Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2124 (8.7.1965)
- Date
- 1965-07-08
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Joe»««, 8 de Julio de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXVI. — N* 1124 Vom leeren Himmel (Schluss von Seite 1) Wer hat das Recht, diesen gen werden konnte. Schon Mann, der ein guter, fr umj geht, sprachen damals vom leeren Himmel. Ja, der schwarze Abgrund, der über ihnen gähnte, war um vieles tiefer und schwärzer, als der andere, der unterirdische, der sich zu ihren Füssen aufgetan hatte und sein Maul öffnete, sae zu Verschlingen." Was jene Menschen, und Waren es die frömmsten unter ihnen erlebten, musste immer wieder die Frage Bulklingen lassen, wie Gott hur dulden könne, was dort geschah, mit den Kindern, mit den Frauen, mit allen. Jene Frage, die schon im Buche Hiob, aufgeworfen wurde, und die nun mit einer ungestümen Gewalt in jedem einzelnen Menschen, vor allem aber in den Herzen der Glaubenden, der Gläubigen, aufgerissen wurde. Chaim Aaron Kaplan, ein bekannter Lehrer und Pädagoge, dessen Tagebuch erhal ten ge bl ¡eben ist, schrieb: „Zu unserem Glück sind un sere Tage gezählt. Unter den jetzigen Bedingungen halten wir nicht lange mehr aus. Aber nach diesen furchtbaren Leiden und Verfolgungen werden wir in die ewige' ' Ruhe eingehen, die uns zu unseren Lebzeiten Licht zuteil geworden ist. Der Tod. der hinter der Tür auf uns wartet, ist unser Erlöser." — Diese Worte wurden kurz vor dem Ende des Aufstandes im Warschauer Ghetto geschrieben. Und der gleiche jüdische Lehrer schreibt an einer anderen Stelle: „Ich bin völlig gebrochen und verstört. Meine Gedanken sind verirrt. Das Ghetto ist ein einziges Weinen und Heulen, und wenn dieser Schrei dem Gotte Israels nicht zu Ohren gedrungen äst, so beweist das dass es ihn nicht gibt.. Dr, FREY A BO G A 0 0 PUEYRREDON .T90 1* iiq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und «verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN RAEUSERN V1RREV DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 mer, überzeugter Jude war, zu verurteilen? Sind seine Worte nicht der Verzweiflung entsprungen wie die Hiobs? Wer kann sagen, was in seinem Herzen sich abgespielt haben würde, wenn er selbst dort im Bunker gesessen und auf den Tod. der hinter der Tür lauerte, als Erlöser gewartet haben würde? Wer? Keine anderen Worte können die Verzweiflung stärker kennzeichnen als diese. Die Juden waren nicht nur durch die Grausamkeiten, deren Opfer sie waren bis ins Mark, getroffen worden. Es handelte sich nicht allein um die Schmerzen, die der Körper erdulden musste Viel tiefer war die seelische Pein, die Glaubensnot die moralische Verzweiflung, dass all dies, was geschah, überhaupt möglich ist. Deswegen sind auch viele den Weg in die Vernichtungslager angetreten, weil sie nicht für möglich hielten, was ihnen dort widerfuhr. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass Menschen, dass ein Volk, dessen Kulltur von öen Juden des Ostens seit den Tagen der Aufklärung bewundert wurde, dass sie imstande wären, solche Ver brechen der Unmenschlichkeit zu begehen. — Der seelische, der moralische Zusammenbruch der inneren Welt des Juden, der Welt seines Glaubens seines Denkens, seines Fühlens, liess auch die physische Widerstansdkraft erlahmen. Er führte zu jenen quälenden Zweifeln bei den einfachen Juden, ob denn die Vorstellung vom gütigen, vergebenden Gott richtig sei. Er erschütterte oder zertrümmerte den Glauben. Die Systematik der NS- Mordmaschine war auf diese Vernichtung der seelischen und moralischen Widerstandskraft eingestellt. Es entsprach der Absicht der die Vernichtung unseres Volkes leitenden Gewalthaber, durch die Zerstörung des Glaubens und der Menschenwürde den Lebenswillen