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Jüdische Wochenschau · 1965-06-04 · 2119 (4.6.1965) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2119 (4.6.1965)
Date
1965-06-04
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 4 de Junio de 1865 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N» 2119 Das Fest der Offenbarung von SCHALOM BE1S CHORUS Das Judentum ist die älteste der drei monotheistischen Ofienbarungsj-eligionen. Wie der Name besagt? ist das Herzstück solcher Religion die Offenbarung Dem Christentum wurde die Offenbarung in einer Person (Jesus, "das Wort I wurde Fleisch’), dem Islam durch das göttliche Diktat an den Propheten Muhammed zuteil. Was aber meint Offenbarung im Judentum? Hier scheiden sich die Geister. Die Orthodoxie geht ■vom Begriff der Verbalinspiration der Thora (Pentateuch) aus, demgemäss jedes einzelne Wort dieses Buches das als die Urguelle der Religion betrachtet wird, unmittelbar von Gott dem Moses gegeben wurde. Der Liberalismus lehnt jede örtliche und zeitliche Fixierung , der Offenbarung ab und) spricht von einer fortschreitenden Offenbarung Gottes im Menschengeiste der grossen Lehre unseres Volkes insbesondere Moses und der Propheten. ®er orthodoxe Standpunkt. »t nur haltbar, wenn wir uns *u einer radikalen Verleugnung unserer kritischen Vernunft entschliossen. Der heutige Mensch kann schwerlich sagen: im Gegensätze zu jedem anderen antiken Literaturdenkmal ist dieses einer philologischen, historischen und psychologischen Kritik unzugänglich, da es ein “Himmelsbrief'’ ist, vielmehr wird dieser heutige Mensch, falls er sich selbst die Treue halten will, nicht umhin können, auch die Bibel mit. denselben kritischen Massetäben zu messen, wie andere erhabene Werke der Weltliteratur. Führt ihn aber diese Auffassung auf die Heeretrasse des Liberalismus, so wird er nicht umhin können, die Offenbarungsgrundlage der jüdischen Religion in toto zu verleugnen, denn auch Goethes ‘Faust" oder Dantes “Göttliche Komödie” eind erhabene Zeugnisse "irgendwie'’ inspirierten menschlichen Geistes. Hier scheint es um ein radikales Entweder-Oder zu gehen. Entweder ist die Thora Gottes Wort, was man nur unter Verleugnung des kritischen Verstandes zugestehen kann, oder die einzige Grundlage unserer Religion erweist sich als durch nichts grundsätzlich unterschieden von anderen Höhepunkten der Literatur. Diese Alternative ist aber eben nur scheinbar gegeben. Eine heutige jüdische Theologie wird diese Fragestellung als irrig ablehnen müssen. Die Thora selbst spricht nämlich an keiner Stelle davon, dass sie in der uns heute vorliegenden Form die unmittelbare Niederschrift des Gotteswortes durch Moses darstellt. Wir haben also scharf zu unterscheiden zwischen Offenbarung und Offenbarungs - Bericht. Die Offenbarung ist nach biblisch-jüdischem Glauben ein Akt der freiwaltenden Gnade Gottes. Aus Gnade offenbarte sich Gott den Vätern, und tatsache. Eine Tatsache, von der das Heil des Einzelnen und des Bundesvolkes abhängt und (beides umschliesst dieser Begriff) eine Tatsache, die der Heilsgeschichte angehört, also von endzeitlicher Bedeutung ist, die nicht durch Ereignisse der Weltgeschichte abgeändert oder in ihren Folgen aufgehoben werden kann. Es ist von zentraler Bedeutung, dass Israel als Gesamtheit