Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2123 (2.7.1965)
- Date
- 1965-07-02
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viene«, 8 de I«H» de 1965 LA SEMANA 1 S B A E LIT A Adw X*YI. — N* 818* — 3 Unwillen in England Kura vor Ankunft des is raeliaehen Ministerpräsidenten Esbkoi in London erhoben konservative Abgeordnete itn britischen Unterhaus die Forderung, die Regierung solle die Vereinigten Staaten zur Einstellung der amerikanischen Hilfe an Nasser veranlassen, der auf der Arabischen Halbinsel gegen Grossbriturnten, den Verbündeten der USA, vorgehe. Der britische Verteidigungs - Minister Denis Healey antwortete als Sprecher der Regierung vor sichtig — in diplomatischen Wendungen —, aber aus der ganzen Debatte ergab sich, dass in England heute grosser Unwillen gegen Nasser herrscht und dass von der Regierung ein scharfer Kurs gegen ihn gefordert wird. Während der Anwesenheit des gefeierten Gastes Ulbricht in Kairo hatte Nasser mit seinem ersten Stellvertreter Marschall Arxir über die Situation im Jemen konferiert und damals erschien die ägyptische Verlautbarung, dass die Truppen Nassers im Jatnen bleiben würden. Kairo kündigte eine neue Offensive an, mit deren Hilfe es die Truppen des widerspenstigen Bram endgültig auf die Knie zu zwingen hoffte. Inzwischen setzte dieser Gross. Angriff ein, und che Aegypter sparten nicht mit dem Einsatz von Land truppen lind Bomben - Flugzeugen, Aber auch diese Offensive brachte nicht den erwarteten Erfolg. 3000 Aegypter und etwa 2.000 Soldaten des republikanischen Heeres wurden vorgeschickt, um die Monarchisten von einem Bergstiitzpunkt unweit der saudibischen Grenze in oer Küsten») ne zu vertreiben. Die Angreifer wurden jedoch ab geschlagen und die Bomber konnten den auf diese Kampfweise schon eingestellten Imam-Truppen keine erwähnenswerte Verluste beibringen. Im Bezirk Harad, in der Nätie der nördlichen Küstenzone, zogen die Aegyp ter weitere Truppen zusammen, aber auch dort konnten sie keinen entscheidenden Erfolg erreichen. Korrespondenten, die die Gegend besuchten, kamen zum Ergebnis, dass die Aegypter und die mit ihnen ver bündeten Republikaner nur Erfolg haben könnten, wenn sie auf sauditisches Gebiet vorstossen und von dort aus die rückwärtigen Nachschublinien der Royalisten angreifen würden. Bisher scheuten sioh die Aegypter jedoch, den Krieg nach Saudi Arabien zu tragen, weil dann ein grosser Konflikt in der Arabischen Liga unvermeidlich wä re. So müssen sie versuchen, „Teilerfolge“ zu erringen, Und demgegenüber behaupten die Monarchisten dass ea sich nicht einmal um Teilerfolge handelt und dass sie stärker sind als je. Bin Ende des Krieges im Jemen ist nicht abzusehen, und dieses Abenteuer zehrt weiter am Mark Wirtschaft. der ägyptisch«! AKTIONEN IN ADEN Kairo begnügt sich jedoch nicht mit seiner kostspieligen Aktivität im Jemen, sondern seine Emissäre unterstützen auch direkt den Kampf der arabischen Nationalisten in Aden gegen die britische Verwaltung. Die britische Regierung hat Aden und der süd arabischen Föderation für 1968 die Unabhängigkeit zugesagt, aber die von Kairo beeinflussten Nationalisten in Aden wollen bis 1968 nicht warten und ausserdem die Unabhängigkeit erkämpfen und nicht geschenkt erhalten- In Kairo sassen die Vertreter der wichtigsten politischen Organisationen Adens mit einem Unterausschuss der Arabischen Liga zusam men, und radikale Forderungen, die auf sofortige „Befreiung“ Siidarabiens abzielten, wurden formuliert. Die britische Verwaltung in Aden, die auf al'e nationalistischen Angriffe mit grosser Zurückhaltung antwortete, sieht sich jetzt einer verschärften Kampf - Terrorwelle gegenüber. Die Aegypter sollen den siidarabischen Nationalisten zusätzliche Waffen und mehr Geld angeboten haben, der Oelstaat Kuweit, der überall als der „reiche Onkel“ der Araber auftritt, hat beträchtliche Summen für die Befreiungsfront Südarabiens bereit gestellt. Algerien will südarabische Nationalisten militärisch ausbilden und ebenfalls Geld geben. England, das an sich an einer fortschrittlichen Lösung der Probleme Südarabiens interessiert ist. sieht sich einer Welle der Feindschaft gegenüber, und natürlich ruft diese entsprechende