Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2121 (18.6.1965)
- Date
- 1965-06-18
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 18 de Juni® de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N? 21*1 — ( GROSSE PARARE M. Sw.: — Israel ist ein L/änd der Arbeit. Das Ge lieaiiiiis seines beeindruckenden Fortschrittes ist in der demokratischen Ordnung-, der Identifizierung seiner Bürger mit dem Staat, im geplanten Aufbau und in der Opferbereitschaft der gewaltigen Mehrheit aller Israelis zu erblicken. In Israel wird viel debattiert, gestritten und .Politik* getrieben. Es gibt viele Parteien und noch mehr Gruppen. Aber beinahe ausnahmslos wissen alle, dass die .höheren Interessen der Na tion* jeder eigenparteilichen Tätigkeit deutliche Grenzen setzen. Damit soll nicht über gewisse negative Erscheinungen und Auswüchse hinweggesehen werden, die aber in Israel selbst mindestens ebenso scharf abgelehnt und kritisiert werden wie anderswo. Dass der alte Ben Gurion manchen Unfrieden irgendwelcher Prinzipien willen in das Innenleben des Landes und des Staates hereinträgt, bildet den Gegenstand mancher Diskussionen. Dieser gewiss einmalige, ungewöhnliche Mann hat es nicht verstanden, im rechten Augenblick von der Bühne des Geschehens zurückzutreten. Diese Auffassung entspricht auch der Meinung weitester israelischer Kreise- In einer Karikatur war ein imposantes Denkmal Ben Gurions zu sehen, an dessen Fusse ein kleiner Ben Gurion gezeichnet war, der mit einem Beil seine eigenes Denkmal zu beschädigen versuchte. Diese Zeichnung charakterisiert besser als lange Kommentare die Situation, in der sich Ben Gurion heute befindet. Man soll aber auch nicht verkennen, dass er ernste Anhänger, besonders unter der jüngeren Generation hat, die bereit sind, ihm auch heute noch Gefolgschaft zu leisten Sicherlich mahnt die äussere Lage des Landes, das von Feinden und Gegnern umgeben ist, zur Vorsicht und innenpolitischer Zurückhaltung. Erstaunlich bleibt es für jeden Besucher, dieses intensive Leben mit allen seinen Ausstrahlungen auf politischem, wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und kulturellem Gebiet ziu betrachten und sich dabei immer bewusst zu bleiben, dass dieser Aufbau und Fortschritt trotz so vieler nicht nur politischer, militärischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten durchgeführt worden ist. Hat doch der Staat Israel auch noch nicht einen einzigen Tag wirklichen und echten Friedens erlebt Es ist keine Redensart oder heroische Phrase, wenn man betont, dass sich dieser Aufbau vollzieht, während der Israel' ln der einen Hand den Pflug, in der anderen aber das Schwert hält. Nichts entspricht der Wirklichkeit mehr als diese Feststellung. Man kann nioht unbedingt sagen, dass die Sol daten, Jungen wie Mädchen, das Stadtbild beherrschen würden. Natürlich siebt man sie überall, besonders auf den wunderschönen Landstrassen, wenn sie darauf warten, von vorbeifahrenden Autos mitgenommen zu werden. Ein Wort über diese Strassen sei eingefügt. Dass Strassen nicht nur zum Warentransport oder zur Verbindung zwischen den einzelnen Ortschaften von Bedeutung sind, wussten bereits die Römer. Strassen haben auch einen strategischen Wert- Die Via Appia, die Rom mit Brindisi verbindet, wurde von den Römern so mustergültig gebaut, dass sie heute noch die Basis für die Land für Militaristen. Es ist das einzige Land im Nahen und Mittleren Osten, in dem der Chef des Generalstabes von der zivilen, nach demokratischen Masstäben gewählten Regierung ernannt wird. Israels Heer st eine Verteidigungs - Armee, Die Schlagkraft der Armee ist bewährt und wird von Israels Gegnern gefürchtet, worüber sich Hauptfeind Nr. 1, Aegyptens Diktator Abdel Gamal Nasser, erst kürzlich geäussert hat. Israels Heer ist aber nicht nur zur Ausbildung von Soldaten und Soldatinnen geschaffen worden. Die Armee Israels ist der grosse Schmelz¬ Israel schützt seine Grenzen Jerusalem. — Die gemischte transjordanisch-israelische Waffenstillstands-Kommission verurteilte die drei Strafexpeditionen, die Israel im vergangenen Monat gegen drei transjordanische Städte unternommen hat, als Verletzung der Waffenstillstands-Abkommen. Der Beschluss