklich war und so. wie man sie vielleicht hätte erwarten oder erhoffen müssen, wenn man seine einzigartige Position in der Welt berücksichtigt. Wir gehen dabei davon aus, dass es sich nicht um ein Urteil gegen einen Menschen oder gar gegen eine Institution handeln kann, wie sie die Kirche ist, obwohl wir durchaus nicht verkennen, dass ein berechtigter Vorwurf des Versagens des Papstes oder der Kirche in einer so entscheidenden Stunde der Menschheit starke Bedenken auslöst. Für uns Juden dürfte selbst die Ueberzeugung, dass der Pap.it damals nicht richtig gehandelt und versagt habe, nicnls mit einer Auseinandersetzung über die Prinzipien d»r Kirche oder über religiöse Unterschiede in unseren Leloens- und Glaubensauffassungen zu tun haben. Wir sind ein altes Volk, das durch Jahrtausende währende Erfahrungen gereift ist. PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. jerät Sie kostenlos und mverbindlicb beim Kauf oder Verkauf von 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREV DEL PINO 2282 T. E. 13-7887 Wir werden uns weder in polemischen noch in billigen Argumentationen verlieren. Wir werden uns auch nicht zum Richter über die einen oder die anderen Gruppen aufwerfen, die hier in einem unversöhnlichen Konflikt verstrickt sind. Wir sind aber durchaus keine Heiligen. Wir haben ganz andere Diskussionen mit der Kirche zu führen, die im Augenblick ein wenig in den Hintergrund getreten sind, weil die kirchliche Haltung gegenüber den Juden wahrscheinlich einem tiefen Wandlungsprozess unterworfen ist. Dies aber kann nicht« und niemals etwas daran ändern, dass es die Kirche war, die Jahrhunderte hindurch einen erbitterten Krieg gegen uns geführt hat dessen Einzelheiten hier nicht erwähnt werden sollen, obwohl wir sie nicht vergessen können, auch nicht in Anbetracht moderner Freundscbafts-Bekundungen die wir durchaus zu schätzen wissen. Als altes leidgewohntes Volk haben wir uns auch unseren Gegnern gegenüber darum bemüht, für sie Verständnis aufzubringen. Deswegen ist es vielleicht kein Zufall, dass aus unserer Mitte Männer auf gestand in sind, di« auch diese Diskussion um die Haltung des Papstes Pius XII. aus der Sphäre von Polemiken und Sentiments herausgehoben haben, um nicht nach Gefühlen, nach Leiden und Enttäuschungen zu urte.len und zur Meinungsbildung zu gelangen, sondern aufgrund der Erkenntnisse, die allein die Erforschung der historischen Wahrheiten gestattet. In letzter Zeit sind zwei Werke von jüdischen Gelehrten publiziert worden, die sich durch ihre strenge und wissenschaftliche Sachlichkeit auszeichnen. Der m Prag geborene und in Genf lebende Historiker Saul Friedländer hat in seinem Buch “Pius XII. und das Dritte Reich“ den mühevollen Versuch unternommen, eine Dokumentation vorzulegen die sich auf die Akten des Auswärtigen Amtes, Büro des Staatssekretärs bezieht und die von der Zeit vom 1. Januar 1943 bis z»«* 15. Oktober 1943 reicht- Nur um das Verständnis dieser Dokumente zu erleichtern, gibt der Autor Erläuterungen über den Zusammenhang. Nur sehr selten nimmt er selbst kritisch Stellung, vor allem dort, wo er es bedauert, dass der Vatikan bisher keinen Zugang zu seinen Archiven ermöglicht hat, um dem Forscher den notwendigen Einblick in die Politik und Handlungen de* Vatikans selbst za gestatten, die nur aus den Dokument in JUDITH SCHENKOLEWSKl KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecket? - TaiHebeutel Käppchen Max zot-Taschen Bland und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 258b (fr Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 AaJienz bei Erhard Jerusalem. — Der deutsche Bundeskanzler Ludwig Erhard erklärte, er werde seinen Wunsch, Israel zu besuchen, wahr - scheinlieh nicht vor An fang nächsten Jahres rea lisieren können, wie der Chef der Israel-Mission in Köln, Felix Shinnar bei seiner Rückkehr nach Jerusalem berichtete. Erhard hatte ohinnar empfangen und geäussert, dass angesichts der bevorste henden Wahlen m September in Deutschland und im November in Is rael sein Zusammentreffen mit Eshkol vor Jahresende nicht zustande kommen könne. Exbundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, der seinen Besuch in Israel angekündigt hatte, wird für November erwartet (ITA) JACOB LAPtDUS dipt. Mfthet NEUE ADRESSE VTAMÖNTE 2937 T ß. 4*5-171« und 48-2Î24 der deutschen Verhandlungspartner erkennbar werden. Das andere wissenschaftliche