Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2118 (28.5.1965)
- Date
- 1965-05-28
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9614788-9615006--3886-9615009- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Yhwwea, ■* da Maga de IMS LA «EMANA liBULlTi Ad* XKTi. — N* «11* — S Ein Geheimagent „packt aus Ci Bleich und etwas nervo« erschien kürzlich vor der Presse in Teheran der 27jährige Aegypter Feisal Abdul Gader Owdeh, der von den persischen Behörden als einer der Spitzenleute kt Nasser« Geheimdienst dargestellt wurde. Owden war kurz vorher „abgesprungen“ und hatte gerade die Regierung von Teheran um politische« Asyl gebeten, da er sich in keinem arabischen Staate sicher fühlte. Die Regierung von Kairo tat nach dem Bekanntwer. «len de« Palles Owdeh, was in einem solchen Palle zu erwarten war: sie 'iess erklären, dass Owdeh ihr überhaupt nicht bekannt sei und nichts mit dem ägyptischen Staat zu tun habe Früher hätte man vielleicht der Regierung des Nilstaates bei solchen Versicherungen noch Glauben geschenkt; aber nachdem die Welt im Falle Mordechai Luk erfahren hatte, welch unorthodoxe Methoden von Nasser« Regime angewendet werden,; ist sie eher bereit, die Angaben von Owdeh als die der Regierung von Kairo als Wahr hinzunehmen. Der heute 27jährige Owdeh hat ein wenig ungewöhnliches Schicksal hinter sich. Sein Vater war ein Führer der Moslemischen Brüder in Aegypten, und als die Tätigkeit dieses Ordens Nasser missfiel, machte er den Führern des Ordens den Prozess und liess sie ninrichten. Auch der Vater Owdehs wurde damals in Kairo hingerichtet. Der Sohn, der in der Armee diente, wurde ob der „Sünden“ seines Vaters zunächst aus der Armee ausgestosaen. Bk wurde jedoch später für den ägyptischen Geheimdienst angeworben, und er sollte durch diese Tätigkeit zeigen, dass er für das Vaterland streiten und die Sünden seiner Familie wieder gutmachen wolle. Owdeh ist nur ein Mann ln einem grossen Netz, und nach den Angaben des Geheimagenten werden von der politiachen Polizei in Aegypten ständig 100 000 Mann be. achäftigt, von denen ein Teil im Ausland tätig ist. Nicht weniger als 500.000 ägyptische Pfund täglich soll dieser Apparat laut Owdeh verschlingen. Die bisherigen Aktionen Owdehs bestätigen die Vermutungen über den Umfang der Tätigkeit der Geheimagenten Nassers. Owdeh selbst wurde drei Mal in geheimen Missionen nach Syrien geschickt, er war zwei Mal im Libanon tätig und einmal hatte er Aufträge des Geheimdienstes in Staaten am Persischen Golf zu erfüllen. Die Reisen Owdehs zeigten, wie weit da« Netz des ägyptischen Agenten, ebenstes hi der arabischen weit gespannt ist. Zuletzt wurde Owdeh wieder nach dem Libanon geschickt, und diese Gelegenheit benutzte er zum Absprung. Er meldete sich bei den iranischen Behörden, die ihn bereitwillig aufnahmen und ihm die Reise nach Teheran ermöglichten. Warum hat nun Owdeh, der bisher so getreue Geheimagent, den Dienst Nas. sers verlassen? „Ich bin nicht der erste“, erklärte er den Vertretern der Presse und wies daiauf hin, dass der ägyptische Militärattache im Libanon und der Botschafter in Bern vor ihm den ägyptischen Dienst mit der Freiheit vertauscht hatten. „Die Zustände in Aegypten sind unerträglich“ — führte Owdeh aus, und er trug dann die Kritik vor. die oft in westlichen Zeitungen au finden ist: „Aegypten ist ein Polizeistaat, die Staatsmittel werden verschwendet, und das Land wird durch die Beteilgiung am Jemen- Krieg ruiniert.“ Nach Owdeh haben Ae. gypter und Jemen-Republikaner im Kriege bisher 16.000 Mann Verluste zu beklagen. Nasser kann sich nur mit Hilfe der amerikanischen Unterstützungen halten und die Amerikaner ernten, wie Owdeh betonte für ihre Hilfe nur Undank! Ja, die antiamerikanische Einstellung weiter Kreise in Aegypten ist darauf zurückzuführen, dass man in Kairo glaubt, das Nasser-Regime werde in Wirklichkeit von den Amerikanern gehalten und weiter gefördert! Laut Owwdeh wurde der ägyptische Pilot Abbas Hil. mi, der seinerzeit nach Israel desertiert war, von ägyptischen Agenten in Brasilien entführt und dann ermordet. Das will er ganz genau wissen. Ueber den FaU Mordechai Luk und Uber die Methoden des ägyptischen Geheimdienstes wollte sich