Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2123 (2.7.1965)
- Date
- 1965-07-02
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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4 — Vier«**, 2 de Julio de 1966 LA 8 E M A N 4 ISRAELITA Ano XXVI. — ir 2123 Ereignisse der Woche DAIA empfaengt Parlamentarier lm Rahmen ihrer .Mittags, ges-präche' hatte die DAIA eine Reihe von Senatoren und Deputierten eingeiaden. die in grosser Zahl und aus allen Parteien der beiden Hauser dem Rufe der DAIA ge folgt waren. Die Raunte des Ciub Las Heras, für solche Veianstalturgen ni ht sonderlich geeignet. waren ülerfüllt, als Dr. Jizchak Gclcenberg, der Präsident der DAIA. die Anwesenden cegriisste und u. a. ausführte: Zusarmren-setzung und Programmierung des Senats und des Abgeordnetenhauses bilden die Grundlagen der argentinischen Demokratie und sind die Garantie für d'e Aiifrechterhaltur.g demokratischer Prinzipien. Der Redner zitierte Aussprüche von Politikern aus der europäi sehen Vergangenheit und des grossen argentinischen Staatsmannes Alberdi. um derzulegen. dass in einem wahren Parletrent alle Ideen zu Wort kommen ntü-sen. weil eine einseitig ausger chtete Volksvertretung das Ende des fried Lehen Zusammenlebens einer Nation bedeuten muss. Somit ist das Parlament der Ausdruck einer wahren Deinokratie. Doch seine Sou veränität ist nicht sein Eigentum. sondern gehört dem Volk, dessen Recht an erster Stehe steht. Und so ist das Parlament berufen, dafür So ree zu tragen, dass das Recht der Bürger nicht geknechtet wird. Es hat darüber zu wachen, dass ideologische Unterschiede frie',-i'Ti beseelest werden und Bruderzwist vermieden wird Der Redner nannte Beispiele aus der Geschichte Argentiniens und kam auf die Gegenwart zu sprechen, in der wieder der Versuch gemacht wird, den koion.-Ien Hass gegen das ..Fremde“ zu beleben. Er nannte es ein tragisches Missverständnis, dass zu gleicher Zeit totalitäre Uniformen aus den: Ausland importiert werden und gewisse Kreise g auoen. die Souveränität des Vaterlandes zu verteidigen wenn sie andere unterdrücken. Mauern beschmieren und ihre Mitbürger bedrohen oder avs dem Dunkel überfallen und ermorden. Tragischer Epilog Als tragischen Epilog bezelchr.ete es Dr Goldenberg, dass diejenigen die dazu berufen sind, auf diese bedauerlichen Vorfälle zu reagie ren. deren Bedeutung verkleinern, sie irregeleiteten Jugendhehen zuschreiben, die Anstiftung zum Verbrechen nicht zur Kenntnis der zuständigen Behörden bringen und vergessen, dass die Zahl derer, die in München das Blutbad und die Schan de des letzten Weltkrieges e’nleiteten. bei weitem geringer w»r. Er hob hervor, dass das Volk verblüfft zusieht, wie d*e Ruhestörer ungestraft agitieren dürfen, und sich schutzlos diesem T-eiben au^o-esetz-t sieht. Er gab seiner Zuversicht Ausdruck da^s das Pariairent. seinem Mandat aetreu. diesem Zustand ein Ende bereiten wird. Rede des Kammerpraesidenten Als einziger Redner dieser Veranstaltung sprach der Präsident der Deputiertenkammer, D. Arturo Mor Pu ig. — Bmé Mitre 1448 TEATRO ARGENTINO t. e. 37-9324 Gastspiel des Jüdischen Theaters aus Polen Direktion: IDA KAMINSKI LETZTE VORSTELLUNGEN Freitag abends um 22 Uhr. Sonnabend 18 und 22 Uhr — Sonntag abends um 22 Uhr BARUCH VON AMSTERDAM Sonntag nachmittags 18 Uhr SERKELE ACHTUNG: ROSARIO IM TEATRO CIRCULO am 5. und 7. Juli zwei Vorstellungen Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: 50/51: RUMDR GODDEN: Immer und einen lag. Roman. 52/53 ARNOLD ZWEIG: Eiziehung vor Verdun Roman 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poe ten Essays — 55 JOYCE CARY Spiel ohne Ehre. Roman. 56 FRIEDRICH SCHILDER: Pitava] Merkwürdi ge Rechtsfäll.e 57/58/59 GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. 60 MARQUIS DF SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. 