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Jüdische Wochenschau · 1965-07-23 · 2126 (23.7.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2126 (23.7.1965)
Date
1965-07-23
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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— V¡ 39 de JhtUo «e 196# LA 8 e M ANA ISRAELITA am im — rr »12« Gespraech mit Diplomaten ((Schluss von Seite 1) diplomiteieche Aktion erblikken zu wollen. Aber die Kluft int auch heute noch sc gross, dass es schwer ist, sie zu „■überbrücken". Denn es ist für niemanden möglich, das Geschehene ungeschehen zu machen. Mit einer Verzeihung ist dabe nichts getan. Denn jeder kann nur verzeihen, was ihm widerfuhr. Niemand jedoch hat ein Recht, das Ungeheuerliche, das Leid, die Not, den Schmerz und den Tod eine* anderen sm vergessen, als nicht geschehen zu betrachten oder gar zn verzeihen. Im übrigen wäre es eine ungewöhnlich oberflächliche Anstellung anzunelwaen, dass überhaupt mit einem Vergessen oder Verzeihen Probleme, die vorhanden sind, beseitigt werden können. Denn dass irgendeine Störung des seelischen Gleichgewichte und der Be Ziehungen besteht, wird nicht bestritten, auch nicht von der anderen Seite. Da sich nicht nur Völker, sondern auch Individuen in diesem Lehen begegnen, wäre es ein Fehler, eine Feigheit oder eine menschliche Schwache einem solchen Gespräch aus dem Wege zu gehen. Die Kooperation zwischen der Bundesrepublik und dem Staat Israel allein kann jedoch kein Motiv für den einzelnen Juden sein, nun ein fach zu sagen, damit sei auch für ihn der Fall erledigt, und der Frieden wiederheTgestellt. Umgekehrt wäre es auch falsch, sich dar über hinwegzusetzen und die Annäherung zwischen den beiden Staaten zu ignorieren. Einem Gespräch mit einem gutgewjlliten Partner brauchen wir nicht auszu weichen, wenn auch gewisse Vorbehalte gemacht wurden, über die wir uns nicht binwegsetzen können. Die Motive solcher Unterhaltung Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON .MSO 1* t*d. Baetam. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgescbaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 sind gewiss eöenso wichtig wie die Frage, wozu dieses Gespräch führen »oll oder kann. Dass der deutsche Gesprächspartner die nazistischen Ungeheuerlichkeiten bedauert, müssen wir als selbstverständlich ansehen. Im übrigen haben die berufenen Spercher der Bundesrepublik bei vielen Gelegenheiten ihren Abscheu vor den nazistischen Greueltaten bekundet, zuletzt — um nur ein Beispiel anzuführen — bei der Bundestagsdebatte über ein neues Wiedergutmachungsgesetz. Wir anerkennen auch den Willen, wenigstens eine materielle Wiedergutmachung für das angetane Unrecht zu leisten, unabhängig davon, ob wir nun der Meinung sind, diese Wiedergutmachung ist zufriedenstellend oder nicht. Damit wurde der Willen bekundet, durch ge wisse finanzielle Leistungen, die von deutscher Seite als Opfer bezeichnet wurden, nicht nur aus rechtlichen, sondern auch aus moralischen Gründen bestehende Verpflichmtungen erfüllen. Das materielle Wiedergutmachungsproblem wurde überhaupt nur erwähnt, um plastisch zu unterstreichen, dass es in Wahrheit und Wirklichkeit keine Wiedergutmachung geben kann Deswegen können auch die Söhne und Enkel der Verantwortlichen nicht erwarten, dass wir uns über das Geschehene hinwegsetzen. Das schliesst nicht aus, dass wir den guten Willen all derer anerkennen, die sich von dieser Vergangenheit distanzieren und einen Weg suchen, um einen Rückfall in dieZeiten des Nabifaschisrous zu verhindern. Es ist richtig, dass man gewisse Situationen im Le ben durchaus gleichartig beurteilen, aber recht verschieden charakterisieren kann. Man denke an die beiden Theater - Direktoren, deren Temperamente den einen klagen lassen, dass sein Theater halb leer ist, während der andere zufrieden ist und seinen Teilhaber damit tröstet, dass doch das Theater halb voll sei. Ein Kritiker, ein Journalist, ein Politiker oder ein einfacher Bürger mag die Beziehungen zwischen den Deutschen und Juden deswegen als befrie digend betrachten, weil auf der deutschen Seite der