Reaktionen in London hervor- Die Engländer sind besonders erbittert, dass Nasser seine Aktionen auch auf die Qelkolonie der Inseln von Bahrein ausgedehnt hat. Auf den Inseln brach ein Streik der Erdöl-Arbeiter gegen die dort tätige Konzessions Gesellschaft aus, die der nordamerikanischen „Caltex“ gehört. Die örtlichen Behörden wollten die Auseinandersetzung mit Caltex zuerst als reinen Arbeitskonflikt hinsbellen, inzwischen hat sich der Streik jedoch zu einer politischen Kampfaktion entwickelt. In der Stadt Muharraq, die das Zentrum des Streiks war, benutzten die Streikenden pronasserische Parolen, und bei Demonstrationen wurden zum ersten Male offen ägyptische Fahnen mitgeführt. Die Demonstranten trugen auch Bilder von Nasser und forderten innrer wieder „Erlösung“ der Insel durch ihren „Führer Nasser“. In Muharrag waren sämtliche Geschäfte und öffentliche Institutionen wegen des Streiks geschlossen, nur der Flughafen war in Betr'eb Die britische Verwaltung Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpiten Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEMJHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM hielt sich sehr zurück Sie hatte die Stadt Muharraq von der Aussenwelt abgeschnitten und noffte, auf diese Weise ohne Gewaltanwendung eine Beruhigung zu erreichen. Die Engländer sahen in der Bahrein-Aktion einen Schlag gegen wichtige Positionen des Weltreiches. Es geht nicht nur um die Oelvorräte der Insel-Gruppe die übrigens im Abnehmen be griffen sind, Bahrein ist ausserdem eine wichtige Basis der britischen Luftmacht In Bahrein sitzt auch der britische Resident, der ausser für die Inseln selbst auch für andere Oelfürstent ümer wie Qatar usw. an der' Küste des Persischen Golfes verantwortlich ist Auf die Bahrein-Inseln hatten die Perser Anspruch erhoben, und die Engländer hatten diese Forderung zurück#» wiesen and sich für Ansprüche des Scheiches von Bahrein und für die Interessen der örtlichen Araber eingesetzt. Jetzt zahlen die Araber den Engländern die Verteidigung ihrer Interessen mit Undank heim, und sie wollen Nasser nach Bahrein bringen, dessen Einschaltung übrigens auch die Perser über alles fürchten würden. Mit Streitigkeiten um Entschädigungs-Zahlungen für die Erdöl-Arbeiter hatte der Konflikt begonnen, aber dann hatten sich Studenten eingemischt, und sehr bald hatte sich gezeigt, dass hinter allem Nassers Agitationen standen. Nasser hat auch auf den Inseln von Bahrein eine Front eröffnet, und es ist zu verstehen, dass die Engländer nach den Erfahrungen in Aden auf die „neue Front“ mit grosser Erbitterung reagieren. LA SEMANA ISRAELITA Bs. Aires SEMANARIO INDEPENDIENTE - PUEYREDON 2190. 1» izg — T. E. *3-2613 2. Tarmes 5785 2. Juli 1955 Zwei Jüdinnen aus Stockholm. — Schwedens Aussenminister Tage Erlaftder, der von einem zehntägigen Besuch au;, Russland zuriiekkehrte, erklärte, der Fall des verschwun denen Diplomaten Raul Wallenberg müsse abgeschlossen werden. Ei' eröffnete der Mutter Wallenbergs. Frau Major von Daniel, sie werde möglicherweise niemals etwas über das Schicksal ihres Sohnes erfahren Wallenberg wurde von den sowjetischen Soldaten bei der Besetzung von Budapest verhaftet, wo er den Juden zu lielfen versuchte, sioh vor dem Terror Eichmanns zu retten. Bis 1947 hörte man noch aus der Sowjetunion, dass Wallenberg lebe, aber wie Erlander jetzt berichtete, habe ihm Premierminister Kosygin mitgeteilt, dass Wallenberg 1947 in einem russischen Gefängnis gestorben sei. (ITA) JUDEN IN ARABISCHEN LAENDERN In Syrien, wo im Jahre 1943 noch 30.000 Juden wohn ten. befinden sich heute noch 4.000. Davon leben 2.500 in Damaskus und 1.100 in Aleppo. Sehr oft dürfen sie nach neun Uhr abends nicht mehr auf der Strasse sein. Ihre wirtschaftliche Lage ist sehr schlecht. Wenn sie auswandern könnten, würden sie dies sofort tun. In Aden herrschen noch die Briten, jedoch soll im Jahre 1968 die Südai-abisohe Föderation ihre Selbständigkeit erhalten. Beizeiten versucht daher die jüdische Bevölkerung, die Stadt zu verlassen. Im Jahre 1947 wohnten dort 8.000 Juden. Es kam damals zu einem dreitägigen Pogrom, worauf die Auswanderung einsetate. Heute leben in der Stadt noch 50 Familien mit 300 Personen. Auch