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Jüdische Wochenschau · 1965-06-04 · 2119 (4.6.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2119 (4.6.1965)
Date
1965-06-04
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Viera««, 4 de Jmmio de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI — N* ZI Ht Der interessante Bericht (Schluss von Seite 1) nicht ¡zurechnungsfähig. Jn dieser allgemeinen Formuiierung müsste man sagen, dass alle, die selche Lügen und Verleumdungen, Beiei digungen und Unverschämtheiten behaupten und verhre-iten, nicht normal sein können. Und diejenigen, die es glauben, auch nicht Trotzdem ist ein Millionen- Volk den Verbreitern solcher Pamphlete nachgeiauien und hat auf die an sich Unzurechnungsfähigen. auf Trunkenbolde und Verleumder geschworen. Wer soll glauben, dass ein Pamphletist — der einzige übrigens, den sie fassen kennten, — wegen Unzurechnungsfähigkeit strafrechtlich nicht verfolgt werden konnte? Oder müssen wir annehmen, dass hiltebe reite Richter und sonstige Beamte .grossherzig' gewesen sind? Der Verdacht iiegt doofe nahe, dass hier irgendetwas bei der Rechnung nicht aufgeht- M»n erfährt dann einiges von den Tätern der antisemitischen Ausshreitungen. 16 von den 74 ermittelten Tätern gehörten rechtsradikalen Gruppen an; 26 waren unter 30 Jahren. Me meisten gehören sozial untergeordneten Schichten an, HiMsarbeiter, kleine Angestellte. ..Sozialoppositionei le", wie der neue Fachaus. druck lautet. Bei 6 Antise mtten handelte es sich um Angehörige gehobener Berufe. Aerzte, Apotheker. Ingenieure. Es fällt auf, dass nicht ein Lehrer unter den Antisemiten figuriert, denn dieser Stand war bei den Nazis schon vor dem Machtantritt stark vertreten. Die Lehrer haben zu einem guten Teil den Sturz der Wei marer Republik auf dem Gewissenlm einzelnen liihrt die Analyse der Tatmotive zu Dr. FREY ABOGAD^ PUETRREDON Z19€ 1’ fafl. nachm 14—14 Uhr IitefHi 80-6930 REAL PEN FüHhcitlec SEPARA TUBEN Spenalgeschaeft CORRIENTES 589 T. E. 49-5650 PROPIEDADES FBANKENBERG s. R. L. jerät Sie kostenlos und {■verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN HOHNUNGEN HAEU9EBN VTRREV DEL PINO 2242 T. E. 73-7487 den folgenden Ergebnissen ■ 31 politische Ueberzeugungstäter, darunter auch mehrere Antisemiten und rechtsradikale Aktivisten sowie einige unbelehrbare Nationalsozialisten (1963: 23); 19 politische Affekt- und Rauschtäter. darunter mehrere Fälle mit allge mein assozialem Hintergrund (1963: 36); 20 Urheber unpolitischer Un fughandlungen aus Geltungstrieb oder aggressivem Tätigkeit« - Drang <1963: 33); 4 Personen, die infolge Schwachsinns oder Geisteskrankheit unzurechnungsfähig sind U963: 7). Zur Vollständigkeit des Bildes, das der Bericht entwirft, seien hier noch einige Angaben über die Strafen gemacht. Hierbei ist es wichtig. darauf zu verweisen, dass es sich um Verfahren nicht allein gegen Deutsche, sondern auch gegen in Deutschland lebende Ausländer handelt. unter denen die Kroaten eine vom Bericht beson ders hervorgehobene Rolle fielen. Unter diesen Straftaten figurieren vor allem auch die Südtiroler Terrorakte. also keineswegs nur gegen Juden gerichtete Straftaten. Insoweit bietet das entworfene Bild nur einen Anhaltspunkt für die al’gemeinen politischen Verge hen und Verbrechen. In den meisten Fällen, wo Ausländer verurteilt wurden, standen allgemeine Terroraktionen zur Verhandlung. Insgesamt wurden in den letzten fünf Jahren 677 Urteile gefällt, dis sich folgenderma ssen auf teilen: 12 Zuchthausstrafen, davon 11 gegen Ausländer (!). 