Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2116 (14.5.1965)
- Date
- 1965-05-14
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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B — ▼torne» 14 <fc Mayo ¿f 19«E LA semana israelita Año XXVI. — N* 211* Die Gedanken sind frei (Schluss von Seite 1) Diskriminalion nach 20 Jahren Stockholm. — Eine Konferenz skandinavischer Länder über die erschwerte Lage der sowjetischen Juden wurde in Stockholm abgehalten. Prof. Torgny Segerstedt. Leiter der veranstaltenden Kommission, erinnerte in seiner EröUnunsrede daran, dass 20 Jahre seit dem Fall des Naziregimes vergangen sind. „Damals“, führte er aus, „glaubten wir, dass eine neue Welt der friedlichen Koexistenz und Zusammenarbeit erstehen ward, deren Grundlage die Achtung vor der Menschenwürde ohne Diskriminierungen aus Gründen der Rasse, Farbe oder Religion sein muss.“ Zu den Veranstaltern gehörten der frühere dänische Premierminister Viggo Kampmann, der dänische Professor Mogens Phil und zwei Norweger, Architekt Odd Nansen und Dr, John Sannes. Die Konferenz dauerte zwei Tage und fand im schwedischen Parlament statt. Es wurde betont, dass sie keinen politischen Charakter trage sondern nur bezwecke, Informationen über die Lage der in Russland lebenden Juden zu vermitteln. ker, Politiker und Schriftsteller von internationalem Ruf und holiem Ansehen die Auffassung Hochhuths teilen, der Papst Pius XII. habe bei weitem nicht alles getan, um den Nazis entgegenzutreten und die Opfer der Verfolgung zw retten Nicht genug damit, es waren sogar hohe katholische Würdenträger. die dokumentarisches Material veröffentlichten, auf Grund dessen hervorging, dass der Papst eben nicht alles getan hat was in seiner Macht stand und dem Drängen mancher kirchlich« Berater aus nicht verständlichen und nicht geklärten Gründen Widerstand leistete. So einfach liegen die Dinge also nicht, wie der italienische Innenminister sie darzustellen beliebt. Die päpstliche Haltung während der schrecklichen Verfolgungen die man kennt, bedarf durchaus noch einer weiteren Klärung. „Niemand“, so sagte der Minister wörtlich, „ob Gläubiger oder Ungläubiger, vermag das Werk dieses Papstes zugunsten der Opfer der Verfolgungen zu vergessen“ Diese Behauptung und ihre Formulierung sind provozierend. Wir wollen im einzelnen noch nicht zu dem ganzen Fragenkomplex Stellung nehmen, weil noch wichtige Untersuchungen bedeutender Hitoriker fehlen. Aber wenn Wir nur das Material zugrunde legen das wir kürzlich mitteilten, müssen wir zu ganz anderen Konklusio nen kommen als denjenigen, die der Herr Innenminister Taviani zieht. Damit hat Taviani das Gebiet sachlicher Auseinandersetzung verlassen und sich auf eine politische Ebene begeben, auf der diese Frage im italienischen Senat diskutiert worden ist Dort kam es sogar zu einer Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2)9« 1* izq. nachm. 1«—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 ernsten politischen Krise und einer Diskrepanz zwischen den verschiedenen sozialistischen Lagern. Jedenfalls wurde in der Debatte nicht nur das Attentat gegegen den Vatikan diskutiert, das ausgerechnet der Bruder des Regisseurs des „Stellvertreters“ begangen haben soll, sondern das Stück selbst wurde heftig diskutiert. Die Meinungen waren widersprechend. „Ein Pamphlet von seltener Niedrigkeit“ nannte es der Christliche Demokrat Piasenti. Schiavett.i von der Sozialistischen Partei der Proletarischen Einheit hin gegen sprach von einem „Werk von hoher moralischer und kultureller Würde“. Der auf der komm« ' nistischen Liste gewählte Schriftsteller Carlo Lern bezeichnet« den ..Stellvertreter" als ein „christliches Drama" Oornaggia Medici von der Christlich-Demokratischen Partei a's ein ..beleiligendes und blasphemisches Werk“ der Neofaschist Nencioni als eine „lügnerische Wiedergabe der Geschichte“. Es fiel auf. dass auch der Liberale Berga me sco im Na. men seiner Partei das Stück .