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Jüdische Wochenschau · 1965-06-25 · 2122 (25.6.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2122 (25.6.1965)
Date
1965-06-25
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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£ — Vtonni, 15 d* Jani« de 1965 i* a Remana israelita Año XXVI. — N’ ins Angesicht des Todes y (Schluss von Seite 1) J ixten ’wie fiir das ganze ¡Volk Auch ans diesem Gtuii de müssen wir uns mit dieeem Fragenkreis auseinande-rsetzen, wobei wir uns bewusst bleiben, dass dadurch der sonst übliche Rahmen eines Zeitungsartikels ge- Bpaengt wird. Xhe Darstellungen der Hannah Arendt gipfeln ua in der durch nichts bewiesenen (Behauptung: „Wenn das jüdische Volk wirklich unorganisiert und führerlos gewesen wäre, so hätte es Chaos und Elend gegeben, aber die Gesamtheit der Opfer hätte schwerlich die Zahl von viereinhalb bis sechs Millionen Menschen erreicht“. Wenn man einmal alle Höflichkeiten beiseite lässt, unter denen die Antworten der Professoren an Hannah Arendt •leiden, weil diese Rückischttiahme aufkosten der Klarheit geht, so muss man zunächst einmal die gespielte oder tatsächliche Ahnungslosigkeit feststellen, mit der die angeblich so hervorragende Philosophin ihre Weisheiten von sich gibt. Interessant ist nur die Tatsache, cass Fiau Arendt von Philosophen Jaspers hochgesp'elt wurde, nachdem sie ihm bei jeder, auch unpassenden Gelegenheit einen sogenannten „Fersilschein“ erteilt und ihn wu einem Heroen des Widerstandes erklärt. Hierüber äussert sich übrigens auch Holihusen in seiner zitierten Arbeit. In ihren Aufsätzen, die später zu einem Buch unter ikwn Titel ..Eichmann in Jerusalem“ zusammengefasst wurden, sind nach den Fest Stellungen von Dr- Jakob Robinson in der englischen Ausgabe dieses Machwerkes nicht weniger als 600 ..Entstellungen von Tatsachen“ enthalten, wie Robinson sich vorneh*n ausdrückt. Dabei muss man w’issen, dass Jakob Robinson — ebenso wie Dr. FREY A B ß G A 0 0 PUE Y R REDON M90 l9 izq. nachm 16—19 IThr Telefon: S 0 - 6 9 3 0 sein inzwischen leider ver- ■, storbener Bruder Dr. Nehemia Robinson, — zu den anerkannten grössten Experten, Juristen und Historikern der NS-Zeit gerechnet werden Von einer Wissenschaftlerin muss man wohl aber in erster Linie erwarten dürfen, dass sie nicht Meinungen im! luftleeren Raum entwickelt, j sondern ihre Erkenntnisse! nach gründlicher Prüfung der Tatsachen formuliert- Wir wollen garnicht davon sprechen, dass im Angesicht des Todes der Millionen und der kaum wiederzugebenden Leiden weiterer Millionen von jedem, der sich hierzu äussert, erwartet werden muss, dass er vor seiner Stellungnahme die Tatsachen prüft- Gerade das hat Hannah Arendt jedoch versäumt, worauf Robinson mit Nachdruck hingewiesen hat Im übrigen bemerkt hierzu Holthusen, dass „diese Ziffer übertrieben klingt“. Eir kann die Gewissheit haben, dass die Feststellung eines Jakob Robin son einen Zw'eifel nicht zulässt. Immerhin bemerkt Holthusen weiter: „...aber eine ganze Reihe von Irrtiimern. Ungenauigkeiten und fragwürdigen Deutungen sind auch den deutschen Lesern bei der Lektüre des Ori- | ginals aufge-fallen. Manches hat die Verfasserin auf Grund von kritischen Vorhal- .tungen in der deutschen Ausgabe korrigiert- Es bleibt der allgemeine Eindruck dass Hannah Arendts Wahrheitsliebe zum Wahrheitsbegriff des Geschichrsschrei bers nicht gerade die zartesten Beziehn ungen unterhält...“ Die weiteren für Hannah Arendt sehr wenig sehireiohelhaften Ausführungen können wir uns hier ersparen. Man kann verstehen, dass Holthusen — und sich er! ich mancher andere Leser — es einfach nicht glauben können. wenn Robinson 600 ..Entstellungen von Tatsachen“ feststellt. Dass aber selbst „den deutschen Le sern“ Irrtümer Ungenauigkeifen und fragwürdige Deutungen auffallen, ist al'ein schon eine vernichtende Kri tik oder ein wenig ehrenvolles Urteil. Man fragt sich nur, aus welchem Grunde dies alles erforderlich war? Cui bono? Der historischen Wahrheit zuliebe kann Frau REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und «verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DE! PINO 