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Jüdische Wochenschau · 1965-06-18 · 2121 (18.6.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2121 (18.6.1965)
Date
1965-06-18
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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I I t M I r I , n l ft — Viera««. 18 dr Junio de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Ano XXVI — No. ïiîl Aktion des Westens verlangen J (Schluss von Seite 1) scheinen der ,,Deutschen Nationalzeitung und Solda- ■tenzeitung" als ein betrübliches Symptom ansehen. Dieses, sicherlich verbreitete Presseorgan, schreibt — um den Ausdruck .hetzt ‘ nicht anzuwenden — in einer Fbrm. die zu grössten Bedenken Anlass gibt. Diese Art der Publizistik kann von der Pressefreiheit nicht gedeckt werden. Bisher wurde Von offizieller Seite gegen diese Zeitung nicht eingeechritten, obwohl die deutsche Regierung und die zuständigen Staatsorgane in anderen Pallen — sogar unter Ausser acht lassung der vom Gesetz vorgeschriebenen Form — gegen Zeitungen und Zeitschriften vorgegangen sind, wobei man nur an die Spiegel-Affäre zu denken braucht- Die Soldatenzeitung erscheint weiter und veröffentlicht aufrührerische Artikel gegen Israel und auch gegen die Juden im allgemeinen, obwohl Kurt R. Grossmann, der frühere Generalsekretär der deutschen Liga für Menschenrechte, — unseren Lesern als Mitarbeiter der Jüdischen Wochenschau bekannt —, einen offenen Brief an den zuständigen Oberstaatsanwalt gesichtet hat, in dem er auf die vielfachen Verstösse dieser Zeitung gegen deutscne Gesetze aufmerksam gemacht hat. Darüber hinaus hat der Bundestagsabgeordnete Dr. Adolf Arndt (SPD) in einer als historisch zu wertenden Rede u. a. unter Hinweis auf die schrecklichen Verbrechen an den Juden während der Hitlerzeit wörtlich gesagt: „Wir können schon aus dem Grunde leider nicht sagen. das alles wiederholt sioh nicht, wenn doch hier hei uns in Deutschland Zeitungsblättchen erscheinen "Wie z. B. die „Deutsche Na- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON SJ90 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon; 80-6930 tional-Zeitung und Soldaten-Zeitung“ bei der aus jeder Zeile der giftigste Antisemitismus schwitzt“... Und an einer anderen Stelle der Rede sagt Dr. Arndt: „Aber was in der National-Zeitung stehtdas ist die Sprache der potentiellen Mörder von morgen.“* Zu dieser Rede wurde der Abgeordnete Arndt vom Präsidenten des Bundestages Dr. Eugen Gerstenmaier, der nicht der SPD angehört, beglückwünscht, weil er den ' Mut gehabt hat, „eine Untat in diesem Haus präzis beim Namen zu nennen und etwas. was uns in diesem Abschnitt der Entwicklung; ur Unehre gereicht, wie sich dies für einen freiheitsliebenden und rechtschaffenen Abgeordneten gehört. — Das bezieht sich auf die Bemerkung des Abgeordneten Dr. Arndt über eine deutsche Zeitung, die hier mit Namen genannt worden ist“. — Dies dürfte eine ungewöhnliche Belobigung und Anerkennung sein, die auch für den Gerechtigkeitssinn und Mut Gerstenmaiers spricht. Aber geschehen ist trotzdem nichts. Ob die Soldatenzeitung von arabischer Seite Gelder erhält, ist nicht geklärt. Dass sie ihre Artikel und Hetzkampagnen mit den arabischen Bestrebungen und Bemühungen koordiniert, ist eindeutig- Eine weitere bedenklicne Begebenheit wurde von der Justizpressestelle beim Landgericht Köln vor einigen Tagen gemeldet. Gegen den Verleger nazistischer Literatur Helmut Cramer ist beim Kölner Landgericht ein Strafverfahren anhängig; 21.000 Bücher nationalsozialistischen Inhalts wurden beschlagnahmt und unter Siegel gelegt. Jetzt wurde bekannt gegeben, dass Cramtr und die 21.000 Bücher verschwunden seien. Man stelle sich vor, was es bedeutet, dass 21.000 unter Verschluss liegende Bücher weggeschafft werden... Es verlautet, dass