64/65: HORST LANGE: Schwarze Weide. Nt. 66 GEORGES PERNANOS: EÖn böser Traum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurter Man nerquartett. Es Kosten: Eintachband DM 2.50 Doppelband DM 3.80 Dreifachband DM 4,80 Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Nr Nr Nr Nr Nr Nr Nr N<r. von den Anwesenden mit lebhaftem Beifall begriisst. In seiner grossangelegten Rede wies der Kammerpräsident zunächst auf die sich komplizierende Weltlage hin, auf die stärkere Verbindung der Länder untereinander, auf die damit im Zusammenhang stehende Entwurzelung ces Individuums aus der bis dahin vertrauten Umgebung, und die sich hieraus ergebenden gefährlichen Konsequenzen. Unruhe, Unsicherheit und Nicht-Einverstandensein bestimmen das Panorama einer Welt, die sich mit Fragen beschäftigen muss, die früher auf De.-timirte Bezirke beschränkt waren. Der Unzufriedene sucht die Fenier bei anderen anstatt bei sich selbst. Menschen dieser Art g"be es vie’e, aber glücklicherweise sind nicht alle so zu beurteilen. Die meisten verstehen, dass wür in einer Uebergangszeit leben. Eine Zivilisation geht unter, die andere kommt erst langsam an ihre Stelle. Dennoch ist die Nichtkonformität d'as Symbol der Stunde. Aber schon die Alten haben gesagt, dass die Vergangenheit besser als die Gegen wart gewesen sei. Auch diese Haltung, nicht einverstanden zu sein, habe ihre guten Se:- ten. wenn anste'le eines Nihi’ismus die Nichtkonfonnität zu Suchen neuer Werte Anlass gebe. D. Mor Roig ging dann auf die Geschichte und Probleme des Parlamentarismus ein, erinnerte an das 700. Jubiläum der englischen Häuser, die ihrerseits in den demokratischen Institutionen des Altertums ihr Vorbild hatten. Das moderne Parlament beruhe auf der Freiheit der Entscheidungen, die der gewählte Abgeordnete treffen könne, und damit auf dem freien Entscheidungsrecht der parlamentarischen Körperschaft. Die Kritiken die am Parlament geübt werden, ha’ten in den meisten Fällen einer ernsten Analyse nicht stand. Sicherlich gäbe es Mängel, die aber im wesentlichen technischer oder äuserer Art seien. Das habe jedoch mit dem System als solchem nichts zu tun. Der Kongress heute ,Ich bin der Meinung, dass der Argentinische Kongress in diesen Augenblicken der klarste Ausdruck des nationalen Willens zum Zusammenleben ist, durch das die Parteizwistigkeiten überwunden werden und die Faktoren zur Uneinigkeit hinter uns bleiben. Diese Feststellung treffe ich aus Ueberzeugung“. sagfe D. Mor Roig. Hier handele es sich nicht darum, die Dinge rosig erscheinen zu lassen oder die immer vorhandenen Schwierigkeiten zu verkennen, die in einer Kammer auftreten und auftreien müssen, die aus 192 Abgeordneten mit 14 oder 15 Blöcken, mit Menschen aus verschiedenen Provinzen, mit verschiedenen Auffassungen und stark ausgeprägten Persönlichkeiten besteht. Immer aber bleibt das gemeinsame Ziel, das Leben des Volkes, für alle der letzte Masstab. Gesetze werden sorgfältig ausgearbeitet Wortwechsel, auch mit scharfen Ausdrücken, seien nur vorübergehende Erscheinun gen. um dann wieder zur ge- MARTIN BUBER, der grosse Religionsphilosoph und Lehrer vieler Generationen, der schon auf dem 5. Zionistenkongress (1901) neben Chaim Weizmann u. a. eine grosse Rolle spielte. Professor an der Hebräischen Universität, verstarb vor kurzem im Alter von 87 Jahren in Jerusalm. — Die der CENTRA angeschlossenen Organisationen veranstalten am Sonntag zu seinen Ehren eine Gedenkstunde (vgl. auch Anzeige). — Unser Bild zeigt den Staatspräsidenten Shazar mit dem Philosophen. meinsamen Arbeit zurückzukommen. Eiine auf seine Initiative zurückführende Stu.ue zum Verg eich der letzten Parlamentsperiode (1964i mit früheren, beginnend mit dem Jahre 1904, sei durchaus günstig für dieses jetzige Haus ausgefallen. Das Parlament darf nicht die Stätte der Gegensätze sein, sondern ist im Gegenteil das Forum zur schöpferischen Zusammenarbeit aller Parteien und Richtungen. Für die Beschlussfassung eines Gesetzes miis sen alle Meinungen gehört werden. Niemand kann sich der Verantwortung entziehen, die auf dem Parlament als Ganzem