Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2113 (23.4.1965)
- Date
- 1965-04-23
- Page
- [Seite 17] (sequence 17)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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VIernes, 23 de AhrH de JM5 LA SEMANA ISRAELITA Besuch im „feindlichen Ausland Von Recht« wegen hätte man mich wegen „illegalem Grenzübertritt“ belangen sol len. Da stand ich nun, unter dem klaren Sternenhimmel des Dezemberabends. und blickte verwundert auf di° israelische Seite Jerusalems hinüber. Die „Grenze“ zog sich etwa drei Meter von uns hin, doch der transjordani sehe Polizeisergeant, der sich gutmütig mit dem Folizeikommandanten des israelischen Jerusalems und einem anderen hohen israelischen Polizei - Offizier unterhielt, schenkt« diesem Umstand keinerlei Beachtung. Wir standen neben der transjordanischen Administrations. hätte des Mandelbaumtores und rauchten Zigaretten. Der transjordanische Sergeant blickte wohlwollend auf die Menge heimkehrender israelischer Araber, die das Weihnachtsfest während eines viertägigen Aufenthaltes in der Altstadt und Bethlehem begangen hatten. „Um 10 Uhr schliesse ich die Grenze“, sagte er uns,, „und gehe nach Hause. Wenn dann noch vielleicht einige Nachzügler kommen, und mich zuhause aufsuchen, werde ich mich eigens herbegeben und ihnen die Grenze öffnen. Die anderen sollen mor gen wiederkommen.“ Das Gespräch vollzog sich jn einer durchaus freundschaftlichen Atmosphäre. Die Spannung, die sich infolge des ernsten Grenzzwischenfalls am Scopusberg, bei dem drei israelische Polizisten verletzt worden waren, ergeben batte, war wie weg gewöhnt. Man konnte meinen, dass sich hier drei Berufskol legen aus reiner Langweile von HA IM MASS miteinander unterhielten, um die Zeit zu „töten“. Nicht Feinde, die an jedem anderen Grenzabschnitt unter ähnlichen Umständen aufeinander geschossen hätten Nach einiger Zeit entschuldigte sich der Araber, uns verlassen zu müssen, reichte einem jeden die Hand und erhielt auch unseren Friedenssegen : „Ma’es - Ssallaa. mi“„. Als ich, einige Minuten nachher, die Türe unserer Wohnung öffnete, wollte mir meine Frau nicht glauben, dass ich soeben aus „Transjordanien“ zurückgekehrc war- Ich lud sie daher zu einem Blitzbesuch — nicht in Transjordanien selbst, doch im Grenzabschnitt ein. Nach wenigen Minuten waren wir bereits in Mea Schearim — und dabei wohnen wir „ziemlich weit von der Grenze" entfernt. Der Anblick, der sich uns bot, war wirklich tragi komisch. Der Hof der Ungarischen Häuser, das berüchtigte „Schlachtfeld“ früherer Schabat-Inzidente, war voll mit Taxis, die den Strom der von der Zollhütte eintreffenden israelischen Araber aufnehmen wollten. Auch die an die Ungarischen Häuser angrenzende Resehow Scbfwte Jisrael war mit Fahrzeugen überfüllt, die am Gehsteig oder auf demselben geduldig parkten. Im Licht ihrer grellen Scheinwerfer — die städtische Stra. ssenbeleuchtung hatte wieder einmal ausgesetzt — bewegten sieh unzä hlige Menschengruppen, mit Paketen und Körben beladen, stiegen in die Autos ein oder riefen %. A. I. C F. e I. Importación - Representaciones Exportación PÜAN 1571-75 T. E. 92 0565 — 8256 BUENOS AIRES Y $11$ ASOCIADAS Galetti y Cía. SRL Fábrica metalúrgica eoOoo Plastoy S. R. L. Fábrica de artículo« plásticos ooOoo Editorial Puan SCC La wlitorial tttprcializa«!» en libros infantiles nacionales y extranjeros ooOoo LICENCIAS EXCLUSIVAS DE: COLUNA S. A. SAO PAULO (Brasil) MOSCA Hnos. S. A. MONTEVIDEO (Uruguay) einander in der Dunkelheit zu. um sich nicht zu verlieren- Männer mit Koffern, Frauen mit Kindern und Körben bahnten sich mühselig ihren Weg. Dazwischen hatten sich grosse Gruppen jugendlicher orthodoxer Juden versammelt, die in ihren Kaftans und breiten schwär, zen Hüten und ihren im Winde wehenden Schläfenlocken von den zum Teil Keffieh . tragenden Söhnen Ismaels malerisch abstachen. Zwischen den Juden und Arabern entwickelte sich ein reges Geschäftstreiben. Den hauptsächlichsten Handelsartikel bildeten — Regenschirme. Ein wohlgenährter Jesehiwa - Bocher öffnete einen Schirm, begutachtete ihn unter den erwartungsvollen Augen des arabischen Inhabers, eines Jünglings aus Nazaret, von allen Seiten, und fragte dann auf Hebräisch: „Wieviel?“ „Fünfundzwanzig!