die Polizei den „deutschen Fluchthelfern“ Cramers auf der Spur sei, der offensichtlich ins Ausland entkommen ist. Es wird weiter berichtet, dass alle Schlüssel zu dem Raum, in welchem diese Bücher eingelagert waren, im Besitz der Polizei waren, REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Die Administration des Jüdischen Wochenschau bittet Herrn Martin Goltfstein, früher Vidal 2186 um Angabe seiner neuen Adresse unter Tel. 93-2613. PROPIEDADES FRANKENBERC s. R. L. >erät Sie kostenlos und «verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEÜSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeckec Taifisbeutel Käppchen Mar zot-Tascben Hand- und Maschkienstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAT ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 dass aber ein ahnungsloser Schlosser auf Veranlassung Cramers die Tür geöffnet habe. Unterstellt man, dass der Schlosser wirklich nic.nt wusste, was er tat, — der Raum muss doch auch versiegelt gewesen sein — bleibt immer noch die Frage, Wie diese Bücher unbemerkt auf Lastwagen verpackt werden konnten. Im übrigen stellt diese Begebenheit nur eine Fortsetzung der vielen Fluchtfälle von Nazis dar, die sich im Laufe der letzten Jahre ereignet haben; ein KZ-Arzt konnte aus München flüchten; der Lehrer Zind verschwand nach Aegypten; der verurteilte SS- Offizier Zech-Nenntw ich entkam aus dem Untersuchungsgefängnis; möglicherweise gibt es noch andere derartige Vorkommnisse. Wenn man zu diesen und weiteren Vorkommnissen die antisemitischen Aktivitäten in anderen Ländern und vor allem in solchen Staaten hinzuTechnet, die vor dem Kriege und vor den furchtbaren Judenverfolgungen des NS-Regimes von jeder organisierten antijüdischen Bewegung frei gewesen sind, muss man das Bild eines geplanten Angriffes gegen die Juden erhalten. Dass irregeleitete amerikanische oder englische Jugendliche in Naziuniformen demonstrieren, ist ein Novum. Dass sogar in skandinavischen Ländern das antisemitische Gift trübe Blüten treibt, muss bedenklich stimmen. Dass antisemitische Slogans als Lösung der schwierigen lateinamerikanischen Wirtschaftsprobleme gebraucht werden, zeigt die Systematik der gegen uns gerichteten Aktionen. Es dürfte nicht nur Sache der Juden sein, sich hiergegen zur Wehr zu setzen und sich zu schützen. Die Judenfrage ist nicht nur unsere Angelegenheit, sie ist ein Weltproblem. Diese alte Herzl&che These ist heute zu einer allgemeinen Erkenntnis geworden- Hierzu sei noch einmal die Rede von Dr Arndt zitiert, der in diesem Zusammenhang sagte: „Aber ich weiss mich mit in der Schuld. Ich kann nicht sagen, dass ich genug getan hätte, und ich weiss nicht, wer das von sich sagen will- Aber das verpflichtet uns, das ist ein Erbe. „Ich sage das hier auch gegenüber dem Ausland Denn so legitim beachtlich ich es erklärt habe, auf das Ausland zu hören, wenn es eine Solidarität mit uns wieder wünscht und ungern sieht, dass wir mit solchen Dingen nicht fertig werden, so gibt es auch umgekehrt eine Solidarität- Ich habe Jahre lang als Anwalt Menschen zu helfen versucht, die auswandern wollten, und ich Austausch der Botschafter Jerusalem. — A. Ben Nathan, Generaldirektor des israelischen Verteidigungsministeriums, ist zum Botschafter in Westdeutschland ernannt worden. Die formelle'Ankündigung hängt natürlich davon ab, dass die Bundesrepublik den Namen ihres ersten Botschafters in Israel bekannt gibt. Wie mitgeteilt wird, hat Israel die vorgeschlagene Ernennung von Rolf Pauls, eines hohen Beamten in Bonn, abgelehnt, weil Pauls im Zweiten Weltkrieg im deutschen Heer gedient hat. Allerdings verlautet aus Bonn, dass ein anderer Kandidat als Psi’ic nicht in Betracht gezogen wird. tITA) JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE V1A.MONTE 2637 V B. 46-1716 