zu ertöten, Devor der körperliche Massenmord vollzo- SUCHE ZEUGEN, welche zwischen Mai 1944 und Januar 1945 mit mir in der ungarischen Ar beitskompagnie N^1 101.335 in Komarom Zwangsarbeitsdienst geleistet haben. TOMAS KALLOS Mexico 852 Tri. 33 4517 Buenos Aires JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeckec Tatliebeutel Käppchen Mar zot-Tascben Rand und Maschitjenstickèrei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 in Deutschland gab es viele, die ohne in Konzentrat'ons- oder Vernichtungslagern gewesen zu sein, durch die dauernden Entwürdigungen und öffentlichen Beschimpfungen moralisch zusammenbrachen und ihrem Le ben ein Ende bereiteten. Das Selbstvertrauen des einzelnen wurde schon damals erschüttert, ohne dass er selbst direkt angegriffen worden ist. — Die Verzweiflung der Juden im Angesicht der Verfolgungen und Leiden, ihre Zweifel an die göttliche Fügung oder gar an GoU selbst, entsprechen der menschlichen Natur und sind deswegen sogar als Zeichen echter Menschlichkeit zu deuten. Denn hür wenige Heilige" oder „Gerechte“ besitzen die übermenschliche Kraft, selbst im Untergang ihren Glauben zu bewahren. Wie reagieren Menschen bei solchen oder ähnlichen Katastrophen? Unwillkürlich musste ich an eine Schilderung denken, die uns vom jüngeren Plinius über den entsetzlichen Ausbruch des Vesuvs erhalten geblieben ist, der vor etwa 1900 Jahren mehrere Städte unter seinem Aschen-, Feuer - und Lavaregen begrub. Plinius der Jüngere Schreibt über die Flucht vor der Gefahr und die Haltung der vielen Menschen, die wie er Rettung suchten: . Man hörte nur das gellende Heulen der Frauen, das Gewimmer der Kinder, die Schreie der Männer. Die einen riefen nach ihren Eltern, andere nach ihren Kindern, wieder andere nach ihren Frauen; man erkannte einander nur an der Stimme. Die einen jammerten über sich selbst, die anderen über das Ungnick der Ihrigen. Aus Angst vor dem Tode riefen manche nach dem Tod. Viele hoben die Hände zu den Göttern; gross war die Zahl derer, die glaubten, es gebe keine Götter mehr..." Sicher ist diese Gegenüberstellung gewagt. Der Untergang der europäischen Juden wurde durch verbrecherische Menschenhand verursacht. Plinius schildert eine Naturkatastrophe. Die Verfolgungen dauerten Jahre, in denen das Selbstbewusstsein und der Glauben erschüttert und vernichtet worden ist. Der Zeitraum, der von Plinius behandelt wurde, umfasste einige Stunden. Aber in beiden Fällen und kn Angesicht der vernichtenden Gefahr, der die Juden in der Verfolgung und die Menschen beim Ausbruch des Vesuvs ausgesetzt waren, kam die Verzweiflung darin zum Aus- JACOB LAPIDUS dipt, Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4» B. 46-1716 und 48 2124 M0KEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 a. 76-2312 Vorschlag Ben Gurions Tel Aviv. — Ben Gurion machte den Vorschlag, dass Israel eine Delegation aus Rotchina einladen solle, damit diese das Land besuche und seine Fortschritte und Probleme durch Augenschein kennen lerne, um auf diese Weise die Feindseligkeit das kommunistischen China gegen Israel zu beheben. Ben Gurion erklärte, dass der Weg zum Frieden im Mittelosten über China führt und Pekings Einfluss zu der Unsicherheit in diesem Raum beitrage. (ITÄ) druck, ..es gebe keine Götter mehr...