Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2128 (6.8.1965)
- Date
- 1965-08-06
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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tí Vtenw«, ft de Agaet» do t965 LA SEMANA «glAÜLlIA AS» XXVI. N* Mt» Menschen und ihre Probleme H. Sw.: — In einem ersten Bericht wurde von den Delegierten gesprochen, die an der Sitzung der Weltkongress - Executive in Strassburg teilgenommen haben Natürlich müsste die Persönlichkeit des Präsidenten des JWK, Dr. Nachum Goldmann, als erste hervorgehoben werden, denn Nachum Goldmann ist seit Jahrzehnten der überragende Mann der Zionistischen Weltorganisation und des Jüdischer. Weltkongresses. Br ist es Bis heute geblieben. Es ist erstaunlich, mit welcher körperlichen und geistigen Frische der 70 Jährige vom frühen Morgen bis in die späte Nacht allen Verhandlungen gewachsen ist. den Debatten mit einer Aufmerksamkeit folgt, die ihm auch keine Nuance entgehen lässt; und mit welcher Heftigkeit er — zu welcher Tages- oder Nachtzeit auch immer — das Wort in der Debatte nimmt Die grosse Eröffnungsrede die Goldmann im Europahaus zu Strassburg in französischer Sprache hielt, war ein umfassender Bericht über die komplexe jüdische Situation zwanzig Jahre nach der Beendigung des schrecklichen Krieges und der furchtbarsten Verfolgungen unsere'- Leidensgeschichte. Gewiss war nicht alles, was Goldmann sagte, "neu”; manche unserer jüdischen Sorgen verfolgen uns die langen Jahrhunderte der Galut hindurch, manche wie die Frage der russischen Juden be schäftigen uns seit Jahrzehnten. Immer aber sind Goldmanns Analysen der jüdischen Situation brillant, geistreich, meist auch tref fend, Selbstverständlich bleibt es jedem einzelnen überlassen, von seinem Standpunkt aus zu anderen Eregbnissen *u gelangen. Das kann niemals etwas daran ändern, dass Goldmanns politischer Blick und seine Urteilskraft Ungewöhnlich sind. "Während der Executiv-Sitzung kam es ganz von selbst zu verschiedenen Kontroversen, vor allem in der Frage der jüdischen Russland-Poli. tik, in der Frage der Haltung gegenüber Deutschland u. a. Auffallend war, dass Goldmann dieses Mal viel schärfer als gewohnt persönlich reagierte, was den Verhandlungen ein wenig von ihrem sonst üblichen Glanz nahm. Sobald Goldmann dieses Terrain der persönlichen Auseinandersetzungen verliess, gewann er wieder die an ihm bewunderte Höhe seiner geistigen Diskussionsreden, bei denen er mit grossem Talent erheiternde Anekdoten oder einen netten Witz aur besseren Illustration seiner Anschauungen anzubringen versteht. Auch auf dieser Tagung zeigte es sich erneut, dass der Jüdische Weltkongress Dr. Goldmann, und d:ss Dr. Goldmann der Jüdische Weltkongress ist. Man muss und sollte sieh darüber im; Klaren sein, dass die über- 1 ragende Persönlichkeit dieses Mannes ein Segen für das Volk und für die Organisation ist. Andrerseits ist es immer gefährlich, das Schicksal einer Organisation oder einer Bewegung an einen einzigen Menschen zu binden, von dem Leben und der Zukunft eines Volkes hierbei ganz zu schweigen. Voraus blickende Politiker sollten aus diesem emzigen, so einfachen, so menschlichen Grunde rechtzeitig dafür zu sorgen, dass die Führung eines Tages organisch in andere Hände übergehen kann. Der Generalsekretaer Die Wahl des bisherigen ‘Koordinierungsdirektors’ — welch’ ein schreckliches Wort —, unseres Freundes Dr. Gerhart Riegner zum Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses ist eine wichtige Entscheidung, die über das Technische weit hinausgeht. Seit Jahren ist der Posten des Generalsekretärs nicht besetzt gewesen, wenn Riegner auch diese Tätigkeit unter einem anderen Namen seit langem ausübt. Der Generalsekretär des JWK ist ein Amt von entscheidender Bedeutung, denn der Präsident Dr. Goldmann kann sich natürlich nicht um Einzelheiten kümmern. Hat doch Goldmann gleichzeitig die Präsidentschaft der Zionistischen Organisation, der Claims Conference, der Vereinigung der Weltorganisationen, des Klubs der Präsidenten usw. inne, wodurch er so in Anspruch genommen ist, dass er irgendwelche