Owdeh noch nicht äussern, er versprach jedoch Enthüllungen für die Zukunft. Wenn Owdeh den iranischen Behörden tatsächlich Mate rial über die Tätigkeit des ägyptischen Spionagedienstes liefern kann, dann hat dieser Dienst, der schon in der Vergangenheit bittere Rückschläge hinnehmen musste, eine weitere schwere Niederlage erlitten. Bemerkenswert bei der ganzen Affäre ist die Haltung der persischen Regierung. Ebenso wie die Türken stehen die ("moslemischen) Per ser unter ständigem Druck der Araber. Die Türken haben nun in der letzten Zeit Schritte unternommen. Die Regierung des Schah LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE B8- Aires — PUEYREDON 219«, 1» iag-T. E. «3-2613 28. Mai 1965 26. Ijar 5725 Simon Marks s. A. Simon Marks, seit 1961 Lord Marks of Brougthon, ist am 8. Dezember 76 Jahre alt in London plötzlich gestorben. Mit ihm hat das englische Judentum und die zionistische Bewegung eine ihrer repräsentativsten Gestalten verloren. Er war ein Sohn des zu Beginn der achtziger Jahre von Polen nach England eingewanderten Händlers Michael Marks. Der Vater begann sein Geschäft auf Märkten, er öffnete jedoch schon im Jahre 1884 die ersten “Penny-Bazare”, in denen kein Gegenstand mehr als einen Penny kosten durfte. Nach dem frühen Tode seines Vaters übernahm Simon Marks als Zwanzigjähriger die Leitung der väterlichen Geschäfte, die er im Laufe der Jahre zu dem bedeutendsten Konzern des englischen Detailhandels entwickelte. Der in seiner Art einfach und bescheiden wirkende Mann war eine besonders liebenswerte Erscheiung. Nur selten begegnete man ihm in der Oeffentlichkeit, und seine einflussreiche Stellung in der englischen Wirtschaft sowie sein grosser Reichtum waren ihm nicht anzumerken. Neben seinem Wirken als verantwortlicher Leiter eines Rie«enunternehmens, der Firma Marks & Spencer, und neben seiner vorbildlichen Sorge um die soziale Sicherheit seiner Angestellten, galt sein Hauptinteresse dem Zionismus, bzw. in «len späteren Jahren der Entwicklung des Staates | Israel. Nachdem Simon 1 Marks sehr früh, als ganz junger Mensch, Zionist geworden war, gehörte er schon in Manchester zu den nahen Freunden Chaim Weizmanns, dem er stets ein ergebener Schüler und treuer ’Helfer Teppichhaus - M. Hochberg Uaecreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für Jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UN© SONN¬ TAG VON »—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 4 Quader von Station Urquiza blieb. Zusammen mit seinen Verwandten Harry Sacher und Israel Sief zählte er zu den grossen Philantrophen Englands, war aber auch ebenso einer der bedeutendsten Spender aller zionistischen Fonds, der Hebräischen Universität, des Technikums und insbesondere des Weizmann-Instituts in Rechowoth, das er mitbegründen half. Auch für die Juden aus Deutschland bedeutet sein Ableben den Verlust eines grossherzigen Freundes. Nach der Machtübernahme der Nazis erkannte Simon Marks sehr schnell, dass den Juden in Deutschland mit Philanthropie allein nicht mehr zu helfen war. Er hatte sofort die richtige Vorstellung von dem wirklichen Umfang des Problems und der finanziellen Mittel, die zu seiner Bewältigung erforderlich sein würden. Daher drängte er auf den Zusammenschluss aller jüdischen Kräfte in England und auf eine umfassend« konstruktive Planung der notwendigen Hilfsarbeit. Zur Durchführung aller Vorschläge, bei denen ihm die Idee einer Masseneinwanderung nach Palästina im Vordergrund stand, schien ihm eine enge Zusammenarbeit mit den massgebenden jüdischen Kreisen in Amerika unerlässlich. Um die ihm vorschwebende grosse und einheitliche Hilfsaktion zu ermöglichen, regte er im Jahre 1935 die Entsendung einer Delegation führender jüdischer Personkeiten Englands nach Amerika an. Diese Delegation be- «vand aus Sir Herbert Samuel, Lord Bearste<j und Simon Marks. Die drei Delegierten kamen im Januar 1936 nach New York und verhandelten dort mit Felix Warburg, Paul Baerwald und anderen führenden Persönlichkeiten des American Joint Distribution Committee. Die Verhandlungen gipfelten in dem Plan der Uebersiedlung von einhunderttausend jungen Menschen im Alter von 18—35 Jahren aus Deutschland zur Hälfte nach Palästina und zur Hälfte in andere Länder im Laufe von vier Jahren. Zur Finanzierung dieses Programms sollte ein Fonds in Höhe vor! drei Millionen Pfund geschaffen werden. Die englische Delegation verpflichtete sich, eine Million Pfund 'aufzubringen, während das amerikanische Judentum die restlichen zwei Millionen zur Verfügung stellen sollte- Ehe Durchführung dieses Planes wurde dem aus englischen und amerikanischen Vertretern zusammengesetzten “Council for German Jewry" in London übertragen. Als Mitglied des bereits 1933 gegründeten “Central British Fund” und des “«Council for German Jewry’’ gehörten Simon Marks und seine weitere Familie zu den grössten Spendern. Die Sammlungen für das Hilfswerk wurden auf seine Anregung hin mit der Sammlung für den Keren Hajessod vereinigt und ergaben für den “Council for German Jewry” bereits nach wenigen Monaten die Summe von 800.000 Pfund. Simon Marks war bemüht, den grossen Hilfsplan in der gleichen methodischen Weise, mit der er seine grossen Geschäfte führte, zu verwirklichen, seinem Elinfluss ist es zu verdanken, dass der grösste Teil der in England gesammelten Gelder zur Finanzierung der “Deutschen Abteilung der Jewish Agency“ benutzt werden konnte. Wenn der von Simon Marks entworfene ursprüngliche Plan nicht in seinem in Teheran, die in Nasser einen bitteren Feind sieht, lässt sich dagegen von den Arabern nicht erpressen und bemüht sich nicht um die Freundschaft Kairos. In der letzten Zeit haben der Schah und seine Minister sich mehrfach kritisch über Nasser geäussert, und die Herausstellung des ägyptischen Agenten Owdeh ist ein wei. terer Beweis dafür, dass Teheran auf das „Wohlwollen“ Kairo« pfeift. Der Schah und seine Regierung sind daran interessiert, die Methoden Nassers und seines Geheimdienstes anzuprangern, und das Auftreten Owdehs in Teheran hat einiges zur Erreichung dieses Zieles beigetragen. Die Perser haben sich auch in einem anderen Falle als recht „resolut“ erwiesen. Als die persischen Behörden bei einem Piloten eines Flugzeuges aus Kuweit im Logbuch die Bezeichnung „Arabischer Golf“ statt „Persischer Golf“ entdeck, ten, nahmen sie den Piioten in ein sehr unangenehme« Verhör und liessen ihn erst nach stundenlanger Vernehvollen Umfang zur Durchführung kam, so hatte dies seine Ursache in den Verhältnissen in Deutschland. Das immer sich steigernde Ausmass der Verfolgungen liess keine langfristigen Planungen mehr zu. Simon Marks liess aber in seiner Sorge nicht nach, er blieb dem Hilfswerk immer verbunden, mit dem Gewicht seiner Autorität setzte er sich für seine Durchführung ein und beteiligte sich auch an allen späteren Sammlungen in grosszügigster Weise. Die in Israel un<j in der übrigen Welt lebenden Juden aus Deutschland, denen er, oft ohne dass sie es wussten, auoh in vielen Einzelfällen half, werden ihm stets ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. S. A.R Di« Einweknarzafcl von Israel Ende Dezember 1964 zählte Israel 2.523.400 Einwohner, gegenüber 2.430.000 am End» aes Vorjahres; es ist also ein Bevölkerungszuwachs von 92.000 Seelen zu verzeichnen. Die jüdische Bevölkerung wuchs während dieser Zeit spanne um 82.000 und betrug Ende Dezember 1964 insgesagt 2.237.900 Seelen. mung wieder los. Die Perser hatten s. Zt. heftig gegen den Einfall des verflossenen Generals Kassem protestiert, der plötzlich den seit je als „Persischen Golf* Dekanaten Meerbusen in „Arabischer Golf“ umtaufte Teheran geht gegen jeden vor, der diese prätentiöse Bezeichnung benützt. Die Fluglinie von Kuweit hat nach dem „Golf-Zwischenfall“ ihre Flüge nach Teheran und Abadan eingestellt aber diese Massnahme hat die Regierung von Persien nicht aus der Ruhe gebracht, die genau weiss, dass Kuweit es sich überlegen und nicht *mbed ingt am „Arabischen Golf" festhalten wird. MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschtt te mit der grösste» Auswahl. SARILENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirate Eigene Werkstätten. Zahl ungserleichterun gen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEMSTVUEIs DIENSTAG* MITTWOCH mi FREITAG vm IG—IG Uhr T. L: S3-2613 Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E. 80 - 6930 PUEYRRED0N 2190 m*. Av. LAS HERAS