der* Kommission bestätigt, dass die israelischen Truppen bei einer dieser Operationen besondere Vorsichtsmassregeln trafen, um Verluste unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Arbeitsminister Igal Alon erklärte, es wäre selbstverständlich, dass Israel seine Grenzen schützen würde und diejenigen Regierungen verantwortlich macht, von deren Territorien aus die Sabotageakte verübt werden. Israel habe vorher bei den Vereinten Nationen Beschwerde erhoben und darauf hingewiesen, dass die Spuren der Eindringlinge, die in verschiedenen israelischen Grenzsiedlungen Bomben legten, nach Transjordanien führten. (ITA) jetzige Strasse bildet. Auch die Engländer haben das gewusst. Auch sie bauten gute Strassen in ihrem Mandatsland Palästina. Das vom Staat Israel ausgebaute Strassennetz ist vorbildlich. Man wird nur sehr selten einmal eine schadhafte Stelle finden. Dabei ist es sehr schwer, Strassen durch die Berge anzulegen. Trotzdem ist die Strasse von Jerusalem nach Tel Aviv in kürzester Zeit wenigstens streckenweise verbreitert worden, was bei dem ständig wachsenden Verkehr von grösster Bedeutung ist. Da die politische Iage Israels innrer die Gefahr eines Angriffs durch Nachbarstaaten in sich birgt, muss der kleine Staat mit seinen etwa 214 Millionen Menschen eine starke und grosse Armee haben. Deswegen wurde die lange Dienstzeit (zweiundeinhalb Jahre für Männer) und die Dienstpflicht der Frauen angeordnet. Wichtig zu vermerken dürfte die Tatsache sein, dass die Frauen - Dienstpflicht nicht mehr mit der gleichen Strenge wie in den Anfangsjahren staatlicher Existenz Israels gehandhabt wird, was auf ein höheres Sicherheits - Gefühl schliessen lässt. Israel will Frieden. Dies wurde und wird von der Regierung immer wieder betont und versichert. Der Friedenswillen Israels ist ernst. Alle wissen, dass der Frieden einen neuen, vielleicht ungeahnt grossen Aufschwung bringen wird- Israel ist kein Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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Die Armee wird zu allen möglichen Arbeiten und Tätigkeiten herangezogen. Soldaten werden zur Planierung des Bodens und zur Vorbereitung landwirtschaftlicher Kulturen in alle Gebiete geschickt, ins Galil ebenso wie in den Negew. Soldaten werden bei allen möglichen Aufbauarbeiten verwandt, aber auch zu wissenschaftlichen und kulturellen Zwecken eingesetzt. Soldaten, Jungen wie Mädels, werden als Lehrer und Erzieher in die Siedlungen der neuen Einwanderer geschickt, wo sie gleichzeitig soziale Funktionen erfüllen, um die neu ins Land Gekommenen schneller und reibungsloser einzugliedern. Auch das entspricht neben allen anderen damit erreichten Zwecken der Sicherheit des Landes. Denn nur derjenige, der kn Lande Wurzeln schlägt, wird ein brauchbares Mitglied der Gesellschaft. Diese Gesichtspunkte mussten neben vielen, die hier nicht erwähnt wurden, dargestellt werden, um die wirklich intime, herzliche und — man kann sagen — persönli che Verbundenheit der Bevölkerung Israels mit ihrer Armee verstehen zu lernen, die bei der grossen Parade zum 17. Jom Haazmauth, dem Unabhängigkeit» tag Israels, zu einem überwältigenden Erlebnis für alle Teilnehmer und keineswegs nur für die Touristen wurde. Je>- de Art von übertriebenem Nationalismus oder gar Chau vinternus ist den Israelis fremd. Ihre Liebe wum Land ist unmittelbar, ungekünstelt, echt- Sie alle wissen, dass die Gründung und Verteidigung des Staates grosse Opfer an blühenden Leben gefordert, hat. Deswegen ist de* „Jom Hasikoron“, der Tag des Gedenkens an die Gefallenen, der den Jom Haazmauth vorausgeht, für Israel eine natürliche Verpflichtung des ganzen Volkes. Die schlichte Form, in welcher die Gedenkfeiern vor sich gehen, ist eindrucksvoller als bombastische Reden. Längs der grossen, breiten Autostrasse zwischen Herzlia und Tel Aviv waren zahlreiche Tribünen errichtet worden., Da der Andrang, vor al lern der Touristen, alle Erwartungen überstieg, mussten in der letzten Nacht noch weitere Tribünen gebaut werden. Als als der nächste Morgen strahlend anbrach, war alles festlich hergerichtet. Die Ordnung war mustergültig und wurde durch die Selbstdisziplin der Massen erleichtert, für deren An und