ruht. Immer muss es das erhabene Ziel sein, in einer Welt verschiedener Auffassmieen. Richtungen und Systeme die Möglichkeit harmonischer Zusammenarbeit zu finden. Gegen die Extremen In seinen Schlussausführungen sagte D. Mor Roig, er erhebe nicht den An Spruch, originelle Gedanken geäussert oder die Probleme in ihrer ganzen Tiefe erschöpft zu haben. Er wolle aber seine Rede nicht beenden, ohne die folgenden klaren Bemerkungen zu machen. „An dieser Stelle so sagte er, muss ich eine Er klärung abgeben, an der man nicht deuteln kann. Ich halte dies für wichtig." Häufig würden Worte zum friedlichen Zusammenwirken als Beschwichtigungspolitik interpretiert werden. Das sei durchaus nicht seine Absicht. Vielmehr wünsche er eine feste Haltung, eine ständige Aufmerksamkeit, um nicht mit dem aggressiven Treiben exaltierter Gruppen jeder Art von Extremismus identifiziert zu werden, oder uns zu identifizieren, seien es nun solche Gruppen von links oder rechts. Diese Gruppen arbeiten mit .leichten Sogans' und „versuchen, Lebensstile einzuführen, die eine Negierung des Zusammenlebens bedeuten, auf das jeder Mensch unseres Zeiltalters ein Recht hat"- „Eh soll vollkommen klar sein, damit sich niemand darauf berufe nicht gewusst eu haben. Zusammenleben bedeutet nicht Gleichgültig I. ISRAEL-BRIEFMARKEN -N WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS. GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS agemcia fuatelica oficial DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550, L B — Bs. Aires, Rep. Argentina keit und erst recht nicht, eine Konzession an antidemokratische Interesesn. „Machen wir aus dem Zusammenwirken und Zusammenleben ein argentinisches Gesetz!, das für alle Völker Gültigkeit haben soll. Zusam menleben in der Brüderlichkeit gemeinsamer grosser Ideale, das soll unsere Losung sein.“ Mit diesen Worten schloss D. Mor Roig, Präsident der argentinischen Deputiertenkammer, seine mit grossem Beifall aufgenommenen Worte. — Attentat in Bahia Bianca Die Polizei leitete die Stiche nach den unbekannten Tätern ein, die in den frühen Morgenstunden der vergangenen Woche sämtliche Metallschilder der Israel- Strasse überpinselten und mit der Inschrift Juan Manuel de Rosas beschmierten. Harfenwettbewerb in Israel Wie das Staatliche israelische Touristenbüro mittedte, wird am 2. September der dritte internationale Harfenwettbewerb in Jerusalem beginnen. zu dem sich bisher 37 Harfenspieler von Weltruf angemeldet haben. Ehrung für Martin Buber Im Kanal 7 der Teievi-uon wurde im Rahmen des Kultur Zyklus der jiidisonen Gemeinschaft von Buenos Aires eine Ehrung für den kürzlich in Jerusalem verstorbenen Philosophen Martin Fuber veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit würdigten der (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Die BARMIZWAH unseres Sohnes MARCELO findet s. G. w. am Sonnabend, den 10. Juli, um 9 Uhr morgens in der Comunidad Israeiita de Berna, Avda. La Pieta y Stgo. del Estero, Quilmes. statt. PAUL ARON und Frau REGINA geh. EICHENGRÜN Gral. Urquiza 344, Quilmes. Empfang: nachmittags von 16—18 Uhr im Gemeindehaus Av. La Plata y Stgo. del Estero, Quilmes. WERTH El dankt allen Freunden und Bekannten für die erwiesenen Aufmerksamkeit^" LUACH — (KALENDER) Freitag, den 2. Juli 2. Tamus Sonnabend, den 3. Jui. 3. Tamus Parschat KORAUH 4. B. M. XVI 1 — XVIII 32 Haftara I Schmuei XI 14 — XII 22 Sonntag, den 4. Juli 4. Tamus Monag. den 5. Juli 6- Tamus Dienstag, den 6. Juli Tamus Mittwoch, den 7. Juli 7. Tamus Donnerstag, den 8. Juli 8. Tamu6 Freitag, den 9. Juli 9 Tamus Sonnabend, den 10 Juli 10- Tamus Parschat CHUKAT 4. B. M. XIX 1 — XXII 1 Haftara Sohoftim XI 1—33 Sonntag, den 11. Juli H- Taimus Montag, den 12. Juli 18. Tamus Dienstag, den 13. Juli 13. Tamus Mittwoch, den 14. Juli 14. Tamus Donnerstag, den 15. Jul 15. Tamus Freitag, den 16. Juli 16- Tamus Sonnabend, den 17. Juli 17 Ta*mi6 Parschat BALAK 4. B. M- XXII 2 — XXV 9 Haftara Micha V 6 — VI 8