2262 T. E. 73-7887 ZEUGEN GESUCHT, weiche zwischen Mai 1944 und Januar 1945 mit mir in der ungarischen Arbeir-skcmpanie Nr. 101.335 in Komaron Zwangsar beits-dienst geleistet haben. TOMAS KALLOS Mexico 852 Tel. 33 4517 Buenos Aires JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker TaiJiebeutel Käppchen Maz zot-Tasehen Hand- und Maschteenstickerei von Bett- und Tiscnwäsche Dr. P. L. RIVERA 258ö (fr Bebedero) T. E 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 Ax-endt nicht geschrieben haben. denn sie hat die Tatsachen entstellt, sich geirrt und willkürliche „luftdicht abschliessende Konklusionen“ zum Besten gegeben. Cui bono? Zur philosophischen, soziologischen oder allgemein wissenschaftlichen Durchdringung eines .Stoffes'? Wohl auch nicht, denn Frau Arendt, ist von falschen, von ihr willkürlich unterstellten Prämissen ausgegangen. Und schliesslich dürfte die Frage nicht unangebracht sein, ob sich gerade dieses Thema — Untergang des europäischen Judentums — und dieser SS- Fiihrer, Adolf Eichmann, als Gegensta nd ph üosophisc her Betrachtungen eignen. Ein von Holthusen kritisiertes Beispiel aus der Arendtschen Darstellung sei besonders unterstrichen., um deutlich zu machen, dass die von Frau Arendt angewandte Methode, aber auch ihre Diktion, ihr Blickpunkt und ihre Analyse selbst dann unverständlich bleiben, wenn wir weder vom jüdischen Selbsthass bei ihr noch von böswilliger Distanzierung im Sinne der Haggada (Unterscheidung von euch und mir, anstelle eines Denkens in der Form von „wir“) sprechen wollen, sondern rein sachlich die Fehlerhaftigkeit ihrer Betrachtungsweise konstatieren. Holthusen bezeichnetes als „ein leider nicht untypisches Beispiel von tendenziöser Quellenbehandlung, wenn Frau Arendt über den inzwischen verstorbenen Rabbiner Dr. Leo Baeek schreibt. ..er sei in den Augen sowohl der Juden als auch der Nichtjuden der .jüdische Führer' (.Führer' deutsch!) gewesen Diese begriffliche Gleichsetzung eines von den allermeisten Ueberlebenden des jüdischen Volkes zeiiefst verehrten Mannes mit dem obersten Chef der Nazipartei (in der eine ironische Pointe zum Ausdruck kommen soll), musste vielen Lesern als ei ne quälende Taktlosigkeit erscheinen.“ Holthusen weist dann darauf hin. dass Adolf Leschnitzer die Que’le aufgespürt habe, aus der „die Verfasserin offensichtlich diesen diffamierenden Ausdruck übernommen hat.“ In dem Buch von Raul Hiiberg über die Vernichtung des europäischen Judentums kann man entnehmen, dass einer der Fichmannschen Mitarbeiter, der Haup'siurmfiihrer Wisliceny Baeek den ..jüdischen Führer“ genannt habe. <In der deutschen Ausgabe ist | von einem jüdischen Führer! nicht mehr die Rede). — Sieht man einmal von der Geschmacklosigkeit ab. die Holthusen eine tendenziöse Verächtlichmachung aus gegnerischem Munde nennt, so bleibt auch die Tatsache als solche abwegig und falsch Leo Baeek war der Präsident Neo-nazistische Tendenzen Brüssel: — Von verstärkter neo-nazistischer Aktivität ehemaliger belgischer SS - Angehöriger berichtete kürzlich die angesehene unabhängige Zeitung “Le Soir”. Demnach haben die zuständigen Behörden regelmässige Zusammenkünfte dieser Kreise in Brüssel. Antwerpen und Lüttich beobachtet. Als Geheimorganisation nennt das Blatt den “Stahlhelm“ mit et-wa 1500 aktiven Mitgliedern. Sie trafen sich regelmässig mit holländischen, französischen oder deutschen '‘Kameraden’’. Sie sollen in ganz Belgien zahlreiche “Zellen“ gebildet haben. Bei Zusammenkünften würden Kampflieder der ehemaligen deutschen Wehrmacht gesungen. Nach Ansicht des „Soir“ 'St die Gründung einer rechtsradikalen Partei in Belgien nur noch eine Frage der Zeit. (AWZ) JACOB LAPIDUS diplr Mohel NEUE ADRESSE VTAMONTE 2037 4’ B. 46-1716 und 48 2124 der Reich »Vertretung der Ju den in Deutschland. Wenn man schon kein anderes deutsches Wort findet, als diesen Mann zum .Führer' der deutschen Juden zu erklären, so ist. die von Frau Arendt benutzte Verallgemeinerung historisch unrichtig. Denn die Juden ausserhalb Deutschlands sahen in ihm weder eine sie leitende Fersönl.chkeit noch einen .Führer', das heisst einen Menschen, dem sie folgen müssten oder mussten. Für