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Jüdische Wochenschau · 1965-04-30 · 2114 (30.4.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2114 (30.4.1965)
Date
1965-04-30
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Aft© XXVI. — N? 2114 i — View**«, 30 de Abril de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Bedingungslos kapituliert DER KRIEG IST KEINE LOESUNG Tel Aviv. — Ministerpräsident Eshko] erklärte, die beste Lösung für die arabischen Flüchtlinge wäre, dass sie sich unter ihren Brüdern in den arabischen Ländern ansiedeln. Es ist an der Zeit, so betonte er, dass die arabischen Politiker es aufgeben, die Flüchtlinge als Instrument für ihre eigenen ehrgeizigen Ziele zu gebrauchen, denn nicht das Wohl dieser Leute liege ihnen am Herzen. Er fügte hinzu, Israel habe das Beispiel gegeben, wie man hunderttausende Flüchtlinge ansiedeln kann. Eshkol sprach auf einer Feier, die die drusische Gemeinschaft am Fest des Propheten Nebi Schueb in der Ortschaft Jitin bei Tiberias veranstaltete. Er legte den arabischen Führern nahe, zu verstehen, dass der Krieg kein Problem lösen kann sondern nur Leiden und Zerstörung bringt. Eine drusische Einheit der Israel-Armee bildete die Bhrenparade. (ITA) (Schluss von Seite 1) 1V>d angedroht, es wird wild tun sich geschossen. Wenige Wochen spater war dieser Schrecken zuende, aber was »och in den letzten Tagen geschah. ist ein dunkles Kapi tel einer nicht abreissenden Kette widrigster Verbrechen iu den Konzentrationslagern, auf den Todesmärschen, gegen die Juden, gegen Gefangene und sogar gegen die .^deutsche« Volksgenossen" di* nicht mehr so reagieren •wollten, wie man es von ih- »en verlangt hat. Diese Eirinnerungen und •unzählige mehr steigen auf. •wenn wir nach zwanzig Jah- WMi des 8. Mai 1945 gedenken, an dem das Deutsche Beich bedingungslos kapituliert hat. Eine Fülle ungelöster Probleme und umstrittener Fragen bilden auch .eute noch Stoff zum Denken, zum Prüfen, zur Diskussion •und zu Streitigkeiten, wobei wir nur auf den einen Problemkrels hinzuweisen brauchen, der mit dem Stichwort „Der Stellvertreter" gekennzeichnet wird. Eine dieser Fragen, die uns Juden besonders beruhten, ist diejenige, wie es nur möglich war, dass eine so grosse unvorstellbar grosse Zahl von Juden umgebracht werden konnte. Bekanntlich hat diese Eirage und ihre Diskussion zu schweren und nicht erfreulichen Auseinandersetzungen geführt, die jedoch unfiuehtbar geblieben sind und zu keinen zufriedenstellenden und überzeugenden Ergebnissen führten. Die Technik nationalsozialistischer Vernichtungspoiitik machte einen organisierten Widerstand jüdischer Massen unmöglich. Ehe Uebermacht war zu gross, um Aufstands- Versuche mit Erfolg einzuleiten. Man muss annehmen, dass sonst die SPD und die KPD schon zu Beginn des nazistischen Terrors derarti- Dr. FREY A B 0 6 A D 0 PUEYRREDON 2IM 1* i*q. Hckm. IS—19 IThr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. 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Anfangs haben die Juden nicht angenommen, dass es zu sinnlosen Ausschreitungen gegen sie und zu brutalen Mordtaten käme. Man sah in den Deutschen ein Kulturvolk mit einer vorgeschrittenen Erziehung. Erst allmählich begriffen die Juden, dass dies nicht jenes berühmte Volk Goethes und Schillers war, sondern eine zur hörigen Mas se gewordene Volksmenge von. hemmungslosen Schindern, Henkern und Mördern. Denn zur systematischen Ausrottung von sechs Millionen gehörten auch Hunderttausende, wenn nicht Millionen, die in irgendeiner Form an diesem ruchlosen Werk beteilligt waren, zumal nicht nur Juden, sondern auch eine ungeheuerliche Zahl Männer, Frauen und Kinder anderer Völker auf die gleiche oder ähnliche Weise ausgerottet