Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2114 (30.4.1965)
- Date
- 1965-04-30
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 3« de Abril de 1»«5 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N? 2114 Streiflichter aus Treblinka Die Hauptanklage im Treblinka Prozess, der in Düsseldorf abrollt, lautet auf Ermordung von 700.000 Juden Die genaue Zahl der im Todeslager Treblinka umgebrachten Menschen wird heute wohl kaum mehr festzustellen sein. Eine Inschrift auf dem kürzlich eingeweiliten Mausoleum an dieser Stätte spricht von 800.000 Juden aus 28 Ländern, die in diesem Lager umgekommen sind. Nach deutschen Angaben wurden in Treblinka 320.000 Juden aus Warschau allein im Zeitraum vom Juli bis September 1942 ermordet. Aber Treblinka diente weiter als Vernichtungslager bis zum Aufstand am 2. August 1943. Dort fanden zehntausende Juden aus Warschau und vielen anderen polnischen Städten den Tod, die Juden der grossen Gemeinde von Bialystok ebenso wie die Juden aus Frankreich, Belgien, Holland und sogar aus dem fernen Mazedonien. An Beweisen hierfür mangelt es nicht. Nach deutschen Recht sind konkrete Tatsachen notwendig, um Mordanklage zu erheben. Es genügt daher nicht, Kurt Franz vor Gericht zu stellen, der Kommandant dieses Lagers war. Dieser leugnete seine Beteiligung an der Erschiessung und Folterung der Häftlinge, wenn er auch nicht seine Anwesenheit in Treblinka bestreiten konnte. Er leugnete sogar die Aussagen seiner Mitangeklagten und selbst die der Augenzeugen, von denen es nur noch weni-' ge gibt, die vor dem Gericht erscheinen konnten. Einer der hauptsächlichen Belastungszeugen ist Jacob Wiernik, der im August 1942 aus Warschau deportiert wurde und bis zum Aufstand in Treblinka verblieb. Ehist heute 72 Jahre alt und lebt in Israel. Fast zwei Jahre hat Wiernik damit zugebracht, für den Kibbuz Lochamei Hagetaot ein Modell des Ausrottungslagers zu bauen. Jetzt steht eine riesige Fotografie dieses Modells im Geriohtssaal von Düsseldorf. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haas der 3 Gescb&f te mit der grüsste» Auswabl. SARMIENTO í 147 T. E. 35 - 7933 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. von MIRIAM N0VITCH (Israel) (Ueberlebende aus dem Ghetto von Warschau) Rechts vom Eingang zum Lager, dicht an einem mit Hochstrom geladenem Stacheldraht, stellte Wiernik eine Bank auf. “Auf diese Bank mussten sich die Kranken und Alten setzen, die dann durch Pistolenschüsse getötet wurden. Dies besorgten die SS-Schergen vom Exekutionskommando. Offiziell wurde dieser grausige Ort, das Hospitals genannt.” Ort, das Hospital genannt.“ Der Angeklagte Willy Mentz, heute 60 Jahre alt, stammt aus Bromberg. Er weiss nicht genau, wie viele Menschen er dort ermordet hat, doch habe er dies stets nur auf Befehl seines Vorgesetzten, dms SS-Offiziers Kuttner, getan. Als er nach Treblinka kam, kannte er die Technik des “Genickschus ses” nicht und wurde daher, “zur Ausbildung” nach Lublin geschickt. Die Opfer, die in einen eigens ausgehobenen Graben fielen, wurden mit Kalk beschüttet und verbrannt. Warum ihm die Häftlinge den Spitznamen Frankenstein gegeben hatten, weiss Mentz nicht. Sein Kollege vom “Hospital’, August Miete, war in Treblinka 33 Jahre alt. Er sagt, er glaube, dass er 200 oder 300 Juden “liquidiert” habe, von denen fünfzig ‘‘individuell” und nicht in Gruppen erschossen wurden Warum man ihn den “Malach Hamowes“ (Todesengel) genannt habe, das weiss er nicht. Treblinka war in zwei Sektionen geteilt: das “obere Lager”, in dem sich die Gaskammern befanden, und das “untere Lager”, wo die “Empfangsstation“ für die Opfer war. Jacob Wiernik hat berichtet, dass die Nazis auf den Eingang zu den Gaskammern einen Davidstern gemalt hatten. Dort stand ein SS-Mann, der zu den Juden, die in den Tod gingen, sagte: “Ihr habt von einem jüdischen Staat geträumt. Hier ist euer Staat.