Details nicht erledigen kann Die Führung des Kongresses liegt deshalb zu einem g:nz wesentlichen Teil beim Generalsekretär. Bedeutende Persönlichkeiten sind Dr. Riegner in diesem Amt vorausgegangen, vor allem Dr. Léon Kubovi und Dr. Tartakower. Dr. Léon Arie Kubovi, vor einigen Jahren Israels erfolgreicher Botschafter in Argentinien, war früher Anwalt in Antwerpen, bis er dann als Generalsekretär des JWK in der schwersten Zeit die Organisation des JWK über die Katastrophe hinausrettete. Arie Tartakower ist seit Jahren Professor für Soziologie an der Hebräischen Universität, nachdem er vorher als Nachfolger Kubovi« in New York tätig war. Mit Riegner wird zum ersten Mal ein Jude unseres Sprachkreises auf diesen verantwortungsvollen Posten berufen. Riegner lebt seit mehr als 30 Jahren in Genf, und ist beinahe seit Anfang seiner Genfer Zeit Beamter des JWK gewesen. Er war derjenige der als erster die furchtbaren Nachrichten über die nazistischen Verbrechen erhalten hatte und sie damals weiterleitete Er kennt die weit verzweigte Arbeit der Organisation wie kaum ein anderer, so dass seine Wahl einem eigentlich schon bestehenden Zustande die rechtliche und technische Form gab. Ein früherer Minister Auf der Liste der Anwesenden, die vom Kongressbüro verteilt worden war fand ich einen Vertreter Zentralafrikas verreckt, Herrn A. E. Abrahamaon. Er sass mir während der Sitzungen gegenüber, ich trat ihn zufällig üm Hotel des Keren Hajessod--Präs»denten, mit dem ich wichtige Uoterhal tungen wegen der Vereinigten Kampagne zu führen hatte. Mister Abraham Abrahamson, ein Mann Ende der Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN- TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL: 52 2993 4 Quader von Station Urquiza irfÜSf Kabb. MOSES ROSEN Vierzig, Anfang der fünfziger J: hre, kommt aus Rhodesien, hier in Strassburg vertrat er Rhodesia-Zambia Wir finden sofort Kontakt wie nicht anders zu erwarten, zumal Mr. Abrahaonaon auch Jurist ist. Früher war er Ab ■ geordneter, in den Jahren 1958 bis Ende 1962 wsr er Minister seines Landes und zwar für Arbeit, soziale Fragen und das Bauwesen Minister Abrahamaon ist ein aufgeschlosener, moderner Mensch, ein Patriot seines Landes, aber auch ein bewusster und sehr stobser Jude selbstverständlich Zionist und begeisterter Anhänger Israels. In Rhodesien gibt es überhaupt nur 7.000 Jaden, berichtet der frühere Minister, davon leben 5.500 in Bulawayo. die anderen in der Hauptstadt Salisbury. Aber in beiden Gemeinden gibt es jüdische Vollschulen, und hierauf ist Mr. Abrahamson — wie ich glaube zu Recht — sehr stolz. Besondere Probleme haben diese Juden nicht. Aber die Sorgen die sie als Weisse auf dem schwarzen Kontinent drücken, genügfen ... Rumaenischer Grossrabbiner Ohne Zweifel erhielt die Sitzung der JWK-Exekutive durch die Anwesenheit des Herrn Moses Rosen, des Grossrabbiners von Rumä. nien, eine besondere Note. Seit vielen Jahren hatte kein Jude aus einem Land hinter dem Eisernen Vorhang an einer Weltkongress- Besprechung teilgenommen, seit die Vertreter de» polnischen Judentums auf der Weltkonferenz in Stockholm eine unglückliche Rolle gespielt hatten. Rabbi Rosen ist ein ruhiger, vornehmer, gebildeter Mensch, ein Mann Anfang der fünfziger Jahre, in sei ner Art vorsichtig, in seinen Worten abwägend, in seiner jüdischen Ueberzeugung tief fundiert, in seinem Auftreten durchaus bescheiden, aber sicher. Rabbi Plosen spricht in der Debatte. Man solle endlich begreifen, dass die Folgen des kalten Krieges, der überwunden sei, aus dem jüdischen Leben verschwinden sollen. Wir sind doch alles Brüder, meinte Rosen, wir brauchen keine Differenzierungen, wollen den Zusammenhalt stärken. Die sehr allgemein gehaltene Richtlinie für die Kooperation mit dem Weltkongress sind aus der besonderen Lage der Juden in Rumänien zu erklären, das selbst bei angeblicher Liberalisierung ein kommunistisches Land ist. Natürlich werfen die allgemeinen politischen Spannungen zwischen Ost und West auch ihre Schatten auf das iüdisehe Leben. Der alte Satz ,,wie es sich christelt, so jii delt es sich", hat hier