worden ist. Widerstand, jüdischen Widerstand hat es von Anfang an gegen die Nazis gegeoen. Tausende jüdische Partisanen haben einen verzweifelten und ungleichen Kampf gegen die deutsche Uebermacht und in allen okkupierten Ländern gekämpft, im europäischen Westen, vor allem in Frankreich, aber auch im Osten, in Polen, Rumänien, Litauen, Ungarn, der CSR und anderswo, auf iem Balkan, in Afrika, kurzum überall dort, wo die deutschen Armeen vorgedrirogen waren und ihr unheilvolles Zerstörungswerk verrichteten. Überall dort, wo Juden sich frei bewegen konnten, wo sie entweder nicht gefangen wurden oder aus einem Ghetto. Lager oder sonstigem Zwanesaufenthalt entfliehen konnten, überall dort haben sie in der einen oder anderen Form gekämpft. Sie waren in allen Partisanen verbänden JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeckee - Taiiksbeute) Käppchen Maz zot-Taschen Hand und Maschkienstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T, E. 73-9155 zu treffen und hatten sogar ihre eigenen Kampfeinheiten gebildet. Die deutschen Hee res-Berichte hatten beinahe täglich Klagen über die Tätigkeiten dieser Partisanen, die hinter der Front wuchtige Störungsarbeit leisteten. Partisanen waren es, die sogar Verbindungen mit den Gnetti sowie den Arbeits¬ und Konzentrationslagern aufrecht erhielten, die den hoffnungslos ihrem Schicksal preisgegebenen Menschen neuen Mut, neue Zuversicht, neue Kraft verliehen, die ihnen Geld brachten, mit dem die Gefangenen .etwas' an fangen konnten, die ihnen Lebensmittel zusteckten, Medikamente und sonstig« kleine Hilfe leisteten, soweit dies eben unter solchen Umständen möglich gewiesen ist. Dieser Widerstand war vorhanden, er war einfach da. meistens unfassbar für die deutschen Häscher. Tausende solcher Widerstandskämpfer wurden auch gefangen und dann ohne Urteil erbarmungslos niedergeschossen. Das stumme Heidenlied der Partisanen, die vielleicht einen grösseren Anteil am Endsieg der Alliierten hatten, als man allgemein anzuneh men bereit ist. wird nur mit leisen Klängen gesungen. Es ist fast in Vergessenheit geraten. Und doch haben sich in vielen Lagern und Ghetti .bewaffnete' Aufstände vollzogen, bei denen die Verzweifelten ihre Wächter angriffen, Lagerräume und Munitions-Magazine ansteckten, auf die Wachtmannschaften schossen, um in dem folgenden Durcheinander zu entweichen. Solche Aufstände sind im Vernichtungslager Treblinka einige Male erfolgt, auch in Auschwitz, wo jeder Widerstand von vorneherein unsinnig erscheinen musste. Aber man hat nicht die Chancen abgewogen, sondern alles gewagt, um dem sicheren Untergang vielleicht doch zu entgehen. Man woll te sich eben nicht einfach dahinsohlachten lassen. Die Nazis kannten diese jüdische Entschlossenheit und sie fürchteten sie. Deswegen haben sie immer ihre eigentlichen Ziele verborgen gehalten und beruhigende Parolen ausgegeben. Sie haben nicht gesagt, dass die Juden jetzt in die Todeskammern gejagt werden, sondern von Baden oder Reinigung gesprocnen, sie haben niemanden deportiert, sondern alle „umgesiedelt", weil sie Widerstand erwarteten. Nur deshalb haben relativ wenige Wachtmänner eingesetzt zu werden brauchen. Denn die Nazis wussten, dass die Juden durchaus nicht feige sind, sondern zu kämpfen verstehen. Hiervon berichtet für alle Zeiten das gewaltige Helden epos vom Warschauer Ghetto. Was dort geschah, wissen JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4» B. 46-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E 76-6784 u. 76-2312 wir bis in die Einzelheiten aus verschiedenen Quellen: von überlebenden Ghetto- Kämpfern. aus Berichten und Tagebüchern, die man nach dem Krieg unter den Trümmern des Ghetto gefunden hat, von polnischen Beobachtern und von den