“ War vielleicht Heinrich Mathes, der ‘Direktor” der Gaskammern der Mann, der seinen Spott mit seinen Op fern trieb? Auch er handelte nur “auf Befehl” eines Vorgesetzten, des SS-Offiziers Stangl. Und wo ist Stangl? Man weiss es nicht. Er ist verschwunden. Ein Zeuge erklärt, dass Mathes jeweilig die Selektionen durchzufüh ren und die Kranken zu “liquidieren” hatte. Während dies geschah, vergnügten sich die wachhabenden SS-Männer und spielten Trios auf Geige, Klarinette und Akkordeon. Jetzt sitzen sie auf der Angeklagtenbank im Gerichtssaal. Es sind ihrer zehn, mit ihrem Kommandanten Franz an der Spitze. Gut ra siert, gut genährt (das Gesetz erlaubt ihnen, sich ihr Essen jeden Tag von draussen kommen zu lassen, wenn sie dies wünschen), frisch und unbeschwert. Ihre Vergangenheit hat ihnen keinen Hawk-Raketen für Israel Tel Aviv. — Die Hawk-Geschosse, die Israel für die Luftabwehr von den USA gekauft hat, wurden in der besonders hierfür vorbereiteten Base montiert und sind fertig, um von den eigens zu diesem Zweck in den Vereinigten Staaten ausgebildeten israelischen Mannschaften bedient zu werden, wie jetzt verlautete. „Die Hawk-Raketen werden die Abschreckungs-Stärke der Israel Armee“ erhöhen“, erklärte Premierminister Levi Eshkol, als er und andere israelische Funktionäre die Installationen besichtigten. Die Geschosse trafen unlängst nächtlich in Haifa auf einem Frachter der Schifffahrtsgesellschaft „El Cham“ ein. die der Regierung ihre Dienste unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatte Bei der Ankunft des Schiffes waren Premierminister Eshkol, Vize - Verteidigungsminister Shimon Peres und der Chef des Generalstabs, General Jizchak Rabin, zugegen. Vom Quai aus wurden -die Geschosse direkt an den Ort ihrer Aufstellung befördert. Vier Jahre lang dauerten Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.t 52 2993 4 Quader van Station Uxquixa die Verhandlungen, die Israel mit Wahington geführt hat, um den Verkauf dieser Geschosse durch die USA zu erreichen und sie auf israelischem Boden in Empfang zu nehmen, wie Shimon Peres bemerkte. In der Zwiscr.enzeit sind Israelis in den USA in der Handhabung der Geschosse geschult worden Mit dem Hinweis, dass nunmehr die Defensivkraft Israels gestärkt wurde, fügte Peres hinzu: „Unser Ziel ist es, von einer Aggression abzuschrecken, jedem Angriff gegen Israel zuvorzukommen und zu gleicher Zeit jede Attacke abzuwehren. Diese Geschosse sind für unser militärisches Sicherheitsprogramm bestimmt und werden unsere wichtigste Waffe sein, um die feindliche Luftwaffe abzuschrecken Sie sind aber nicht die einzigen .Neugeborenen*. die unsere Armee besitzt. Wir werden Sorge tragen. dass auch andere Waffengattungen unseres Heeres verstärkt werden“ (ITA) Katholischjüdisches Zentrum Rom. — In Rom wurde — angeschlossen an die Internationale Universität für soziale Studien — ein Katholisch jüdisches Forschungszentrum unter Leitung von Leonhard ML Sperry zur Bekämpfung religiöser Vorurteile beb der Erziehung und in den Schulen errichtet. Das Institut^befasst steh besonder* mit der Prüfung der religiösen Texte und Lehrma terialien in den Schulbüchern. Ein weiteres Intitut betreiht dar Studium d^r antidemokratischen und der antijüdischen Bew-pnugcn in Südamerika. Zusammen mit den bestehenden Organisationen soUmu av-jh Bibliotheken gcsehetfxn u»d «■*£ Material verbleitet werden, um den Antisemitismus zu bekämpfen. 1 “Schaden an Genuit und Seele” zugefügt, wie Himmler dies in seiner berühmten Rede in Posen im Jahre 1943 ausdrückte. Im Auschwitz-Prozess in Frankfurt erfuhr man ge wisse, bisher unbekannte Einzelheiten vom jüdischen Widerstand. Aus dem Todeslager Treblinka hören wir jetzt auch manches Neue vom Widerstand in Treblinka. Am 2. September 1942 stürzte sich ein Jude aus der Reihe der Gefangenen auf den SS-Mann Max Biala und stiess ihm ein Messer in den Rücken. Der tapfere Jude wurde auf der Stelle er sc líos sen. Der Angeklagte Miete erinnert sich, wie er den Verwundeten verband, der auf dem Weg ins Hospital starb. Christian Wirth, und Kurt Franz erschossen sofort zehn jüdische Häftlinge. Auf Verlangen der Richter zeichnete Miete einen kleinen Plan, auf dem genau zu sehen war, wo die beiden Kommandanten, die Geissein und die übrigen Häftlinge standen. Miete will sein Vorgehen rechtfertigen, dass ihm auf seine Bitte 50 Mann für sein “Selektions-Kommando” überstellt wurden. Diese Leute wurden durch andere ersetzt, die mit neuen Transporten ankamen. Zum Andenken an