die deutschen Juden in ihrer Mehrheit war Baeek der Mann, der ihnen Beispiel, aber nicht Befehlsgeber war- Da er an der Spitze stand, war er ganz natürlicherweise auch Objekt der Kritik. Leute, die keine Verantwortung tragen, können auch keine Fehler begehen. Eis Ist möglich, dass auch Baeek Entscheidungen getroffen hat. die wir als irrtümlich bezeichnen. Dass es aber immer Kritik in unseren Reihen gegeben hat. auch zur Zeit der Verfolgung, steht ausser jedem Zweifel Diese Kritik war sogar .legal', erwünscht, mitunter auch zweckmässig. Aber hierin besteht gerade der entscheidende Unterschied zwischen „dem Führer“ und einem mit Verantwortung für das Schicksal der Verfolgten überlasteten Mann wie Leo Baeek. einem Manne, der noch in der Gefangenschaft im KZ Theresienstadt die geistige und moralische Kraft besass. sein religions-philosophisches, tief national emp fundenes. von allgemeinen Menschheitsweisheiten erfülltes Werk „Dieses Volk“ zu schreiben oder doch zu begin nen. Da Baeek von Frau Arendt als Beispiel eines .Führers' hervorgehoben wird, müsste man die allgemeinen von Hannah Arendt gezogenen Konsequenzen der Tatsache auf ihn a*wenden: Wäre das jüdische Volk nicht organisiert und führerlos gewesen, dann wäre die Zahl der Opfer auch kleiner gewesen. — Man wird bei dieser Gegenüberstellung die Haltlosigkeit, aber auch die Ungeheuerlichkeit der Thesen begreifen, die niederzuschreiben die Philosoph« sich bemüsslgt gefühlt hat. Wer auch nur oberflächlich die Geschichte der deutschen Juden im Dritten Reich kennt, wer nur von weitem die Haltung und das Auftreten der Reichsvertre tung mit Baeek an der Spitze gegenüber den Machthabern beobachten konnte, wer die Wahrheit liebt und seine Meinungen in der Wirklichkeit, der grausamen Wirklichkeit, des Dritten Reiches und nicht aus leeren Theoremen geformt hatder wird bei aller Kritik die Tatsache besonders rühmlich hervorheben müssen, dass es Baeek, Hirsch. Lilienthal ur.d viele andei'e Mitarbeiter Baecks gewesen sind, die wenigstens den mutigen Versuch eines sehr realen Widerstandes un fernommen haben. Es geht nicht nur darum, dass es immer leichter ist. vom sicheren Port Ratschläge zu erteilen oder aus der Ferne Auffassungen zu vertreten. Noch nicht einmal das hat Hannah Arendt getan: sie ist erst viel später auf die unglückliche Idee einer höchst irrtümlichen. philosophisch verbrämten Kritik gekommen und hat mit ihrer Publizität die Diskussion über das Geschehen auf ein völlig abgelegenes. eisig totes Gleis geschoben. Auch derjenige, der nicht MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E, 76-6784 n. 76-2312 Dr. B. Sdiwarci ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8211 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN U SEMANA ISRAELITA Semanario — apareo* los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Lida. Director: Amoldo W. B. SwarsensKy Pueyrredón 2190 1? Izq. T. fi, 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. dabei war, hat ein Recht, seine Meinung zu sagen. Er hat aber schon nicht das Recht, sich zum Richter aufauschwingen und Menschen in ein verzerrtes Licht zu setzen, die entscheiden mussten und nicht philosophieren konnten. Dem hat Prof. Ekrist Simon wunderbaren Ausdruck verliehen, als er der Frau Arendt den Satz aus dem Talmud entgegenrief: „Trenne dich nicht von deiner Gemeinschaft. traue dir selbst nicht bis zum Tage deines Todes und und richte deinen Genossen nicht, bevor du in seine Lage kommst.“ Gerade das aber hat Hannah Arendt getan. Sie hat sich mit ihren Thesen zum Richter der Genossen aufgeschwungen, in deren Lage sie niemals gew'esen war. (wird fortgesetzt) ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pro#, de la Faeult-'id, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a I. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41 2331 y 41 2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BENJAMIN L I P N I Z K Y ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. TOSE HEBNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15 19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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