Zeuge des sinaitischen Offenbarungsaktes war, aber nicht Zeuge eines genau umrissenen Offenbarungsinhaltes. Nach biblischem Bericht hörte das Volk nur Stimmen und Halltöne der göttlichen Manifestation. (Koloth we schofarot-h). Einzig Moses geht als "Einzelner vor Gott" in die Offenbarungs-Zone vor. Der reine Akt der Offenbarung hat konstitutionelle Bedeutung für Israel, das durch ihn auf Weltzeit in die Berit (Bund) mit seinem Gotte geteilt ist. Dieser Offenbarungsbund kann vom Menschen her allein niemals gelöst, nur immer wieder gebrochen werden, da Gott als der Bundeskontrahent Israels Es liegt ein tief notwendiger Sinn in der Tatsache, dass das einzige ungebrochene Goiteswortdie ersten Zehn-Gebote-Tafeln, die Moses vom Sinai brachte und die “mit den Fingern Gottes’’ beschrieben waren, von ihm zerbrochen wurden. Denn das ungebrochene I Wort Gottes wäre für den Menschen nicht tragbar. So! ist es also nicht eine heilsgeschichtliche Tragödie, dass weder diese Ersten Tafeln ungebrochen in die Hände des Volkes kamen noch dass ein unmittelbarer Bericht des gesamten Offenbarungs- Inhaltes auf uns gekommen ist. Vielmehr entspricht dies einer tief inneren (immanenten) Notwendigkeit. Auf uns ist nicht das ungebrochene Wort Gottes gekommen, sondern das ursprünglich durch das Medium des Moseswortes überlieferte Gotteswort ist uns in hundertster und tausendster Brechung erhalten, dessen älteste Partien in der Richterj zeit aufgezeichnet wurden. Worin liegt die immanente Notwendigkeit dieses Sachverhaltes? Wäre das Wort Gottes als ein ungebrochenes zu uns gelangt, so könnten wir, vorausgesetzt, dass Menschen von minderem metaphysischen Format als Moses dieser Emanation Gottes überhaupt standhalten können, uns dem Anspruch diene des Menschen wäre damit aufgehoben, so wie dem Naturgesetz gegenüber. Ich kann mich zum Naturgesetz stellen wie ich will _ ich unterliege ihm. Wenn ich z. B. das Schwerkraftgesetz nicht “anerkenne”, so stürze ich doch vom Dach eines Hauses in die Tiefe, wenn ich seinen Firs! überschreite. Wenn ich aber Gottes Geheisst "Du sol¡«st nicht morden!“ nicht anerkenne, eo kann ich tatsächlich einen Menschen ermorden. Ich kann mich also zum Gesetz der Offenbarung in der Freiheit der Entscheidung, die freilich bedingt ist, stellen. Wäre dieses Gesetz in ungebrochener Form als direktes Wort Gottes an mich ergangen, so wäre die Möglichkeit der Sünde entweder ausgeschlossen oder als offenbare Unvernunft auf ein Mindestmass reduziert. (Ich kann gegen das Naturgesetz verstossen, aber ich habe sofort als Unterliegender seine mich vernichtende Uebermacht zu spüren). Gerade die Gebrochenheit des Gotteswortes lässt die sittliche Spanne offen: ich kann mich unter das Wort demütigen, ich kann mich aber auch gegen es auflehnen. Aber noch weiter treibt uns die Gezrochenheit des Wortes in die Zone eigener Entscheidung. Das Wort Gottes kommt zu uns gleichsam in der Gestalt des leidenden Gottesknechtes (Ewed Haschern), von dem der unbekannte Prophet des Exils, der sogenannte Deutero-Jesaja, kündet. Wie dieser Blutzeuge und Gottesknecht von seinen Zeitgenossen nicht als der Erwählte Gottes erkannt wurde, da seine edle Seele sich in einem unansehnlichen Aeusseren verbarg, so kommt auch das Gotteswort der Thora zu uns in der gebrechlichen Hülle