den gefallenen SS-Mann Max B;ala wurde sein Namen den Quar tieren gegeben, in denen die ukrainischen Kommandos untergebracht waren, welche die Erschiessungen Vornahmen. Dies bestätigte der Angeklagte Suchomel, Schneider von Beruf, dem die Abteilung des Lagers unterstand, wo das Eigentum der Opfer auf bewahrt wurde. Suchomel berichtet auch, dass er eines Tages bei der Ausladung eines Zuges aus Warschau helfen musste, der mit 4.000 Deportierten eintraf. “Die Hälfte der Leute waren tot”, erzählt er. Anscheinend hatten sie sich das Leben genommen. Die anderen hatten fast den Verstand verloren. Im Winter liess man die Deportierten erfrieren, und im Sommer überliess man es der Hitze, dass sie erstickten.” LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE US. Aires — PUEVREDON 219«. 1» iMj — T. E. 83-2613 39. April 1965 28. Nissan 5725 Verhantfiimgen mit Arabern Tel Aviv. — Die Mapam hat dem ehemaligen Gesutidheitsminister Lsrael Barzilai, der nach Irland gezeist war, Anweisungen erteilt, den Kontakt mit „fortschrittlichen arabischen Kreisen“ in Europa aufzunehmen und mit ihnen über einen Plan zu diskutieren, den diese Partei für den Frieden zwischen Israel und den arabischen Staaten ausgearbeitet hat. Die Mapam nahm kürzlich einen Friedensplan an, der sofortige Friedensverhandlungen zwischen Arabern und Israelis vorsieht, welche sich in erster Linie auf die palästinensischen Flüchtlinge und die Ausschaltung von Atomwaffen im Mittelostraum beziehen sollen Nach einem in der Zeitung „Jediot Achronot“ erschienenen Bericht erging diese Anweisung an Barzi’ai. nachdem die pazifistischen Erkläter der Jurisdiktion der gerungen des tunesischen Präsidenten Bourguiba bekannt wurden. Die Mapam stellt sich auf den Standpunkt, dass „dies der rechte Augenblick ist, damit Israel die „Schluss mit dem Gerade“ München. — Schluss „mit dem Gerede * von der unbewältigten Vergangenheit unseres Volkes“ forderte der Chefredakteur der „Münchener katholischen Kirchenzeitung“ Prälat Lorenz Freiberger. Er schrieb. Deutschland habe die schrecklichen Folgen des Hitlerregimes und die „Revanchejahre“ viel besser und würdiger ertragen als den Sturz des Kaiserreiches nach dem ersten Weltkrieg. Was aus der Vergangenheit bewältigt werden müsse, das seien „die Folgen der Greueltaten und Ungerechtigkeiten, die von Deutschen an anderen Völkern, besonders an Juden, begangen worden sind.“ (AWZ) Initiative zu einem Friedensschluss ergreift“. Barzilai, der Abgeordneter der Knesset ist, hatte sich nach Dublin begeben, um als israelischer Delegierter an der interparlamentarischen Konferenez teilzunehmen, die in der irischen Hauptstadt einberufen worden war. GERUECHTE Vereinte Nationen. — Ein Bericht in der weitverbreiteten hamburger Zeitschrift „Der Spiegel“ über einen vom UN - Generalsekretär stammenden Vorschlag zum „Aus tausch von tra ns jordanischem und Israelischem Territorium“ ist vor einigen Tagen dementiert worden. Ein Sprecher der UN erklärte U Thant habe niemals solch einen Vorschlag gemacht, noch wisse er etwas hiervon. „Der Spiegel“ hatte behauptet U Thant habe davon gesprochen, dass bei einem solchen Austausch „Transjordanien das Gebiet von Latrun zurückgegeben werde und Israel den Skopus-Berg wieder erhalten müsse.“ Die Zone von Latrun ist entmilitarisiert und steht unmischten transjordanisen-israelischen Walfensciilsrands- Kommission. Der Skopus- Berg, der vor 1948 der Sitz der Hebräischen Universität und des Hadassa Hospitals war. ist heute eine israelische Enklave inmitten eines gänzlich von Transjordauien kontrollierten Gebietes. In Jerusalem wurde die deutsche Meldung als „völlig unbegründet“ bezeichnet und versichert, dass in Israel nichts von derartigen Plänen bekannt sei. Die israelischen Gewährsleute wiesen darauf hin, dass Israel bei früheren Gelegenheiten sieh bereit erklärt hat, kleineren territorialen Ausgleichen längs seiner Grenze mit Transjordanien zuzustimmen, doch sei niemals ein „Austausch von Territorien“ in Betracht gezogen worden. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Br. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E. 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 tsq. Av. LAS HERAS \