«in Werk schmähenden Inhalts“ nannte. Papst Paul VI. hat bei der auf das Attentat folgenden Audienz den Vorfall völlig übergangen. „Osservafcore Romano“ und Vatikansender waren in ihren Kommentaren äusserst zurückhaltend. Die vatikanische Zeitung brachte die Meldung auf der vierten Seite in der Chronik von Rom. Der Vatikansender erklärte: „Der verbrecherische Anschlag, der von den üblichen Unbekannten in einem von 'verschiedenen Seiten geschürten zu Unrecht polemsichen Klima begangen worden ist, will vielleicht demonstrativ sein, aber demonstrativ ist er für ein Verhalten, wenn nicht für einen Geisteszustand von einer Feigheit, die sich von selbst verurteilt.“ In den Strassen Roms sind Maueranschläge angebracht worden, die sich gegen das Verbot des Stückes von Hochhuth auf das Recht zur freien Meinungsäusserung berufen. Es wird nicht für ausgeschlossen gehalten, dass das Drama in anderen italienischen Städten auf geführt wird. Aber diese Frage ist noch nicht entschieden. Alle Erklärungen des Innenministers und anderer staatlicher Stellen vermochten Wochen hindurch nicht die Gemüter zu beruhigen. Die Debatten nehmen immer ernstere Formen an und können sich zur Kabinettskrise entwickeln. Der linke Flügel der Sozialisten nahm scharfe Stellung gegen die Regierung Aldo Moro im Parlament. Immer wieder JUDITH SUHENKOLEWSK! RULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tailksbeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand and Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 731155 werden dem Papst Pius XII. ernste Vorwürfe gemacht, dass er angesichts der schrecklichen Judenverfolgungen während des Zweiten Weltkrieges geschwiegen habe. Zehn der 62 sozialistischen Abgeordneten erklärten, sie würden lieber auf ihr Mandat verzichten, als dem Verbot des Dramas von Hochhuth zustimmen Der Streit um den .-Stellvertreter“ wird absichtlich auf die Spitze getrieben. Er droht zu einer Teilung in zwei leinischen Priester, auf der einen Seite stehen die italienischen riester, auf der anderen die Politiker, die sich vom katholischen Glauben entfernt haben. Die Parlaments - Debatte wurde durchaus nicht sachlich geführt sondern durch persönliche Beleidigungen der Deputierten verschärft. Die Diskussion einer historischen Wahrheit oder einer Falschbeurteilung eines nunmehr der Vergangenheit angehörenden Tatbestandes — und nur diese Alternative gibt es — hat sich in politische Auseinandersetzungen verloren, die zwischen Kommunisten und Faschisten ausgetragen werden. Diese politische Konstellation hat die Fronten aufgerissen. Der Vorwurf Hochhuths hat nichts mit der kommunistischen oder der faschistischen Position zu tun. Diese Methodik der Interpretation bietet einen Einblick in die italienische Wirklichkeit, die von kirchlichen, kommunistischen und faschistischen Kräften beherrscht wrid. ohne dass es gelungen wäre, eine starke Position auüzu-t bauen, die von demokratischen Elementen gestützt werden würde. Diese Gegenüberstellung der faschistischen und der kommunistischen Strömungen, die im Parlament wortfiihrend in dieser Diskussion gewesen sind, wenn sie auch von .bürgerlichen* Parteien und deren Abgeordneten begleitet wurden, ruft die Erinnerung an die Zeit wach, in welcher der von Hochhuth kritisierte Papst im Amte war. Auch damals standen sich Faschismus und Kommunismus in einem Kampf um Leben und Tod gegenüber nachdem beide Bewegungen skrupellos sich zusammengeschlossen hatten. um den Versuch zur totalen Zertrümmerung der demokratischen Welt zu unternehmen. Erst als Faschist Hitler sich stark genug wähnte seinem roten Kollegen Stalin den Dolch in den Rücken zu stossen. nachdem ihm dieser wichtigste Hilfsdienste geleistet