Deutschen selbst. Der SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau, Jürgen Stroop. SS- Brigadefiihrer und Generalmajor der Polizei hat auf Wunsch seines Vorgesetzten, dem höheren Oberbefehlshaber der SS und Polizei in Krakau, Krüger, täglich über den Kampf im Ghetto durch Fernschreiber berichtet: diese Informationen wurden dann unverzüglich an Himmler weitergegeben. Als der Widerstand im Ghetto erloschen war, wurden alle Meldungen gesammelt und als „Stroop-Bericht“ Himmler übermittelt. Dieser Bericht ist erhalten geblieben und vom Hermann Luchterhand Verlag unter dem Titel „Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr“ herausgegeben worden. Den 3. Teil des Berichtes bilden Fotografien, die im Ghetto aufgenommen und von den Deutschen in ihrer überwiegenden Zahl mit Unterschriften versehen worden sind. Dieses Dokumentenbuch, von Hass diktiert, mit Hass geschrieben, legt ein erschütterndes Zeugnis vom Heldenmut und Glauben derer ab, die gegen eine bis an die Zähne bewaffnete Uebermacht aufgestanden waren, um nicht allein die Ehre und den Namen ihres Volkes zu verteidigen, sondern in einer der traurigsten Stunden der Weltgeschichte die Ideale der Menschheit und der Menschlichkeit in eine bessere Zukunft hinüberzuretten. Wertungen und Vergleiche sind nicht immer recht am Platz. Vor Superlativen soll man sich hüten. Wenn aber allgemein davon gesprochen wird, dass der Ghetto-Aufstand eine der grössten Hel- Dr J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN 11. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo.. Mitt., Freit., 15—19 Uhr., Samstag 14—16 Uhr OLAZABAL 2512 - 76 798# Privat 80-3546 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORA NMELDUNG dentaten und menschlichen Leistungen des letzten Krieges gewesen ist, so dürfte dies zutreffend sein. Das jüdische Volk wird dieser Männer und Frauen immer gedenken, die über alle Gegensätzlichkeiten hinweg der Welt sichtbar die moralische Kraft des Glaubens an Freiheit, an Gerechtigkeit, an Menschlichkeit inmitten der Sklaverei, des Unrechts und der Unmenschlichkeit bewiesen haben. Wenn neben der Fahne Zions und anderen Fahnen auch der einfache Gebetsmantel. der Tallit von Rabbinern im Ghetto als Flagge gehisst wurde, so ist das mehr als ein unser Herz ergreifendes Symbol: denn der Tallit ist das Wahrzeichen unseres Glaubens an unser Judentum, an unser Volk, an unsere geschichtliche Sen- U SEMANA ISRAELITA Semanario — apareo* los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director; Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredhn 2190 IV izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500,— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährL dung und an die Ewigkeit Israels. Wegen dieses Glaubens und wegen dieser Sendung haben Juden niemals in ihrer Geschichte bedingungslos kapituliert, nicht die Helden von Massada und nicht die von Betar, nicht die Verfolgten der Inquisition und nicht die der Kreuzziige ebenso wenig wie die Kämpfer des Ghetto. Bedingungslos zu kapitulieren blieb den Nazis Vorbehalten, denn sie hatten nichts zu verteidigen als ihr erbärmliches Leben. Jjden aber haben zu allen Zeiten für andere als weltlich-materieile Werte gekämpft, sie sind gefallen für die höchsten Ideale und die unvergänglichen Postulate der Menschheit. Sie kapitulierten nicht, sondern sie starben. Aber durch ihren Untergang haben sie das heilige Erbe, das sie uns Lebenden übergaben, für künftige Zeiten und Generationen bewahrt. Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. 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Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44 9483 u. 44-1542

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