Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2125 (16.7.1965)
- Date
- 1965-07-16
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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t — VferNMft M de Jidie de 1965. 1* A SEMANA HIAIl ITA _ AA* XXVI — K* ZV® Konferenzen und Probleme BEN GURIONS „ARBEITERLISTE" Jerusalem. — Der frühere Ministerpräsident David Ben Gurion und andere Deputierte der Mapai, die sieh von dem vom Premierminister Levi Eshkol geführten Flügel losgesagt haben, ersuchteu den Knessetpräsidenten Kadisch Luz um offizielle Anerkennung als getrennte Fraktion unter dem Namen „Arbeiterliste“ Ausser Ben Gurion gehören dieser neuen Gruppe u. a. der Exminister für Entwicklung, Josef Almogi und der frühere Stellvertretende Verteidigungsminister Schi ■ mon Pei-es an. Mosche Dajan, der Ben Guiron unterstützt, soll den Anschluss an die Gruppe abgelel.nt haben. Ein Sprecher der Mapai bedauerte den Entschluss zur Bildung einer unabhängigen Liste und teilte mit. dass die Partei keine Einwände zu erheben beabsichtigt, wenn die Angelegenheit in der Kommission zur Debatte gelangen wird. (ITA)’ (Schluss von Seite 1) oder doch wenigstens dargestellt wird. HI. Die Lage der Juden ¡Die Lage der Juden ist durch starke Unterschiede ihrer gesellschaftlichen, politischen. wirtschaftlichen und auch kulturellen Position in den verschiedenen Ländern gekennzeichnet. Man kann wohl den Versuch unternehmen. vier Gruppen zu unterscheiden, wobei zugegeben werden muss, dass diese Klassifizierung gewagt ist- Die Juden in der freien Welt gemessen volle Gleichberechtigung. Es wäre jedoch verfehlt, wenn man annehmen wollte, dass dadurch h re Lage hinreichend gekennzeichnet ist. Denn innerhalb der freien Welt muss man solche Judenheiten heransheben, die infolge sozialer, politischer und ökonomischer Entwicklungen als nicht gesichert angesehen werden müssen. Hierbei spielen nicht immer antisemitische Strömungen eine differierende Rolle, obwohl .der Jude“ immer und auch heute noch stets das erste Opfer bei Krisenerscheinungen ist. Neben diesen beiden Kategorien der jüdischen Situation muss man von zwei weiteren spsechen, den Juden ln den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang, vor allem;n Russland, und den Juden in den arabischen Ländern. Dort sind die Juden nicht — wie die gefährdeten Juden in den westlichen Ländern — dem „freien Spiel“ der politischen oder wirtschaftlichen Kräfte ausgeliefert, sondern unterliegen solchen Massnahmen, die von den Regierungen ausgehen und getroffen werden. Als Beispiel kann man sich auf das heutige Westdeutschland beziehen, wo es zwar gelegentlich Dr. FREY ABOGADO PUEVRREDON I« izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN H A EUSEBN VIRREY OE1 PTNO 2262 T. E. 73-7887 antisemitische Ausschreitungen gibt, die aber von der Regierung energisch abgelehnt werden. Aehntich i-t ohne Zweifel die Lage in verschiedenen lateinamerikanischen Staaten, in denen durch die wirtschafllicne Krise und andere Fehlentwicklungen nach einem Prügelknaben gesucht wird, den man in „dem Juden“ unschwer und nach alten Rezepten findet. Es wird entscheidend dar auf ankommen, nicht nur Defensivmassnahmen ausziiarbeiten, um gefährdete Tudenheiten zu verteidigen. Dabei wird sicherlich von au ssen der Einwand erhoben werden, dass hier wieder einmal die ..doppelte Loyalität“ zutage tritt, die man den Juden vorwirft. Dieses Argument ist — wie die Gegner wissen — fadenscheinig und unberechtigt, besonders in einem Augenblick, wo das Oekumenisehe Konzilt tagt und jedem zum Bewusstsein bringt, welch' weitgehenden Einfluss die Kirche, die ja durchaus nicht nur eine religiöse, sondern gleichzeitig auch eine politische Organisation ist. auf ihre Anhänger in allen Ländern und damit auf das politische - und nicht nur auf das kulturpolitische — Leben einer sehr grossen Anzahl von Staaten nimmt. Schon die Bezeichnung des Konzils als ein ökumenisches bestimmt dessen Charakter, denn ..