26 Gefängnis- und Jugendstrafen von 1 Ws 5 Jahren davon 10 gegen Ausländer; 50 Gefängnis- und Jugendstrafen zwischen 6 Monaten und 1 Jahr, davon 3 gegen Ausländer; 249 Gefängnisstrafen unter 6 Monaten davon 5 gegen Ausländer; 228 Geld- bzw. Haftstrafen; 110 Massregelungen und Zuchtmittel nach dem Jugendgerichts - Geseta, davon 1 gegen einen Ausländer; 2 Unterbringungen in ei ner Heil, und Pflegeanstalt; 3 weitere Täter wurden in eine Trinkerheilanstalt ewige wiesen. Unter den Verurteilten be fanden sich nur 22 Frauen (3 Prozent). — In seinen Schlussausführungen stellt der Bericht lest, dass der „Selbstreinigung«- und Aufbauprozess im Bundesgebiet den rechtsradikalen Splittergruppen von Jahr zu Jahr mehr Bo den" entzogen hat. Eine aku- JÜDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker Talliebente) Käppchen Mas zot-Tascben Hand und Maschinenstickere) von Bett- und Tischwäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 te Gefahr bilden diese Grup pen nicht, müssen aber auch weiterhin genau bobachtet werden, zumal sie in zunehmendem Umfang antidemokratische Tendenzen zeigen und allmählich nur noch aus fanatischen Sektierern be stehen würden. Antisemitische und nazistische Ausschreitungen sei en seiten, stellt der Bericht abschliessend fest. Es hegen keine Anhaltspunkte dafür vor. dass sie zentral geleitet werden würden. Denn im Gegensatz „zu dem Verfassungsfeind von links (gemeint sind die Kommunisten) verfüge der Rechtsradikalismus über keine funktionsfähige Untergrurdorganisation". Vielleicht trifft diese Behauptung in ihrer allgemeinen Formulierung zu Dennoch muss man bezweifeln dass ee keine nazistische Untergrundbewegung oder keine zentrale Leitung der antisemitisch - faschistischen Umtriebe gäbe. Natürlich ist es schwer, sich hierbei auf eine Polizei und anriere Organe zu verlassen, die in jedem unliebsamen Gegner einen Kommunisten wittern im übrigen aber ihre Ermittlungen mit der Vermutung abschiiessen. es dürfe sich um Unfugtaten spielen der Kinder handeln, die nun Grabsteine umwerfen oder Kreuze von den Denkmä'ern der Verfolgten oder Widerstandskämpfer stehlen <29 Fälle). Wie gut nur die Kinder Bescheid wissen, wo sie zu stehlen haben. Die nicht seltenen Fälle, in denen Kriegsverbrecher gewarnt werden und rechtzeitig über die Grenze ge hen können, die Flucht eines verurteilten SS-Mannes aus dem Gefängnis ins sichere Ausland und ähnlich gelagerte Vorkommnisse können doch nur bei Vorhandensein eines Kreises zuverlässiger Leute gelingen und zwingen zu der Annahms. dass es eine Leitung, wenn auch nicht für die Durchführung von Friedhofschändungen. wohl aber für die Lanzierung nazistischer Propaganda und die Hilfe für gute Nazibrüder gibt. Dass diese Zentrale nicht entdeckt werden konnte. ist eine Tatsache, niema’s aber ein Beweis dafür, dass es sie nicht gibt. Solange Symptome für die Tätigkeit antisemitischer und nazistischer Elemente vorhanden sind, so lange ist höchste Wachsamkeit geboten. Dies stellt der Bericht selbst fest. „Die Verbreitung rechtsradikalen Gedankengut« durch Zeitschriften und Bücher ist zwar im Berichtsjahr zurückgegangen. Auch hier scheint der Höhepunkt des Interesses überschritten zu sein. Trotzdem wird diesem Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-6286 76-1049 i JACOB LAFIOUS dipt. Hobel NEUE ADRESSE VIA MONTE M V B 46-1716 und 48 2124 MONEL N. FLAK SIN Superi 271? r. E 76-4784 o. 76-2317 Exnazis wurden verhaftet Berlin. — Vier ehemalige Nazis wurden in Westberlin verhaltet, wie her Pressedienst der Gerichtsbehör den mitteilte. Be handelt sich um vier Mitglieder der berüchtigten Einheit 4. die unter dem Verdacht stehen, „mehrere Hundert Polen und Juden im September 1939 in Bydgosz und Warschau ermordet zu haben“ nämlich den einstigen Brigadegeneral Lothar Beutel, die Exkommandanten Helmut B. und Dr. Walter H , sowie den damaligen Leutnant Erich p., deren Nachnamen nur mit den Anfangsbuchstaben angegeben wurden. Frankfurt am Main. — Sechs frühere SS-Offiziere und -Unteroffiziere sind unter dem Verdacht, während des Krieges in der Ukraine an der „Ausrottung“ von ca. 80.000 Juden und anderen Zivilisten teilgenommen zu haben, im Lauf einer „Razzia" festgenommen worden, welche in Hessen. Rheinland-Westfalen und Baden- Württemberg durchgeführt worden ist. Bereich auch in Zukunft er- ’ höhte Aufmerksamkeit zu widmen sein. Mittels einer Propaganda, die noch vorhandene völkisch-nationalistische Grundstimmungen auf dem rechten Flügel des politischen Lebens anspricht, können in manchen Teilen der Bevölkerung wieder Ressentiments und Vorurteile wachgerufen werden. die heute nur mehr bei einer kleinen Minderheit offen in Erscheinung treten. Mit Mitteln der Exekutive kann gegen diese, in der Regel die Meinungs- und Pressefreiheit geschickt ausnutzende rechtsextreme Propaganda nur selten ein geschritten werden. Hier hilft nur sachliche Aufklärung durch die Träger der politischen Bildung und durch Presse und Funk. Nicht zuletzt werden auch die demokratischen Parteien darüber zu wachen haben, dass nicht ein Teil der Wählerschaft eines Tages den Verlockungen nationalistischer Demagogen erliegt" Die Gefahr wird also voll erkannt und in lebhaften Worten geschildert. Dann aber kommt wieder der übliche Hinweis auf die Pressefreiheit, durch die ohne Zweifel gerade die rechter». dikale Tätigkeit gefördert wird. Dass bei anderen Publikationen und Sendungen durchaus nicht nach diesen ,Klaeglich“ Dortmund. — Verstärkte Bemühungen der Bundesrepublik, die an den politisch, religiös und rassisch Verfolgten von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen wiedergutzumachen, forderte kürzlich die Ar beitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten Der Vorsitzende des Bundeeausscbus ses für Wiedergutmachung. Martin Hirsch (SPD), nannte die vom Bund bisher den Verfolgten gezahlten Wiedergutmachunsmitte) eine „klägliche Konkursquote" — Dr J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN u RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirevane Mo. Mitt.. Freit.. 15—19 Uhr., Samstag 14—16 Uhr OLAZABAL 2512 - 76-798« Privat 86-354« Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESWOMBA 2283 - 52-821« RAYOS X PARADENTOSE TELE3P VORA N MELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN NELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Masstäben verfahren wird, kann jeder in der Februar- Nummer der „Frankfurter Hefte" Seite 77 ff. nachiesen, wo sich kein Geringerer als Prof. Eugen Kogon ausführlich zu diesem Problem äussert. Wenn man diese Darstellungen liest, verstärken sich die Befürchtungen, dass wie einst in Weimar derartige Bedenken nur auf die Gegner der Demokratie bezogen werden. Der hier widergegebene und kritisch erläuterte Bericht des Bundesinnenministeriums über den Rechteradikalismus zeugt von der Kenntnis der Probleme und der mit ihnen verbundenen Gefahren. Der Bericht weist aber erhebliche Mängel auf, die nicht übersehen werden dürfen. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — apareo« loo Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Arnoldo W. B. Swarsenshy Pueyrredón 2190 iv ízq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800— jährl. Juden in Marokk» Paris. — Angesichte der Gesamtbevölkerung von 12 Millionen Menschen ist der jüdische Anteil mit 75.000 als gering zu betrachten. Beträgt er doch nur etwas mehr als ein halbes Prozent. Von 20.000 Juden, die früher in Marrakesch wohnten, haben 18.000 die Stadt verlassen. Auch die restlichen 2.000 denken bereits an ihre Ausreise. Die meisten Synagogen sind bereite geschlossen. Und es gibt in Marrakesch nur noch ein jüdisches Restaurant. In Marokko gibt es. offiziellen Angaben zufolge 44 jüdische Rechtsanwälte (von insgesamt 232). Ferner sind in Marokko zugelassen 60 jüdische Aerzte. ein jüdischer Tierarzt. 15 Zahnärzte und 50 Apotheker. Von den eingetragenen Krankenschwestern sind 20 jüdisch. ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pre#, de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a ]. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 8. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmionta 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunde». 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