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Jüdische Wochenschau · 1965-07-30 · 2127 (30.7.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2127 (30.7.1965)
Date
1965-07-30
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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8 — Vtornm, M de Julio de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Afte XXVI. — N? »127 i Laesst man uns denn? (Schluss von Seite 1) hof ln Ingelheim wurden am vergangenen Sonnabend einige Grabsteine mit Hakenkreuzen und der Insci irift „Heil Hitler“ beschmiert Wenn man diese Nachrichten und die Erläuterungen der Staatsanwaltschaften beet, steigen erhebliche Zweifel auf. Wird uns da nicht ein bisschen zu viel Einfalt, Gutgläubigkeit und Ahnungslosigkeit zugemutet? Obwohl die Polizei in Bamberg, wie immer wieder versichert wird, mit grosser Verstärkung die ■wenigen Plätze und Stätten bewacht, die nun schon wiederholte Male zum Gegenstand antijüdischer Feindseligkeiten gemacht worden sind, können sich diese Vor fälle immer wieder und wie der ereignen. Wie ist das nur möglich? Und dazu soll es «ich nicht um „Aktionen“ sondern um die Taten eines einzelnen Menschen handeln, behaupten die Staatsanwälte Aber nicht nur in Bamberg. sondern in anderen, von dort weit entfernten Ortschaften wird geschmiert, provoziert, beleidigt. Auch da soll es sich um das Vorgehen eines Individuums Ikandeln. Von einer organisierten Aktion könne nicht die. Bede sein, meinen die Staatsanwaltschaften in seltener Uebereinstimmung. In diesem Zusammenhang sei eine weitere Nachricht übermittelt. Bin Dreißigjähriger hat vor der Polizei zugegeben. in der Nacht zum 22. Juni die jüdische Gedenkstätte in Weissenthurm ge schändet zu haben. Er habe, teilte man der Oeffentlichkeit mit, durch diese besondere Tat lediglich die Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen“. Die Staatsanwaltschaft Koblenz werde, so heisst es weiter, bei den Er mittkmgen vor allem die strafrechtliche ZureohnungsfäbjgkeH des Täters prüfen. Dr. FREY AB0G ADO PUEYRREDON .MAO 1* izo. aaekm. 10—It Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spexi algeschaef! CORRIENTES 589 T. E. 49-5850 Er soll sich bereits einmal in einer Nervenheilanstalt befunden und bei der Tat un ter Alkoholeinfluss gestanden haben. Damit ist seine Straflosigkeit und Entlassung bereits sieherpestellt bevor überhaupt die Ermittlungen eingeleitet worden sind. Auch das sollen wir, soll die Oeffentliichkeit einfach hinnehmen und zur Tagesd n ung ii bergehen? ii müssen uns vor Ver- I allgemeinerungen hüten Die! sicherlich berechtigte Norm ist bereits au einer Zwangsvorstellung, zu einer Ehobie geworden. Wir. die ir wie kein anderes Volk unter Verallgemeinerungen stets 2u leiden hatten (und heute auch noch die Folgen solcher Vorurteile und Ge neralisierungen hart »puren) erheren uns weder in Allee! meinpiätzen noch machen uns das Leben so leicht, von einzelnen Handlungen und einzelnen Verbrechern auf ie Gesamtheit schlieesen zu ollen. Noch niemand ist ufgestanden und hat mit dem Emger auf das deutsche Volk gewiesen und gesagt. Äo sind sie alle!“ — Aber ist es nicht zu viel verlangt nur an. die Aktionen einzel nen Uebeltäter zu glauben die sämtlich nicht zurechnungsfähig sein sollen? der? ^^Wand leben. vtPm deie,n iöngwer Mann stellte die Frage: „Haben gäbe d^.nirJ*n^nommen. es gäbe m Deutschland keine Naas mehr?“ -- Liegt aber n dieser, so simplen Frage NferJfTaeU§encte Antwort? NZT smmmt anöass die ¿SKil' dW nach Millionen ^hiten, plötzlich verschwunden se^n. Wie oft wurde an ÄSTÄ den Be* ZLi^frSmua' einfa<* S? i fj.t wrig?er>ommen. «r«1 ** Sicb durchaus nicht um neue Nazis sondern um alten handele. Aber rechtfertigt dieses Argument irgendetwas? - Gerade es hier um die Reaktivierung Mndp Nazi® geht, ist te.f^n «l!75er!CSamk«'t §«- boten. Verlieren diese anti Jüdischen Ausschreitungen deswegen an Gewicht, len telvbaren Nasis ausgehen? — sunc die Auff«s CtefLrr^ ,hl?Hn di* »kute Gefahr hegt, die man in der Summierung der Vorfälle er kennen muss. Sino sich in ein«uiassen wie solche Begebenheiten uns bewertet werden sollen nreht d„M( ie V1*le alte und wie yu»u wi mit ii»m . ^ohen uns nur Sach,er. Ereignisse« als MIOPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. jerfif Sie kostenlos und lnverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHÄRFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN YIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 solchen, mit den hinter ihnen stehenden Tendenzen und der hieraus resultierenden Gefahr beschäftigen. Denn diese berührt uns unmittelbar, uns alle, wo wir auch immer leben. Was be deuten also die Vorgänge in Bamberg?, wenn wir sie einmal nicht isoliert, sondern in dem Zusammenhang betrachten, der hier gegeben ist. Stellen wir ein Ereignis aus unserer erfahrungsreichen Geschichte dieser Ueberlegüng voran. Anfang 1903 wurde die jüdische Welt von einem furchtbaren Pogrom erschüttert, das sich in der Stadt Kischinew abgespielt hatte. Die Presse meldete Verstümmelungen. Martern, Vergewaltigungen, wahre Blut Orgien. 45 Tote 86 Schwerverletzte, etwa 500 Leichtverwundete, 1.500 zerstörte und ausgeplünderte Läden und Häuser. Entsetzt horchte die zivilisierte Welt auf. Das war ein furchtbares Fazit..., aber bedeutungslos gegenüber dem, was nicht von den .barbarischen" Rus sen geduldet, sondern vom deutschen Kulturvolk rund 40 Jahre später durchgeführt worden ist. Unter denen, die vom Kischinewer Pogrom zutiefst getroffen worden sind, war Theodor Herzl. Ei sagte: .Viele von uns hatten gemeint, es könne nicht schlechter werden. Es ist noch schlechter geworden Wie ein Hochwasser ist das JUDITH SCHENKOLEWSKi RtiLTÜSSTlCKEREfEN Schabbosdeckec - TaUiebeutel Käppchen Mu zot-Taschen - Hand- und MaschkienstickereJ von Betttlnd Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Ktnvintitn der USA Zionisten New York: — Die Zionistische Organisation Nordamerikas (ZOA) hielt ihre 68. Jahreskonvention ab. Bei der Eröffnung, an der ausser zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten auch Israel- Botschafter Abraham Harman, Senator Jacob Javits und Paul Socrevane, Präsident des Stadtrates von New York, sowie Bürgermeister Robert Wagner teilnahmen, hielt der Präsident der ZOA, Rabbi Max Nussbaum, eine Ansprache, (ITA) sehen Fehlerscheinung oder deutschen Krankheit. Die wenigen lebenden Juden greift man körperlich (noch) nicht an, aber man wendet sich gegen die Toten gegen Monumente, gegen Grabsteine, gegen Denkmäler. — Inmitten solchen Geschehens und solcher Gefahr die noch nicht erdrückend wohl aber wahrnehmbar .;orhan. den sind, wird es immer schwerer von einem leutschjüdischen Gespräch, von einer Wandlung der Beziehungen der Deutschen zu den Juden, und der Juden zu den Deutschen zu sprechet:, wenn man 'über die Spielregeln der Konvention hinauswirken möchte. Sehr ernste Worte hat Gershom Seholem, seit 1925 Professor an der Hebräischen Universität wider den Mythos vom deutschjüdischen Gespräch in einem Schreiben an den Verlösung befindlichen Gemeinschaft, von der bestenfalls die einzelnen, sei es als Träger reinen Menschentums, sei es als Träger eines inzwischen geschichtlich gewordenen Erbes rezipiert werden konnten. Jene berühmte Lesung aus den Emanzipationskämpfen: „Den Juden als Individuen alles, den Juden als Volk (d. h. als Juden) nichts“ ist es, die verhindert hat. dass je ein deutsch-jüdisches Gespräch in Gang gekommen ist.“ — Nur deutsche Antisemiten seien in' ein Gespräch mit Juden eilige treten, aber das habe nichts Forderliches er. geben. Selbst Jakob Wassermanns „Mein Weg als Deutscher und Jude“, eines der ergreifendsten Dokumente der jüdischen Fiktion vom deutsch-jüdischen Gespräch, das ein wahrer Schrei ins Leere gewesen sei, habe kein Echo gefunden. „Was ihm erwidert hat, war teils Verlegenheit teils Grinsen“ Jetzt würde von Deut sehen wahrgenommen, dass „jüdische Produktivität sich hier verströmt" habe, jetzt, „wo alles vorbei ist“. Obwohl hierin „etwas Echtes — Er greifendes und Bedrückendes in einem — liegt“, kann das nichts mehr an der Tatsache ändern, dass „mit Toten kein Gespräch mehr möglich ist“. — Inzwischen kommt zu der von Seholem aufgezeigter. Problematik als weiteres gravierendes Moment hinzu, dass während einer langen LA SEMANA ISRAELITA* Semanario — aparee* los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W, B. Swarsenshy Pueyrredón 2190 I» tzq. T. E. 83-2613 Abono-Preise:- Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800,— jährL nen Existenzen sind bereits überschwemmt... Die blutigen Tage der bessarabischen Stadt sollen uns nicht ver gessen machen, dass es noch manches andere Kischinew, und nicht nur in Russland, gibt. Kischinew ist überall, wo Juden an Leih oder Seele gequält, an der Ehre gekränkt am Vermögen ge schädigt werden, weil sie Juden sind.“ — Wer mit Aufmerksamkeit diese Worte liest, wird von ihrer Aktualität aufgeschreckt werden. Ja. auch heute, nach den entsetzlichen Massakern und Morden in der Zeit der nazistischen Gewaltherrschaft gibt es noch Kischinews, wo Juden nur deswegen verfolgt werden, weil sie Juden sind. Es gibt auch in unseren Tagen nicht nur ein Kischinew, nicht nur ein Bamberg. Und Bamberg ist überall dort, wo man Juden verfolgt oder beleidigt, wo man unsere Toten in ihrer Ruhe stört, nur weil sie Juden waren oder sind Dieser Vergleich zwischen Kischinew und Bamberg birgt etwas Unheimliches in sich: in Kischinew lebten 80.000, in Bamberg gibt keine 100 Juden. Dieser ,.An tisemitismus ohne Juden“ unterstreicht die Gefahr dieser soziologischen und politideutschen Epoche selbst das Prinzip der Emanzipation zerbrochen worden ist, die wenigstens dem einzelnen Juden das volle Recht zusichern w’ollte. Hierüber hinwegzuschreiten, ist nicht möglich. Der verstorbene französische Staatspräsident Auriol hat einmal von seinem, dem französischen Standpunkt aus gesagt: „Wir sind bereit zu vergessen, wenn die Deutschen bereit sind, nicht au vergessen“. Das ist ein geistreiches Wort, eine elegante Formulierung der Forderung, immer auf der Wacht zu sein, selbst wenn wir als Juden uns diese These zueigen machen ■wollten, bleibt doch immer noch die Wirklichkeit bestehen, die sieb mit .Bamberg" verknüpft, soll ass wir fragen müssen; Lässt man uns denn vergessen? leger Manfred Schlösser nie- Elend über die Judenheit ge- I dergelegt, der ihn um einen kommen. Alle tiefer gelege- Beitrag für die Festschrift zu Ehren von Margarethe Susman gebeten hatte. Schlösser hatte diese Festschrift „nicht nur als Huldigung, sondern auch als Dokument eines im Kern unzerstörten deutsch-jüdischen Gesprächs“ angekündigt Seholem bestreitet, da«s es ein „solches deutsch-jüdisches Gespräch in irgendeinem echten Sinne als historisches Phänomen je gegeben“ habe. Denn zu ei.iein Gespräch ..gehören zwei, die aufeinander hören, die bereit sind, den anderen in dem, was er ist und darstellt, wahrzunehmen und ihm zu erwidern. Nichts kann irreführender sein, als solchen Begriff auf die Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Juden in den letzten 200 Jahren anzuwenden. Dieses Gespräch erstarb in seinen Anfängen und ist nie zustande gekommen“. Und Seholem gibt eine ausführliche Begründung. Er schreibt U-. a: ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pro#, de I» Facaltad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU_285 T„ E. 47 5875 — 41 *331 y 4I-M40 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN -MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 «. 73-8817 Consultas: wochentags you 15—18 Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Uhr Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS 3296, esq. CONDE ECHEVERRIA 76-0286 73-1049 JACOB LAP1DUS Jipi. Mobil NEU« ADRESSE VIAMONTE 2337 4* B. 44-171« and 48-2124 „Wo Deutsche sich auf eine Auseinandersetzung mit den Juden in humanem Geiste eingelassen haben, beruhte solche Auseinandersetzung stets, von Wilhelm von Humboldt bis zu George, auf der ausgesprochenen oder unausgesprochenen Voraussetzung der Selbstaufgabe der Juden, auf der fortschreitenden Atomisierung der Juden als einer in Auf- Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3118 I. L 17-1382 M0NEL N. PLAKSIN Sopen 2719 T. E. 76-6784 a. 7S4312 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtiieher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden-. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, T£. 76-8673 ». 73-0500 Dr. L KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Uniersuchnngen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9403 u. 44-1542

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