hatte, erst dann marschierten sie gegeneinander. Möglicherweise meinte der Papst, die Nazis würden imstande sein, was JACOB LAPIDUS dip!. M«hel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4» B. 46-171C und 48-2124 MOREL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E, 76-6784 a. 76-2312 Napoleon nicht zu verwirklichen vermochte und den Russen zu Boden werfen und damit den Kommunismus ausmerzen. Aber warum hat der Papst nicht zu der Zeit gesprochen, als Hitler und Stalin Hand in Hand vorgingen, als bereits Hunderttausende von den nazistischen Einsatzkommandos erschossen und Mi’ltonen verfolgt wurden? Damals bestand doch die Antithese Kommunismus und Nationalsozialismus nicht. Und doch schwieg der Papst. Dieses verhängnisvolle Schweigen hat aus einer historischen Sicht und in einer posthumen Debatte neue negative Folgerungen hervorgerufen. Die Faschisten in Italien stürzten sich mit Elan in diese Debatte, die ihnen die Gelegenheit zu bieten schien ihre politische Situation durch eine Anbiederei an den Vatikan zu stärken. Die Faschisten werden piötzlich zu den Vertei digem der KiChe. was mit ihrer Ve^e-an gen beit durchaus im Widerspruch steht Immerhin muss man hierin einen gefährlichen politischen Schachzug erblicken, dessen Konsequenzen abzuwarten sind. Aber auch die Kommunisten haben nicht ohne Erfolg versucht, sich diese Auseinandersetzung für ihre politischen Zwecke nutzbar zu machen. Sie «reifen die Problematik auf und schüren die Gegensätze. Ihr Gewissen, soweit man hiervon in der Politik sprechen kann, müsste natürlich genau so belastet sein wie das der Faschisten. Denn nur die Kooperation zwischen Stalin und Hitler hat die Voraussetzungen für die schrittweise Vernichtung der europäischen Ostiänder und dann der Westmächte Europas geschaffen. deren direkte Folge Dr J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosji. PirovaiM Mo.. Mitt.. Freit.. 15—19 Uhr„ Samstag 14—16 Uhr OLAZABAL 2512 - 76-798« Privat 8«-3546 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG der brutale Mord an Millionen gewesen ist. In dem Augenblick, in welchem sich Kommunisten einmischen, ist natürlich das Argument billig, die Aufführung des Dramas von Hochhuth könne nicht gestattet werden weil die öffentliche Ordnung gefährdet werde. Das „höhere Interesse“ führt zur Ausschaltung der Presse. und Meinungsfreiheit. Dass sich hieraus weitere Einschränkungen des demokratischen Lebens ergeben werden, dürfte nicht zweifelhaft sein. Denn die FYeiheit ist unteilbar, auch die Meinungs- und Pressefreiheit Dass Ideen auf diese Weise nicht bekämpft werden KÖn- IA SEMANA ISRAELITA Semanario — apareo« los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Selbstjustiz Kiel: — Der Verwaltung«- . angestellte im schleswigholsteinischen Kultusministerium Fritz Weber, der wegen des Verdachts der Teilnahme an der Vernichtung von Juden verhaftet worden war, hat sich im Untersuchungsfängnis erhängt. Weber war aufgrund von Material der Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg bescnuldigt worden, als ehemaliger SS-Oberscharführer an einem “Todesmarsch” von etwa 5000 Juden im Jahre 1945 von Königsberg nach Palmnicken teilgenommen zu haben. (AWZ) nen, lehrt vieltausendjährige Geschichte der Menschheit. Denn die Gedanken sind frei und lassen sich nicht in Ketten schlagen. ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pref. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41 2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 8T-I362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 7C_n9ft« 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915, T. E. 58-4052 Mageu- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag voo 15_^ .^hr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. 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