gute Willen zur Umkehr, zu einer vernünftigen Einstei lung zum jüdischen Volk usw. vorhanden ist. Dem anderen mag das nicht genü gen. Der eine mag immer wieder davon sprechen, was geschah, der andere wird es nicht ständig wieder beto nen. Aber an dem Grund Sachverhalt ändert weder der eine noch der andere mit Fragen der Formulierung, der Betrachtung, der PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkaul von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSEBN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Bewertung oder der Courtoisie etwas. Es war nicht das erste Mal, dass bei einer Begegnung mit deutschen Diplo. naten kritisiert wurde, dass an diese' Stelle in der Jüdischen Wochenschau gerade die negativen Erscheinungen, die es zweifellos auch in der Bundesrepublik gäbe, angeprangert und mitunter .überbewertet' werden. Hier wurde ein interessantes und ernstes Argument angeführt, zu dem wir Steilung zu nehmen haben. Bei dieser Debatte spielen immer die Friedhof Schändungen eine grosse Rolle. Die Aufzählung solcher Verbrechen, — und dass es sich hier um Verbrechen handet, wird nicht bestritten. — sei geeignet, die nicht geheilten Wunden wieder aufzureissen. Vor allem wür den diese unverzeihlichen Untaten auf das Gesamt Schuldkonto des deutschen Volkes geschrieben, obwohl es doch unzweifelhaft sei, dass die Gesamtheit, von einigen Unverbesserlichen abgesehen, mit solchen Taten nichts zu tun habe und die se verurteile. Jede Berichterstattung löst bei den Lesern gewisse Vorstellungen aus, die m der Person des Lesers sei bet liegen. Wenn ein Jude von Friedhofschändungen hört, muss sein Blut ms Wallen geraten. Nach allem, was war, gönnt man selbst heu te noch immer nicht n Toten die Ruhe. Hass über das Grab hinaus... Der deutsche Leser fühlt sich unbequem; vielleicht gerät auch sein Blut ins Wallen weil er sich ehrlich schämt Aber die Grundtatsache ist doch nicht aus der Welt zu schaffen. Die Grabschän düng ist geschehen. Die Presse informiert hierüber, bringt Bilder. ES ne jüdische Zeitung soll schweigen? Vielleicht beginnt die Mei nungsverschiedenheit erst dann, wenn man sich ent schliesst, die Frage aufzu werfen, aus welchen Grün den diese Art von Verbre chen noch heute in der Bundesrepublik Vorkommen und — wenn man die Wahr, heit sagen will — an der Tagesordnung sind. Wurden doch in den letzten zehn Jahren ca. 200 jüdische Friedhöfe — nicht Gräber die Zahl der geschändeten Gräber ist viel höher — ent weiht. Ausserhalb der Bun desrepublik gibt es kaum solche Fälle. Aus welchen Gründen sind immer wieder diese Vorkommnisse in e< nem Lande zu verzeichnen das objektiv eine hohe Kul tur oder Bildungsstufe er reicht hat? Begegnen wir hier dem Unterschied zwischen Theorie und Praxis, dem Unter JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Scbabbosdecken Tabinbeutel Käppchen Maz zot-Tascben Hand und Maschkienstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría FIESTAS JACOB LAPIDUS dip!. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4’ B 44-1716 und 48-2124 schied »wischen den »ehön geformten Idealen, die im Grundgesetz ihren Niederschlag fanden, und der rauhen Wirklichkeit, die sich fern von diesen hohen Ge. danken in den Niederungen einer .nicht bewältigten Vergangenheit* ab6pielt? — Wir werden uns in acht nehmen und nicht in die naheliegende Versuchung fal. len, alle für das Tun weniger verantwortlich zu machen. Wir Juden haben »eit Jahrhunderten, wenn nicht seit Jahrtausenden unter der primitiver. Grausamkeit der Verallgemeinerungen gelitten. Für die schlechte Tat eines Juden, wurden alle angeprangert und verfolgt. Heute ist es nicht anders. Wenn hundert Leute in Deutschland Gräber schänden und einige Tausende dies gut heissen sollten, werden wir nicht sagen, das deutsche Volk sei ein Volk der Grabschänder. Aber wir fragen, warum nicht« geschieht, um solche Schandtaten zu verhüten. Aus welchen Gründen spielen deutsche Kinder auf jüdischen Friedhöfen? Warum werden Nazi Slogans angeschmiert? Warum Hakenkreuze? Warum Steine umgeworfen? Auch wenn wir uns .selbst davor bewahren wollen, in billige