wieder einmal seine Bestätigung gefunden. Rabbi Rosen spricht von 100—120.000 Juden in Rumänien, die volle Freiheiten gemessen. Es gibt jüdische Schulen, es wird Hebräisch gelehrt, die Regierung hilft, wo es erforderlich ist, es erscheint eine Zeitung in rumänischer, jiddischer und hebräischer Spr; che. Auch in der Provinz gibt es ein Gemeindeleben. Rosen hofft dass der wieder aufgenommene Kontakt erhalten ble'bt Dieser Wunsch wird von allen geteilt. Wenn auch Rabbi Rosen an der Oberfläche blieb, die Tatsache allein, dass er kommen konnte und durfte, deutet auf einen Wandel hin. Wie weit das auch ein Erfolg der Kon_ gresspelihk ist, mag dahingestellt bleiben. Hier allein ist der Erfolg massgebend. LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE BS. Aires — PUEYREDON 2194). I* íaq. _ T. E. 83-2613 «. August 1965 8- A* 5725 Missbrauch der Heiligen Schrift New York: — Ein jesuitisches Blatt hat ein antisemitisches Lehrbuch veru-- teilt und angekündigt, da>.s das Buch zurückgezogen wurde, nachdem die ITA mitgeteilt hatte dass es *n Vorbildliche Haltung: Portland: — Ein .'ühstück für den Vizepräsidenten der USA wurde schnell aus einem eleganten Klub in ein Privathaus verlegt, nachdem Humphrey erfahren hatte, da:s der Klub „restricted“ war. Hurr.phrey hatte zue 'sagt, im Portland Country Club mit einigen führenden Kaufleuten zusammenzutreffen, doch später wurde sein Büro durch einen Telefonanruf informiert, dass dieser Klub Juden und Negern den Zutritt nicht gestattet. Hierauf erklärte Humphrey, dass auch er diesen Klub nicht betreten werde. (ITA) Jüdische Kultur Genf: — Die Stiftung für jüdische Kultur erteilte ihre ersten Subsidien von insgesamt 900.000 Dollar für drei Zwecke: die Unterstützung der Ausbildung von Lehrern und Rabbinern, die Förderung jüdischer Studien und die Erforschung der europäischen jüdischen Geschichte, sowie für das Andenken und die dokumentarische Belegung des Massenmordes der Juden durch die Nazis. Die Stiftung, die Dr. Nachum Goldmann zu ihrem Präsidenten wählte, wurde aus Geldern der Claims Conference gegründet und verfügt über ein Jahresbudget von einer Million Dollar. (ITA) Feier zu Hitlers Geburtstag Bayreuth: — Durch anonyme Handzettel wu.'den die Angehörigen des Sozialgerichtes in Bayreuth zu einer „Feier zu Hitlers Geburtstag am 20. April wäh-end der Dienststunden“ aufgefordert. Die Zettel wurden, wie erst später bekannt wurde, bereits Anfang März im Treppenhaus des Sozialgerichts gefunden. Auf ihnen h*ess es ausserdem wörtlich: „Keine Angst, uns kann doch beim Sozia iger.eht Bayreuth nichts passieren. Wir sind doch unter uns. Ausserdem sind wir ja .rehabilitiert*, gez.: ein Rehabilitierter.“ Die Staatsanwaltschaft Bayreuth schaltete sich ln die Untersuchungen ein und stellte Strafanzeige gegen Unbekannt. (AWZ) den Schulen in Spanien benutzt worden ist- Die ITA hatte gemeldet, dass das unter der Imprimatur eines Bischofs herausgegebene Buch vom Erziehungsministerium in den spanischen Schulen verteilt wurde. Hierauf beschäftigten sich verschiedene nordamerikanische Leser der jesuitischen Wochenschrift ‘‘Amerika” mit der Angelegenheit. Die Liga gegen Diffamierung der Bne Brit und die ITA lieferten dem Direktor des Blattes, Robert Graham, die Einzelheiten. In einer der letzten Ausgaben schreibt der Leitartikler der Zeitung über den Inhalt des Kapitels, das die Juden behandelt, folgendes: "Pädagogisch gesehen ist der Gebrauch dieses Buches ein schwerer Schaden für jugendliche, beeindruckbare Gemüter; vom sozialen Standpunkt aus schürt es in gehässiger Weise die niedrigsten Leidenschaften; theologisch bedeutet as einen Missbrauch der Heiligen Schrift unter dem Deckmantel der christlichen Barmherzigkeit ” (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Ge schal te mit der grösstes Auswahl. SARHLENT0 1147 T. E. 35 (033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUMDEN: DIENSTAG» MITTWOCH und FREITAG vun 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr, Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E. 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS