Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2126 (23.7.1965)
- Date
- 1965-07-23
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 23 de Julio de 1965 LA 8 E MA N 1 ISRAELITA As» XXVI. N* 212« Ereignisse der Woche Don Alfredo Katz s.A. Vor den Toren Frankfurts Wie bereits in unserer vorigen Ausgabe gemeidet, ist Don Alfredo Katz, langjähriger Präsident der Nueva Comunidad Israelita, plötzlich gestorben. Vor wenigen Wochen erst haben wir hier die Persönlichkeit eines Mannes gewürdigt, der sich grosse Verdienste um die Entwicklung unserer engeren Gemeinschaft erworben nat. als er seinen 70. Geburtstag im Kreis seeiner Freunde und Mitarbeiter feiern durfte. Die Bedeutung von Alfred Katz reicht über den Kreis einer Gemeinde hinaus, einfach aus dem Grunde, weil sein Leben und Wirken musterhaft gewesen ist, und weil er einer derjenigen war, die mitwirkten, einer Gemeinschaft von Flüchtlingen den notwendigen festen, geistigen, moralischen und gesellschaftlichen Boden zu schaffen. Wie alle anderen auch hatte er seine Sorgen, um seiner Familie und sich selbst ein neues Leben in einem fremden Land aufzubauen. Aber das war nur die selbstverständliche Voraussetzung, die er dank seines Könnens, seines Fleisses und seiner Korrektheit glänzend erfüllt hat. Katz wusste, dass damit zwar vieles getan war, aber durchaus nicht alles. Deswegen widmete er sich eigentlich vom ersten Tage seines Aufenthaltes in Argentinien den Aufgaben der Gemeinschaft, für die er alles zur Verfügung stellte, Was ein pflichtbewusster Mensch damals geben konntte: seine Tatkraft, seinen Rat, seine Zeit und auch geldliche Mittel, die für jeden damals wirklich ein Opfer bedeutet haben. Als ein tief religiöser Mensch war Alfred Katz unter den ersten, die sich dem Aufbau einer neuen Gemeinde mit Begeisterung gewid met haben Mit diesen Aufgaben wuchs der Mensch und Gemeindemitarbeiter Don Alfredo Katz, bis ihn das Vertrauen seiner Freunde auf den wichtigsten Posten berief, den es in der Gemeinde gibt. Katz war ein wür. diger Präsident, einfach schon deswegen, weil er durch Ausdauer und nie erlahmendes Interesse den Mut aufbrachte, auch die vielen, nicht immer erfreulichen Alltagsarbeiten zu lei sten, weil er unbestechlich in seinem Urteil und in seiner Haltung war, und weil er seinem Gewissen folgte. Seine Arbeit, seine Leistung und sein Wirken wa ren beispielhaft. Was er schuf, wird nicht vergessen werden. Nicht immer ist es leicht, ein Fundament zu legen. Das warme iüdische Herz und die echte jüdische Begeisterung, trotz aller Schwierigkeiten weiterzutauen, haben Alfred Katz zu ei nem Vorbild gemacht. Ehre seinem Andenken! Frage an zwei Minister Der Abgeordnete der Partei Demócrata Progresista, Herr León Patlis, kündigte an, er werde die beiden Minister für Innere Angelegenheiten und Erziehung und Justiz in der nächsten Parlamentssitzung über den Stand der gegen die totalitären und diskrininatorischen Organisationen eingeleiteten Untersuchungen, sowie über die Zahl der von der Polizei verhafteten Mitglieder dieser Verbände befragen. Die von Herrn Patlis beabsichtigte Interpellation sieht auch die Frage vor, warum von der Resolution des Innenministers nur bestimmte Verbände und nicht alle Organisationen dieser Art betroffen sind. Hussein Triki ausgewiesen Hussein Triki, vormaliger Delegierter der Arabischen Liga in Argentinien, wurde in ein Flugzeug der Aerolíneas Argentinas gesetzt, das nach Dakar in Senegal abflog, nachdem die argenti nische Regierung seine Ausweisung verfügt hatte. Triki war einige Tage zuvor unerwartet wieder in Argentinien aufgetaucht, obwohl die Regierung ihn seinerzeit zur Persona non