Verallgemeinerungen zu fallen, beiben viele ernste Fragen offen, die im Gespräch gestellt werden müssen. Warum findet auch die deutsche Polizei nur diejenigen, die sie finden woll? Oder wird man behaupten, dass von 200 Verbrechen ur einige wenige aufgeklärt werden konnten. Wenn es wirklich Kinder waren, so haben sie doch die Nazi-Zeit nicht selbst miterlebt. Wer hat ihnen also dieses Gift verabreicht? Ist etwa die deutsche Leh rerschaft, die schon einmal entscheidend zur Unterhöhlung einer deutschen Repu plik beigetragen hat, von Leuten wie Zind durchsetzt? Ist die geistige Orientierung hinter den guten Absichten Jes Gesetzgebers und der Demokraten; Drück geblieben? Die Mehrheit der Anständigen ist schon einmal von einer Minderheit der Extremen, der Hassenden, der Mordenden zertrümmert worden. Der Prozese voll zog sich ausserordentlich schnell. Eines Tages war von den Anständigen nichts mehr übrig geblieben. Sie mussten oder wollten schwer gen. Jedenfalls haben »if nicht protestiert, bis kurz vor dem bitteren Ende, bis es zu spät war. Vorgänge, wie diejenigen die sich jetzt in Bamberg abgespielt haben, sind War nungszeichen- Dass die anständigen Bürger dagegen sind, nehmen wir als selbst, verständlich hin. Aber das genügt nicht. Die Tatsache der Existenz der Bösewichte verpflichtet uns Juden als die ersten, ein ßchwei gen zu brechen, das z»r Bk starrung des Gewissens füh ren muss. Es gibt keine unbedeutenden Verbrechen ge- EtehmamtBuch Hanian MHboume; — Der Ankläger Adolf Eächmanns, der frühere israelische Generalstaateonwalt Gideon Hausner. hat sein Buch über den Eichmann-Proze«6 fast fertiggestellt. Hausner machte ' ese Mitteilung in Melbourne. wo er sich auf Einladung australischer Zionisten aufhielt. (AWZ) gen die Menschlichkeit, ge gen die Menschenwürde, ge gen das Lebensrecht des anderen. ES ist — um ein Beispiel anzuführen — nicht wesentlich, ob es zehn oder zwanzig Konzentrationslager gibt. Schon das Vorhandensein eines einzigen KZ zerstört die Rechtest aatlich keit, vernichtet die Demj kratie und macht die Freiheit zur Farce. Wir leben in einer Zeit und mit Eifahrungen, die nicht gestatten, dass wir uns auf den guten Willen oder die guten Absichten des Gesprächspartners allein verlassen oder beschränken könnten. Worte genügen nicht. Absichten reichen nicht aus. Auf dieser Welt rechnet nur die Tat, die gute wie die schlechte. Die Idee der Rechtestaa*lichkeit muss mit allen ihren Kon Sequenzen realisiert, das heisst, gelebt werden. Na^li Kant muss sich die Idee in der Praxis beweisen, sonst besteht auch die Idee nieh*. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee* loa Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» lxq. T. E. 83-2613 Abono-Preiae: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. I 800.— jähri. 3D Verfahren in Kiel Kiel. — Zur Aburteilung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen ermittelt die Oberstaatranw&ltechaft Kiel gegenwärtig in rund 30 Verfahren. In etwa jedem fünften Fall werde sich aue voraussichtlich ein Komplexverfahren gegen mehrere Beschuldigte ergeben, sagte der Erste Staatsanwalt Fritz Pries vor jer Landespressekonferenz. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen etwa 80 Beschuldigte. < \WZ) Stimme aus Russland Moskau: — Der jüdische Schriftsteller und Verleger Aar cm Vergelis klagte die Vereinigten, Staaten an, „die sogen. Frage der russischen Juden ausauschlaebt" un die Aufmerksamkeit von ihrem eigenen Negerproblem abeu lenken". (ITA) ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pro#, de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a ]. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41 2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 SALON DE ECHEVERRIA 3296, eeq. 76 0286 CONDE 73-1049 MOHEL N. PLAKSIN Super! 2719 T. E, 76-6784 a. 76-2312 Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORA NMELDUNG Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN T* hMiS& HELÖUERA 1915 Dr. L. KLEIN - Medico Magen* und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. 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