Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2115 (7.5.1965)
- Date
- 1965-05-07
- Page
- [Seite 6] (sequence 6)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Der erste Geograph Israels Zum ICK}. Todestag vor JomjHi Stfcwarz fj Nur wenige wissen heutzutage, wer Joseph Schwarz gewesen ist oder wer die; Pioniere gewesen sind, die sich mit der Forschung der Geographie des Heiligen!<am)es befasst haben. Vor einigen hundert Jahren machte sich als erster um die Forschung der Geographie des Heiligen Landes Estori ha-Farchi (etwa 0262—1357) verdient. In seinem berühmten Buch “Kaftor waferach“ legte er die Grundlage für die spätere geographische Erforschung des Heiligen Landes. Joseph Schwarz, der auch der zweite Estori ha-Farchi genannt wird, gilt als erste Autorität auf dem Gebiete der geographischen Erforschung, die Jahrhunderte hindurch vernachlässigt wurde. Deshalb schrieb er in der Vorrede zu seinem Buch "Tewuot haarez“ (in deutscher Uebersetzung "Das Heilige Land"-); “Schliesslich mus ich meinen teuren Glautensbrüdern ernstliche Vorwürfe machen, weil diese schöne Wissenschaft so ganz im Hintergründe bei ihnen zu liegen scheint und sie so wenig Interesse, selbst nur literarischesfür unser Vaterland äussern.’’ Joseph Schwarz wurde am 22. Oktober 1804 in Floss (Oberpfalz) geboren. Von seinen frommen Eltern erhielt er eine sorgfältige jüdische Erziehung, mit der Absicht, ihm die rabbinische Laufbahn zu eröffnen. Schon im Alter von 17 Jahren absolvierte er das Lehrerseminar in Kolberg. Jedoch genügten diesem ungewöhnlich begabten Jüngling die auf dem Lehrerseminar erworbenen Kenntnisse nicht. Er ging daher zu seinem älteren Bruder, der damals an der Universität Würzburg studierte, um. seiner Begabung entsprechend, höhere Bildung zu erwerben. Bald merkten die Lehrer der Würzburger Universität, dass 6ie einen ausserordentlich talentierten jungen- Menschen vor sich hatten, und sie waren deshalb bereit, ihn weitgehend zu fördern. Nach fünfjährigem fleissigem Studium erwachte in dem romantisch und vielleicht auch mystisch veranlagten jungen Rabbiner die Sehnsucht nach Jerusalem- Ais ersten praktischen Schritt seines Strebens verfasste er eine hebräische Karte über Israel, die drei Auflagen erlebte. Bald beschloss er. nach dem Heiligen Lande zu ziehen, und liess sich von nichts und von niemandem von diesem Beschluss abhalten. Seine Reise, die bei den damaligen Verhältnissen gar nicht leicht war, führte ihn über Wien und Ungarn, nach vielen Strapazen und Hindernissen am 2. April 1833 nach Jaffa. Schon am 19. April erreichte er die Stadt seiner Sehnsucht: Jerusalem. Die damals in Jerusalem sehr angesehene Familie Lurie, nahm den jungen Idealisten in ihrem Hause auf. Späterhin fand er in dieser IJumilie seine treue Lebensgefährtin. Er studierte Tag und Nacht bei den Rabbinern der Heiligen Stadt die Bibel, Talmud und Kabbala. Bald fand es Rabbi Joseph Schwarz für richtig, orientalische Kleidung anzulegen und die Ortssprachen zu erlernen, vermutlich um dadurch leichter im Lande wandern zu können und seine geographischen Forschungen an der Quelle zu betreiben. Er durchquerte das Land der Länge und Breite nach. Er gelangte an Stellen, an die kein europäischer Forscher sich in jener Zeit gewagt hätte. Er forschte nach ehemaligen Ortsnamen und stellte Vergleiche mit jetzigen an. Er begnügte sich jedoch nicht mit der Erforschung jedes Hügels, jeder Quelle und jeder Ruine sondern stellte astronomische Beobachtungen an, so dass schon im Jahre 1845 seine ersten hebräischen Werke ‘‘Tewuot haarez” (Geographie) und “Tewuot haschemesch” (Astronomie) gedruckt wurden. Rabbiner Joseph Schwarz erfreute sich einer abseitigen Beliebtheit. Sein gütiges und uneigennütziges Wesen erweckte in allen Kreisen vollstes Vertrauen, so dass er mit einer sehr wichtigen Mission im Jahre 1849 nach den Vereinigten Staaten betraut wurde; dort wurde sein "Tewuot naarez” ins Englische übersetzt unter dehn Titel „A Descriptive Geography and Brief Historical Sketch of Palestine” und im Jahre 1850 gedruckt. Wie erwähnt, wurde sein Hauptwerk “Tewuot haarez” durch seinen Neffen Df. Israel Schwarz ins Deutsche übersetzt. Auf seiner Rückreise aus Amerika, während eines Besuches seiner Geburtsstadt in Deutschland, hatte er die Gelegenheit wahrgenommen, diese Uebersetzung zu prüfen und gutzuheissen. Eis wäre noch zu erwähnen, dass der damalige königlich preussische Konsul in Jerusalem. Dr. Schultz, der deutschen Uebersetzung des “Heiligen Landes” eine Vorrede gewidmet hat. Dr. Schultz schrieb dort unter anderem: sc möge es mir gestattet sein, mit dem Wunsch zu schliessen, dass es dem emsigen Verfasser vergönnt sein möge, ermutigt durch den Beifall der Beförderer seiner Studien, mit Leichtigkeit, mit Mut und Glück die Gauen seiner Altvordern und fragend zu durchziehen.” Als Ergebnis aller seiner Forschungen sammelte er alle seine Schriften, die unter dem Titel “Diwre Jossef” in einem Werk von vier Bänden herausgegeben wurden. Im Monat Schewat 5625 (1865) erkrankte Rabbiner Joseph Schwarz. Seine Aerzte stellten Gesichtsrose fest, eine Krankheit, die für sie keine ernstliche war. An ihren Folgen starb Rabbiner Joseph Schwarz am 8. Schewat desselben Jahres, nach Sehabbat-Ausgang Diese ungewöhnliche und einmalige Persönlichkeit wurde von allen seiten tief betrauert. Kulturpreis Franz Reizenstein, der seit seiner Emigration im Jahre 1934 in England lebt, erhielt vor kurzem den Kulturpreis der Stadt Nürnberg. Der Komponist und Pianist wurde 1911 in Nürnberg geboren. QLAMENU“ TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina I., Groesoktavformat — 180 Textseiten — 42 Bildertafeln 239 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina II., Grossoktavformat — 232 Textseiten — 51 Bildertatein 457 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG GOLD: Geschichte der Juden in Wien ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 30.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH: Edition „OLAMENU“ TEL AVIV. P.O.B. 3002. ISRAEL Alle Publikationen erscheinen in deutscner Sprache Die Preise sind in U$A-Dollar angegeben. polvo La Detonante Novele de. YAEL DAYAN ..JE1 resplandor del sol inclemente y de los quemantes arenales parece desprenderse del relato de Yael Dayen con amarrilleantes y áridos efluvios, por más que sea el amor unión espiritual y fusión carnal, lo que surge con rasgos distintivos por entre la unisonía del abigarrado cuadro total .. .. .. $ 250.— Acaba de Aparecer en Editoral Candelabro PASTEUR 341 — Tel. 47 0159 — Bs. AIRES „Bet Giora", eine der von der Absorptions-Abteilung der Jewish Acency bereitgestellten Herbergen für Einwanderer freier Berufe. SiPp . * V v; * -V ÉÉÜ JOM HAAZM .n,i n-^****^** Traum und Wrkl" Die Israelis werden meist sentimental, wenn sie von der Landeswasserleitung sprechen, die kürzlich fertiggestellt worden ist. Sie sprechen von ihr als der "Erfüllung eines Jahrzehnte alten Traums” und der Verwirklichung biblischer Prophezeiungen. die kündeten, dass Quellen in der Wüste fliessen werden und die Einöde sich in einen Lustgarten verwandeln wird. Es die