grata erklärt hatte- Er sollte in Dakar das Flugzeug verlassen. Protest der SADE Die SADE (Sociedad Argentina de Escritores) beschloss aufgrund erbetener Informationen über die Lage der* russischen Juden, der Aufforderung einer Gruppe von argentinischen Schriftstellern nachzukommen und einen Protest an den Präsidenten de6 sowjetischen Ministerrats, Alexei Kosygin, zu richten In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die Diskriminierung gegen die Juden im Widerspruch zur sogen. Politik der Nationen steht, die es ermöglicht hat, die Einheit so vieler Volksgruppen zu gewährleisten, von denen nur die Juden nicht die Rechte gemessen, welche allen anderen zuteil werden. ■‘Wir zweifeln nicht” schliesst der Appell “dass die sowjetische Regierung nach diesen Rechten und der Gerechtigkeit ihr Vorgehen ausrichten und auch dieser Volksgemeinschaft die gleiche Behandlung wie allen anderen in der USSR lebenden Nationalitäten angedeihen lassen wird.” Ausstellung im Kultur-Institut Am 29. Juli soll um 19 Uhr im Institut für Argentinisch- Israelitischen Kulturaustausch, Paraguay 1535. die Ausstellung “Das Kooperativwesen in Israel” eröffnet werden. Die Schau steht unter den Auspizien der Israel- Botschaft, der israelischen Arbeitergewerkschaft Histadrut und argentinischer Kooperativ - Gesellschaften. Diese Wanderausstellung ist in zwei identischen Exemplaren hergerichtet worden, die Stände über folgende Gebiete einschiessen: Ackerbau. Kommerzialisation, Industrie und Handwerk, Bau- und Wohnungswesen, Volksgesundheit und Wohlfahrts- Medizin. Eine dieser Ausstellungen ist für den Süden Lateinamerikas bestimmt und wurde schon in Montevideo gezeigt, wo 15 000 Besucher gezählt wurden. Nach ihrer Schliessung in Buenos Aires wird sie in die grossen Städte des Landesinnern gebracht werden und von dort aus nach Chile und Peru wandern. Das andere Exemplar wurde zuerst in Mexiko ausgestellt und wird hierauf jn Kolumbien, Ekuador, Venezuela, Zontralamerika und Brasilien zu sehen sein. Auf der Ausstellung werden täglich Filme über die israelischen Kooperativen und andere Zweige des Aufbaus vorgeführt werden. Ueber diese Themen geben auch Bücher Broschüren und Zeitungsartikel Auskunft. Ferner sind Vorträge in Aussicht genommen, in denen argentinische Persönlichkeiten, die Israel besucht haben, über ihre Eindrücke vom Land und besonders von seinen Kooperativen berichten werden. Bankett für Israel-Mission Im Alvear Palace Hotel gab die Argentinisch-Israelische Handelskammer in der vergangenen Woche zu Ehren der nach Argentinien gekommenen israelischen Mission guten Willens ein Bankett, an dem ausser den Ehrengästen führende Mitgieder dieser Kammer, der argentinische Botschafter in Israel, Dr. Adolfo Gass, der Wirtschafts-Attache der Israel- Botschaft Herr Arie Sheffer, und zahlreiche Gäste teilnahmen. Herr Julio Kleinman, Präsident des Plenarausschusses der Handelskammer, begrüsste die Anwesenden. Er sprach über den Aufbau Israels, der hier in Argentinien wohlbe- In dem fruchtbaren Gebiet der Wetterau, das sich von der oberrheinischen Tiefebene bis Wetzlar erstreckt, haben seit alten Zeiten Juden gelebt und mit gewissen Unterbrechungen und den für Juden vorgesehenen Einschränkungen am wirtschaftlichen Leben teilgenommen. Ihre Erwähnung erfolgt schon im ersten Band der Germania Judaica, der nur bis 1238 reicht. Dort werden freilich Juden nur in Frankfurt, Friedberg und Münzen, berg nachgewiesen, wahrscheinlich aber lebten sie auch in Gelhausen, Wetzla. und anderen Orten der Wetterau. Vor den Toren Frankfurts, in nordöstlicher Richtung, liegt das Dorf Bergen, das mit dem Nachbarort Enkheim zu einer Gemeinde Bergen - Enkheim zusammengefasst ist. Ein Kind dieses Dorfes, Dr. jur. Ludwig Rosenthal, jetzt in Guatemala hat es nun unternommen, seinen Vorfahren und überhaupt der Geschichte der Juden in diesem Landstrich nachzuspüren. (Zur Geschichte der Juden im Gebiet der ehemaligen Grafschaft Hanau. Hanauer Geschichtsblätter, Band 19, Herausgegeben vom Hanauer Geschichtsverein, Hanau 1963. 