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Jüdische Wochenschau · 1965-05-07 · 2115 (7.5.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2115 (7.5.1965)
Date
1965-05-07
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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8 — Virarnes, 7 de Mayo de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N* 8115 ¡Rabb. Dr MEIR ROSENBERG: In Jerusalem bei den Chassidim AUS EINEM REISETAGEBUCH Aiu ac nabbat war mein Wunsch, Juden, echte glaubenserfüllte Juden beten zu sehen und zw hören. Ich wusste, es wird einem Mensohen meiner Erziehung nicht möglich sein, mit ihnen mit zu beten, da im Gebet Herkunft und Vorbildung, Jugendsehnsucht und Ausdrucksform mit einem Mal zum Gebetswort sich wandeln und über unsere Lippen kommen. Ich wusste, Chassidim beten in anderer Weise als ich es lernte und vor mir sah und bis heute übte. loh ging zu den Carliner Chassidim. Ich trat in ein neues Gebäude, aus hellem Jerusalemer Sandstein errichtet, ein. Ein verwirrendes Konzert von Stimmen und Melodiefetzen wies mir den Weg zur Synagoge, die im oberen Stock lag. Innen, im einfachen Saal mit einem schlichten Aron hakodesch zwischen zwei breiten, sonnenüberfhiteten Fenstern hörte ich ohrenbetäubendes Tose«. Rings um den Almemor standen 100 - 200 betende Juden: jeder sprach jedes Wort scharf betonend aus. als wenn sie es einem anderen mitteilen wollten. Es war aber keiner sichtbar, zu dem sie sprachen. El - odoin . al kol - hama’assim — G'tt, Herr, alles Geschaffenen... Ich verstand keines ihrer Worte. 55s verging mindestens eine halbe Stunde bis sich mir aus dem unnennbaren Konzert die Artikulation der einzelnen Worte ergab. Wem rief dieser Jude im gelb . schwarz gestreiften Kaftan, dem die langen ungepflegten Sohläfenlocken unter der breiten Pelzmütze hervorquollen, diese Worte über G’tt — dem Herrn au? Dem Mitbeter sicher nicht, denn der sprach sie allein mit derselben Hingabe aus. Ein Vorbeter war er nicht, denn es gab da keine Nachbeter, sondern jeder einzelne verherrlichte seinen G’tt. Da wurde mir klar, was unser jüdisches Gebet in ihrem Munde war: ein Hymnus vor G'tt. Denkend an IHN war dem Beter bewusst, ER ist der Schöpfer. IHM gehört alles. Und wem verkündete er es: IHM selbst, der es schon weiss. Und was verkündete er in Wirklichkeit? Die Untertänigkeit des Juden unter G’tt. Mehr, weit mehr: die Freude, ihm untertan sein zu dürfen. Dieser Jude betete nicht mit den Lippen, sondern mit allen Gliedern seines Körpers ln ständig sich wiederholendem sehr komplizierten Rhythmus. Nicht nur ein Schaukeln, ein behagliches Sich wiegen, sondern ein Angriff auf die Festung, um das Wort der Hymne auch wirklich bis vor den Thron G’ttes tragen zu können So bewegte er sich: Der linke Fuss fest auf die Erde gestemmt, der rechte nach auswärts gedreht leicht vorgestrockt. Wenn er das Wort zu sprechen beginnt, verlagert sich von links nach rechts in kräftigem Drang die Schwere des Körpers. Nun. so vornübergeneigt, hebt er den rechten Fuss mit der Last des Körpers auf. Man fürchtet, er könne fal¬ BET ISRAEL len, aber er fällt nicht; das Wort des Gebets IWUt ihn; je nach der Stärke des Angriffs wiederholt sich diese schwere Prüfung auf dem rechten Fuss, dann kehrt er in die Grundstellung des linken Fusses zurück, um zu neuem