logische Reaktion eines Volkes, das seit je nach Wasser dürstete und das überall Plakate sieht, auf denen “Spare Wasser!” steht. EIN WASSERARMES LAND Israel, ein langgestreckter und schmaler Streifen Landes, der sich längs der Ostküste des Mittelmeeres hinzieht, ist ein wasserarmes Gebiet, in dem es nur im Winter regnet. Die Regenfälle sind ausgiebiger im Norden (1.000 mm im Jahresdurchschnitt), spärlich doch ohne Wasser ist. Jahre hindurch haben die Bodenplaner Israels die Wüste erforscht, die ihnen als Kornproduzent für das Land vorschwebte. Heute ist ein Teil dieser Vision Wirklichkeit geworden. Das, was die Bodenplaner möglich gemacht und im Juni des letzten Jahres auch vollbracht haben, war die Ueberführung der Wasserüberschüsse aus dem Norden in den trockenen Süden. Die Wasservorkommen Israels befinden sich zum grössten Teil im Hügelland Galiläas; ihr jährlicher Gesamtdurchschnitt wird auf 1.500 Millionen Kubikmeter geschätzt. Hiervon wurden rund siebzig Prozent vor dem Bau der gigantischen Wasserleitung, die in den Süden führt, ausgebeutet, und heute, nach ihrer Fertigstellung, gelangt auch ein Teil der restlichen dreissig Prozent zur Nutzung. Aber selbst mit dieser zusätzlichen Menge ist nur genügend Wasser voihanden, wird a* natöTliel»^ gn>“®pt israeli^® gelegenen R*861 Terri^fJ^ge Vorvoir J^serer konf” Cu nicht neu o» f L. Kinneretbeutet ehrwü^11 ssr&s bk» £ MSIft- 8U!tNdem Meei*sspi«el ter “ “ Haupfsia«fferi6 ^^soUte bildete das Hindernis, das eri* SfÜchnische Kennt- Eine Gruppe von Pionier-Soldaien auf dem Wege jach ein« der neuen Grenzsiedlungen. ‘. *. L L...; *1 ' in Mittelisrael (200 mm) und fast bedeutungslos im Süden (30 mm). Von seinen 20 000 Quadratmetern ist nur der vierte Teil für die Landwirtschaft geeignet und auch dies nur, wenn für ständige Bewässerung gesorgt wird. Der grösste Teil der kultivierbaren Böden liegt im dürren Süden, im Negew, einer dreiecksförmigen Wüste. die die Hälfte des Landes bedeckt. Der Negew besteht aus weiten, offenen Räumen, dessen Erde gut, um rund vierzig Prozent der für den Ackerbau geeigneten Böden des Landes zu bewässern. Man wird verstehen, warum Israel mit solchem Eifer wenig herkömmliche Methoden sucht, um die Wasserzufuhr zu steigern, und soviel Mühe darauf verwendet, Experimente zur Entzalzung des Meerwassers durchzuführen. 250 KILOMETER LANGE WASSERLEITUNG Das Wasser für den Negew Gemeindezentrum in Elat Zu den vom Keren Hajessod durchgeführten Sonderprojekten ist ein neues hinzugekommen: das Gemeindezentrum in Elat. Seine Errichtung wurde durch eine besondere Spnede des Herrn Joseph Collier aus London ermöglicht, der Vizepräsident der Vereinigten Israel- Aktion in England ist und zu den bedeutendsten Spendern in diesem Lande gehört. Das Zentrum umfasst zwei Kindergärten, eine Fürsorgestelle für Mutter und Kind, eine Bibliothek und einen Saal für gesellige Zusammenkünfte. Es ist das zweite Projekt, das in Elat dank der Spenden des Herrn Collier verwirklicht werden konnte. Das erste ist eine Mittelschule, an der man sowohl eine humanistische Erzie hung als auch eine fachliche Ausbildung geniessen kann. Sie wurde am 25 September 1962 eröffnet und wird heute von 106 Jungen und Mädchen besucht. Die Feier zur Einweihung des Gemeindezentrums wurde Ende Februar vom Vorstizenden des Keren Hajessod. Dr. Israel Goldstein, eröffnet und geleitet. Es sprachen ferner der Arbeitsnunister Jigael Alon, der Bürgermeister von Elat, Jose Levy der Vize-Vorsitzende des Keren Hajessod, woon Perry, und der britische Bo - schafter, John Beyfch. Herr