sie ve:-suchen. die Stadt in nächster Zeit zu verlassen. Die meisten gingen nach Israel; 900 fuhren nach England. Die fünf Synagogen sind meistens leer, nur an den hoben Feiertagen werden sie geöffnet- Die Schule, die einmal 1.500 Schüler hatte, wird heute noch von 66 besucht. Die verbliebenen Familien sind grösstenteils im Handel tätig. Da noch 30.000 britische Soldaten in der Stadt sind, geht es ihnen irtschaftlich recht ordentlich. ANDONAEGUI 2083 TEL.; 52 2993 4 Quader van Station Urquiza Seeleute baten um Asyl Tel Aviv- — Zwei Seeleute aus der Deutschen Bundesrepublik haben in Israel um Asyl gebeten, wie die Poli zeit mitteilte. Es sollen der 22jährige Uwe Lande aus Köln und der 24jährige Jeas Mühlenberg aus Hamburg sein. Nach ihren Angaben sind sie im transjordanl sehen Hafen Port Aqabha von Bord ihres Schiffes „Barbara“ gesprungen und durch die Bucht nach Elat geschwommen. Sie wollen angeblich in Israel bleiben, um die Verbrechen zu sühnen, die ihre Eltern an den Juden begangen haben. — (AWZ) Strafen für Rassenhass London: — Rassenhass und rassendiskriminierende Handlungen sollen künftig in Grossbriiannien mit empfindlichen Haft- und Geldstrafen geahndei werden. Dies sieht ein neues Gesetz vor, das von der Regierung eingebracht und in erster Lesung im Parlament behan- , delt wurde. (AWZ) In der örtlichen Zentrale für Wohlfahrtspflege der f -iihereu israelitischen Gemeinde Frankfurt a. ' h war mehr als ein nalbes Dutzend jüdischer Hilfsstellen zusammengeschlassan; hier liefen die Fäden der Wirtschaftsfürsorge, der Jugend- und Erholungsfürsorge, der Tbc- und Krankenhausfürsorge, der Studentenhilfe sowie der Wander-und Gefangenen, f ürsorge zusammen. Und hier vor allem in der 1009 ge. gründeten Weiblichen Fürsorge e. V., war schon in den Vorkriegsjahren, bis in di« nationalsozialistische Perio*' i hinein, auch Therese Freimann zuhause. Ihre Tilfsbereitschaft und ihr Mut, vor allem in schwerer Zeit, sind unvergessen. Nicht minder wird ihr segensreiches Wir. ken in mehreren, zur Hilfe für die jüdischen Flüchtlinge in New York gegründeten Organisationen und Institutionen („Help and Reconstruction“, „Blaue Karte” u. a-> vergessen werden — jetzt, da Therese Freimann im Alter von 82 Jahren von uns gegangen ist, am 4. Mai 1985. Sie war die Tochter des bekannten konservativen Frankfurter Gemeinde - Rabbitiers Markus Horovitz (1844-1910) und die Witwe von Professor Dr Aron Freimann it87I—1948), dem Bibliographen, Frankfurter Stadtbiliothek.ar und Gemeindevorstandsmitglied. Der Beschluss der ..Association of Jewish Refugees in Great Britain”, dem von ihr im Londoner Stadtteil Hampstead errichteten Social Center (Klubhaus) den Narren ,,Hai nah Kar nstei House" zu geben, wird weithin Zustimmung finden. Viele Juden aus und in Deutschland werden sich der f rohgemu t -h i! fts b&re i ten, bis zum bitteren Ende tapfer ausharrenden Sozialarbeiterin erinnern, die als Hauptgeschäftsfiihrerin des ehemaligen Jüdischen Frauenbundes und als führende Mitarbeiterin der Reichsvertretung der deutschen Juden (Berlin) in kritischen und schwierigen Jahren akute Not lindern half und konstruktive Fürsorge zu leisten verstand. Ihrer Fe-sönUchkeit und ihrem Werk wird in dem neuen Buch „Bewährung im Untergang“ (Stuttgart 1965) ein schönes, ehrendes Denkmal gesetzt , E. G. L.! Englische Nazis mti Ku Klux-Klan London: — Das Amftauchen des Ku-Klux-Kl a in England scheint mit der Unterstützung der Nazi-Bewe. ,ung des berüchtigten Cohn Jordan zu rechnen. ürzlioh fand man neben der Eingangstiir von Dharam Singh, des Repräsentanten der indischen Gemeinde von Leamington, ein zwei Meter hohe Feuerkreuz, das Wahrzeichen des *Ku-Klux-K'an. Hieraup wurde ein Mitglied der Partei Jordans verhaftet. OJI) Das Hans der 3 Geschäi te mit d t grösste» Auswahl. SARMENTO 1147 T E SS (633 CABILDO 2614 PAMPA 4973 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterunsen Zuvorkommende faeb männische Bedienung ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHÄEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—19 Uhr T. E.: 83 - 2613 ■ ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E. 80 - (930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS