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Jüdische Wochenschau · 1965-05-28 · 2118 (28.5.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2118 (28.5.1965)
Date
1965-05-28
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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— W * May* de 16M LA SEMANA ISRAELITA Afio XXVL — N- 21» Rassedenken - eine Krankheit von Seite U len Vertreter der Kirche und der Nazis ihre Unterschrift Unter das Konkordat setzten. Die Doppelgeleisigkeit bat der Kirche und ihren Anhängern einen schweren Schaden zugefügt. Heute erklären die bundesdeutschen Behörden, dass „derartige Weltanschauungsgemeinschaiten“ aus verfassungsrechtlichen Gründen j nicht angetastet werden kön- I »en, soweit sie keine nach- | v/eisbar politischen Bestrej toungen verfolgen. Ist aber j die „Schmähung des Christentums als artfremde All-! menschheitslehre, die das Erbgut der Völker verschüttet habe", von der im Bericht gesprochen wird, nur Ausdruck einer religiösen TJeberzeugung? — Das dürfte wohl stark bezweifelt werden können, denn hierin kommt zugleich eine politische Auffassung zum Ausdruck. die in den vielen Vorläufern des Rassengedankens und in der Deutschen Kirche Hitlers verankert ist. Der Berichterstatter des deutschen Innenmini?terituns gibt selbst zu. es lasse sich nicht bestreiten dass gerade diese Anschauungen „zu den Quellen rassistischer und antisemitischer Gefühle und des entsprechenden politischen Sektierertums zählen"... Aber die Möglichkeit eines erforderlichen Einschre'tens gegen die Verbreitung dieser verletzenden Theorien, durch die verschiedene Gruppen der Bevölkerung gegen andere aufgehetzt werden, wird nicht zugegeben Warum eigentlich nicht? Dann werden die Rassen Unruhen „im Auslande". — uro wird nicht gesagt, um den amerikanischen Verbün. deten nicht zu verärgern — als Grund dafür herangezogen. dass die politische Agitation der extremen Rechten Anregungen und Antrieb er- Dr. FREY AB06AD0 PUEYRREPON 2190 1* izq. «aehm. 16—19 (Ihr Telefon: -6930 REAL PEN FüBhaltor REPARATUREN Spexialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. 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Da es sich hierbei um antisemitisch infizierte Gruppen handelt, sind diese lateinamerikanischen Neofaschisten nur bereit, die antisemitische Note in diesen germanischen Theorien zu akzeptieren; die gegen sie selbst gerichteten Ausführungen werden geflis- »entlieh überhört Denn sie werden ihre .rassische Inferiorität' nicht ohne weiteres hinnehmen. Auch ihnen wird diese Doppelgeleisigkeit nichts helfen, wenn einmal diese, einen verfälschten Germanen-Kult treibenden Kreise Einfluss gewinnen sollten. Dass „einige Sektierer auch die .Erbeigenschaften' einiger den Deutschen benachbarter europäischer Völker .abwerten' um den ..germanischen Führungsan. spruch innerhalb der weissen Rasse zu propagieren", vervollständigt dieses Bild und verstärkt die Gewissheit, dass hier nicht nur Glaubensthesen begründet und verteidigt werden, sondern ganz reale politische Forderungen auf dem Programm stehen. Umso erstaunlicher bleibt die Erklärung des Bundes . Innenministeriums, dass „aus verfassungsrechtlichen Gründen“ gegen solche Gruppen nicht eingeschritten werden kann. Dann geht der Bericht auf die eindeutig antisemitischen Gruppierungen. Publikationen und Vorgänge wie folgt ein; „Nach den Erkenntnissen der Staatsschutz-Organe ist der organisierte Rechtsradikaiismus im Bundesgebiet für antisemitische Tendenzen noch immer besonders anfällig. Dies gilt vor allem für die nationalistischen Jugendgruppen sowie für Vereinigungen, die sich in rechtsextremer Sicht mit deutscher Kultur-, Art und Volkstumspflege befassen. Hier hat der ständige Verlust gemässigt JUDITH SCHENKOLEWSKI KtTLTUSSTlCKEREIEN Schabbosdeeken - Tailiebeutel Käppchen Maz zot-Ta sehen Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P, L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73 *>155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categorie SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 denkende Mitläufer und die wachsende Isolierung der Gruppen nach aussen auch insoweit zur Radikalisierung -bege tragen. Im Kreise Gleichgesinnter fielen wiederholt offen antisemitische Äusserungen. Auf mehreren Veranstaltungen und in getarnten Zusammenkünften der extremen Rechten haben antisemitische Redner das Wort erhalten. Gruppen eines rechtsextremen Ju gendverbandes sangen ein in Kriegszeiten bekanntgewordenes Lied mit antisemitischem Refrain. „Demgegenüber verzichtet die rechtsextreme Inlandspresse im allgemeinen auf unverhüllte antisemitische Aeusserungen. Ihre einseiti ge Kritik an den deutschen Wiedergutmachung® Leistungen, ihre Polemik gegen den „Zionismus“ und den Staat Israel und ihre Stellungnahmen in sonstigen einschlägigen Prägen beruhen häufig auf antisemitischen Motiven; taktische Er wägungen veranlassen sie jedoch, diese Tendenz nicht allzu offenkundig werden zu lassen oder zu versuchen sie dadurch zu kompensieren, dass sie mitunter auch jüdische Autoren zu Worte kommen lassen. Gelegentlich versuchen diese Blätter antise- .mitische Vorurteile ihrer Leser durch Hinweise auf die jüdische Abkunft von Per sonen, gegen die polemisiert wird, oder mit anderen un missverständlichen Anspielungen zu nähren. Anders verhält es sich mit den antisemitischen Pamphleten, die aus dem Ausland eingeschleust werden. Sie tarnen ihre Ziele nicht. Inhalt und Aufmachung dieser ausländischen Hetzsschriften sind primitiv. Gegen erkannte Versuche des internationalen Faschismus, Verteilersteilen auf deutschme Boden zu bilden, sind die Strafver folgungs . Behörden eingeschritten.“ Blätter mit antisemitischen Tendenzen oder gelegentlichen gegen Juden gerichteten Veröffentlichungen gibt es auch in anderen Ländern. Deswegen sind diese Mitteilungen nicht ohne weiteres a1 armierend Eine besondere Frage, die zu klären wäre, ist die ob von Seiten der zuständigen Behörden, insbesondere im Frziehungswesen, wirklich alles geschieht, um antisemitische Tendenzen wirklich zu bekämpfen und die Jogendli. chen entsprechend über die Vergangenheit zu unterrichten. Hier müssen von unserer Seite ähnliche Bedenken geäussert werden wie diejenigen, die wir im Zusammenhang mit den Widerstandskämpfern geltend machten Haben die verantwortlichen Erwachsenen wirklich die richtige Einstellung zur Wiedergutmachung, um das Pro- Appell an die Sowjetunion Jerusalem. — Ein Appell an die sowjetischen Behörden, den russischen Juden die Ausübung ihrer Religion zu gestatten w"urde auf einer Versammlung von 120 bekannten Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern erhoben. In diesem Beschluss wird die Sowjetregierung ferner ersucht, der russischen Judenheit die Möglichkeit zu geben, ihre nationale Kultur zu entwickeln, nationale Organisationen zu gründen und die Verbindung mit ihren Glaubensbrüdern in anderen Ländern aufzunehmen. Die Versammlung appellierte im weiteren an Sowjetrussland, dass den russischen Juden die Auswanderung erlaubt werden soll, besonders in den Fällen, in denen es sich um aie Wiedervereinigung der durch den Krieg auseinandergerissenen Familien handelt — (ITA) JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VIA MONTE 2037 4» B. 46-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 o. 76-2312 blem so einfach zu kennzeichnen, wie dies nur möglich ist. Wird nicht auch von den höchsten Stellen der