des literarischen Menschenwortes. In dieser Gestalt des Wortes offenbart sich sein Prüfungscharakter. Es wird uns schwer gemacht, diesem Wort die Glaubenstreue (Emuna) zu halten. Gott gibt sich uns in diesem Worte als DER kund, der gesucht werden will, freilich aber auch als Der, welcher sich finden lässt. Jüdische wie christliche Hörer haben mich wiederholt in diesem Zusammenhänge gefragt: Wo verläuft aber nun die Scheidelinie zwischen Wort Gottes und Menschenwort in der Schrift? Auf diese tatsächlich zentrale Frage kann nicht mit einer Formel, sondern nur mit dem Einsatz unserer ganzen Existenz geantwortet werden. Diese Scheidelinie verläuft nicht ein für alle Male fixierbar sie kann es gar nicht. Denn das Wort Gottes ist uns nichts Statisches, sondern etwas Dynamisches. Wir “haben” es nicht, sondern es “geschieht’’ zu uns, immer aufs neue, immer wieder anders, nie in seiner ganzen Machtfülle. Das jüdische Menschenleben, so gesehen, ist eben ein ständiges (lebensmässiges) Sicnkonfrontieren mit dem Menschenwort der Thora, aus dem uns Gottes Wort sprechen kann. Oft wird uns für weite Strecken unseres Le- Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Nr. 57/58/59: GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. BRIEFE DER WELTLITERATUR AUS DEM TRECENTO DANTE — PETRARCA — BOCCACCIO £s kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,86. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Wortes gar nicht entziei. Die Bewährungs-Span- ISRAEL - BRIEFMARKEN Lif WIEDER V ER KAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial de) Estado de Israel, ¥ MOSES EMPFAENGT DIE GESETZESTAFELN im Sinai in der zentralen, die schlechthin überlegene veil konstitutionellen Of- Seite des Bundesverhältnisenbarung dem Bundesvolke! ses darstellt, srael. Diesen Offenbarungsv-t ninra>n wir eine Heils- Das beste deutsche Lustspiel Seit Goethe und Grillparzer wird Lessings „Minna von Barnhelm" so oft als das be ste deutsche Lustspiel bezeichnet, dass man es schon als „fable convenue” hinnimmt; doch zeigt jede Aufführung, die so gut ist wie die der Kammerspiele, dass es kein besseres deutsches Lustspiel gibt. Doch bedarf es, um das aufzuweisen und das 200 Jahre alte Zeitstück lebendig zu gestalten, einen ausgezeichneten Regisseur wie Prof Ulrich Erfurth, der Lessing partiturgetreu in Szene setzte und die so verschiedenar tigen Charaktere so vereinte, dass sie ein vollendetes Mosaikbild ergaben, in dem man keine Nähte erkennen konnte. Prof. Erfurth sorgte für vorbildliche klare Aussprache von Menschen, die sich (ausnahmslos!) so natürlich bewegten wie heutige fühlende Alltagsmenschen. Klaus Zimmermann war der Teilheim, eine wegen seines übersteigerten Ehrgefühls tragische Figur 5m Lustspiel Er batte den berühmten bleiernen Zug um den Mund und sah so aus, dass man begriff, weshalb Minna ihn suchte. Rosemarie Wohlbauer war eine zielstrebige, verliebte und sehr frauliche Minna von leicht hinschwebender Heiterkeit. Christa Oenicke gab das muntere Kammerkätzchen schnippisch und verliebt. Sie setzte ihre Lebensweisheiten klug und überzeugend. Dietrich Kerky gab (wohl Regieanweisung) den Just nicht a's plumpen Bären, sondern bens ein Wort der Schrift verschlossen sein, bis es sich uns in einer besonderen Gnadenstunde öffnet, um sich uns