Abfahrt ebenfalls in hervorragender Weise gesorgt war Mit welcher Präzision die Parade abgehalten wurde, kann man aus der Pünktlichkeit ihrer Durchführung ersehen Langsam füllten sich die Tribünen. Die Mitglieder der Regierung, die wie aile anderen Teilnehmer ohne Aufhebens ihre Plätze einnahmen, die ausländischen Di plomaten, die Militárattachés in ihren schmucken Uniformen und viele andere „offizielle Persönlichkeiten“ hatten Platz genommen, als auf die Minute die Musikkapelle und das Ehrenregiment vor der Tribüne des Staatspräsidenten Aufstellung nahmen. Auf die Minute pünktlich erschiedenen der Oberkommandierende, dann der Präsident der Zionistischen Organisation und der Vorsitzende des Parlaments, danach — immer auf die Minute pünktlich, man hätte seine Uhr danach stellen können, — der Ministerpräsident Eshkol und nach ihm der Präsident des Landes, Herr Salman Shazar- Dann begann die eigentliche Parade. Zuerst erschienen Hubschrauber (helicópteros) in Formation am Himmel, die jeder eine olauweisse Fahne hinter sich herzogen. Die Stimmung wuchs, LA SEMANA ISRAELITA semanario independiente Bs. Airea — PUEYREDON 219«. 1» izq. — T. E. 83-2613 18 Juni 1965 18. Si wan 5725 als dann die ersten Formationen vorbeidefilierten, Militärpolizei, die Tanks, die Kampfwagen, die Fahnenträger, die schwere Artillerie und erstmalig die Kohtten Hawk, die den modernen Stand der israelischen Bewaffnung ankündeten. Dann kamen die Formationen des Heeres in mustergültiger Marschordnung, alle Arten der Infanterie, die Frauen, die Mädchen, die Matrosen und viele andere mehr. Viele weinten, als sie Zeugen dieses Aufmarsches wurden. Unwillkürlich traten so manchem Zuschauer, Juden wie Nichtjuden, Israeli wie Tourist, die Tränen in die Augen. Die tiefe Ergriffenheit der Anwesenden übertrug sich auf jeden, auch auf den Hartherzigsten unter ihnen. Es herrschte kein leerer Jubel. Aber jeder war von Stolz erfüllt, als er diese Männer und Frauen erblickte. Und dann kamen die Flugzeuge. Was die vielen Flugzeuge aller Typen dort zeigten, grenzte an das Artistische, vor allem die mit ungeheurer Geschwindigkeit vorbeibrausenden Kampf- und Jagdflugzeuge, fe's ist nicht möglich, die einzelnen Phasen dieses Geschehens zu be schreiben. Nur der tiefe Eindruck kann vermittelt werden,. den diese Demonstration der eigenen Kraft hinter liess. Ebenso plan- und ordnungsgemäss vollzog sich der Abmarsch der Massen, ohne Gedränge, beinahe schweigend, tief beeindruckt. Nur wenig mehr als eine Stunde hat das alles gedauert, was nicht nur einen kleinen Einblick in die Stärke der Ar mee vermittelte, sondern auch die Beziehungen der Bevölkerung zu ihrem Land, zu ihrer Regierung und zu ihrem Verteidigungsheer bewies. Jeder Jude in der Welt kann mit Stolz erfüllt sein Welche Wandlung hat sich in unserem Leben vollzogen! Fast auf den gleichen Tag fiel die 20. Wiederkehr der Touristen in Israel Jerusalem: — “'Israel ist für viele Touristen zu kostspielig“. erklärte der Minister für Fremdenverkehr, E. Gabrin, den Journalisten, t,r betonte die Notwendigkeit, i die Kosten für Reise und Aufenthalt im Lande zu verbilligen, um mit Aegypten, Libanon und Transjordanien konkurrieren zu können. Trotzdem, so teilte der Minister mit, haben im April 38.500 Touristen Israel besucht, also 40 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Beendigung des schrecklichen Krieges, in welchem von den Nazibarbaren sechs Millionen Juden ermordet worden sind. Nur wenige Jah« re später wurde auf den Trümmern unseres Volkes des Staat Israel errichtet, der in weniger als zwei Jahrzehnten sich die Achtung der zivilisierten Welt errungen hat. Welch’ eine Wandlung in der Geschichte unseres Volkes, dessen unbeugsamer Lebens- und Zukunftswillen an diesem Jom Haazmauth für alle Welt erneut sichtbar geworden ist. — M0EBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschät te mit der grössten Auswahl. SARMkENTO 1147 T. E. 35 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungec Zuvorkommende fach männische Bedienung ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückersiattunc BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16- 18 Uhr T. 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