ökumenisch“ heisst die ganze bewohnte Erde betreffend- Es ist nur selbstverständlich, dass jeder Kulturträger, jeder gebildete, moderne Mensch mehreren Ideen oder O: ganismen gegenüber loyal und verbunden ist, ohne dass die meist konstruierten Gegensätzlichkeiten zu irgendwelchen Konfliktstoffen führen müssen. Ein in den USA geborener Italiener wird neben der selbstverständlichen Loyalität gegenüber seinem Lande Amerika stets seine Verbundenheit mit seinem Herkunftslande Italien bewahren. Er wir'L wenn er Katholik ist, auch seiner Kirche gegenüber sich loyal verhalten. Niemand kommt auf den Gedanken, ihm aus seiner dreifachen Loyalität einen Vorwurf zu machen, es sei denn, dass zweckgebundene Motive eine solclie Haltung verurteilen, z. B aus antikirchücher Einstellung heraus. Die Zeiten sollten vorbei sein, wo wir uns gegen solche Verdächtigungen wehren müssten. Dagegen wäre es ratsam, wenn sich die Juden, und in erster Linie ihre „internationale“ Repräsentanz der Jüdische Weltkongress, mit dem beklagenswerten Phänomen eines permanenten Antisemitismus beschäftigen würden, der sogar in JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Scbabbosdecken - faifieoeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tiscnwäsche Dr. P. 1. RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 solche Länder eindringt, die bisher von dieser Krankheit und Plage verschont geblieben waren. Hierbei käme es darauf an, die Gründe zu analysieren, die entgegen aller, von jedem freiheitsliebenden und gerechten Menschen gehegten Hoffnungen zu einem erneuten Anwachsen antisemitischer Strömungen geführt haben. Mit Abwehi massnahmen dürfte noch nichts Entscheidendes getan sein. — IV. Beziehungen zn Deutschland Die Beziehungen zu Deutschland sind ein allgemeines jüdisches und keinesfalls nur ein deutsch israelisches Problem, obwohl es gerade in diesem Augenblick aktuell ist. Dass es sich hierbei nicht nur um eine Frage handelt, die Israel betrifft, ergibt rieh aus der aufgetretenen Problematik. Die beiden demokratischen Staaten, Israel und Bundesrepublik Deutschland, haben nach heftigen Diskussionen und einem jahrelangen Zaudern beschlossen, diplomati sehe Beziehungen aufzunehmen. Für Deutschland gab es gewisse Hinderungsgründe, die auf der allgemeinen politischen Ebene lagen, für Israel waren nur ideologische und sentimentale Bedenken entscheidend: die Nazizeit mit ihren Verfolgungen und den unermesslichen Opfern, vor allem die sechs Millionen ermordeter Juden. Da in unserer Welt Staaten auf internationale Kooperation angewiesen sind, beschloss die israelische Regierung, die Konsequenzen zu ziehen und mit einem demokratischen Deutschland Beziehungen „trotz allem“ aufzunehmen. Man braucht sich auf keiner Seite darüber zu täuschen, dass jeder bewusste Jude eine solche Entscheidung schweren Herzens hingenommen hat, die von den Mitgliedern des israelischen Kabinetts und der Knesset gewiss auch mit den gleichen Empfindungen getroffen worden ist. Die Schwierigkeiten begannen auch sofort, als die deutsche Regierung ihren Botschafter nominierte, der im Weltkrieg Offizier der Wehrmacht gewesen ist. Weite Teile der israelischen Bevölkerung und der Juden in allen Din der n stemmten sich hiergegen, denn sie sind nicht gewillt, der Wehrmacht Privilegien bei ihrer Rolle im Kriege einzuräumen. Eis steht zwar fest, dass Wehrmachtsangehörige sich an den Massakern nicht oder selten beteiligt haben. Gewiss darf nicht vergessen werden, dass ebenso häufig auch die JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIA MONTE 203? 