295 S.) Die Arbeit besteht aus drei fast gleichen Teilen von ungefähr je 100 Seiten. Im ersten Teil wird die Geschichte der Juden in diesem Gebiet, das oft den Besitzer wechselte, beschrieben. Es beginnt mit den ältesten Nachrichten aus dem 13- Jahrhundert und schildert sehr ausführlich das 17. bis 19. Jahrhundert. Dem Verfasser als Juristen und Rechtshistoriker fällt es nicht schwer, die wirtschaftliche und rechtliche Situation der Juden unter den Grafen von Hanau, den Landgrafen (später Kurfürsten) von Heskannt sei, und verwies auf die Ideale, die beide Völker gemeinsam zu verwirklichen bestrebt sind, um eine freie und demokratische Gesellschaft zu errichten. Er gao der Hoffnung Ausdruck, dass die gemeinsamen Ziele auch auf dem Weg eines beschleunigten Handelsaustausches befriedigende Resultate zeitigen mögen. Schliesslich kündigte er an, dass Argentinien sich an der 9. Internationa len Messe in Tel Aviv beteiligen und verschiedene seiner Produkte ausstellen werde. Weitere Redner bei dieser Veranstaltung waren Herr Carlos Waldmann, Direktionssekretär der Handelskammer, Botschaftsrat Arie Sheffer und der argentinische Botschafter Dr. Gass- Beim argentinischen Aussenminister Der Bürgermeister von Tiberias, Herr Mosche Zachar. Mitglied der israelischen Mission guten Willens, stattete dem Innenminister Dr. Juan S Palmero einen Besuch ab. Ihn begleiteten Angehörige des israelischen Nationalen Touristenbüros. Bürgermeister Zachar machte dem Minister bei dieser Gelegenheit zwei Erinnerungsmedaillen und ein Wappen von Tiberias zum Geschenk. von Rabb. Dr. Neufeld sen/Kassel, in dem von Napoleon errichteten Grossherzogtum Frankfurt und schliesslich in der preussischen Zeit zu klären. Im zweiten Teil bringt er den Stammbaum von seiner eigenen Familie in Bergen vom 17. bis 19. Jalirnundert. Dieser zeigt, d?.ss rast alle Vorfahren in cliese*.n engen Raum ansässig waren. Die überwiegende Mehrheit ist in Bergen geboren, Heiratet aus Bergen und stirbt in Eer gen. Die meisten anderen sind aus der näheren Umgebung von Frankfurt, Hanau und Mainz. Am weitesten entfernt ist Beverungen a. d. Weser. Der Name Beth man aus Gelhausen ist auffallend. Er ist ja auch in Frankfurt wohl bekannt und hat einer frankfurter Strasse den Namen gegeben. Es ist behauptet, aber nicht bewiesen worden, dass der frühere Reichskanzler von Bethmann-Hollweg mit dieser Familie etwas zu tun gehabt habe. Selbstverständlich haben alle Heiraten in dem dargestellten Zeitraum nur unter Juden stattgefunden. Der dritte Teil bringt Dokumente zur Geschichte der Familie und Verordnungen zur Rechtsstellung der Ha nauer Juden. Es lag rieht in der Absicht des Verfassers, Ein Kind wurde gerettet Palma de Mallorca: Ein dreijähriges Kind mit einem eingeklemmten Bruch, das an Bord der “Jerusalem” mit seiner Mutter von Buenos Aires nach Neapel reiste, konnte per Flugzeug nach Palma de Mallorca gebracht und durch eine sofortige Operation gerettet werden. Als das Rettungsamt dieser Stadt den Hilferuf erhielt, wurde ein Flugzeug ausgeschickt, dass neben der “Jerusalem”, wenige Meilen von Ibiza entfernt, anlegte. Das Kind heisst Angel Kulloock, ist argentinischer Nationalität und befand sich mit seiner Mutter auf dem Wege nach Israel. Es hiess, dass beide