Angriff auf die g’ttliche Festung loszuschreiten Beten, So-Beten ist eine schwere Arbeit. Wenn wir beten wollen, müssen wir immer wieder fremde uns ablenkende Gedanken abwehren. Der Taumel, der Rausch des Betens, das Abgerissensein von den Wünschen und Sorgen unseres kleinsten Alltags ist uns nur selten gegeben. Hier habe ich gesehen, wie Juden beten. Und habe gesehen, wie schwer es ist... Im Laufe einiger Stunden erklang auch meinem Ohr aus dem Stimmenschwall der klare artikulierte Fluss der Worte unseres Sidur entgegen. Und als sie zum „Schma Jisroel“ kamen, da erhoben sie unter dem gewaltig grossen Talassim ihre Arme hoch und verkündeten IHM und SEINEM Volke mit geradezu drohender Stimme- ER ist unser G’tt. Das war wie eine haushohe Woge, die über ihren Köpfen zusammenschlug. Seien wir ganz ehrlich. Wer empfindet unter uns den Anspruch des „Höre Israel...“? Hier aber, wo jedes Wort ausgekostet wird, wo in jedes Wort sich die Seele verwandelt, um es ganz zu sagen. da weiss man um den Ernst und die Freude der Verkündung. Dieses Erheben der Arme, die Recht-weisung war zu G’tt gerichtet. Vielleicht wollten sie ihn auch erinnern, dass auch er es Debatte über jüdische Erziehung Chikago. — Eine Debatte über die Aufgabe der jüdischen Erziehung, den Bestand des Judentums in den USA zu sichern, wurde zwischen Label Katz, dem Präsidenten der Bne Brit. und K. Jack Fischbein, dem Direktor und Herausgeber der jüdischen Wochenzeitung „Sentinel“ als Abschluss einer Reihe von Konferenzen geführt, die unter dem Patronat des Instituts für 5Jrwachsenen - Erziehung der Bne David Gemeinde stattfanden, Als Debattenleiter fungierte Rabbi Herschell Saville, der Seelsorger dieser Synagoge. Katz wies darauf hin„ o.ass „die jüdische Jugend in den staatlichen Schulen und besonders an den Universitäten sich als Juden Dekennen und jüdischen Organisationen anschliessen wollen“ Er berichtete, dass die USA-Juden jährlich eine Million Dollar für die jüdische Erziehung nicht vergesse. Vielleicht war es das, was mir als „drohender“ Stimmschwall erschien. Ich sass gebannt unter den Carliner Chassidim. Ich wusste. mir war nicht das gegeben, was ihr Teil war Ich dachte an meine Freunde: Würden sie überhaupt verstehen (wollen), was hier vorgeht. Wäre es für sie G’ttesdienst? Der Unterschied liegt darin: Unsere Freunde wollen aus der Gemeinschaft der Synagoge eine Kraft beziehen und erwarten von der Gemeinde, dass der einzelne erbaut wird. Bei den Chassidim bringt jeder sich G’tt dar, in Liebe und Forderung, in Gehorsam und Hingabe. Aus der Fülle der vielen einzelnen entsteht dann das Konzart der Stimmen, das sich nur denen enthüllt und preisgibt, die sich selbst ergeben. ihrer Kinder aufwenden und die Anmeldungen in den jüdischen Integralschulen 75mal grösser sind als vor 12 Jahren. Rabbi Fishbein wandte sich gegen das, was er „Scheckbuch-Judentum“ nannte, das fast die einzige Betonung auf die Aufbringung von Fjnds legt, um das jüdische Leben zu rechtfertigen. Er bemängelte, dass diese Sammlungen zu 90 Prozent die Zeit und Energien der organisierten nordamerikanischen Judenheit verschlingen. Als besonders alarmierend bezeichnet^ dieser Redner die unter den Juden Nordamerikas herrschende Tendenz, Mischehen einzugehen, die in den meisten Fällen zur Assimilation führen. Er stellte fest, dass 