4« fi 45-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. EL 76-6784 a. 76-2312 Wehrmacht, insbesondere ' Offiziere und Kommandanten in hohen Stellungen, von den Schandtaten der SS abgerückt sind und diese in ihrem Befehlsbereich mitunter zu verhindern suchten. Darauf allein kann es jedoch nicht ankommen, denn die Wehrmacht hat ohne Zweifel überall den Weg für die Gestapo und die Henker gebahnt, ob sie es wollt« oder nicht. Eine deutschgescnriebene Zeitung in Israel sagte: „Unter den Klängen des Deutschlandliedes, das bei der Akkreditierung des deutschen Botschafters am Amtssitz des israelischen Präsidenten gespieltl werden wird, marschieren die Heerscharen Hitlers durch die Städte und Dörfer Europas und begann die jüdische Katastrophe, die in Auschwitz und Maidanek endete.“ Und fügt dann hinzu: „Wir haben die diplomatischen Beziehungen mit Bonn angestrebt, obwohl wir gewusst haben, dass damit die Gefahr verbunden ist, das Deutschland-Lied in Jerusalem spielen zu müs- | Vierter Prozess gegen Schlosser Bamberg: — Vor dem Schwurgericht Sohweinfurt beginnt jetzt der vierte Prozess gegen den 51jährigen früheren Polizeibeamten Georg Schlosser, der an Brschiessungen von Juden im Ghetto Tschenstoehau beteiligt gewesen sein soll. Schlosser hatte sich unter der Anklage im Ghetto Tschenstochau Straftaten begangen zu haben, bereits io drei Schwurgerichtsprozeseen verantworten müssen. Im Juni 1959 wurde er vom Schwurgericht Hanau frei gesprochen. Das Bamberger Schwur gericht verurteilte ¡hn, als neue Anschuldigungen bekannt geworden waren, im November 1960 wegen der Tötung eines jüdischen Kindes zu zehn Jahren Zuchthaus. Im dritten Verfahren verhängte das Bamberger Schwurgericht im Juli 1964 gegen ihn leben1 läi ylich Zuchthaus wegen der Ermordung einet jüdischen Arzthelfers. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil auf und setzte eine neue Verhandlung an. (AWZ) Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52 821 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORA NMELDUNG sen und einen deutschen Offizier als erstem oder sechstem Botschafter die Akkreditierung zu gewähren.“ — — Die Musik von Verdis Requiem hallte über das Gelände der Hebräischen Universität, als etwa 1000 Studenten, Männer wie Frauen, in stummer Demonstration auf dem Rasen sassen, als Protest gegen die Ankunft eines deutschen Botschafters in Jerusalem. Flugzettel wurden verteilt, auf denen nur das Wort „Gedenke" stand. Der erste Buchstabe war als Hakenkreuz stilisiert... — Das ist das Problem der deutsch - israelischen und deutsch-jüdischen Beziehungen. Wer ist so vermessen zu behaupten, dass es in unserer Zeit überhaupt gelöst werden kann? LA SEMANA ISRAELITA Semanario — apareo* los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Arnoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.-- pro Jahr Ausl. $ 800,— jährL Araber und Neonazis London: — Das Büro der Arabischen Liga in Bonn scheint am aktivsten die antijüdische Kampagne in Europa zu betreiben, so b. - richtete Dr. S. Roth, der europäische Direktor des Jüdischen Weltkongresses. Der Ohef dieses Büros, Hassan Awat Faguossa, ist nach Aussage Roths „Mitarbeit« neonazistischer und rechtsex tremlstischer westdeutscher Publikationen“. die seine Beiträge zumeist in Form von Interviews veröffentlichen. Auch die Büros, die die Arabische Liga Rom, London und Genf unterhält, beteiligen sich fleissig an dem antisemitischen Feldzug. Dr. Roth erwähnte auch die in lateinamerikanischen Ländern von der arabischen Propaganda entfesselte antijüdische Aktivität. (OJI) Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pro#, de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a I. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-A542