“, sagte der Araber. „Fünfzehn“, machte der Jeschiwa-Bocher ein Gegenangebot. Sie einig ten sich auf zwanzig Pfund. Die Weihnachtsfeiernden hatten an die 250 000 IL in der Zollhütte an Zöllen und Steuern hinterlassen, da «6 kaum einen unter ihnen gab, der nicht über die freie Quote von 75 IL hinaus „Geschenke" mitgebracht hatte. Gewürze, Mandeln, Stoffe, Seide, Spielzeug, und natürlich Regen- und Sonnen schirme beherrschten das Strassenbild. Besonders be gehrt waren Strohmatten, die, zusammengeroilt, auf die Dächer der wartenden Taxis gebunden wurden. Offensichtlich hatten unsere israelischen Christen den Teil des Festes sehr ernst genommen, der sich auf Weihnachtsbescherungen bezieht — und sich vor allem selbst in grosszügiger Weise „beschenkt“. Sie hatten dazu diesmal vier ganze Tage Zeit gehabt, im Gegensatz zu früheren Jahren. in denen der Weihnachtsaufenthalt auf einen einzigen Tag begrenzt war. „Ich habe der Hochzeit meines in Transjordanien wohnenden Sohnes beigewohnt“, erzählte mir freude strahlend ein älterer Ara ber, dessen Frau ergänzte: „Wir haben nämlich dort drei Kinder und hier drei Kinder. So ist das Leben, was kann man machen?“ „In der Altstadt gibt «e fast kein trinkbares Wasser“, sagte mir ein anderer Ara ber, aus Nazaret- „Das Was ser enthält sehr viel Chlor, und wird literweise sehr teuer verkauft.“ „Es gibt in Israel billigere Puppen als dort“, verhaute mir ein dritter Rückkehrer an, „nur Obe* ist dort sehr billig, besonders Aepfel.“ Noch vor Mitternacht hat te sich der starke Verkehr von Autos und Menschengruppen im Bereiche des grell beleucheten Mandelbaum-Grenzübergangs gelegt. Nur hie und da waren einige Nac hzügler zu sehen, ältere Männer und Frauen, offensichtlich aus Dörfern im Gabi, die sich erschöpft von den Strapazen des grossen Tages, an den Strassenrand setzten, um dort ein wenig zu verschnaufen. Für sie war die Reise nach ihrem entlegenen Wohnsitz noch lange nicht zu Ende. Im Gegenteil — ihr galiläisches Dorf war viel weiter entfernt, als die Kirchen und Klöster der Alt stadt, die sie vor wenigen Stunden verlassen hatten. Anneke Beek mann heiratet Nancy. — Anneke Beekmann. das deutsch-jüdische Waisenmädchen, das von ihren Pflegemüttern katholisch er2»gen und lange versteckt wurde, wird einen jungen Mann, einen Katholiken, heiraten. Man erinnert sich des langjährigen Kamptes um das Kind zwischen ihren jü- Waffen fnr alle Washington. — Ein Sprecher des State Deport ment enthüllte jetzt, dass die USA beabsichtigen, vier arabische Länder und Israel mit Waffen zu beliefern, trotzdem bisher noch kein endgültiger Be Schluss gefasst worden sei. Die arabischen Länder si<nd Transjordanien, Libanon, Saudi Arabien und Irak. (ITA) dischen Verwandten in Israel und den Schwestern von Moorst. Bin Gerichtsentscheid hatte seinerzeit den letzteren das Er/iehungsrecht abgesprochen. Das Kind wurde dann jedoch in Klöstern versteckt und tauchte erst nach Erreichung der Volljährigkeit wieder auf. Anneke zeigte keinerlei Interesse an jüdischen Dingen. Durch die Ehe mit dem Ingenieur Albert Fournier aus Nancy findet die Geschichte des jüdischen Deportationswaisenkindes Anneke Beekmann. die so lange die Pres se beschäftigt hat, nun wohl ihr Ende. An« XXVI. — N? 2113 — 17' „Lefoenslaenglieh“ Bielefeld. — In dem Pre zess um Verbrechen irn Wai* schauer Ghetto hat öei Staatsanwalt vor dam Biele ielder Schwurgericht gegev. den früheren SS-Obersch*rftihrer Heinrich Klaustermey er elf mal lebenslang ich Zuchthaus gefordert Nach Auffassung des Anklägers hat der 50jälirige Angeklagte „aus purer MorduSt“ elf Menschen im Ghetto auf offener Strasse ergriffen und in einem Machtrausch er» schossen. In neun weiteren Mordfällen beantragte der Anklagevertreter Freispruch mangels Beweises. Weil das LVinnerungsvermögen der Zeugen nicht mehr ausreichte, seien Klaustermever diese Taten nicht mit letzter Sicherheit nachzuweisen. Klaustermqyer sei kein „Schreibtischtäter", sondern wegen seiner unterdurch- schnittlichen Begabung für Büroarbeit der „richtige Henker für die Hölle von Warschau“ gewesen, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe kaltblütig Frauen und sogar ein Kind erschossen. — (AWZ) MIDLAND COMERCIAL miEDAD ANONIMIA GERENCIA Y VENTAS: IEL6RAN0 SSI T. E. 37-4491 BUENOS AIRES DEPOSITO- DERAS 2 S di T. E. 2410309 LA NUS ESTE ALFREDO KATZ E HIJO S. R. L UTBNKUOt Utlnox 7J. ESTABLECIMIENTO METALURGICO Y PLASTICO uQwaos HAGA COLA REFRES¬ COLA y verá que resulta más. CONFITERIA ECHEVERRIA 3296 ESQ.CONDE <*> SERVICIO DE LUNCH - BANQUETES —* SALON DE FIESTAS SERVICIO DE LUNCH DE CATEGORIA SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296 esq. CONDE 76-0286 — 73 1049