Werk “Die katholische Kirche und das Dritte Reich” schrieb Guenter Lewy heu‘e Professor für politische Wissenschaft an der Universität von Massachusetts. Lewy wurde im Jahre 1923 in Breslau geboren und gelangte zunächst nach Palästina und später in die USA. In seinem Vorwort geht er von Hochhuths Drama aus, durch welches “erneut die Aufmerksamkeit auf das Verhältnis der römisch-katholischen Kirche zum Dritten Reich Hitlers gelenkt” worden sei, also auf ein Thema, das ‘‘durch eine weitgehende Mythologie jahrelang in Dunkel gehüllt wurde.” Und dann zitiert Lewy eine Aeusserung Theodor Haeckers aus dem Jahre 1939, die hier wie dergegeben sei: “Man darf annehmen, dass die Deutschenbewusst und unbewusst, alles tun werden, um ungefähr alles, was heu - te gesprochen, geschrieben und getan wird, so rasch wie möglich zu vergessen. Erinnerungen an eine Schuld lasten, sie sind .lästig*. Wo der Mensch kann, wirft er sie ab.” Diese Prophezeiung Haexkers hat sich bewahrheitet. Lewy meint, dass durch sie auch weitgehend die oft so heftige Reaktion auf das Theaterstück Hochhuths, vw allem aus den Kreisen der deutschen Katholiken, zu erklären sei, durch das offenbar ein empfindlicher Nerv getroffen wurde. Lewy hat mehrere Jahre hindurch die zugänglicher Archive studiert, auch diejenigen der kirchlichen Diöj zesen in Deutschland, die viele Mitteilungen vom und an den Heiligen Stuhl enthalten. Das Buch Lewys ist das Ergebnis eines umfassenden Studiums, dessen Ergebnisse niedergelegt werden. Es dürfte eine unentbehrliche Grundlage für jede Meinungsbildung abgeben. Vielleicht sollte man der Vollständigkeit halber auf einen Hinweis des Autors aufmerksam machen, der sein Bemühen um die objektive Wahrheit unterstreicht dann aber freimütig bekennt: Allerdings kann ich auch nicht für mich beanspruchen. ohne eigene Meinung geblieben zu sein. Ich stehe Phänomenen wie Diktatur, Terror und Unmenschlichkeit nicht gleichgültig gegenüber. Ich war immer bestrebt, mich an die Regeln der Wissenschaftlichkeit und der intellektuellen Redlichkeit zu halten. Mehr kann niemand verlangen.” Dieses sympathische Bekenntnis steigert den Wert der Forschungen und ihrer Ergebnisse. Jedem, der diese Bücher liest, wird es dann möglich sein, sich ein eigenes Urteil zu bilden, das auf der Kenntnis der bewegenden Kräfte, der Tatsachen und der Absichten derjenigen beruht, die als handelnde und gestaltende Personen in diesem schrecklichen Drama unserer Zeit auf ge treten sind. Um das Verständnis zu erleichtern, werden auch wir an dieser Stelle uns zu diesem Thema äussern, da es Fragen im Leben gibt, zu denen jeder eine Position beziehen muss, auch wenn di?s nicht immer angenehm und einfach sein dürfte. Der Wahrheit zu begegnen und ins Angesichts zu blicken, M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Dr. B. Sdiwarci ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN 1« SÜMIM ISRAELITA Semanario — aparee* lo* Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsenshy Pueyrredón 2190 L* izq. T. E. 83-2613 Abono-Preíse: Argentinien: $ 500—- pro Jahr Ausl. $ 800— jährL Neuer Direkter des Joint New York: — Charles H. Jordan aus Genf wurde zum Chef der Exekutive des Joint mit dem Titel Generaldirektor ernannt, wie Joint-Prlsident Edward Warburg mitteilte. Jordan ist der Nachfolger von Moees Leawitt, der in Genf starb. (ITA) ist ein Zeichen menschlicher Würde, auch wenn diese Wahrheit nicht erfreulich ist. Da das Grundthema dar Auseinandersetzungen und der zitierten Forschungsarbeiten aber lautet: “Was hat die Kirche gegen die Judenverfolgung unternommen?’, dürft« es unsere Pflicht sem, unseren Standpunkt klarzulegen. ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Proí. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-G8I7 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr HELGVERA ISI5 T. E. 58-4052 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3110 T. L 17-13*2 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHN STELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. IOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 78-0500 — . . . —.. V- 1 '.■== Dr. L. KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankbeiten Roentgen-Untersuehnngeir SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Ohr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelde*. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542