75 Prozent der an den Universitäten studierenden jungen Juden solche Mischehen schliessen und 70 Prozent der aus diesen Ehen Nur noch 26 Jaden Schanghai: — Die jüdische Gemeinde Schanghais zählt heute nur noch 20 Mitglieder. Weitere sechs Juden leben in Charbin. Vor 20 Jahren gehörten dem Verband chinesischer Juden 25.000 Mitglieder a«. entspringenden Kinder für das Judentum verloren sind. Eine der möglichen Lösungen zur Bekämpfung dieser bedrohlichen Erscheinung wäre nach Fishbeins Ansicht durch „eine neue Einstellung zur Synagoge gegeben, die von den Rabbinern mit einem prophetischen Geist erfüllt werden sollte.“ Er verlangte, dass die Rabbiner sich wieder auf ihre Berufung als moralische und ethische Führer des jüdischen Volkes besinnen müssten, anstatt die Rolle von Mitarbeitern der Fonds, Exponenten im öffentlichen Leben und Kommentatoren von Büchern auszufüllen. (ITA) JOINT Büro für Laieinamerika Das Büro des JOINT für Lateinamerika schliesst sich der Feier der Unabhaengigkeit des Staates Israel an und wünscht dem Staat Israel ein Jahr des Friedens und Aufbaus und den Juden in der Welt alles Gute. HENRY LEVY, Direktor Forum Sionista Bar Kochba VORSTAND und MITGLIEDER erklären am 17. JOM HAAZMAUT, DEM UNABHAENGIGKEITSTAG ISRAELS ihre Solidarität und Verbundenheit mit dem Volk und der Regierung Israels. entbietet zum 17. Jahrestag des Y0M HAATZMA’UT dem Volke Israel in Zion und in der Zerstreuung, unseren nationalen und religioeoen Institutionen in Argentinien seinen Gruss. Dr. JOSEPH SCHWARZ VIZE-PRAESIDENT DER AMERICAN DEVELOPMENT CORPORATION FOR ISRAEL BEGRUESST MEDINAT ISRAEL seinen Botschafter in Argentinien und alle Freunde Israels in Argentinien anlaesslich des 17, Jahrestages der Staatsgrändung Jahrtausende alte Rarule verknuepfett uns mit dem Staate Israel. Aus . dieser Verbundenheit eruniechst uns eine Verpflichtung, die wir zu erfuellen trachten. Asociación Filantrópica Israelita ZUM 17. JAHRESTAG ISRAELS BEGRUESSEN WIR REGIERUNG UND VOLK ISRAELS Beth Hamidrasch 5708 - 5. IJAR - 5725 Unser Grass dem Jischuur ISRAELS ZUM 17. JAHRESTAG ISRAELS BEGRUESSEN WIR REGIERUNG UND VOLK ISRAELS MIT DEM WUNSCHE FUER FRIEDEN UND WOHLERGEHEN ACIBA J.K.G. Z U Jom Haazmaut ERETZ ISRAEL Symbol der Ehre und Sicherheit für alle Juden der Welt NUEVA COMUNIDAD ISRAELITA Unsere Bereitschatt zum Einsatz für den Aufbau Unsere Solidarilaef mit dem jüdischen Volk \ ★ Unser Ruf an alle zur Mitarbeit an den gemeinsamen Aufgaben der Zukunft THEODOR HERZL GESELLSCHAFT zum 17. Jahrestag der Gründung der MEDINAT JISRAEL KEREN KAJEMET LEJISRAEL begrübst den jiideohen Jischuw zum 17. JOM HAAZMAUT Ade traditionellen Sammlungen bei Hochzeiten, Bar Mizwot, Brith Mila, und allen Festlichkeiten gehören seit 63 Jahren dem KEREN KAJEMET LEJISRAEL Das schönste Geschenk ist eine Einschreibung Ins BUCH DES KINDES: für Kinder BUCH DES BAR MITZ.WA: für Jugendliche DAS GOLDENE BUCH: für alle Festlichkeiten DAS SIND GESCHENKE FUER IMMER. Denkt daran, dass der KKL Bäume in Israel pflanzt. Es gibt nichts Schöneres als zur Ehrung ein Diplom für Bäume zu überreichen, die auf den Namen des Geehrten in den Wäldern des KKL gepflanzt werden. Das ist das innigste Band mit Israel. KEREN KAJEMET LEJISRAEL GORRIBNTES 2294, piwt 5 T. K. 46-9«««

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