“. — So gewinnt .das Wort vom „leeren Himmel" eine umfassendere Bedeutung. Denn hiermit verbanden und verbinden die Menschen zu allen Zeiten die über sie selbst hin&usreichende Kraft, ihren Glauben an ein Recht, das nicht nur vom Menschen abhängt, ihren Glauben an ,höhere“ Werte, die über ihnen, oben, im Himmel geschützt werden. Und wenn wir davon sprechen, dass der Himmel über uns zusammenstürzt, so wollen wir damit den Untergang jener Welt kennzeichnen, die über unser Denken hinausreicht und nur noch von uns erfühlt werden kann. Aber kehren wir zu unserer tragischen Geschichte zurück, die vom Tod und der Verzweiflung in jenem schwärzesten Kapitel unseres Volkslebens ausgefüllt wird. Wir wollen mit der Wiedergabe einer „Episode“ diese Berichte und Stellungnahmen abschliessen, die von Schabbetai im Schlussabschnitt seines Werkes ge bracht wird. Es war im Frühjahr 1943. In tausenden Städten oder Städtchen waren bereite die jüdischen Gemeinden zertrümmret, und die jüdischen Leben wie Wachslichter ausgelÖ6cht; die Grabsteine waren zerschlagen und als Strassenpflaster benutzt worden. Wo es noch Juden gab, ,wütete das Schwert des Satan“ um die Endlösung zu vollziehen. In Warschau befanden sich noch die Wenigen, die Widerstand leisteten. Aber jede Hoffnung auf die eigene Befreiung war erstickt. In jenen letzten Wochen des Ghetto von Warschau hatte einer der Henker des Ghetto die Frage gestellt, ob und wie viele Rabbiner noch dort wären. Denn gegen sie, gegen die Aerzte, die Lehrer, die Anwälte, die Intellektuellen richtete sich der erste vernichtende Bannstrahl ihres Hasses. Drei Rabbiner waren noch übrig geblieben; ihnen war die Frage nicht entgangen, die nach ihnen gestellt wurde. Die drei Rabiner wurden vom letzten Repräsentanten des Ghetto gerufen: Rabbi Dr. B. Schwär« ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X , PARADENTOSE : TELEF J VORANMELDUNG Menschern Zemba, Rabbi Simson Stockhammer und Rabbi David Schapiro. Den drei Rabbinern wurde eröffnet, dass der Bischofshof zu Warschau beschlossen habe, sie zu retten, bevor der Griff des Würgers sie umklammert. Welche Motive hierfür massgebend waren, gehört hier nicht zur Sache. Als bereite Milionen den Tod gefunden hatten, wurden den Drei die Hand zur Rettung gereicht. Der Bischofshof bot ihnen und ihren Familien ein sicheres Versteck. Die ehrwürdigen Rabbinen -werden aufgefordert, zu beraten und sich sofort zu entscheiden. Was sich in den Herzen und Hirnen dieser drei Männer in kurzen Minuten ahspielte, hat Rabi Schapiro, der einzige, der überlebte, berichtet. Er gedenkt jeder Silbe, die da gesprochen wurde. Er sieht stete die Seelen derer vor Augen, deren Leben damals von dem Entschluss der drei Männer abhing: seiner Frau und seiner vier Kinder. Aber er war nicht der einzige der Drei, der Frau und Kinder gehabt hat. Schapiro, als der jüngste der Rabinen, wiederholte die Worte, die er damals sprach: „Meint Vorte verpflichten Euch nicht. Wir“ alle wissen, da» . wir unseren Brüdern hier mit nichts mehr helfen können. Aber allein damit, dass wir bei ih- U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparees los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrrec'ón 2190 1» lzq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800,— jährl. nen bleiben und sie nicht verlassen, stärken wir sie — vielleicht das einzige, das wir ihnen geben können. Ich, für meinen Teil, hab® nicht die Kraft, diese Menschen zu verlassen". — Kein anderes Wort wurde mehr gesprochen, nicht von ihm, nicht von den anderen. So blieben sie bei ihren Brüdern. obwohl sich vor ihnen der Weg in die Freiheit geöffnet hatte. Nur einer blieb von ihnen und ihren Familien am Leben. — Sie alle, die Millionen, die untergingen, starben zur Heiligung Seines Namens, auch wenn sie im Angesicht der Not, des Todes, der Verzweiflung schwankend geworden waren, sie alle, deren Andenken Vermächtnis unseres Volkes und aller kommenden Generationen ist. — Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 7R.n9.ftR 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pro#, de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a ]. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. 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