Bundesrepublik bis zu den Ministern vergessen, dass Wiedergutmachung eine Folge begangenen Unrechts und ein Akt der Gerechtigkeit. ist? Eine weitere Frage kann nicht überhört werden: Ist die deutsche Lehrerschaft auch so stark mit Ehemaligen (und Unverbesserlichen) durchsetzt wie die deutsche Justiz. — Hierauf sucht man vergeblich eine Antwort, obwohl sie für die künftige Entwicklung von einer nicht zu überschätzenden Bedeu: tung ist. Der Hinweis auf antisemitische Literatur, die aus 'dem Ausland kommt, ist nicht unberechtigt. Es ist wahr, dass verschiedene dieser Publikationen innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik verboten worden sind, wie etwa die Verteilung der antisemitischen Zeitschrift „Der Weg“, die in Buenos Aires erschien. Man kann aber nicht daran Vorbeigehen, dass diese Broschüren und Pamphlete in ihrer überwiegenden Zahl von Deutschen verfasst, hergestellt oder finanziert werden. Die Nazigruppen eines Rockwell in den USA, eines Jordan in England u. ä. sind erst dadurch von einer relativen Bedeutung, dass erfahrene Nazis hinter ihnen stehen. Ob die Bundesregierung gegen diese Kreise ihrer Auslandsuntertanen wirklich ernste Mittel ergreift, muss bezweifelt werden, auch wenn man die überall bestehenden Schwierigkeiten berücksichtigt. Man ist in Bonn und anderwärt» allzu schnell geneigt, mit einer Handbewegung über diese Erscheinungen hinwegzugehen und sie zu bagatellisieren. Dabei ist der Zustrom aus dem Ausland in die Bundesrepublik eingeschleuster Schriften tm Wachsen begriffen. Während in Deutsch. Dr J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Ptrovano Mo. Mitt.. Freit. 15—18 Uhr., Samstag 14—16 Uhr OLAZABAL 2512 76-7980 Privat 80-3546 Dr. B. Schwär« ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ansführnng saemtlicher MALERARBEITEN land nur 45 hergestellt wurden, gelangten 66 periodisch erscheinende Zeitschriften und mindestens 78 verschiedene Flugschriften und Broschüren in unbekannter Auflage auf verschiedenen Wegen nach Deutschland. Das Material »oll aus 21 Ländern stammen, vor allem aus den USA. England. Belgien, Aegypten und Schweden. Der Inhalt ist antisemitisch, antidemokratisch oder allgemein rassistisch Zu einem Teil wird die NS-Ideologie „fanatisch propagiert“. Nur eine Verteilerstelle (in Bamberg) konnte lokalisiert wer. den. Die Verantwortlichen wurden von der Staatsanwaltschaft wegen Einfuhr und Verbreitung staatsgefährdender Schriften unter Anklage gestellt Wie stark der Einfluss die- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Lid a. Director: Arnoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83 2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährL Konferenz des „Bund“ New York. — Die 4. Weltkonferenz der jüdischen internationalen Organisation „Bund' wurde hier kürzlich abgehalten. Delegierte aus 12 Ländern diskutierten über das jüdische Leben in der Welt „zwanzig Jahre nach dem Fall des Dritten Reiches“. Der Bund wurde 1897 hl Russland gegründet und gewann zu Anfang des Jahrhunderts zahlreiche Mitglieder unter den Arbeitern in Osteuropa. Er war führend im Kampf gegen den Antisemitismus und die zaristische Tyrannei. (ITA) ser Publikationen isL kann nicht ermittelt werden Jedenfalls werden die von den Nazis exportierten Hssstheo. rien nun nach Deutschland zurückgeliefert. ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Prof. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a I. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorie Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETA EUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag voo 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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