and 48 2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E, 76-6784 a. 76-2312 habe gesehen, wie von Jahr zu Jahr die Schweiz und Holland und Belgien und England und die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Tore mehr zugemacht haben. Und je schlimmer die Reden von Hitler und je stärker seine Drohungen wurden, umso unbarmherziger wurden die Tore geschlossen... Da hat man die Türen zugemacht und die Mitschuld auf sich geladen für Zehntausende und aber Zehntausende von Menschen, die hätten gerettet werden können, wenn die gesittete Welt gesagt hätte: .Kommt, ihr könnt bei uns j Asyl finden*... Wir alle ha- 1 ben dieses Erbe“. — Sicherlich fehlt bei diesen Worten Arndts die Bemessung und Abgrenzung der Schuld, die von den Deutschen und von den anderen auf sich geladen wurde. Aber im Prinzip kann man die Richtigkeit seiner Ausführungen wohl nicht in Zweifel ziehen. Wir befinden uns heute gegenüber den bekannten Tatsachen und den aufziehenden Gefahren in einer ähnlichen Situation. Es ist eine Sache des Westens nicht nur mit Worten die antisemitischen Bewegungen und Vorfälle zu verurteilen. Es ist an der Zeit, zu einer koordinierten Aktion überzugehen. Sonst wird man wiederum eines Tages davon sprechen müssen. dass alle schuldig sind, die Täter und diejenigen, die nicht gegen sie vorgingen. Wir Juden haben nicht nur das Recht, sondern die unausweichliche Verpflichtung, diese Forderung auizustellen und ihre Realisierung zu verlangen weil es hier nicht um uns allein geht, Aegyptische Flottenmanoever London: — Nach nahöstlichen Presseberichten hat die ägyptische Flotte “irgendwo im Mittelmeer’’ vor kurzem grossangelete Manöver veranstaltet, an denen auch U-Boote, Raketenschiffe und Zerstörer teilgenommen haben sollen. (AWZ) sondern um die Lösung eines Menschheits - Problems Denn die Judenfrage ist ein Weltprobiem; sie kann nur als solches gelöst werden. Sie ist aber auch ein Prätext für jene finsteren Gewalten, die sich des Antisemitismus bedienen. um die Demokratie und die Freiheit zu zerstören, um an die Stelle einer auf Gerechtigkeit beruhenden internationalen Ordnung das Gesetz ihrer eigenen Macht und der Willkür zu errichten, wie dies vor wenigen Jahrzehnten zum Unglück aller Völker bereits einmal geschehen ist- U SEMANA ISRAELITA Semanario — apareo» los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Llda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: ) 500.— pro Jahr Ausl. $ 800— jährl. Petroleum Tel Aviv: — Die israelische Küste, zu Land und im Meer, birgt im Ueberfluss Petroleumvorkommen, deren Ergiebigkeit auf rund 285 Mio Tonnen geschätzt wird. Zu diesem Schluss führte eine geologische Untersuchung, wie Gordon Hirshhorn, Präsident der israelischen Petroleum - Gesellschaft “Petrokona“, jetzt erklärte. Im April 1966 plant dieses Unternehmen, an geeigneten Stellen nach Petroleum zu bohren FRAU oder FRAEULEIN zur Führung eines Zwei Personen-Haushaits (Mann und Kind) gesucht. — Evtl, auch Wohn* geiegenheit. — Angebote zu richten an die Admin. der Jüdischen Wochenschau unter Chiffre R. A. Dr J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo.. Mitt.. Freit., 15—19 Uhr., Samstag 14—16 Uhr OLAZABAL 2512 76-7980 Privat 80-3546 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TEI EF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ansführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pro#, de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a I. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41 2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8T82 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3HC T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Ohr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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