als Wort Gottes zu erweisen. So verstehen wir neu den Auftrag an Israel: ständig forschend, lernend und sich auseinandersetzend, mit diesem Worte und aus diesem Worte zu leben. wie der Herr so’s Gescherre ganz nach dem Vor bilde TelL heims als ehrlichen Naturburschen. Drei gar köstliche Gestalten wurden durch Gerd Kübel, Rolf Morell und Fritz Kost zum Leben erweckt, so ansprechend, dass alle Beifall auf offener Szene erhielten Kübel war der herzensgute polternde verliebte Wachtmeister mit von Herzen kommendem Lachen. Rolf Morell erwies sich als neugierig verschlagener Wirt als Komiker von Rang. Seine leichtflüssig gegebene Parodie eines Ballettänzers war sogar von hohem Rang. Fritz Kost als Riccaut war kein alter verlumpter Edelmann, sondern ein putziges, überraschend schnell und elegant französisch parlierendes Kerlchen, noch ein Anfänger auf schiefem Wege, der alle Herzen bezauberte. In einer Gemeinschaft wie den Kammerspielen gaben Schauspieler wie Maria Weeting, Herbert, Mönch und Oberdörfer gewissenhaft kleine und kleinste Rollen. Das Publikum war begei stert. Dr. Karl Kost Siihnegottesdienst München- — Zum 20. Jahrestag der Befreiung aus dem Konzentrationslager Dachau leitete Kardinal Beran einen Dank- und Sühnegottesdienst in der Todesangst - Christi - Kapelle auf dem ehemaligen KZ .Gelände. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Julius Döpfner, hatte Kardinal Josef Beran aus Rom zu dieser Gedenkfeier eingeladen, der im KZ Dachau die Häftlingsnummer 35.844 trug. Kardinal Beran war der prominenteste der damals aus Dachau befreiten 1.000 katholischen Priester. Von 1933 bis 1945 waren dort 2.579 katholische Geistliche inhaftiert. (AWZ) Unser DARIO ALEJANDRO hat ein Schwesterchen bekommen. In dankbarer Freude: Mario und Susy Aisinscharf, geh. Kuiigovsky Cabildo 1547 piso 9, Dp. 35 FEDERICO HAUTEMANN JOSETTE HAUTEMANN geh. KLEINBERGER grüssen als VERMAEHLTE. Die Trauung findet s.G.w. am Mittwoch, den 9. Juni, um 20 Uhr 30 in der Leo Baeck-Synagoge, Vidal 2049, statt. Monasterio 1090, Vicente López. LUACH — (KALENDER) Freitag, den 4- Junt 4. Siwan 48. Tag im Omer Sonnabend, den 5. Juni 5. Siwan Parschat BAMIDBAR 4. B.M. I 1 — IV 20 Haftara Hoschea II 1—22 49. lag im Omer Sonntag, den 6. Juni 1. Tag SCHAWUOT Montag, den 7. Juni 2. Tag SCHAWUOT — YISKOiR Dienstag, den 8. Juni Mittwoch, den 9. Juni Donnerstag, den 10. Juni Freitagg, den II. Juni Sonnabend, den 12. Juni 6. Siwan 7. Siwan 8- Siwan 9. Siwan 10 .Siwan 11 Siwan 12. Siwan Parschat NASSO 4. B.M. IV 21 — VII 89 Haftara S-.hoftim XIII 2 — 25 Sonntag, den 13. Juni Montag, den 14. Juni Dienstag, den 16. Juni Mittwoch, den 16. Juni Donnerstag, dem 17- Juni Freitag, den 18. Juni 13. Siwan 14. Siwan 15. Siwan 16. Siwan 17. Siwan 18. Siwan Bede des Cou job Buenos A Wie vir sehe haben, fand in genen Woche Plata die Ter mtion der DA der Delegierte ¡en Lande [eiin der Eröffnung! griff der Gern Emos Aires. 1 Uarmi. das Wen die an ihn erga düng dankte fegen die heute wieder auftauch tären Ideen Ste er als ein ti sta— Ihr guUr an kalten CARL MAN in modernei und klassi AQUATITE, din Mantel Ansprüche, wechselbarem Und wenn kleidunq erst recht CARLT0N Grossauswahl Ueidunq 50 Meier Martín mit düngen un WrWndi neue Ar Be

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