die Reise bald fortsetzen könnten. die Geschichte der jüdischen Gemeinde Hanau darzustelien. Ihre Rabbiner Samson Felsenstein, Dr. Marcus Ko. reff, Dr. Salomon Bamberger und Dr. Hirsch Gradenwitz werden daher nicht näher geschildert. Der Verfasser widmet die Arbeit seinen Eltern und Scnwestern, die von den Nazis ermordet wurden, und seinem Bruder Ju lius, der 1915 ,in dem Glauben gefallen ist, er müsse seine deutsche Heimat verteidigen“. Das Titelbild zeigt das Geburtshaus des Verfassers in Bergen, das mehr als 200 Jahre lang bis in die Hitierzeit im Familienbesitz war. Man kann nur wünschen, dass, solange es noch Zeit ist, manche Arbeiten aus anderen Gegenden Deutschlands mit der gleichen Sorgfalt und Sachkenntnis erscheinen, damit das erhalten wird, was noch gerettet werden kann. 1.482 SS-Bücher wiedergefunden Köln: — Die Ermittlungsbehörden haben 1482 von den 21.000 SS-Büchern sichergestellt, die der SS-Buchverleger Helmut Cramer aus Niederpleis bei Siegburg bei seiner Flucht mitgenommen hatte. Cramer, der wegen drt. Bücher über den iegseinsatz der Waffen-SS vor dem Landgericht Köln angeklagt ist, war mit den beschlagnahmten Büchern geflüchtet, die von öer Polizei in einem Raum des von Cramer betriebenen „Ring“. Verlages verschlossen worden waren. Wie die Justizpress 'stelle mitteilte, wurden bei einem Kaufmann und Spediteur in Grötzenberg bei Viehl (Oberbergischer Kreis) Exemplare der Bücher „Lebe gefährlich” und „Wir kämpften — wir verloren“ des Mussolini-Befreiers Otto Skorzeny sowie Exemplare des Buches ,Standartenoberjunker Nor mann' gefunden. Der Kaufmann batte ausser den 1482 ichern die gesamte Wohnungseinrichtung Cramers, darunter alte Waffen und Bücher mit Antiquitätenwert, gekauft. (AWZ) Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Eiziehung vor Verdun Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Nr. 57/58/59: GERALD RE3TUNGER: Ausrottung der Juden Eiuropas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. Nr. 64/65: HORST LANGE: Schwarze Weide. Nr. 66 GEORGES BERNANOS: Ein böseT Traum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurter Man nerquartett. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80. Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS. GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550.1. B — Bs. Aires. Rep. Argentina SIGBERT u. DORIS A. de EDELMUTH teilen allen Freunden und Bekannten mit, dass die BAR-MIZWA ihres Sohnes ALFRED0 ROBERTO s. G. w. am 31. Juli um 9 Uhr in der Chaim Weizmann-Synagoge, Arcos 2319 stattfindet. Anschliessend an den Gottesdienst laden wir die Anwesenden herzlichst zu einem Kiddusch ein. LUACH — (KALENDER) Freitag, den 23. Juli 23. Ta mus Sonnabend, den 24 Juli 24. Tamus Parschat PINCHAS 4. B. M. XXV 10 — XXX 1 Haftara Yirmiyahu 11 — II 3 Neumondankündigung AW Sonntag, den 25. Juli 25 Tamus Montag, den 26. Juli 26. Tamus Dienstag den 27. Juli 27. Tamus Mittwoch, den 28. Juli 28. Tamus Donnerstag, den 29. Juli 29. Tamus Freitag, den 30. Juli 1, Aw Roseh Chodesch AW Sonnabend, den 31. Juli 2. AW Parschat MATOT-MAS’EI 4. B. M. XXX2 - - XXXVI13 Haftara Yirmiyahu II 4|—28; III 4 Sonntag, den 1. August 3. Aw Montag, den 2. August 4. Aw Dienstag, den 3. August 5. Aw Mittwoch, dien 4. August 6. AW er*»rt£thteI îîachrieW den di«50 87 en ihm Tn :t ist, hem den «f iere mi* iem «art; Tihrarn Ql Am 8. j Wien gebor 3 Jahren z eitern nach Hauptstadt ssen die dar Ströme jüdi: bens aufeina mus, Rabbin dimt und Grossvater, < war selbst ei Fersönlichkei die sieh in Midrasch vei Werke veröff Dort begegn her zum ers ihn ganz net Chassidismus Prägung deine S «El» Hl mal ßEpARTAM tiwrth.*.. ^ADR£ Dei posi